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  1. User Info Menu

    Psychotherapie was passiert da?

    Eigentlich sollte ich es wissen ich bin seit rund 10 Monaten in einer. Allerdings finde ich es merkwürdig. Wir treffen uns jetzt im Schnitt alle 2 Wochen. Am Anfang war es ein bisschen so wie erwartet. Klar erstmal die ganze Situation klären usw. alles normal. Dann wollte sie auch so wissen wann meine Hochs und Tiefs im Tagesverlauf sind und was ich will usw. alles gut. Aber seit einen halben Jahr komme ich mir vor als würden wir nur Smalltalk machen. Wir reden über meine Job und die Firma , Schule für die Kinder, meine Frau usw. Also alles Themen die zwaretwas mit meinem Umfeld zu tun haben aber irgendwie nichts mit mir als Person. Oder sehe ich das falsch? Ich meine die Therapeutin hat mir bei sehr vielen praktischen Sachen sehr geholfen, also Schwerbehindertenantrag , Reha usw. von daher alles gut. Aber ist das normal?

  2. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Hallo Tolot,
    das gleiche habe ich mich auch schon gefragt, allerdings liegen zwischen meinen Terminen immer mindestens vier Wochen.
    Wir reden auch über meine Arbeit, meinen Ex-Partner, das Alltagsleben und was in den letzten vier Wochen war, was mich am meisten beschäftigt hat usw.
    Ich bereite mich nicht auf das Gespräch vor und überlege vorher auch nicht, was ich ihr sage, es sei denn, ich habe ein Thema, über das ich unbedingt sprechen will.
    Ob meine oder Deine Therapie normal ist, weiß ich nicht,
    vielleicht kann jemand antworten, der sich etwas besser auskennt.
    Danke für Dein Post.

  3. User Info Menu

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Es gibt verschiedene Ansätze/Verfahren, nach denen Therapeuten arbeiten. Frag sie doch einfach mal, dann kannst du dich einlesen.

    Ich wunderte mich bei meiner Therapie auch, dass von Seite meiner Therapeutin so wenig kam. Ergebnis: Sie arbeitete nach einer bestimmten Methode, in der nur viel zugehört wird, Richtung, Themen und Tempo bestimmt ganz allein der Patient. So kam es oft, dass ich eigentlich ohne Thema gekommen bin und während des Quatschens über Banales doch Themen auftauchten, die ganz wichtig waren.

    Wie gesagt: einfach fragen.
    "Wenn du erstmal Feminismus hast, das wirst du so schnell nicht wieder los."
    (Gerburg Jahnke)

  4. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Zitat Zitat von Tolot Beitrag anzeigen
    Eigentlich sollte ich es wissen ich bin seit rund 10 Monaten in einer. Allerdings finde ich es merkwürdig. Wir treffen uns jetzt im Schnitt alle 2 Wochen. Am Anfang war es ein bisschen so wie erwartet. Klar erstmal die ganze Situation klären usw. alles normal. Dann wollte sie auch so wissen wann meine Hochs und Tiefs im Tagesverlauf sind und was ich will usw. alles gut. Aber seit einen halben Jahr komme ich mir vor als würden wir nur Smalltalk machen. Wir reden über meine Job und die Firma , Schule für die Kinder, meine Frau usw. Also alles Themen die zwaretwas mit meinem Umfeld zu tun haben aber irgendwie nichts mit mir als Person. Oder sehe ich das falsch? Ich meine die Therapeutin hat mir bei sehr vielen praktischen Sachen sehr geholfen, also Schwerbehindertenantrag , Reha usw. von daher alles gut. Aber ist das normal?
    Warum bist Du in Therapie? Und was möchtest Du verändern? Was soll anders - besser werden? Was nimmst Du aus den Gesprächen mit?

  5. User Info Menu

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Ich habe zweimal eine Therapie angefangen. Beide haben ca. 20 Stunden gedauert, dann hatte ich Faxen dermaßen dicke, daß ich das beendet habe. Ich kam mir manchmal vor wie bei einem Kaffeeklatsch und was ich besonders gut leiden mag, wenn mir sagt, was ich machen soll. Eine hat mich mal 1/4 Stunde über Soße vollgelabert. Damals habe ich mir das angehört mit den Hintergedanken einfach aufzustehen und zu gehen, aber ich war der Meinung, daß ich das aushalte. Heute hätte das ganze 2 Minuten gedauert und ich wäre weg. Die ständigen Spekulationen über die Leute, von denen ich erzählte - meine Familie - was die alles gewesen waren. Was ist mir das auf die Eier gegangen.

    Das was da als Lebensweisheiten von sie gegeben wurde, habe ich getrost in die Tonne gekloppt.

    Dazu ist es mir auf den Senkel gegangen, daß sie ständig in Urlaub war. Sobald Ferien waren, war sie weg.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

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    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Ok offensichtlich nichts ungewöhnliches. Hm aber dann denke ich mal das bringt mir nichts. Etwas von selber ansprechen das schaffe ich nicht. Da läuft immer wieder der gleiche Reflex ab, nämlich bagatellisieren, ausweichen usw. Für mich ist das ein Stunde Smalltalk die mich so nicht weiterbringt.
    @simpleness2. Schau bitte mal in den Thread unter mir von mir im Forum. Da steht einiges drin. Danke

  7. User Info Menu

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Dann könntest du üben, etwas selber anzusprechen. Wenn man nichts sagt, kommt nichts als Antwort.
    Bagatellisierst du? Dann lerne da anders zu reden und das ausweichen zu lassen. Wenn du es in der Therapie machst, machst du es auch im normalen Leben.

