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  1. Registriert seit
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    Frage Intensive Träume - Was soll ich damit anfangen?

    Früher hab ich nur selten geträumt. Seit einigen Monaten nehme ich SSRI. Dadurch habe ich nun jede(!) Nacht Träume. Eigentlich sind es Alpträume. Sie sind nicht allzu schlimm, aber eben nicht wirklich angenehm.

    Die bestimmenden Gefühle sind Angst vor Bloßstellung oder dem Versagen, Scham, Unsicherheit, Überforderung etc. Man muss echt kein großer Psychologe sein, um sie zu deuten. z.B. habe ich heute Nacht geträumt, mit vielen Freunden auf einer großen Party zu sein. Obwohl ich nichts getrunken hatte, habe ich gelallt und konnte mich nicht richtig verständlich machen. Am Ende haben alle das Gebäude verlassen. Als dann nur mehr ich und eine heulende Bekannte im Gebäude waren, ist es über uns zusammengestürzt.

    Der Neurologe meinte, diese Träume seien ein gutes Zeichen, da ich im Traum offenbar vieles "abarbeite". Ich bin mir da nicht so sicher. Ich vermute, dass meine Hirnchemie einfach durcheinander ist. Derzeit ignoriere ich die Träume mehr oder weniger, was soll ich auch anderes machen.

    Mich würde eure Einschätzung bzw. eure Erfahrungen damit interessieren. Haben sich Medikamente auf Träume ausgewirkt? Habt ihr versucht, die Träume zu interpretieren oder sie anderweitig (sinnvoller) zu nutzen?


  2. Registriert seit
    19.05.2018
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    AW: Intensive Träume - Was soll ich damit anfangen?

    Das sind sicherlich Nebenwirkungen der SSRI. Kommt ziemlich häufig vor. Wenn es so häufig ist, dass deine Lebensqualität drunter leidet, würde ich den Neurologen bitten, auf einen anderen SSRI umzustellen. Ansonsten würde ich den Neurologen wechseln.

    Alpträume, die durch Medikamente verursacht werden, müssen wirklich nicht sein und helfen auch nicht bei der Genesung - im Gegenteil.

  3. Moderation
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    AW: Intensive Träume - Was soll ich damit anfangen?

    Ich würde erst mal die Einschätzung des Neurologen teilen: Das Gehirn räumt auf, und dabei kommen die ganzen Wollmäuse, Kellerspinnen und Apfelknuste von vor drei Jahren unter den Regalen hervor.

    Mein Verdacht ist aber, daß Hirnchemie das ganze in 3D Dolby Atmos IMAX-Qualität aufbereitet. Wenn mir die Migräne kommt, werden die Träume immer ganz besonders bunt, nachdrücklich und unerfreulich, anstatt gedämpft im Hintergrund stattzufinden.

    Was damit tun?
    a) Andere Medikamente ausprobieren.
    b) Eine Methode finden, einen Deckel draufzumachen. ("Ja, toll, Gehirn. Du bringst mir im Schlaf tote Ratten. Ich respektiere deine Arbeit, aber erwarte nicht, daß ich da jetzt einen Zirkus drum mache".)
    c) Mit den Träumen arbeiten. (Aufschreiben, Muster finden, Alternative Handlungsweisen finden, trainieren, anwenden.)
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **


  4. Registriert seit
    06.12.2017
    Beiträge
    55

    AW: Intensive Träume - Was soll ich damit anfangen?

    wildwusel, mit den Wollmäusen raufoptimiert in IMAX-Qualität hast du recht

    Derzeit mache ich so ein Mittelding aus b) & c). Damit werde ich wohl verbleiben. Ich nehme die Träume auch nicht allzu ernst, es ist halt der Schmonsens, den mein Hirn über Nacht rauslässt. Da ich sonst keine Nebenwirkungen habe, will ich die Medikamente nicht wechseln, never change a running system!

  5. Inaktiver User

    AW: Intensive Träume - Was soll ich damit anfangen?

    Zitat Zitat von _Wolke_ Beitrag anzeigen
    Früher hab ich nur selten geträumt.
    Da möchte ich noch die Möglichkeit einstreuen, dass du dir deiner Träume vlt. auch einfach nur gerade bewusster bist/sie mitbekommst. Es muss also nicht unbedingt heißen, dass du früher wirklich seltener geträumt hast. Wie gesagt, als Möglichkeit.

    Zitat Zitat von _Wolke_ Beitrag anzeigen
    Man muss echt kein großer Psychologe sein, um sie zu deuten
    Da stimme ich prinzipiell zu. Kommt aber auch auf die Tiefe/Komplexität der Träume an. Es bedarf mMn schon einer gewissen Übung, das ganze Bild zu betrachten. Manches im Traum geht unter, anderes wird dadurch zu stark/falsch betont.

    Persönliches Beispiel aus der der vorletzten Nacht (das von diese Nacht bringe ich nicht, denn das wäre evtl. mit zu viel Gewalt behaftet und damit unpassend fürs Forum): Wirklich vorhandener Schulhof aus meiner Schulzeit in den oberen Klassen. Viele Leute drum rum. ein Bulle (warum der currygelb war, weiß ich nicht ) rennt auf mich zu, aufhalten kann ich ihn nicht mehr, so viel ist klar. Eigentlich möchte ich trotzdem kämpfen, obwohl ich weiß, dass ich nicht gewinnen kann. Stattdessen drehe ich mich zum ersten Mal um, fasse meinen Kopf und warte, was passiert. Der Bulle erwischt mich für eine Sekunde komplett, komischerweise bleibt es aber dabei, kein echter Schmerz. Als ich die Augen wieder auf mache, habe ich statt des Bullen je ein Kalb halb im Schwitzkasten meiner Arme, halb ist es eine liebevolle Umarmung. Ich bin überrascht, nicht wirklich darüber in Kontrolle und doch dann wieder schon. Als ich mich wieder umschauen kann, sehe ich die anderen halb lachend, halb staunend.

    Jetzt könnte man das sexuell sehen (Schulhof aus der Zeit der oberen Klassen, Bulle, umgerannt, zwei Kälber als Nachkommen des Bullen etc.). Das ist die erste Vermutung. Wenn ich aber genauer hinschaue, ist der Bulle meine Wut. Wut, die aus einer für mich himmelschreienden Ungerechtigkeit eben in meiner Schulzeit, eben auf diesem Schulhof resultiert und durch vielfältige Weise Folgen für mich hatte und das, obwohl sie in dem Moment mich direkt nicht einmal betroffen hat. Ich habe mich im Traum zum 1. Mal dafür entschieden, nicht den - nicht mehr bekämpfbaren Bullen - bekämpfen zu wollen und was als Schwäche (umdrehen, abwarten) gedeutet werden könnte, hat mir geholfen, aus dem Bullen zwei Kälber zu machen. Der Bulle hat mich nicht weniger getroffen, aber der Schmerz blieb aus, zu meiner Überraschung und nicht voll unter Kontrolle der beiden Kälber, aber durchaus mit der Chance, damit klar zu kommen. Na, das war jetzt aber mal persönlich. Aber ich denke, es macht deutlich, warum ich denke, dass man schon aufpassen muss, was man aus dem Traum macht, wenn man ihn denn interpretieren möchte, man muss es ja nicht tun.

    Zitat Zitat von _Wolke_ Beitrag anzeigen
    Habt ihr versucht, die Träume zu interpretieren oder sie anderweitig (sinnvoller) zu nutzen?
    Ich schreibe sie auf, wenn sie mir vorher entschwinden, lasse ich sie bewusst ziehen. Macht man das aus Überzeugung (lässt sie also wirklich ziehen), kommen sie bei mir oft zurück in die Erinnerung. Und dann denke ich drüber nach, aber immer nur, wenn es mir passt und ohne Druck. Für mich sind meine Träume mit der Zeit ein großer Helfer geworden, denn ich werde ihrer eigentlich immer nur dann bewusst, wenn ich bereit dafür bin. Als jemand mit Depressionen sind sie mir noch mal wertvoller.

    Manchmal (eigentlich eher selten) sind sie "Müll", der aussortiert oder Altes, das verabschiedet werden soll und gar nicht mehr groß überdacht werden muss. Oft genug aber auch das, was offenbar zu schwer war, um es gleich bewusst anzudenken.

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