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  1. Inaktiver User

    Wie soll ich mich entscheiden...

    Ich stehe vor einem großen Schritt, oder, wenn man so will, auch nicht.

    Problem: 2015 verlor ich einen guten Job im kaufmännischen Bereich, unter ziemlich dramatischen Umständen, die zu schildern den Rahmen hier sprengen würde. Ein paar Wochen später starb mein Vater - meine Mutter, krebskrank, Ende 80, war hilflos. Ich zog mit meiner Tochter zu ihr, von der Stadt aufs Land. Ich musste alles dort aufgeben, Pendeln war wegen der Entfernung nicht möglich. Meine Mutter starb letztes Jahr.

    Ich habe schon anderorts geschildert, wie schwer es dann hier für mich war/ist, überhaupt wieder einen Job zu bekommen. Etliche Bewerbungen habe ich geschrieben, absurdeste Gespräche geführt, ohne nennenswerten Erfolg. Zwischenzeitlich hatte ich eine Anstellung in einem Industriebetrieb als Assistentin der Geschäftsführung. Dysfunktionale Verhältnisse hoch zehn, ich wurde mit all meinen Fähigkeiten einfach da sitzen gelassen, Aufgaben habe ich mir selbst gesucht, ich habe mehr oder weniger ein Jahr damit verbracht, Rechnungen zu kontrollieren oder zu scannen.

    Ich bin in dem Betrieb also sehr schlecht behandelt worden, zudem war ich über Zeitarbeit da tätig. Job war eine Vertretungsstelle, der im März diesen Jahres endete. Von der Zeitarbeit wurde ich dann entlassen, mehr oder weniger fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Seitdem bin ich sozusagen auf Hochtouren dabei, wieder einen geeigneten Job zu finden.

    Ein Problem ist wohl, dass ich schon 52 und allein erziehend bin. Kind ist erst zwölf, eigentlich schon aus dem Gröbsten raus, aber es braucht mich noch eine Weile. Trotzdem bewerbe ich mich fast nur auf Vollzeitstellen, da mit Teilzeit das Geld nicht reicht.

    Nun habe ich ein zwei Bewerbungen in meinem alten Wohnort, Großstadt, geschrieben, habe in meinem alten Bereich eine Zusage bekommen. Bombengehalt. Aber auch sehr anspruchsvoll.

    Und seit ich die Zusage habe, stehe ich Kopf. Zwar habe ich stets viel über meine derzeitige Situation, d.h. Wohnsitz auf dem Land, baufälliges Haus (geerbt), wenige soziale Kontakte, absurde Jobsuche, geschimpft.

    Doch wenn ich daran denke, dass ich jetzt bald (wieder) alle Zelte abbrechen soll, das Kind wieder die Schule wechseln muss und ich wieder in einem Job lande, wo ich nicht weiß, wie die Leute da ticken, dann wird mir ganz anders.

    Kurz gesagt, mich treibt der Gedanke daran fast an den Rand von Suizidgedanken. Was ist das denn???

    Jeder normale Mensch würde doch jetzt sagen, juhu, aber ich stürze gerade voll ab. Ich merke, ich habe weder die traumatischen Ereignisse rund um den Jobverlust 2014/2015 verarbeitet, noch den Tod beider Eltern. Dazu kommt die lang anhaltende und frustrierende Arbeitssuche trotz guter Qualifikation. Es ist wohl so, ich stecke mitten in einer Depression und habe echte Angst, Umzug, neue Arbeit, Hausverkauf usw nicht zu schaffen.

    Habt ihr ein paar Gedanken dazu? Ich bin echt am Verzweifeln und weiß nicht, was besser wäre. Hier bleiben, durchatmen, den Dingen seinen Lauf lassen bis irgendwann mal ein Job kommt, mit dem wir überleben können oder eine Gewaltaktion starten und zurück gehen?
    Geändert von Inaktiver User (24.09.2018 um 16:58 Uhr)

  2. Avatar von schafwolle
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Liebe Gigimaus,

    ich kann sowohl Deine Zweifel als auch Deine Verzweiflung nachvollziehen.

    Einen konkreten Rat kann ich Dir nicht geben - aber anhand Deiner Schilderungen
    würde ich zum Wechsel in die Stadt tendieren.

    Selbst wenn (!) der Job dort nicht das ist, was Du Dir vorstellst (wovon Du aber
    keinesfalls ausgehen solltest), dann würde sich in der Stadt sicher schnell etwas
    Neues bieten.

    Die Möglichkeit des Pendelns besteht nicht?

    Ab wann wäre denn die Stelle, für die Du die Zusage erhalten hast, zu besetzen?

    Könntest Du einen Makler mit dem Verkauf des Hauses beauftragen?

  3. Avatar von linsemo
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Ich denke mal das Wichtigste ist die Arbeit, sonst kannst du dein Leben nicht finanzieren. Über die Arbeit finanzierst du deine zukünftige Rente, wie soll die denn aussehen? Das Kind wird des Wechsel schon überleben. Sei froh, daß dich jemand mit 52 Jahren einstellt. Viele Menschen in dem Alter stehen auf der Straße und leben von Harzt VI, weil sie den Arbeitgebern zu alt sind.

