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  1. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen und Hinweise, die haben mir in den ersten Tagen in der Klinik gut geholfen!

    Ich bin sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben, ich fühle mich in dieser Klinik sehr gut aufgehoben und betreut.

    Es gibt erstmal nur wenige Medikamente und eine langsame Steigerung der Dosis, EKG und Blutabnahme gleich am ersten Tag.

    Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht, wieviele Ärzte und Therapeuten dort zur Verfügung stehen und jederzeit ansprechbar sind, das kennt man ja von normalen Krankenhäusern leider gar nicht.

    Also, ich habe ein gutes Gefühl für die nächsten Wochen!


  2. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    In der Klinik, wo ich gerade bin, arbeiten sie mit Wachtherapie/Schlafentzug, um die Medikamentendosis nicht so hoch zu treiben.
    Hat jemand damit Erfahrung?

    Wachtherapie heißt, man schläft mindestens 36 Stunden nicht, man bleibt also zwei Tage und die Nacht dazwischen wach, auch kein Nickerchen, nichts. Das soll den Serotonin-Spiegel erhöhen, ohne zusätzliche Medikamente, und einem einen Schub nach vorn in der Therapie geben.

    Mein „Problem“ bei der Sache ist hauptsächlich, dass das nächtliche Wachbleiben in einer Gruppe erfolgen soll, die man nicht kennt und sich nicht aussuchen kann. Man soll mit der Gruppe sprechen, spielen und kochen. DAS ist Stress pur für mich, mich strengt die Gruppe tagsüber in der Tagesklinik schon an. Die Ärztin will nun meinen Wunsch, diese Wachtherapie zuhause machen zu dürfen, mit der Chefärztin prüfen. Ich hoffe auf Zustimmung!

    Also, wie sind eure Erfahrungen mit Wachtherapie/Schlafentzug und speziell zuhause allein, ohne Gruppe? Bringt der ganze Aufwand wirklich was?

    Danke für Rückmeldungen von Leuten, die damit Erfahrungen haben!


  3. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von Renka Beitrag anzeigen
    In der Klinik, wo ich gerade bin, arbeiten sie mit Wachtherapie/Schlafentzug, um die Medikamentendosis nicht so hoch zu treiben.
    Hat jemand damit Erfahrung?

    Wachtherapie heißt, man schläft mindestens 36 Stunden nicht, man bleibt also zwei Tage und die Nacht dazwischen wach, auch kein Nickerchen, nichts. Das soll den Serotonin-Spiegel erhöhen, ohne zusätzliche Medikamente, und einem einen Schub nach vorn in der Therapie geben.

    Mein „Problem“ bei der Sache ist hauptsächlich, dass das nächtliche Wachbleiben in einer Gruppe erfolgen soll, die man nicht kennt und sich nicht aussuchen kann. Man soll mit der Gruppe sprechen, spielen und kochen. DAS ist Stress pur für mich, mich strengt die Gruppe tagsüber in der Tagesklinik schon an. Die Ärztin will nun meinen Wunsch, diese Wachtherapie zuhause machen zu dürfen, mit der Chefärztin prüfen. Ich hoffe auf Zustimmung!

    Also, wie sind eure Erfahrungen mit Wachtherapie/Schlafentzug und speziell zuhause allein, ohne Gruppe? Bringt der ganze Aufwand wirklich was?

    Danke für Rückmeldungen von Leuten, die damit Erfahrungen haben!

    Uhhhhh. Da bin ich gespannt was andere berichten. Ich war mal in einer Klinik, aber keine Wachtherapie.
    Ich glaube d wär ich am Krückstock gegangen. Ich drück dir die Daumen.
    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

  4. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von Renka Beitrag anzeigen
    Wachtherapie heißt, man schläft mindestens 36 Stunden nicht, man bleibt also zwei Tage und die Nacht dazwischen wach, auch kein Nickerchen, nichts. Das soll den Serotonin-Spiegel erhöhen, ohne zusätzliche Medikamente, und einem einen Schub nach vorn in der Therapie geben.

