+ Antworten
Seite 7 von 7 ErsteErste ... 567
Ergebnis 61 bis 68 von 68
  1. Moderation Avatar von ganda55
    Registriert seit
    24.04.2010
    Beiträge
    23.538

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Uni-Corn, aber auch in deinem Fall, dem einer Betroffenen, gilt, dass keiner ist wie der andere.

    Die TE hat mehrfach geschrieben, dass sie gar keine Ratschläge sucht, sondern den Austausch mit denen, die so leiden wie sie. Das ist zu respektieren, finde ich.
    Empörungsmob
    John Malkovich über Social Media und Co, Interview Augsburger Allgemeine Zeitung, 15.12.2018

    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
    Arnulf Rating

  2. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.563

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    gandas Beitrag oben gilt für alle.

    Genau betrachtet, sind hier "Tipps" und Therapievorschläge nah am OT, denn danach wurde nicht gefragt. Themaverfehlung im Deutsch-Aufsatz.

    Ich kann euch zwar verstehen, euch/uns, die wir Depressionserfahrung mitbringen und anderen diese Erfahrungen mitteilen möchten. Doch wie mehrere schon schrieben: Keiner ist wie der andere, jeder Fall ist anders gelagert. Da kann aus dem "Erfahrungen mitteilen" auch schnell ein "Überstülpen" werden.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
    Registriert seit
    21.06.2013
    Beiträge
    4.503

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Liebe Manuu,

    jetzt aber endlich konkret zu Dir.

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Ich habe in den letzten Jshren soviel versucht um das zu beenden, aber ich wurde immer wieder enttäuscht, ob es auf der Suche nach einer Freundin, oder nach einem Partner war...
    Das ist etwas, was leider viele Menschen erleben und womit diese auch nicht gut klarkommen.

    Ich glaube allerdings, daß ein Depressiver noch mehr ein "Heil" darin vermutet, also die Erfüllung all der diffusen Sehnsüchte nach Miteinander- und natürlich vertieft es die Spirale aus Einsamkeit und Suchen.

    Ich habe so gekämpft, immer und immer wieder, aber es sollte nicht sein!
    Jetzt bin ich so müde von diesem Kämpfen das ich schon bei der kleinsten negativen Kleinigkeit zusammenbrechen.
    Es ist hier bisher niemand darauf eingegangen, Du hast es sozusagen auch nur nebenbei erwähnt.
    Aber der Suizid Deiner besten Freundin vor noch nicht einmal einem halben Jahr ist etwas, was schon für gesunde Menschen traumatisch sein könnte, erst recht für jemanden wie Dich in der eigenen Situation.
    Für mich ist es kein Wunder, daß es Dir akut so schlecht geht und erst recht an einsamen Wochenenden.

    Es tut mir sehr sehr leid, daß Du das auch noch erleben mußtest.
    Kannst Du darüber mit jemandem sprechen/schreiben?

    Es gibt keine Zukunft...
    Doch, es gibt eine Zukunft, wenn Du Dich dafür entscheidest.
    Und Du kannst daran sogar - zumindest in Teilen - arbeiten, wie gut diese wird, wie schön und wie lebenswert.


    Vielleicht liest es sich erstmal komisch, aber was ich gelernt habe ist, daß mir erstmal eine komplette Akzeptanz einer schlimmen Situation hilft, ein gründliches Analysieren, Sich-damit-Auseinandersetzen und vor allem ein wirkliches Annehmen der Situation.

    Eine andere Nutzerin schrieb etwas ähnliches.
    Daß aus dieser Akzeptanz nämlich tatsächlich auch Kraft wachsen kann.
    Die man in diesem Augenblick nicht wie vorher lange in diffuse Wünsche und Hoffnungen steckt und um diese verzweifelt kämpft/hofft, was dann leider meistens verpufft und eben keine Vorwärtsbewegung ergibt.

    Sondern daß in einem Annehmen der echt schlimmen Gesamtsituation die Kraft erwachsen kann, eben nicht mehr verzweifelt und ohne Richtung zu kämpfen, sondern zielgerichteter.

    So kann auch weniger Kraft zu positiveren Ergebnissen führen.

    Momentan verschwendest Du Deine Kraft in der verzweifelten Hoffnung auf eine Besserung,
    Du verwendest diese Kraft aber eben nicht gewissermaßen zielrorientierter hin zu einer bewußten Besserung der Situation.
    Deine vorhandene Kraft verpufft also sozusagen "ungenutzt" in Hoffnung statt in Taten.

