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  1. Inaktiver User

    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Liebe Renka,
    ich kann deine Befürchtungen sehr gut nachvollziehen!
    Auch ich hatte damals große Befürchtungen nach meinem Klinikaufenthalt und in der Tat waren die ersten Wochen anstrengend. Ich hatte Flashbacks, die mich an meinen Zusammenbruch erinnerten, der leider an meinem Arbeitsplatz erfolgt war. Dann aber ging es sehr schnell besser und mir half dabei, dass ich offensiv mit meiner Erkrankung umging in den Gesprächen mit Kollegen. Nach kurzer Zeit war dann auch deren Neugierde befriedigt und man wandte sich schnell wieder anderen - neueren - Themen zu.
    Als ich nach wenigen Wochen bemerkte, dass ich wieder in altes Fahrwasser abzugleiten drohte (Überforderung, Perfektionismus, Selbstausbeutung usw.), versuchte ich verstärkt die Erkenntnisse aus dem Klinikaufenthalt umzusetzen, was mir mal besser, mal schlechter gelang. Doch auch wenn ich an keinen neuen Ort zurückgekehrt war, so war ich eben doch in gewisser Weise ein neuer Mensch, was meine unmittelbare Umgebung automatisch veränderte. Nach etwa einem halben Jahr hatte sich mein Berufsleben wieder beruhigt, allerdings wechselte ich nach weiteren sechs Monaten trotzdem zu einer neuen Arbeitsstelle, was ich mich ohne meinen Zusammenbruch niemals getraut hätte.
    Kopf hoch - es wird schon!
    LG Ute


  2. Registriert seit
    20.07.2010
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    5.734

    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    und mir half dabei, dass ich offensiv mit meiner Erkrankung umging in den Gesprächen mit Kollegen. Nach kurzer Zeit war dann auch deren Neugierde befriedigt und man wandte sich schnell wieder anderen - neueren - Themen zu.

    LG Ute
    Wäre auch mein Tipp. Je weniger Bohei um Geheimhaltung etc. desto mehr Wind nimmst du aus den Segeln.

    Mich würde auch nicht wundern, wenn du vor allem Fragen bezgl. "wie hast du das organisiert/bewilligt bekommen" gestellt bekämst....

    ich kann mir vorstellen, dass es bei deinen Kollegen viele gibt, die bewundern, dass du dir helfen lassen konntest und die das auch gerne täten, sich aber noch nicht trauen.

    Brauchst dir da nix denken!

    Besprich deine Sorgen unbedingt noch in der Klinik.


  3. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Ich will mich mal wieder melden und um Eure Erfahrungen bitten.
    Ich war jetzt zwei Wochen zur Wiedereingliederung auf der Arbeit, doch nun ist erstmal wieder Schluss. Am Freitag hatte ich ein längeres Personalgespräch, was einerseits sehr gut war, andererseits damit endete, dass ich deutlich gebeten wurde, am Montag erstmal nicht wieder zu kommen, sondern mich weiter behandeln zu lassen, bis ich noch stabiler bin. Ja, es gab einige Situationen mit Kollegen, die mich überfordert haben und was wohl auch deutlich sichtbar für andere war. Auch zu meinem eigenen Schutz soll ich deshalb erstmal nicht weiter mit der Wiedereingliederung machen.

    Doch wie geht es nun weiter?

    Die Personalchefin sprach von „Wiedereingliederung gestoppt“, die Klinik sagt „Wiedereingliederung gescheitert“. Das wirft mich erstmal etwas aus der Bahn. Erst Mitte der Woche habe ich den nächsten Arzttermin in der Klinik, bis dahin heißt es Geduld und warten.

    Ein Gutes hat das ganze immerhin, auf der Arbeit kommt jetzt endlich was in Gang, ich konnte mit der Personalchefin offen meine Probleme mit meinem aktuellen Arbeitsplatz und einem besonders schwierigen Kollegen besprechen und wir haben bereits ein Gespräch mit meinem Chef ausgemacht. Hoffe, dass ich dann schon wieder ein Stück stabiler bin und das Gespräch sachlich und konstruktiv wird und nicht so emotional.

    Wieviel Anläufe mit Wiedereingliederung hat man, auch seitens der Krankenkasse? In der Klinik fiel jetzt schon das Stichwort „Schwerbehinderung“, ich bin etwas ratlos, was auf mich zukommen könnte und auf was man unbedingt achten sollte, um nicht in irgendwelche Mühlen zwischen Krankenkasse und Rentenversicherung zu geraten.

