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  1. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Manuu,

    ich kann dir einiges nachfühlen.

    Nach dem Tod meines Lebensmenschen vor 18 Jahren (ich war 44) war ich einige Jahre in Behandlung wegen Depression und sozialer Phobie.
    Ich habe mich total zurückgezogen, gleichzeitig unter massiver Einsamkeit gelitten und mirKontakte mit Menschen gewünscht. Meine Freunde habe ich aber nicht an mich rangelassen. Ging nicht ans Telefon, war ein Kotzbrocken etc. Nur ganz selten bin ich mal raus - raus aus meinem selbst gebauten Verlies.

    Was ging, war die Arbeit. Und ich bin immer mit den Hunden unterwegs gewesen. Manchmal war ich da auch in der Lage zu Gesprächen.

    Auch ich habe mir einen Menschen gewünscht, mit dem ich mich austauchen kann wie mit meinem Lebensmenschen. Im Grunde habe ich mir mein Leben mit ihm zurückgewünscht und auch ziemlich blöde Sachen gemacht. Ich dachte einige Zeit, dass ich es wiederbekäme, wenn ich einen Mann kennenlernen würde. Die Versuche waren natürlich idiotisch.

    Mit der Zeit, mit der Therapie habe ich gelernt, mich auf mich zu konzentrieren und Ruhe, Glück und Zufriedenheit nicht von jemand anderem abhängig zu machen. Ein anderer Mensch kann einen nicht glücklich machen. Man kann nur mit einem anderen Menschen glücklich sein. Und das kommt aus einem selbst.

    Um ehrlich zu sein: Er fehlt mir immer noch sehr und mein Leben hat ohne ihn an Farbe, Freude und Glanz verloren. Aber ich bin inzwischen einigermaßen gut im Reinen mit mir, freue mich über die Hunde (andere natürlich inzwischen), pflege meine Freundschaften wieder, soweit ich kann (ich bin nicht sehr gesellig angelegt, war ich nie), mache meine Arbeit gern und gehe auch wieder meinen Interessen nach.

    Einsamkeit gehört ein Stück weit zur Persönlichkeit mancher Menschen. Das sagte meine Therapeutin immer zu mir: "Auch die beste Therapie macht aus einem Fisch keinen Vogel". Alles lässt sich nicht ändern. Aber mit einer gwissen Einsamkeit lässt es sich ganz gut leben. Ich fühle mich auch heute noch öfter einsam - am ehesten, wenn ich unter Menschen bin.

    Vielleicht hilft es dir, mal die vielen sich anschweigenden Paare anzuschauen, die sich im Restaurant gegenüber sitzen und jeder daddelt am Handy. Oder die, die so unfreundlich miteinander umgehen Oder die Beziehungen, die nur laufen, weil einer sich verbiegt.

    Und die Chance auf eine Beziehung, die gut und erfüllend ist, hast du erst, wenn du mit dir im Reinen bist. Kein Partner, kein Affairenkerl kann dir aus der Depression helfen. Glaub mir, ich habe es anfangs versucht.

    Dass man sich nicht selber am Schopf rausziehen kann, verstehe ich, ich habe es selbst erlebt.
    Lass dich behandeln.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin
    Geändert von katelbach (10.08.2019 um 19:23 Uhr) Grund: typo


  2. Registriert seit
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Das war jetzt sehr komisch, weil ich grad eh selber mein unhöfliches Post geändert hatte.
    Ich hatte das noch gespeichert, aber offensichtlich hat sich das mit der Moderation überschnitten.

    Also, tut mir leid, @Manuu Ehrlich.

    Was ich eigentlich gemeint habe:

    Was glaubst du, dass dir hier helfen könnte?
    Bericht von anderen, die auch gerade total einsam sind? Also, dass die schreiben, "Manuu, mir geht es auch gerade schlecht und ich..." weil..."

    Oder auch Beiträge von Menschen, denen es wieder besser geht zur Zeit?
    Die dann schreiben, was Ihnen geholfen hat und was nicht?

    So hatte ich es gemeint. Zugegeben sehr rustikal formuliert
    Ich wollte dir nicht weh tun.

  3. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    @Rokeby
    Sorry, wollte nicht zu voreilig sein.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  4. Registriert seit
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    und ich nicht gemein!

    Friede? Manuu

  5. Avatar von luftistraus
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Liebe Manuu,

    du steckst in einem Teufelskreis fest, indem auch viele andere erkrankte drin sind.

