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  1. Inaktiver User

    Überlastet und völlig am Ende

    Hallo!

    Nach meinem 1. Beitrag im Partnerschaftsforum bin ich nun hier gelandet. Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Am besten mit meiner derzeitigen Situation: Ich liebe Weihnachten, mein absolutes Lieblingsfest, aber dieses Mal hab ich nur mehr geheult (heimlich, damit ich den Kindern das Fest nicht verderbe), ich bin völlig fertig und nun sitze ich nach Weihnachten wieder hier im Büro und kann mich zu nichts aufraffen. Ich hätte viel zu tun, durchaus auch dringendes, aber ich schaffe kaum etwas. Ich bin einfach nur müde, will meine Ruhe und nichts tun. Ich habe Kopfschmerzen, Magenschmerzen und meine Arthrosen tun mehr weh als sonst und ich bete, dass möglichst keiner was will von mir....

    Zur Vorgeschichte: Ich hatte schon immer viel zu tun (immer 40h-Job und Nebenjob), zwei Kinder, keine Großeltern zur Entlastung in der Nähe, großes Haus. Und es gab immer wieder Phasen, wo ich einfach nicht mehr konnte, nur mehr geheult habe. Ich habe mich da eigentlich großteils selber wieder rausgeholt, tw mit Hilfe meiner Eltern. Wer sich nun fragt: Was macht da ihr Mann? Gute Frage. Er trinkt teilweise zu viel (nicht regelmäßig, es passiert einfach so) und kann sonst seine Interessen gut durchsetzen (Urlaub mit seinen Freunden, obwohl wir am Sparen für neue Fenster waren; Laufen-Gehen obwohl viel zu tun ist, etc.). Ich bin aber auch in der Regel sehr selbstbewußt, bei mir kommen aber halt immer die Interessen der Familie/Kinder zuerst.
    Nun hatte er vor 1,5 Jahren aufgrund schleichender Verschlechterung unserer Ehe eine emotionale Affäre, ich bin ihm draufgekommen, es wurde beendet (2x hat er danach noch - harmlosen - Kontakt zu ihr gesucht), wir haben eine Paartherapie gemacht und die Ehe läuft wieder gut. Dank zweier neuer Chefs bin ich hier in meinem Job stark gefordert, der Job ist nicht wirklich erfüllend und teilweise sehr nervtötend, ich kann aber wegen unserer Kreditschulden nicht weg. Dazu kommt, dass beide Kinder Legasthenien haben, die Kleine schlimmer als die Große. Für Therapien, Nachhilfe, etc sind wir viel unterwegs, dazu kommt noch das andauernde Lernen mit beiden, für das ich quasi alleine zuständig bin. Ebenso wie für den Haushalt, das Planen von Urlauben, etc. und vieles mehr. Mein Mann macht zwar, wenn ich was anschaffe, aber von alleine kommt da nix. Ich gönne mir zwar ein Hobby, aber selbst das nervt mich meistens, weil es eben wieder Zeit kostet.
    Ich habe gefühlt einfach null Zeit für mich, dafür mal was zu lesen, irgendwas. Ich hetze zwischen Job, Haushalt, Lernen, etc. nur hin und her. Ich kann einfach nicht mehr.
    Das hat unsere Paartherapeutin bei unserer letzten Sitzung gesehen und gemeint, dass ich alle klassischen Symptome einer Erschöpfungsdepression aufweise. Ich werde jetzt im neuen Jahr eine Therapie bei ihr beginnen. Mein Mann hat das zwar alles wahrgenommen und auch das "erschöpft/überlastet" ist bei ihm angekommen, er meint aber ich bräuchte nur eine positive Lebenseinstellung (die ich im Moment zugegeben nicht habe) und dann schaffe ich schon alles. Entlastung wäre nicht so notwendig. Also hier sehe ich wenig Hilfe oder Verständnis, wieder sind es meine Eltern, die mich zumind. emotional unterstützen. Einfach mal in Krankenstand gehen kann ich nicht, weil ich alleine für zwei große Projekte zuständig bin, die Ende Februar und Ende März fertig sein müssen.