    Das ist sehr menschlich, das ist sehr verständlich, aber eben leider nicht hilfreich.
    Mit ist sehr bewußt, daß Du nicht sofort alles ändern kannst und auf alle Menschen zugehen könntest, aber ich glaube wirklich, daß es hilfreich wäre, zu versuchen, die Dir noch verbliebenen Kräfte (und diese sind da, sonst hättest Du hier nicht geschrieben) für kleine schrittweise Veränderungen zu nutzen.

    Ich weiß nicht, ob Du es regelmäßig schaffen kannst, aber z.B. wäre doch eine Idee, gerade an den gefürchteten Wochenenden zusätzlich oder nach Deinen Hunden noch welche aus dem Tierheim auszuführen.
    Ganz nebenbei ergeben sich da - leichter als woanders- vielleicht auch neue zwischenmenschliche Kontakte, die aber vor allem eine gewisse Regelmäßigkeit haben könnten, was für Dich ja sehr positiv wäre.

    Zitat Zitat von Wegwarteline Beitrag anzeigen
    Kannst du in die Natur gehen?
    Ich weiß, das liest sich für "Außenstehende" erstmal wirklich selbstsam, aber man kann - und sollte - sein Auge und seine Seele gerade in schwierigen Zeiten bewußt auf das Schöne schulen und lenken und genau das drückt Wegwartelines Frage aus.
    Übrigens sind z.B. Wegwarten mit ihrer wunderschönen Blütenpracht für mich genau so ein wunderbares Beispiel für ganz kleine Freuden, die man - wieder- bewußter wahrnehmen üben sollte.

    Ich weiß nicht, ob Du es kannst, aber Sonne auf der Haut, diese Wärme ist etwas ähnliches.
    Im Winter dann eine heiße Wanne und Kerzen und all das bewußt zelebrieren.

    Davon gehen Depressionen natürlich nicht weg, aber es können ganz kleine "Rettungsanker" sein, die einen besser im Jetzt verankern und wohltun.

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Ich habe zwei Hunde und bin Morgen auch mit ihnen unterwegs.
    Wir treffen noch Leute mit Hundis und dann vergesse ich 2 Stunden meine Probleme.
    Aber zu Hause angekommen, wieder allein und einsam...��
    Also solltest Du versuchen, die Zeit mit Menschen und Hunden auszudehnen, wenn sie Dir - verständlicherweise- so gut tun.
    Könnetest Du (halbwegs regelmäßig?) an etwas wie Agility Training oder etwas Ähnlichem teilnehmen?

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Aber es ist so schlimm, wenn man niemand zum reden hat, ich möchte mich unterhalten können , lachen , weinen ,mit einer mir nah stehenden Personen, aber leider gibt es die nicht.
    Und wie oft trinke ich alleine auf meiner Terrasse meinen Kaffee und beobachte meine Tiere und meine Tränen laufen. Wie gerne möchte man sich doch austauschen, z.B. mit dem Partner über die Tiere lachen die gerade wieder den Garten unsicher machen.
    Aber nein , ich sitze da immer allein und muss oft weinen ��
    Einen Partner kann niemand herbeihexen, aber für menschlichen Austausch kann man auch z.B. durchaus dieses Forum oder andere Hobbyforen "benutzen".

    In meiner schwärzesten Zeit (ist schon länger her, im Jahr vor meiner Anmeldung auch hier) hatte ich das Glück, wunderbare Menschen in zwei Foren kennenzulernen.

    Jetzt schreien wahrscheinlich einige Leute "aber das ist ja nur virtuell, das ist nichts Reales", dazu kann ich nur sagen, daß ich immer versucht habe, besondere Kontakte auch ins echte Leben zu holen, mit richtigem, privateren Austausch abseits der Forenposts und bei gegenseitigem Interesse dann echten Treffen. So sind mit den Jahren wirklich schöne, bereichernde Bekanntschaften und auch Freundschaften entstanden mit gemeinsamen Ausflügen, regelmäßigen Treffen ein paarmal im Jahr etc.

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Nur kann ich durch die Depression nicht immer Menschen ertragen und muss mich auch oft zurückziehen.
    Die für Dich "richtigen" Menschen hätten dafür Verständnis.

    Meine Seele geht ein...
    Keine Wärme, Nähe, Geborgenheit...
    Es macht mich kaputt ,
    Fühl´ Dich einfach mal ganz doll gedrückt.
    Das kann auch wieder anders werden.