    Depression macht einsam..... und für einen anderen der es versteht (da selbst erkrankt) bist du ein Trigger der runter zieht. und die anderen die es nicht verstehen, ist die Krankheit unverständlich.

    Je länger dieser Zustand andauert - umso mehr "Eigenheiten" entwickelt man, weil das Feedback von anderen fehlt.

    Du hast die Kraft mit deinen 2 Hunden täglich raus zu gehen und dich um Sie zu kümmern. Das ist schon mal toll.
    Wenn du keine Menschenmengen erträgst, ist das völlig ok. Dann such dir etwas mit nur 1-4 Personen.

    Sei offen für neues! Wenn es nicht gefällt, kannst du es lassen.

    Niemand wird bei dir an der Tür klopfen und dich raus holen. Du musst selbst aktiv werden.
    Ich verstehe, das du es seit Jahren versuchst und frustriert bist. Aber Aufgeben sollte keine Option sein, wenn du unter der Situation leidest.

    Es gibt viele Menschen, denen es geht wie Dir. Du bist nicht allein! Halte die Augen offen und habe den Mut für neues.
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  6. Registriert seit
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Aber Aufgeben sollte keine Option sein, wenn du unter der Situation leidest..
    In gewisser Weise könnte das schon eine Option sein. Dass man bewusst und vorsätzlich entscheidet, es einfach aufzugeben (evtl. einen festgelegten Zeitraum) und die Konsequenzen nicht erträgt, sondern bewusst erlebt. Einsamkeit verliert den Schrecken, wenn man sie bewusst annimmt und die Angst vor ihr verliert.


  7. Registriert seit
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Ist in Ordnung...
    Ich finde es nur traurig, das so viele Menschen sich darüber lustig machen müssen..
    Die Krankheit Depression ist mitlerweile zu einer Volkskrankheit geworden, leider...
    Eine anerkanntes Krankheit, die viele sogar in die Frührente bringen, ich gehöre auch dazu...
    So viele aus Funk und Fernsehen haben sich wegen dieser scheiß Krankheit das Leben genommen, meine beste Freundin im März 😭
    Aber leider wird man immer noch beläschelt und nicht ernst genommen und das ist traurig 😥
    Wenn jemand die Krankheit nicht versteht oder sich nicht damit auskennt, oder auch nichts mit diesen Menschen zu tun haben will, dann ist das okay, bleibt jedem selbst überlassen...
    Aber dann sollten sich diese Menschen hier auch nicht negativ auslassen und uns belächeln...
    Du bist/ warst da nicht der Einzige, sind schon wieder ein paar unnötige Antworten gekommen!!!
    Egal, ich übergehe diese Menschen und freue mich über Nachrichten von Menschen die leider auch mit dieser schlimmen Krankheit leben müssen und man kann sich etwas austauschen und Gedanklich stützen...


  8. Registriert seit
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Danke schön, ja du hast den Nagel auf den Kopf getroffen...
    Ja, es ist sehr schwer für Ausenstehende diese Krankheit zu verstehen.
    Ich habe noch meine Eltern und meinen Bruder , aber auch sie können mit dieser Krankheit nichts anfangen und möchten auch nicht wirklich was damit zu tun haben. Deshalb ist unser Verhältnis nur sehr,sehr oberflächlich und auch das tut mir sehr weh , denn eigentlich sollte doch die Familie zusammen halten 😭
    Das ich meine Hunde habe ist meine Rettung in dieser , für mich schlimmen Welt.
    Wir sind auch viel unterwegs und laufen auch mit anderen zusammen.
    In diesem Moment geht es mir auch ganz gut...
    Schlimm ist es nur wenn ich dann wieder zu Hause komme und niemand da ist mit dem ich mich austauschen kann.
    Wieder alleine auf der Terrasse mit meinen Hundis, niemand ist da mit dem ich über den Tag , dem Gestern, dem Morgen , die Erlebnisse reden kann.
    Und es geht ja nicht immer um einen Partner ..
    Einen liebe Freundin die da ist wenn ich sie brauche und ein paar liebe Menschen mit denen man reden kann.
    Und dieser Kampf geht jetzt schon fast 10 Jahre.
    Nein ich habe nie aufgegeben, obwohl es mir langsam sehr schwer fällt weiter zu machen...
    Aber was soll ich tun, ich werde wohl weiter machen und ich weiß ich bin nicht allein auf dieser Welt...

  9. Avatar von schafwolle
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Aber am Wochenende ist es ruhig, alle sind zu Hause, haben Familie
    Ich bin dann noch alleiner und die Stunden wollen nicht vergehen ..
    Das ist schwierig, keine Frage.