    Ich weiß im Moment echt nicht wie es weitergehen soll. Ob mir hier jemand was raten kann - außer mache die Therapie - weiß ich nicht. Vielleicht gibt es Erfahrungen zur Unterstützung durch den Partner? Ich habe das Gefühl, er hätte gerne, dass ich wieder funktioniere ohne dass er viel Scherereien und vor allem keine Zusatzarbeit damit hat.


    Danke, Miba

  2. gesperrt

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Mann macht zwar, wenn ich was anschaffe, aber von alleine kommt da nix. Ich gönne mir zwar ein Hobby, aber selbst das nervt mich meistens, weil es eben wieder Zeit kostet.
    Ich habe gefühlt einfach null Zeit für mich, dafür mal was zu lesen, irgendwas. Ich hetze zwischen Job, Haushalt, Lernen, etc. nur hin und her. Ich kann einfach nicht mehr.
    Genau so erlebte ich schon als Kind die Ehe meiner Eltern und die Ehen der Eltern der Kinder in den anderen Klassen oder der Kinder im Haus oder die Eltern von befreundeten Kindern an anderen Schulen etc...

    [editiert]
    Geändert von katelbach (28.12.2018 um 08:12 Uhr) Grund: Beitrag geht nicht auf die Fragestellung ein; OT

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    .[editiert]
    Geändert von katelbach (28.12.2018 um 08:14 Uhr) Grund: wegen Editierung des Beitrags kein Bezug mehr
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... die Ehe läuft wieder gut.

    Mein Mann macht zwar, wenn ich was anschaffe, aber von alleine kommt da nix.

    Mein Mann hat das zwar alles wahrgenommen und auch das "erschöpft/überlastet" ist bei ihm angekommen, er meint aber ich bräuchte nur eine positive Lebenseinstellung (die ich im Moment zugegeben nicht habe) und dann schaffe ich schon alles.
    Liebe Miba!

    Es tut mir leid, dass es Dir aktuell so schlecht geht.
    Aber bei Deinem Pensum auch nicht weiter verwunderlich.

    Die Zeilen oben habe ich zitiert, weil es mir schwerfällt, zu sehen, dass
    Deine Ehe "gut läuft".

    Dein Mann lässt Dich mit der Überforderung alleine und nimmt das Ganze
    auf die leichte Schulter. Das geht gar nicht. Ich würde mich an Deiner Stelle
    im Stich gelassen fühlen.

    Ich fürchte, die beste Therapie der Welt wird nichts für Dich ändern, wenn
    die äußeren Umstände gleich bleiben. Das nur mal als Denkansatz.

  5. Moderation

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Es kann auf jeden Fall nicht so weitergehen.

    Willst du deinen Mann behalten? Es scheint mir, daß er unterm Strich mehr eine Be- als eine Entlastung für dich ist. Kannst du ihm Arbeitsfelder komplett zuwerfen? Wenn dann was gemacht wird, nur nicht so wie du es gemacht hättest, ist das gut. Es wird gemacht, du sparst dir den Projektleitungsaufwand, und dein Mann hat im Familienrahmen nicht nur den Status einer Aushilfe, sondern eine Zuständigkeit. Außerdem, solange du nur klagst und dann doch machst, bestärkst du ihn ja in der Ansicht, daß du nur lustlos bist.

    Kannst du an Kleinaufwand sparen? Den Kindern nützliche Sachen beibringen? Die merken bestimmt, daß du neben der Mütze bist und sind wahrscheinlich froh, wenn sie helfen können. Keine Urlaube mehr planen. Ist Streß und kostet Geld. Zuhause ist es auch schön, und die Schulden sind schneller bezahlt. Haushaltsaufwand minimieren: Alles weglassen, was eine Blümchenrosette ist. Das, was gemacht werden muß, damit der Laden nicht vor die Hunde geht, so konzentriert und effizient wie möglich machen. Dabei auch überlegen, kann man was auslagern?