    Und ich habe schon soviel versucht in den letzten Jahren, das zu ändern, aber jetzt ist meine Energie aufgebraucht...
    Aufgrund Deiner Umstände ist das sehr nachvollziehbar.
    Könntest Du Dir eine Gesprächstherapie vorstellen?

    Ich werde im Oktober 50 , und ich habe echt Angst davor....
    Ach Mensch.
    Bis Oktober könntest Du die Weichen so stellen, daß Du mit ein, zwei lieben neuen Bekannten einen netten Abend haben kannst.
    Und wenn nicht, dann startest Du hier im Forum einen Geburtstagsstrang - die Weihnachts- und Silvester-Stränge haben schon Manchem gut getan.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin
    Geändert von Sternenfliegerin (11.08.2019 um 11:58 Uhr)

  4. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
    Registriert seit
    21.06.2013
    Beiträge
    4.503

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    Solange Du Dir nicht verinnerlichen kannst, dass Du eine unglaublich wertvolle, wichtige Person bei Dir hast, nämlich DICH SELBST, wird es Dir nicht besser gehen. Du bist nicht ALLEIN, Du hast Hunde, Katzen, also Lebewesen, die Dich zu 100% lieben und Dir Emotionen ziemlich ungeschönt zeigen, Dich nie verarxxxen usw. usf. DAS uist was unglaublich Tolles und Wertvolles!
    Das sehe ich auch so. Diese reine Liebe, die Hunde und Katze ihren Besitzern schenken ist ein großes Glück und was Wunderschönes.
    Mach Fotos von ihnen, in lustigen Siuationen, häng Dir eine Collage davon auf, die Dich immer wieder zum Lächeln bringt.

    Und vielleicht wäre ein "schöne Momente-Buch" eine Idee?
    In dem Du, liebe Manuu festhalten kannst, was Du - auch - Schönes erlebt hast und diese Erinnerungen bei Bedarf und Traurigkeit ganz schnell wieder hervorholen kannst.
    Denn - leider- ist es so, daß sich das Hirn besser/leichter an Trauriges/Schlimmes/Schwieriges erinnert.

    Nochmal, mir ist klar, nichts davon hilft, die eigentliche Depression zu überwinden, aber es sind kleine Mosaiksteinchen, die schlimme Phasen erleichtern und ein wenig abpuffern können.
    Dein Lieblingsbuch, Musik, magst Du Duftlampen?
    Hier blöckert regelmäßig Lemongras, das hebt meine Stimmung immer sofort.
    Und ein Einschlafsduft.

    Kannst Du eigentlich gut schlafen, Manuu?
    Das ist nämlich ganz oft ein weiterer, sehr belastender Faktor, bei dem man aber vielleicht auch kleine Weichen besser stellen könnte?

    Zitat Zitat von Wegwarteline Beitrag anzeigen
    Auf jeden Fall musst du raus gehen, es kommt niemand zu dir.
    Ja, das stimmt leider.
    Und wenn das Rausgehen nicht klappt, dann hilft - zur Not - auch Ablenkung im Internet und Austausch in Foren.
    Besser wären natürlich aber Sozialkontakte draußen.
    Ich habe im Tierheim letztes Jahr gleich jemand richtig Sympathisches getroffen, wäre ich auf der Suche gewesen, hätte ich nur alle paar Tage dort hingehen müssen, viele Menschen besuchen dort regelmäßig Tiere, weil sie selbst aus bestimmten Gründen gerade keines haben können oder dürfen.

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Oh man, danke ihr Lieben für Eure Antworten.
    Aber ich bin schwer enttäuscht was ihr da so schreibt!
    Ja, hier war einiges drüber, keine Frage- aber Du hast auch viele wirklich bereichernde, freundliche Posts bekommen, liebe Manuu.
    Bitte lies Dir den Strang dahingehend nochmal durch, denn es ist ein gutes Beispiel für eine gewisse "Betriebsblindheit", diese freundlichen, zugewandten Posts kaum wahrzunehmen.