    Ich kenne das ein bisschen in einer abgewandelten und zugegebenermaßen
    seltsamen Form:

    für mein "Leiden" gibt es keinen Namen, und so habe ich ihm die Bezeichnung
    "Sunday-Blues" verpasst. Schon als junge Frau (und später auch inmitten meiner Familie)
    ereilte mich das Phänomen, dass es mir ab Sonntag Nachmittag emotional richtig
    schlecht ging. Apokalyptische Anwandlungen. So ist das heute noch. Der Spuk dauert bis
    rund 19 Uhr ... dann ist die Welt wieder in Ordnung.

    Ich weiß, wie schräg das klingt und habe auch keine Erklärung dafür.
    In der Familie und vor meinen Kindern ließ ich mir das natürlich nicht anmerken, aber
    seit ich alleine lebe, gibt es zwei Optionen:

    entweder ich lasse mich einfach bewusst in dieses Tief fallen, "pflege" es gewissermaßen
    oder
    ich umschiffe es, indem ich etwas mache, wozu ich mich aufraffen muss (Extrarunde mit
    dem Hund, Kaffeetrinken gehen, Schwimmen, mich einer diffizilen Arbeit widmen ...)

    Beides kann guttun.
    Aber auch beim Ausweichmanöver bleibt die Grundstimmung bestehen.

    Mit einer Depression und bipolaren Störung ist das selbstverständlich nicht vergleichbar.
    Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich das Gefühl ansatzweise kenne.


    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    I
    Es macht mich kaputt , alles alleine zu entscheiden, keine Unterstützung, keine Hilfe.
    Vielleicht versuchst Du ja mal eine etwas andere Sichtweise?
    alles alleine zu entscheiden und alle Probleme letztlich selbst zu bewältigen kannst
    Du Dir auch als persönliche Stärke attestieren, oder?


    Zitat Zitat von Manuu Beitrag anzeigen
    Wir treffen noch Leute mit Hundis und dann vergesse ich 2 Stunden meine Probleme.
    Nur eine Verständnisfrage:
    beinhaltet der bipolare Aspekt nicht auch Phasen, in denen es Dir gut geht, oder?


    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Mit der Zeit, mit der Therapie habe ich gelernt, mich auf mich zu konzentrieren und Ruhe, Glück und Zufriedenheit nicht von jemand anderem abhängig zu machen. Ein anderer Mensch kann einen nicht glücklich machen. Man kann nur mit einem anderen Menschen glücklich sein. Und das kommt aus einem selbst.
    ... für den ganzen Beitrag

  10. Avatar von Klecksfisch
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    AW: Einsam und allein und wöchentlich grüßt das Wochenende

    Andere Menschen können dir nicht helfen, da mußt du alleine durch. Das ist auch das was mich aufregt, immer sollen andere dafür den Kopf hinhalten. Was sollen die Menschen dir denn sagen, was erwartest du. Deine Erwartungen an andere, können die anderen fertig machen, weil du nicht mit deiner Depression leben willst, kannst ich verstehen, wollte ich auch nicht. Andere könne dir nicht helfen und es bleibt dir nichts anderes übrig als das zu akzeptieren. Was glaubst du wie es Gesunden geht, wenn sie sich da reinhängen, macht keiner und das ist auch gut so. Es gibt auch eine Co-Abhängigkeit bei Depressionen. Ich kann wirklich aus ganzem Herzen hoffe, daß sich keiner darauf einläßt und ich bin mir sicher, daß dich das unglaublich wütend macht. Ja, du bist alleine damit und da mußt du durch, geh zum Arzt und laß dir da helfen.

    Such dir eine Selbsthilfegruppe für Depressive. Da bist du unter Gleichgesinnten und ich wette mit dir, dir wird das nicht gefallen.

    Meine Mutter war depressiv. Mit 18 bin ich ausgezogen, weil ich die Aggressionen mir gegenüber nicht mehr ausgehalten habe. Valium und Limbatril waren ihr tägliches Brot. Die ganzen Therapieformen, die es heute gibt, gab es zu der Zeit nicht. Als sie eines Tages den Gashahn aufgedreht hat, brachte mein Vater sie ins LKH und da gab dann Valium usw..

    „Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch“ (Dalai Lama)
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
    Ich hab keine Zeit das Gute in den Garstigen zu suchen!



    Geändert von Klecksfisch (11.08.2019 um 09:21 Uhr)

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