    Deine Eltern sehen das Elend ja schon länger mit an und kommen immer wieder mit dem Heftpflaster. Wie schätzen sie denn die Situation ein? Haben sie vielleicht Ideen, die sich mal anzugucken lohnt? Wer nicht drinsteckt, sieht ja oft vieles nicht, aber wenn man so dermaßen in einem Knoten voneinander abhängiger Probleme steckt, sieht man auch selber vieles nicht. Manchmal muß man von absurd erscheinenden Vorschlägen ein paar Zwiebelschalen abpellen (meiste heulend), bis man etwas findet, das eine Idee sein könnte, was im Leben auch anders ginge.

    Wenn du nicht gerade selbständig bist, denk noch mal intensiv darüber nach, ob du deine Projekte lieber als Zombie machen willst (Zombies liefern meist keine guten Ergebnisse, es sei denn, es müssen ein paar Gehirne gefressen werden), oder am Ende mit den Füßen voran rausgetragen werden, oder ob deine Chefs dem ins Auge sehen sollten, was sie auch tun müßten, wenn du auf einer Dienstreise von einem Elefanten fällst und dir den Rücken so verrenkst, daß es vier Monate dauert, bis du mit Operation und Reha durch bist und wieder am Schreibtisch stehen kannst (alles schon dagewesen) -- daß Menschen, genau wie Maschinen, manchal ausfallen, und mehr und länger wenn man sie nicht innerhalb der Spezifikationen betreibt und an der Wartung spart.

    Wenn es Geldnot ist, die dich gefangen hält und es dir unmöglich macht, nicht Boxer in "Animal Farm" abzugeben, wäre ein sinnvoller Weg vielleicht zu einer Schuldnerberatung. Schulden, die ohne Hoffnung auf Veränderung oder Besserung dein Leben bestimmen, und dich in eine 120-Stunden-Arbeitswoche zwingen, sind Sklaverei.
    Geändert von wildwusel (27.12.2018 um 14:00 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    [editiert]
    Geändert von katelbach (28.12.2018 um 08:15 Uhr) Grund: kein Bezug mehr

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Miba, Dein Körper zeigt Dir doch deutlich, dass Du nicht mehr kannst.
    Nimmst du alles andere wichtiger als Dich?
    Krank sein geht nicht - wichtige berufliche Projekte. Zum Ausspannen hast du keine Zeit.

    Ehrlich, ich kriege schon Beklemmungen, wenn ich Dein Programm nur lese: Das KANN man nicht schaffen!

    Du schreibst zwar, Du wärest selbstbewusst, aber wenn Du nicht sofort Deinen Mann mehr in die Pflicht nimmst, sind das nur Worte. Ihr seid ein Team und müsst es GEMEINSAM schaffen.

    Und versuche, Arbeit auszulagern: Putzfrau?

    40-Stunden-Job PLUS Nebenjob PLUS ganz normaler Kinderwahnsinn PLUS Essen planen, Kaufen, kochen PLUS Wäsche und Putzen - das KANN NICHT KLAPPEN!


    Gib etwas ab von diesen Pflichten, sonst klappst Du zusammen.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  8. Moderation