    Also, wie sind eure Erfahrungen mit Wachtherapie/Schlafentzug und speziell zuhause allein, ohne Gruppe? Bringt der ganze Aufwand wirklich was?

    Danke für Rückmeldungen von Leuten, die damit Erfahrungen haben!

    Liebe Renka,
    Du fragst nach Erfahrungen.
    Diese habe ich zwar nicht direkt, aber ich kenne extreme Schlaflosigkeit und ihre Auswirkungen (auf mich/mein Gefühlskorsett).

    Und ich wäre sehr vorsichtig, so eine Wachtherapie ohne ärztliches Backup zu Hause auszuprobieren, so Du allein wärst und selbst mit Partner.

    Denn sehr wahrscheinlich bricht bei Dir gerade sowieso viel auf, Du näherst Dich Deinen Gefühlen und dem Schmerz- und da kann es problematisch sein, in solchen Phasen allein zu sein und damit extrem auf sich zurückgeworfen und sich selbst und dem Gedankenkarussel ausgeliefert (was die Gruppensituation abpuffern würde).

    Ich stelle dazu einfach mal ein paar Fragen, die Du nicht hier beantworten sollst , die Dir aber - vielleicht- in Deiner Einordnung der Situation helfen können.

    - Wie geht es Dir bei Schlafstörungen bisher?
    - Wirst Du emotional immer empfindsamer und verletzlicher, je weniger Schlaf Du hattest? Dünnhäutiger?
    - Welches sind die empfindsamsten Stunden bzw. gibt es sie überhaupt? (Bei mir z.B. zwischen 3-5 Uhr morgens)

    - Hattest Du besonders schlimme, aber auch besonders erkenntnisreiche Momente in diesen Phasen, Angst, Panik oder tiefe Verzweifelung?

    All das könnten Indikatoren sein, so einen - gewollten- Schlafentzug trotzdem nicht allein zu machen.



    Ich wünsche Dir eine hilfreiche Zeit in der Klinik,
    alles Liebe
    Sternenfliegerin
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin
    Geändert von Sternenfliegerin (04.09.2019 um 08:51 Uhr) Grund: ? eingefügt


  5. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Hallo Renka,
    ich kann Dir auch nur dazu raten, den Schlafentzug nicht daheim zu machen.
    Meine Mitpatienten haben das zum Teil auch durchgeführt,
    aber man braucht auch die Motivation der Ärzte und des Personals.
    Es muss Rufbereitschaft herrschen und es ist schwierig,
    das alleine durchzuziehen.
    Die Erfahrung zeigt auch, dass die meisten sich trotzdem hinlegen
    wollen und das ohne Kontrolle auch tun.
    Der Schlafentzug an sich bringt aber wirklich was.
    Nach 36 Stunden schläfst Du mit einer geringen Dosis Medikamente
    besser als ohne Entzug mit normaler Dosierung.
    Und das hält an. Ich wollte das selbst nicht glauben,
    habe es aber bei mehreren Leuten in der Gruppe mitbekommen.
    Das mit der Gruppe ist gar nicht so schlecht, wie Du Dir das evtl. vorstellst.
    Es fördert ein gutes Sozialverhalten und es ist wahrscheinlich hilfreich
    zu sehen, wie auch andere zu kämpfen haben.
    Die Abläufe tagsüber sind tagsüber anders als nachts,
    deswegen solltest Du nicht alleine sein
    (wie Sternenfliegerin auch geschrieben hat).
    Alles Gute für Deinen weiteren Aufenthalt
    wünscht Dir Nette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  6. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!
    Morgen ist Visite und ich werde von den Ärzten hören, ob und, wenn ja, wie ein Schlafentzug zuhause erlaubt wird.

    Ich sehe das eigentlich nicht so risikoreich, sondern eher pragmatisch. Ich hätte einige Aufgaben, für die ich mir über Nacht mal richtig Zeit nehmen könnte und würde. Ein emotionales Tief erwarte ich eigentlich nicht, ich wäre ja zuhause und hätte meine Ruhe.