    Ich wollte hier NUR über meine Einsamkeit, mei Alleinsein schreiben , mit der Hoffnung hier jemand zu finden, der auch in solchen Schuhen steckt und wo man sich austauschen kann, ich dachte dieses Forum sei richtig!!!
    Ist es auch.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

  5. Avatar von Uni-Corn
    Registriert seit
    09.07.2019
    Beiträge
    143

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Ich leide unter einer Depression und einer bipolare Störung.
    Ich bin w.49 Jahre.
    Ich habe keine Familie, Kind oder einen Mann/ Partner.
    Ich bin seit 8 Jahren alleine und ich kann einfach nicht mehr!
    Am Anfang kam ich noch ganz gut damit klar, aber mittlerweile gehe ich daran zu Grunde.
    Ich halte diese Einsamkeit nicht mehr aus, ich sehne mich so sehr nach einem Menschen bei dem ich mich fallen lassen kann, der mich auffängt wenn es mir schlecht geht, ich sehne mich so nach Nähe und Geborgenheit, ich gehe ein wie eine kleine Blume ohne Wasser.
    Ich habe in den letzten Jshren soviel versucht um das zu beenden, aber ich wurde immer wieder enttäuscht, ob es auf der Suche nach einer Freundin, oder nach einem Partner war...
    Tagesklinik, Therapien und und und
    Ich habe so gekämpft, immer und immer wieder, aber es sollte nicht sein!
    Jetzt bin ich so müde von diesem Kämpfen das ich schon bei der kleinsten negativen Kleinigkeit zusammenbrechen.
    Und wöchentlich grüßt das Murmeltier....wieder steht ein Wochenende vor der Tür und ich weiß nicht wie ich es wieder rum bekommen soll.
    Ich werde bald 50 Jahre alt und mein Leben ist nicht mehr so lang, damit komme ich nicht klar.
    Ich kann in den wenigen Jahren nichts mehr ändern , nochmal 8 Jahr kämpfen?
    Nein, ich schaff das nicht mehr...

    Der Gedanke das ich an meinem 50 mehr oder weniger alleine bin , macht mich so fertig, ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie :-(
    Ich weiß echt nicht mehr was ich noch tun soll :-(((
    Es gibt keine Zukunft...
    Ich habe jetzt mal alle Stellen markiert, die das "Elend" beschreiben, was Manuu empfindet. Ich lese daraus einen Hilferuf, keinen Aufruf, mitzuleiden, sich auf gleichem "Elendsniveau" auszutauschen o.ä.

    Hilft es wirklich, wenn jetzt hier wer schreibt, "Ich kann Dich gut verstehen, es geht mir genauso"....?

    Ich kann mich erinnern, dass ich vor etwa 10/12 Jahren Rotz und Wasser heulend in der Therapiestunde saß und mich als der vom Schicksal gebeutelste Mensch der Welt fühlte, es war ALLES SO UNGERECHT. Meine Therapeutin hat mir nen Tücherbox gereicht und dann gefragt: "Wer hat Ihnen versprochen, dass die Welt gerecht ist?" Mit diesem einfachen Satz, der so wenig Hätschelei war, hat sie mir in dem Moment genau das Richtige gesagt.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

  6. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.563

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Ein feiner Unterschied: Deine Therapeutin hat das zu dir gesagt (meine und die Klinikärzte übrigens auch) und zwar im Rahmen eines Behandlungsvertrags. Nicht ein Fremder in einer virtuellen oder realen Runde, in der du explizit Austausch wünschtest und nicht nach Rat fragtest. Eine vollkommen andere Situation. Bitte bedenke/bedenkt das. Auch wenn es schwer fällt (mir auch in manchen Strängen), die eigene "Expertise" mal hintanzustellen und die Finger still zu halten.

    Manuu wünscht sich hier aber tatsächlich Austausch mit Menschen, die ihre Situation kennen und nachvollziehen können. Vielleicht erwächst aus einem Austausch ja auch ein Anfang? Könnte ja auch sein.


    Kleiner Tipp: Niemand muss mitschreiben.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  7. Avatar von herbstblatt7
    Registriert seit
    28.06.2013
    Beiträge
    5.063

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Also ich kenne diese Situation. Eine meiner langjährigen Freundinnen ist letztes Jahr depressiv geworden. Sagt sie, die Diagnose kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass sie zweien ihrer langjährigen Freundinnen auf einem Ausflug solche Szenen gemacht hat, dass diese sie vor Schreck in die Psychiatrie einlieferten. Dort war sie mit dem Service unzufrieden und als ich sie am WE besuchen wollte, hatte die Psychiatrie schon wieder hinausgebeten. Und da habe ich mir immer noch viel Mühe gegeben, einschließlich ihre Unterlagen mit ihr zu sortieren, spazieren, kochen.

    Ich denke aus dieser Erfahrung, dass es für die Depressiven insgesamt nutzbringender ist, mal in einer gemeinsamen Situation auszuharren, als sich plötzlich zurückzuziehen. Das kann Freunde und Bekannte doch auf die Dauer arg verprellen.