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    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Zitat Zitat von avocadar Beitrag anzeigen
    [editiert]
    Das ist schön für dich, aber die TE steht eben da, wo sie steht: Haus, Mann, Kinder, Schulden -- und von da aus dahin zu kommen, ungebunden und zufrieden in einer Mietwohnung zu leben und ungestört die Stadtbüchereibestände durchzulesen ist ein immens langer Weg, selbst wenn man sich mit sich selber bereits auf dieses Ziel geeinigt hat. Der muß irgendwo anfangen, und zwar jetzt, und nicht vor 20 Jahren.
    Geändert von katelbach (28.12.2018 um 08:16 Uhr) Grund: zitierter Beitrag editiert
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das ist schön für dich, aber die TE steht eben da, wo sie steht: Haus, Mann, Kinder, Schulden -- und von da aus dahin zu kommen, ungebunden und zufrieden in einer Mietwohnung zu leben und ungestört die Stadtbüchereibestände durchzulesen ist ein immens langer Weg, selbst wenn man sich mit sich selber bereits auf dieses Ziel geeinigt hat. Der muß irgendwo anfangen, und zwar jetzt, und nicht vor 20 Jahren.
    Die Mietwohnung und das Stadtbücherei-Durchlesen wären tatsächlich Ziele, die ich mir vorstellen könnte. Ich denk mir auch hier im Job immer wieder - ich mag das alles nicht mehr, die Verantwortung, etc. Ich mag einfach nur Kopierbeauftragte in einem kleinen Kammerl sein. So, genug gescherzt.

    Danke für die vielen, schnellen Antworten. Ja, ich muss was abgeben. Ich weiß nur ehrlich gesagt nicht an wen und ob es dann funktioniert. Die Therapeutin hat dasselbe gesagt und ich hatte auf alles eine "Ja, aber"-Antwort.
    - Putzfrau wäre toll, ist aber finanziell nicht drin,
    - im Job Schwächen eingestehen würde die Situation hier noch schwieriger machen (missgünstige, unfreundliche, mobbende Kolleginnen),
    - Planung einstellen ginge zu Gunsten der Kinder,
    - Lernen ist schon ausgelagert, aber Nachhilfe ist 1x pro Woche und gelernt werden muss halt jeden Tag,
    - den Haushalt werde ich glaube ich als erstes zurückfahren - schweren Herzens, ich bin da schon etwas pedantisch;
    - meinen Mann mehr einspannen - ich versuche es, ärgere mich dann aber immer über blöde Ansagen und mache es lieber selber;
    - meine Eltern wollten mir selbst helfen (putzen kommen, Kinderfahrdienst übernehmen, Geld geben damit ich den Nebenjob aufhören kann) - das möchte ich aber nicht, sie sind beide schon über 70, wohnen eine dreiviertel Stunde entfernt und sind eh immer großzügig.
    Ich denke auch oft darüber nach mein Hobby aufzugeben - das würde Zeit und Geld sparen (ca. 100 Euro im Monat, also nicht die Welt), aber ich kann es - noch - nicht.

    Ich weiß, ich klinge beratungsresistent und im Moment steht der Gedanke "Zähne zusammenbeißen und durchhalten" im Vordergrund. Meine Mutter hat mir aber heute schon gesagt, dass wenn ich so weitermache, ich noch in der Psychiatrie enden werde. Ich habe halt die Hoffnung, dass die Kinder älter und selbstständiger werden und diese beiden Projekte auch vorbei gehen. Irgendwie.
    Ach keine Ahnung, am liebsten würde ich alles hinschmeißen. Das geht aber nicht.

    Und ja, von meinem Mann bin ich maßlos enttäuscht. Mit ein "bisschen positiver Lebenseinstellung schaffe ich mein Pensum schon", da habe ich mich ehrlich gesagt verspottet gefühlt. Als wenn ich selbst schuld wäre.

  10. Inaktiver User

    AW: Überlastet und völlig am Ende

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ja, von meinem Mann bin ich maßlos enttäuscht. Mit ein "bisschen positiver Lebenseinstellung schaffe ich mein Pensum schon", da habe ich mich ehrlich gesagt verspottet gefühlt. Als wenn ich selbst schuld wäre.
    Vor allem scheint dein Mann ja so gar keine Idee zu haben, woran es wohl liegt, dass du derzeit keine positive Lebenseinstellung mehr hast. Woher soll die denn bitte bei deinem riesigen Arbeitspensum kommen? Keine Ahnung, ob dein Mann in erster Linie verwöhnt, dreist oder komplett merkbefreit ist - auf jeden Fall gehört dem mal gehörig der Marsch geblasen! Im Grunde bist du doch vor allem die Mutti für DREI Kinder ...

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