    Hat da jemand Erfahrungen und Tipps?
    Viele Grüße und Dank vorab!

  4. Avatar von Akzent
    Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von Renka Beitrag anzeigen
    Doch wie geht es nun weiter?


    Ein Gutes hat das ganze immerhin, auf der Arbeit kommt jetzt endlich was in Gang, ich konnte mit der Personalchefin offen meine Probleme mit meinem aktuellen Arbeitsplatz und einem besonders schwierigen Kollegen besprechen und wir haben bereits ein Gespräch mit meinem Chef ausgemacht. Hoffe, dass ich dann schon wieder ein Stück stabiler bin und das Gespräch sachlich und konstruktiv wird und nicht so emotional.
    Erwähne bei dem Gespräch mit deinen Chefs, dass du für den Konflikt mit deinen Kollegen, das scheint ja dein größeres Problem zu sein, du eine Lösung anbieten kannst, das dir ein Weiterarbeiten dort möglich macht. Dein schwieriger Kollege hat anzunehmen weniger Probleme mit dir. Könnte sehr wichtig werden für dich




  5. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Ab einem bestimmten Grad der Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung zu einem Schwerbehinderten hast Du den Vorteil Kündigungsschutz und einige Urlaubstage mehr. Welche Bedenken hast Du denn diesbezüglich?


  6. Registriert seit
    10.05.2015
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Ansich habe ich keine Bedenken wegen einer möglichen Schwerbehinderung. Es kommt nur so plötzlich, ich hätte da vorher nie daran gedacht. Und innerhalb weniger Wochen verändert sich da einiges. Ich wusste ja vorher auch gar nicht, dass ich wirklich an Depressionen erkrankt bin, da bin ich noch dabei, das zu verarbeiten. Und nun „gleich“ schwerbehindert? Aber ich stelle den Antrag, es kann wirklich sinnvoll und nützlich sein. Denn ich bin dauerhaft nicht mehr 100% belastbar, es kommen noch andere Einschränkungen dazu.

    Ich hatte gedacht und gehofft, dass ich mit dem Klinikaufenthalt das Gröbste durch und geschafft hätte. Jetzt stellt sich heraus, zurück in den Job wird schwieriger als erwartet. Mein Arbeitgeber will mich so lange wie möglich zu Hause lassen, ich wäre noch nicht stabil genug. Und sie würden jetzt prüfen, ob sie mir Veränderungen am bisherigen Arbeitsplatz oder eine andere Aufgabe geben können. Einerseits klingt das positiv, andererseits befürchte ich „aussortiert“ zu werden, weil es eigentlich kaum so „ruhige“ Jobs bei uns gibt, wie ich ihn wohl bräuchte. Sie wollen sich melden. Bis dahin darf ich immerhin im Home Office wieder mit stundenweiser Eingliederung beginnen. In der Firma wollen sie mich nicht haben, zum beiderseitigem Schutz, sagen sie. Herrje, bin etwas ratlos ...

  7. Avatar von Akzent
    Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Wegen Depression bist du nicht gleich schwerbehindert. Was anderes ist wenn du andere Einschränkungen hast, damit erfüllst du vielleicht einen offiziellen Behinderungsgrad. Wenn du dir 100% Arbeit nicht mehr zutraust, dann nutze das Angebot homeoffice für einige Stunden am Tag. In welchem Bereich arbeitest du denn?




  8. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von Renka Beitrag anzeigen
    In der Firma wollen sie mich nicht haben, zum beiderseitigem Schutz, sagen sie. Herrje, bin etwas ratlos ...
    Liebe Renka,
    Dieser zitierte Gedanke ist ein sehr depressiver Gedanke.
    Deine Firma lehnt dich nicht ab!
    Sie schätzen deine Gesundheit und Belastbarkeit zZ so ein, das sie im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht dafür sorgen, dich nicht zu überfordern.
    Kannst du mit dieser anderen Formulierung etwas anfangen?

    Ja, eine Depression heilt nicht auf Knopfdruck.
    Es ist eher ein Prozess, bei dem einen schneller, bei dem anderen langsamer.
    Das ist so, da kannst du leider nichts dran ändern.

    Alles Gute für dich!
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!

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