    [editiert]
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
    Geändert von katelbach (24.09.2018 um 14:43 Uhr) Grund: unangemessene Wortwahl

  4. Avatar von ereS
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    [editiert]
    Geändert von katelbach (24.09.2018 um 14:42 Uhr) Grund: Kein Bezug mehr, da das zitierte Post editiert wurde; außerdem Respektlosigkeit

  5. Avatar von ereS
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    gigimaus kannst du erst einmal pendeln ?
    ansonsten ist es doch normal das du jetzt mit der neuen situation aengstlich bist
    das alte haus, der neue job, die umzugsgedanken, die gedanken wie dein kind damit zurecht kommt, usw...
    eines nach dem anderen, vor allem wenn der job doch gut bezahlt ist

  6. Avatar von linsemo
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    [editiert]
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
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    Geändert von katelbach (24.09.2018 um 14:46 Uhr) Grund: Kein Bezug mehr, da das zitierte Post editiert wurde; persönliche Auseinandersetzungen bitte nicht-öffentlich per PN

  7. Avatar von twix25
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    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Puuh, das liest sich wirklich nach vielen schweren Jahren

    Das Alles waren keine Kleinigkeiten und du konntest bisher nicht zur Ruhe und einem entspannten Alltag kommen

    Die Frage könnte sein:

    Jetzt! noch 1 durchstarten, alles hinter dir lassen und dir dabei soviel es geht helfen zu lassen: Makler für neue Wohnung
    (wie siehts aus auf dem Wohnungsmarkt??)

    Umzugsunternehmen,

    Kann Kind wieder in die alte Schule zurück u würde es das wollen?

    Auf jeden Fall zw den Jobs bei nem Wechsel einen 3 wöchigen Urlaub! Vom Erlös des ev Hausverkaufs

    Alternativ da wohnen bleiben ....hmmmm, fühlt sich beim Lesen eher nach der bequemen Lösung an

    Darf zwar sein, machts dich aber froh??
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  8. Inaktiver User

    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Pendeln ist keine Option, da der Ort, wo mein Arbeitsplatz liegt, 350 km weit entfernt ist. Unmöglich.

    Ich habe für das Kind auch schon einen Platz am Gymnasium vor Ort arrangiert, wenn ich scheitere, kann sie wieder zurück in ihre alte Schule hier, denn ihre Fächer passen dann noch in das Schema der vorherigen Schule. Zunächst verkaufe ich das Haus auch erst nicht, d.h. die ersten Monate, bis ich weiß, ob ich in dem Job klar komme. Wohnungssuche in der Stadt wird jetzt schon Horror, da mache ich mir keine Illusionen. Zunächst komme ich in einem möblierten Appartment unter. So der Plan.

    Den Gedanken mit der Rente hatte ich natürlich auch. Es wäre ja auch nur vernünftig zu gehen. Ich hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass mich das alles jetzt so überlastet. Ich habe einfach das Gefühl, in den letzten Jahren hatte ich zuviel Verluste zu verkraften und ich kann nicht einfach noch mal eins über die Mütze ertragen, wenn es schief geht.

    Zumal ich arg mit einem Bandscheibenproblem zu kämpfen habe, und wie gesagt, mir mittlerweile so schweren depressiven Verstimmungen, dass ich am liebsten nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte.

    Ich habe noch ein paar Bewerbungen hier in der Region geschrieben, aber ich mache mir keine großen Hoffnungen. Arbeitsbeginn drüben wäre der 01.11.2018.

    Wenn ich hier bleibe, wähle ich die bequemere Option, das ist mir schon klar. Aber auch den sicheren beruflichen Abstieg oder sogar das berufliche Aus. Dann nützt mir auch das Haus nichts, das so oder so komplett renoviert werden muss.

    Ich mache es mir wirklich nicht einfach...

  9. Inaktiver User

    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Den Gedanken mit der Rente hatte ich natürlich auch. Es wäre ja auch nur vernünftig zu gehen. Ich hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass mich das alles jetzt so überlastet. Ich habe einfach das Gefühl, in den letzten Jahren hatte ich zuviel Verluste zu verkraften und ich kann nicht einfach noch mal eins über die Mütze ertragen, wenn es schief geht.

    Zumal ich arg mit einem Bandscheibenproblem zu kämpfen habe, und wie gesagt, mir mittlerweile so schweren depressiven Verstimmungen, dass ich am liebsten nur noch die Decke über den Kopf ziehen möchte.
    Ich bin auch dafür, dass Du den Job annimmst. An Deiner Stelle würde ich mir für eine Weile ein Antidepressiva verschreiben lassen, um den Neuanfang besser bewältigen zu können. Am neuen Ort dann einen Psychotherapeuten suchen, um die "Altlasten" aufzuarbeiten, wieder auf die Beine und in die eigene Kraft zurück zu finden.
    Hast Du Freunde? Menschen die Dich unterstützen und Dir etwas abnehmen können?

  10. Inaktiver User

    AW: Wie soll ich mich entscheiden...

    Tatsächlich habe ich mich entschieden, morgen hier zum Arzt zu gehen. Eigentlich heißt mein Antidepressivum Sport. Ich habe jedoch Bedenken, nicht mehr so Sport betreiben zu können, wie ich es eigentlich bräuchte, allein schon wegen des Rückens.

    Drüben habe ich wesentlich mehr Kontakte als hier. Alle stehen auch zu mir, deswegen verstehe ich meinen inneren Aufruhr nicht. Ich kann mich selbst nicht verstehen gerade.

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