    Schlafstörungen sind nicht mein großes Problem und der Schlafentzug soll hauptsächlich dem Serotonin-Level einem Schub geben, wie es sonst nur höher dosierte Medikamente könnten. Ich merke mit meiner aktuellen Dosis aber schon eine deutliche Verbesserung, vielleicht reicht das ja.

    Morgen weiß ich mehr ...


  7. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Du hörst Dich positiv an, das freut mich für Dich.
    Weiter so.
    Gruß Nette
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  8. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Puh, der Schlafentzug ist erstmal vom Tisch, die Medikamente schlagen bei mir so gut an, dass sie eher befürchten, ich drehe zu sehr auf, eventuell reduzieren sie Dosis morgen wieder ... (wenn ich anfange, singend die Station aufzuräumen 😉)


  9. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Na, das ist doch super.
    Das ist auch meine Erfahrung.
    Am Anfang werden die Medikamente eher höher dosiert,
    so dass man merkt, ob sie helfen.
    Wenn ja, kann dann die "Feineinstellung" gemacht werden.
    Ich drück Dir weiter die Daumen.
    Im Herzen bin ich ein Kind der 70er.


  10. Registriert seit
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    AW: Das 1. Mal in eine Klinik und Antidepressiva - was erwartet mich?

    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich werden Dir dort Mitpatienten begegnen, die „nur“ dort sind, weil sie es als Möglichkeit sehen, einer dauerhaften Berentung ein Stück näher zu kommen. Grüppchenbildung wirst Du dort auch finden, Patienten die über Therapeuten, Ärzte und Therapiearten herziehen.
    Wenns Dir möglich ist, meide diese Runterzieher und Energieräuber. Ebenso Menschen, die einem ihr ganzes Leid klagen.
    So, nach vier Wochen war es gestern soweit, ich habe türenknallend den Gruppenraum verlassen.
    Es ist genauso wie oben beschrieben, es sind leider viele Mitpatienten dort, die nur wegen der Krankschreibung und den Medikamenten kommen, aber Null Bock auf Therapien haben und Gruppendienste verweigern. Dann haben wir noch einen Narzissten, der den Chef spielt ... Da habe ich vorgestern die Nerven verloren und meine Meinung gesagt. Leider nicht im richtigen Ton und gestern wurde das dann in der Gruppe „ausgewertet“ ... Als der Narzisst mir auch noch anbot mir zu helfen, zukünftig in einem netteren Ton ihm mitzuteilen, dass er endlich mal ruhig sein soll ... hat’s mir dann gereicht.

    Nun bekomme ich Sondersitzungen bei der Psychologin (die zwei Wochen im Urlaub war, deshalb hatte sich auch einiges aufgestaut bei mir), und ich soll/darf (möchte natürlich auch) besser lernen mit schwierigen Menschen umzugehen und früher meine Triggerpunkte zu erkennen.

    Mit den Medikamenten komme ich recht gut zurecht, die aktuelle Dosis scheint zu reichen, ich habe schon wieder viel mehr Kraft und bin morgens fit und ausgeruht(er).
    Es wird häufig Blut abgenommen und alle möglichen Werte überprüft.
    Mit der Klinik bin ich sehr zufrieden, mit den Ärzten und Therapeuten ... nur einige Mitpatienten machen mir ganz schön zu schaffen. Ich muss auch sagen, dass es ganz schön viel Kraft kostet, zum ersten Mal in einer psychiatrischen Klinik all die vielen Patienten jeden Tag zu sehen, denen es viel schlechter geht und nicht wenige, die ständig rauchen, übergewichtig sind und keinen guten Eindruck machen, das zieht einen zusätzlich runter.

    Montag beginnt Woche fünf und ich versuche mich in Geduld und will mir meine Zeit nehmen, die ich brauche, aber auch mehr für meinen Schutz tun, wenn mir die Gruppe zuviel wird.

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