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  1. Registriert seit
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    AW: Einsamkeit + Perspektivlosigkeit überstehen

    Liebe TheKat,

    was Du über die Erlebnisweise einer Introvertierten erzählst, könnte echt Wort für Wort von mir stammen.

    Ich bin schon älter als Du und habe schon etwas besser gelernt, mit dieser besonderen Lebensweise umzugehen, und mich etwas besser anzunehmen.

    Ich denke, ob Du wirklich "Niemanden" hast, der Dir helfen kann, den Sperrmüll rauszutragen, das hängt entscheidend von Deiner Sichtweise ab...Ich hab auch Niemanden und sowieso kann ich ALLESALLES alleine, aber es ist doch meine eigene Schuld, wenn ich es nicht fertigbringe, den netten Nachbarn zu fragen, ob er mir eben helfen kann...kannst Du sehen, was ich meine?

    Immer mehr stelle ich Dinge in Frage, zu denen ich meine, mich zwingen zu müssen, also dieser Zwang zu Sozialkontakt, z.B. Urlaubsreisen in der Gruppe. Ich habe schon so viele stressige Erfahrungen damit gemacht, dass ich im Moment denke, nee, muss ich mir grad nicht mehr wirklich antun (oder nur noch irgendwie niedrig dosiert)
    Wer sagt hier überhaupt, was wir müssen?
    Am Besten geht es mir, seitdem klar ist, ich muss garnix, sondern kann wirklich schauen, was mir guttut.

    Also, wenn ich Du wäre und gerade arbeitslos, würde ich schon auch, wie Du, versuchen, die gedankliche Abwärtsspirale ein wenig einzudämmen, auch das Kreisen um mich selbst würde mich stören, das kann ich verstehen.
    Ich würde tatsächlich mich im Tierheim ehrenamtlich engagieren und/oder einen Tag in der Woche bei Oxfam arbeiten.
    Sport würde ich wieder aufnehmen, wirkt Wunder. Ausdauer, Yoga z.B.
    Viele von uns "Introvertierten" gibt das Sein in der Natur eine Menge (Wandern!)

    Alles Beste für Dich, und das ziemlich bald!

  2. Avatar von TheKat
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    AW: Einsamkeit + Perspektivlosigkeit überstehen

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Aber ich frage mich, wie man einen Weg gehen kann, zB wenn du auf einen Berg wandern willst -und ankommen-, wenn du du nur rückwärts gehst, weil du nur auf den Startpunkt schaust?
    Gut gesagt... In der Theorie weiß ich das ja auch.


    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Sowas kostet immer Energie und beinhaltet kontinuierliche Kontrolle........puh wie anstrengend.....
    Allerdings. Ich find mich selbst auch manchmal einfach zu anstrengend.


    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Du willst dich mit den Gedanken über andere von dir selbst ablenken?
    Wenn der Kreislauf enden würde, wäre es leichter. Denn klar kann es sehr stressig werden, wenn ich immer dieselben Gedankenschleifen ablaufe und nichts Neues entsteht.
    Hier wäre professionelle Unterstützung eine gute Hilfe.


    Ja- das denkst du.
    Gedanken sind flüchtig und leider sind wir von deren "Realitäts-Gehalt" ja immer sehr überzeugt.

    Nochmal: es passiert IMMERZU etwas- die Erde dreht sich ununterbrochen und du steigst nie zweimal in denselben Fluss.

    Ich verstehe bei all dem, dass es um die Ausgewogenheit geht, einmal den Blick auf dich zu legen und die Umwelt dennoch im Blick zu haben.
    Nicht zu sehr auf die anderen schauen und nicht mit Mikroskop-Blick auf dich selbst, weil nichts davon zu einem guten Gefühl führt.

    Nochmal: hier sehe ich professionelle Unterstützung als guten Wegweiser.
    Vielleicht reichen einige wenige Stunden um deinen Blick zu lockern und neue Ansätze und Wege zu erkennen, die du gehen könntest.

    Mit Worten alleine kommt man häufig nicht weiter- es braucht "arbeiten mit allen Sinnen" und das ist im Gegenüber leicht zu erreichen.
    Allerdings ist eine Veränderung dann sehr wahrscheinlich!

    Auf jeden Fall gibt es noch viele Wege um Einsamkeit und Perspektivlosigkeit ein Ende zu setzen
    Du hast mit allem ja recht, was du sagst. Ich werde das auch noch mal mit meiner ehemaligen Therapeutin erörtern. Klar ist, dass es gerade eine schwierige Zeit ist. Ich denke, viele würden es schwer haben zurzeit. Aber der kleine Teufelkreis, der hier entsteht, der ist echt ungünstig. Ich dachte auch, ich wäre schon viel weiter.
    A quiet mind is able to hear intuition over fear
    Geändert von TheKat (11.10.2018 um 15:57 Uhr)

  3. Avatar von TheKat
    Registriert seit
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    AW: Einsamkeit + Perspektivlosigkeit überstehen

    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Liebe TheKat,

    was Du über die Erlebnisweise einer Introvertierten erzählst, könnte echt Wort für Wort von mir stammen.

    Ich bin schon älter als Du und habe schon etwas besser gelernt, mit dieser besonderen Lebensweise umzugehen, und mich etwas besser anzunehmen.
    Es hat auch lange gedauert, bis ich das verstanden habe. Es ist schon ein anderer Blick auf die Welt als Introvertierter, der auch nicht immer verstanden wird. Ich befinde mich aber immer noch im Prozess, mich zu akzeptieren und zu verstehen, dass mir manche Dinge nun mal einfach keinen Spaß machen und auch nie werden. Und dass das absolut ok ist. Aber ich vergleiche mich leider sehr mit anderen - auf allen Ebenen. Und im Vergleich - besonders negativ eingefärbt - verliert man ja immer.


    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Ich denke, ob Du wirklich "Niemanden" hast, der Dir helfen kann, den Sperrmüll rauszutragen, das hängt entscheidend von Deiner Sichtweise ab...Ich hab auch Niemanden und sowieso kann ich ALLESALLES alleine, aber es ist doch meine eigene Schuld, wenn ich es nicht fertigbringe, den netten Nachbarn zu fragen, ob er mir eben helfen kann...kannst Du sehen, was ich meine?
    Prinzipiell weiß ich, was du meinst. Natürlich findet man zur Not jemanden für den Sperrmüll. Aber was ist mit Umarmungen, Trost ... Kuscheln und körperliche Nähe ... oder mal jemand, der einem Löffel langzieht, wenn man es übertreibt. Es hat mich schon Schweiß gekostet, die paar Leute zusammenzukriegen, die da sind. Und ich habe im Moment zudem Angst, dass ich wegen der Arbeit evtl. wieder umziehen muss. Dann kann ich noch mal von vorne anfangen und ich habe dazu auch schlicht keine Lust mehr.


    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Immer mehr stelle ich Dinge in Frage, zu denen ich meine, mich zwingen zu müssen, also dieser Zwang zu Sozialkontakt, z.B. Urlaubsreisen in der Gruppe. Ich habe schon so viele stressige Erfahrungen damit gemacht, dass ich im Moment denke, nee, muss ich mir grad nicht mehr wirklich antun (oder nur noch irgendwie niedrig dosiert)
    Wer sagt hier überhaupt, was wir müssen?
    Am Besten geht es mir, seitdem klar ist, ich muss garnix, sondern kann wirklich schauen, was mir guttut.
    Ich sag mir in solchen Situationen manchmal: "Einen Scheiß muss ich." Funktioniert manchmal ganz gut. Ich weiß, man muss auch aus sich rauskommen als Intro. Aber ich merke schon, dass manche Dinge dann eh nicht zum Ziel führen. Also kann ich es doch gleich lassen, oder? Führt nur aber dazu, dass man dann vielleicht gar nichts mehr macht. Wie gesagt, ein bisschen Zwang ist immer. Ich kann mich in Gruppen durchaus wohlfühlen. Ich bin sogar ausgesprochen unterhaltsam. Aber das braucht seine Zeit, ich brauch Zeit, mich an die Leute und an die Situation zu gewöhnen. Das geht beim Sporteln nach einer Weile. Oder mit den Arbeitskollegen. Aber z.B. auf einer Party oder in einer Urlaubssituation, wo man nur wenige Stunden hat, meistens nicht. Außer ich bin in hervorragender Tagesform. Und wovon die abhängig ist, kann ich gar nicht sagen.


    Zitat Zitat von step3 Beitrag anzeigen
    Also, wenn ich Du wäre und gerade arbeitslos, würde ich schon auch, wie Du, versuchen, die gedankliche Abwärtsspirale ein wenig einzudämmen, auch das Kreisen um mich selbst würde mich stören, das kann ich verstehen.
    Ich würde tatsächlich mich im Tierheim ehrenamtlich engagieren und/oder einen Tag in der Woche bei Oxfam arbeiten.
    Sport würde ich wieder aufnehmen, wirkt Wunder. Ausdauer, Yoga z.B.
    Viele von uns "Introvertierten" gibt das Sein in der Natur eine Menge (Wandern!)

    Alles Beste für Dich, und das ziemlich bald!
    Danke! Also man kann mir nicht vorwerfen, dass ich nichts mache. Ganz im Gegenteil, ich mache sogar eher zuviel auf einmal. Wenn ich mich ablenke, geht es meistens auch ganz gut. Aber dann kommt wieder ein Loch und dann ist alles wieder da...

    Es ist wirklich faszinierend, wie die Natur hilft! Schon dasitzen und auf Natur, Wasser etc. gucken, reicht mir manchmal schon, um runterzukommen. Da ist es echt total ok, allein zu sein. Nein, gegen das Alleinsein will ich gar nichts sagen. Aber Jahr für Jahr nach Hause zu kommen und zu wissen, man hat irgendwie niemanden so richtig, tut echt weh.
    A quiet mind is able to hear intuition over fear

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