    Ein Beispiel und ich könnte noch viele nennen:

    Letztes Jahr Ostermontag. Ich als Nichtdepressive - aber auch ein sogenannter seelisch gesunder Mensch hat seine Ängte, Nöte, Sorgen - sage schon Wochen vorher, dass es mir wichtig ist, an diesem Tag mit zwei meiner Freundinnen, mit denen ich oft etwas zu dritt unternommen hatte, einen Spaziergang durch unseren beliebtesten Stadtpark zu machen und dann in einem kleinen Café dort mittagzuessen. Praktisch als Osterereignis für uns drei. Ich wollte gern diesen Ritus für uns drei haben, ein Osteressen zu dritt unter Dreien, die seit Jahren gern zu dritt wanderten.

    Ich hatte gespürt, dass irgendwas seit Jahresanfang nicht mehr stimmte und war unruhig und fürsorglich geworden und dachte, mit einigen besonderen schönen Punkten - was für mich ein gemeinsames Osteressen immer ist, könnte ich es irgendwie regulieren.

    Wir hatten alle drei Familienangehörige in geregelten Familienverhältnissen und diese hatten wir jeder von Karfreitag bis Ostersonntag gesehen. Also familiär war bei jeder von uns alles in Ordnung. Ich bin geschieden, eine war Witwe und eine Single.

    Ich hatte in den Wochen vorher mehrfach betont, wie wichtig mir gefühlsmäßig dieses Essen wäre.

    Okay, das taten wir und als wir vor dem kleinen Restaurant in der Sonne saßen und alle Menschen um uns her glücklich schienen und ich auch zufrieden war und wir Kaffee getrunken hatten und auf das Essen warteten, sagte meine Freundin: "Das reicht mir jetzt, ich muss alleine sein." Wir haben sie natürlich gebeten zu bleiben, aber sie sagte: "Das kann nur ich entscheiden."

    Damit hatte sie natürlich Recht! Nur nach einigen solcher Erfahrungen und kurz vor diesem Ostern habe ich ihr gesagt, ich denke, es ist besser für mich, ich möchte sie nicht mehr sehen und auch über Dritte nichts mehr von ihr hören.

    Denn mich hat das Ganze irgendwann nur noch furchtbar belastet. Es war, als säßen wir Freundinnen auf einem Pulverfass. Und wir haben auch alle nicht immer ein einfaches Leben. Danach trauere ich ihr zwar immer noch hinterher, aber diese ständige Spannung, was denn jetzt schon wieder ist, habe ich nicht mehr.

    Ich habe mich so oft gefrag: "Was stimmt nicht mit mir? Ich gebe mir so viel Mühe - und das gerne!! - aber es ist wie ein schwarzer Sog." Ich war ihren Launen um so hilfloser ausgeliefert, je mehr Mühe ich mir gegeben habe.

    Sage ich jetzt mal aus meiner Erfahrung heraus.

    Mir ging es auch mal furchtbar schlecht, als ich arbeitslos wurde und erst nach 140 ernstgemeinten Bewerbungen (und nebenher in elenden und mickrigen Nebenjobs jobbend, wenn ich sie denn bekam - alles ordentlich mit Jobcenter verrechnet) einen elenden und mickrigen Vollzeitjob bekommen habe und den musste ich an die 5 Jahre aushalten, bevor ich wechseln konnte.

    Was mich damals getröstet hat, war, dass ich Freundinnen hatte, die ein schönes Leben hatten. Dass ich wusste, es gibt einen besseren Zustand, ich war froh, dass es ihnen gut ging (natürlich hatten sie ihre eigenen Nöte, Sorgen, Zweifel, Konflikte). Dass es eine Welt gab, der ich wieder zugehörig sein wollte. Die wussten gar nicht, wie schlecht es mir ging (ich bin vor Verzweiflung ein halbes Jahr oder so in Psychotherapie gegangen und habe nicht darüber gesprochen, erst als es vorbei war), hielten mich für eine Heldin und ich habe gerade in dieser Zeit aufs Feinste darauf geachtet, mich als Freundin völlig zuverlässig, kultiviert und konstruktiv und lebensfroh zu verhalten.

    Was vom Grunde her meine Normalbeschaffenheit ist.

    So sehe ich das.
    Nyd din læring, sagde silden.
    Geändert von herbstblatt7 (11.08.2019 um 14:53 Uhr)


  8. Registriert seit
    10.07.2019
    Beiträge
    8

    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Hallo Manuu,
    wie hast du den Rest des Wochenendes verbracht? Ging es einigermaßen?
    Herzliche Grüße!
    Ute

+ Antworten
Seite 7 von 7 ErsteErste ... 567

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •