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  1. Registriert seit
    19.11.2016
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    Depression, Co-Abhängigkeit oder einfach nur unglücklich?

    Ich habe lange überlegt, in welchem Forum ich überhaupt posten soll. Letztendlich schien mir dieses hier als am passendsten, denn ich befinde mich in einem tiefen Loch und weiß langsam nicht mehr weiter.

    Seit mehr als einem halben Jahr liegt meine Familie in Scherben und ich versuche zu kitten und zu helfen und kann eigentlich selbst nicht mehr.
    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mein Mann hatte über die Jahre immer mal wieder Alkoholexzesse, so unregelmäßig, dass man vielleicht nicht von Sucht sprechen kann.
    Im Frühjahr hat ihn unser Sohn (15) dann mal betrunken gefunden und kurz darauf mitbekommen, dass Papa einige male hintereinander auch Speed genommen hatte. Daraufhin brach eine Welt für ihn zusammen und er hat sich wochenlang in seinem Zimmer eingesperrt und mit seinem Vater nicht mehr geredet.
    Das war eine sehr schlimme Zeit.
    Mein Mann hat sich daraufhin bei einer Drogenberatung angemeldet und ist auch zu mehreren Gesprächen gegangen. Die meinten allerdings, man könne in seinem Fall nicht wirklich von Sucht sprechen .
    Wie auch immer, im Sommer entspannte sich die Lage etwas, unser Sohn ist jetzt auch in einer Therapiegruppe, die beiden reden auch wieder miteinander. Mit meinem Mann hatte ich auch einige Gespräche, er ist unzufrieden mit dem Job (Schichtarbeit, Wochenendarbeit).
    Meine Probleme sind dabei aber nicht zuende. Ich traue meinem Mann einfach nicht mehr, weiß nicht, ob er lügt oder die Wahrheit sagt, ob er heimlich trinkt, Drogen nimmt oder nicht.
    Das Ganze macht mich fertig. Ich bin völlig antriebslos, bekomme auf Arbeit nichts mehr gebacken, habe nur schwarze Gedanken und male mir die schlimmsten Szenarien aus.
    Ich liebe meinem Mann und möchte ihn nicht verlieren aber mir ist klar, dass es so nicht weiter geht.
    Ich scheine mein Lebensglück und Seelenheil von einer Person abhängig zu machen und verliere mich dabei selbst.

    Aber ich weiß nicht, wie ich da wieder rauskommen soll. Ich bin so verzweifelt und einsam und weiß noch nicht mal, wo ich mir Hilfe suchen kann. Wahrscheinlich ist meine Schilderung auch völlig konfus aber genau so fühle ich mich auch.

    Kennt jemand so eine Situation?


  2. Registriert seit
    24.11.2015
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    630

    AW: Depression, Co-Abhängigkeit oder einfach nur unglücklich?

    Ach Threadstarterin,
    ich finde schon den Satz schön: Dein Mann hat dir also gesagt, in der Drogenberatung hätten sie ihm gesagt, daß man bei ihm nicht wirklich - nicht echt von einer Sucht sprechen kann.

    Erstens - das ist es, was dein Mann dir erzählt hat. Zweitens - du weisst nicht, was dein Mann in der Drogenberatung erzählt hat - vielleicht so - er hat einmal eine Flasche Wodka gekippt, weil seine Frau fremdgev.ögelt hat, er hat einmal eine Flasche Korn gekippt, weil er bei einer Beförderung trotz Zusage übergangen wurde, er hat einmal eine Flasche Gin gekippt, weil - und dies war alles, was er an Alkohil so im Laufe der letzten fünf Jahre zu sich genommen hat.

    Wie kannst Du dir helfen ? Erstens -du hast die VErantwortung für die Familie und das heißt in diesem Fall du und die Kinder. Dein Mann muss selber sehen, wie er aus dem Schlamassel, in das er sich reingetrunken und gekifft hat rauskommt. Du trägst die Verantwortung und das ist gut so. Aber -du hast keine Verantwortung für deinen Mann - er ist erwachsen.

    Zweitens - du brauchst Gespräche- hier in der BriCom kannst du reden und möglicherweise taucht auch eine
    "Leidensgenossin" die ähnliches erlebt hat auf.

    Drittens - du brauchst Gespräche - mehr wie die Bricom - da gibt es zwei Anlaufstellen . Al-Anon Gruppen für die Angehörige von Alkoholkranken - und die Telefonseelsorge. Dein Probleme sind groß genug / drängend genug - du darfst da anrufen - es muss kein Suizidgedanke sein - einfach ein Problem, über das men reden will - muss.

    Viertes - du bist erschöpft - ganz klar - kannst du mal die Voraussetzungen für eine Mutter-Kind/Kinder Kur prüfen, damit du ein paar Wochen lang zum Durchschnaufen kommst ?

    Nochmals Viertesn - du bist erschöpft - kannst du im Moment im Haushalt etwas "verlagern" sprich mehr FErtigessen - Putzhilfe oder so ähnlich ? und die Freie Zeit für Freibadbesuche mit den Kindern nutzen.

    Ich würde deine Frage mit der Antwort - Egal wie das Kind heisst - du bist momentan sehr stark belastet und brauchst Entlastung - akute Entlastung und dann noch Entlastung über einen längeren Zeitraum. Dir alles Gute Grüsse- Der-Die-Das Allesch


  3. Registriert seit
    19.11.2016
    Beiträge
    7

    AW: Depression, Co-Abhängigkeit oder einfach nur unglücklich?

    Vielen Dank für deine Antwort, Allesch. Eine Kur wäre echt toll, leider ist mein Sohn mit fast 16 schon zu alt dafür und ich kann ihn unmöglich allein lassen. Das Schlimme momentan ist, dass mein Kopfkino am Überkochen ist. Sobald irgend etwas außerhalb des Üblichen passiert - der kleinste Vorfall- denke ich: er hat wieder was genommen, getrunken etc und das wirft mich sofort aus der Bahn - egal ob es real war oder nicht. Tatsächlich war ich bei einem AlAnon Treffen. Zum einen habe ich viel mitgenommen, zum anderen fand ich das Ganze auch befremdlich, zumal ich nicht gläubig bin. Der Ansatz ist allerdings sehr gut und ich sollte da wohl noch etwas offener werden.
    Viele Grüße Kaffeodertee


  4. Registriert seit
    20.04.2015
    Beiträge
    47

    AW: Depression, Co-Abhängigkeit oder einfach nur unglücklich?

    Natürlich würde ich ihm auch nich alles bare Münze glauben, aber so schlecht wie allesch würde ich nicht alles reden. Das mit der Sucht finde ich selbst aber auch sehr fraglich, da eine Sucht schon besteht, wenn man sich ab und zu komplett aus dem Leben schießt. Auch das ist eine Sucht, man muss dafür nicht jeden Tag Alkohol trinken. Ich würde dir raten, dass du mit deinem Mann ein klärendes Gespräch suchst, offen und ehrlich über alles redest und ihm auch sagst, wovor du Angst hast bzw. dass du Angst hast, dass eure Familie an dem allem zerbricht. Vielleicht wäre auch eine Paartherapie eine Idee. Dort seit ihr nicht auf euch alleine gestellt und es unterstützt euch jemand bei euren Gesprächen und bringt euch auf den richtigen Weg.

    Ich würde auch an deiner Stelle versuchen etwas herunterzukommen und so ruhiger über alles nachdenken zu können. Sei dies mit Meditation, Entspannungsübungen, Sport oder sonstigen Aktivitäten. Bei mir haben auch pflanzliche Medikamente sehr geholfen. Ich habe eine zeit lang Sedariston genommen, was es in der Apotheke zu kaufen gibt und das hat mich in schwierigen Situationen unterstützt. Mich entspannter gemacht und so hatte ich mehr Kraft für meinen Alltag.

  5. Inaktiver User

    AW: Depression, Co-Abhängigkeit oder einfach nur unglücklich?

    Zitat Zitat von Elly76 Beitrag anzeigen
    Das mit der Sucht finde ich selbst aber auch sehr fraglich, da eine Sucht schon besteht, wenn man sich ab und zu komplett aus dem Leben schießt. Auch das ist eine Sucht, man muss dafür nicht jeden Tag Alkohol trinken.

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