    Ich weiß heute, was ich dort hätte lernen sollen, meine Wut anzusprechen. Oft ist mir erst zu Hause aufgefallen, was mich gestört hat und ich habe mich dann sehr geärgert. Das ist jetzt 1 Jahr. Als ich das wußte, habe ich aufgepaßt und kann das heute zur Sprache bringen oder sagen, was mich stört.

    Mir hat Yoga sehr geholfen.
    Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
    Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
    Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)

  8. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Zitat Zitat von Tolot Beitrag anzeigen
    Etwas von selber ansprechen das schaffe ich nicht. Da läuft immer wieder der gleiche Reflex ab, nämlich bagatellisieren, ausweichen usw. Für mich ist das ein Stunde Smalltalk die mich so nicht weiterbringt.
    Und weil du weißt, dass du ein Problem damit hast, etwas anzusprechen, sprichst du es nicht an und beendest es lieber. Du weißt, worauf ich hinaus will. Es ist deine Therapeutin. Ein bessers Übungsfeld als dieses gibt es fast nicht: Da hat dich jemand schon (als freundlich) vorher kennengelernt, kann sich also ein bessers Gesamtbild von dir machen, arbeitet professionell mit Probleminhabern zusammen und hat eine therapeutische Ausbildung - gute Voraussetzungen dafür, es zu üben.

    Die Frage ist sicherlich auch ob man es anspricht, vor allem aber, wie man es tut. Beschreibend statt urteilend ist fast immer ein guter Weg. Man muss das ja nicht als "Kaffeeklatsch und das bringt mir nichts" beschreiben (mal überspitzt), sondern man könnte sagen, dass man irritiert ist, weil man das Gefühl hat, man redet gar nicht über das eigentliche Problem und über die eigenen Probleme, stattdessen über die Familie (obwohl es da ja sehr wohl einen direkten Zusammenhang gibt) und wie denn dein Eindruck zustande kommt.

    Dann musst du natürlich damit rechnen, dass sie fragt, worüber du denn gerne sprechen würdest? Hättest du Antworten darauf? Die würde ich mir überlegen/andenken. Nicht perfekt zurechtlegen.

    Es geht um dich! Dafür ist sie da. Nicht für falsche Zurückhaltung. Es ist wichtig, sich das immer wieder in den Kopf zurück zu holen. Denn ein Kaffeeklatsch ist es tatsächlich nicht. Es ist Arbeit, richtige Arbeit, wie ich finde. Die aber durchaus auch oft nett sein kann.

    Ich gehe übrigens immer vorbereitet zur Therapie. Vorbereitet im Sinne von: Was ist mir jetzt und für den Moment wichtig? Nicht im Sinne von: Ich muss alles bereits klar haben, erfassen können, schon fertig mit meinem Urteil darüber sein. Daneben hat man ja auch Wochenziele, in der letzten Sitzung etwas besprochen, über deren Verlauf man berichten möchte (klappt natürlich unterschiedlich gut), was aber wieder sehr mit der Therapieform zu tun hat (bei mir Verhaltenstherapie).

    Was bei mir aber nicht im Widerspruch dazu stehen muss, dass die Sitzung dann ganz anders laufen darf. Das hat sich bei mir aber auch erst mit der Zeit herausgestellt, also ein Lernprozess.

    Welche Therapieform hast du denn gewählt?

    Unabhängig davon und obgleich ich der Meinung bin, es wäre wichtig, erst mal die eben beschriebenen Schritte gehen, ist es am Ende immer wichtig, seinem Gefühl zu folgen. Wenn es also nicht das richtige für dich ist, such dir einen anderen Therapeuten. Bei meiner ersten Therapie hätte ich das tun sollen, da es die erste war, fehlte mir da die Erfahrung. Deswegen ist der Therapeut kein schlechter Mensch oder hat das falsche Vorgehen (jedenfalls nicht automatisch), man muss also gar keine Kritik äußern, er passt dann nur einfach nicht zu dir oder zumindest ist es das, was einem gerade wichtig erscheint.
    Geändert von Inaktiver User (20.08.2018 um 17:52 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    Zitat Zitat von linsemo Beitrag anzeigen
    Damals habe ich mir das angehört mit den Hintergedanken einfach aufzustehen und zu gehen, aber ich war der Meinung, daß ich das aushalte. Heute hätte das ganze 2 Minuten gedauert und ich wäre weg..
    So ähnliches "Blabla" hatte ich bei einer Therapeutin auch. Eines Tages wurde ich richtig wütend, wo ich doch sonst immer so lieb und nett und angepasst gewesen bin, und habe ihr meine Meinung gesagt, wie ich das alles....finde. Grinsend (?) meinte sie dann: "Na endlich kommen Sie mal damit raus und sagen, was Sie WIRKLICH denken und wollen!" Ups! Ziel erkannt! Habe die Therapie dennoch abgebrochen...und lasse mir seither auch nicht mehr die "Wurst von der Stulle" nehmen;-)

  10. Inaktiver User

    AW: Psychotherapie was passiert da?

    @Kamikatz: Noch dazu ist es auch so, dass man, je länger man etwas nicht anspricht, innerlich immer ungehaltener wird und am Ende gerne mal explodiert, wo weit weit vorher klare, freundlich geäußerte Worte möglich gewesen wären.

    Was man eigentlich wollte, hat an der Stelle auch schon keinen guten Boden mehr. Denn sich klar machen, worum es einem ganz konkret geht, ist durchaus Arbeit. Es geht einem ja nicht - zumindest am Anfang , wenn man noch entfernt davon ist, zu explodieren - darum, jemanden zu kritisieren oder als nächsten Schritt, Unfreundlichkeiten an den Kopf zu werfen, sondern eigentlich nur darum, sich abzugrenzen. Dinge, die man nicht möchte, zu ändern. Legitimes Vorhaben wie ich finde.

    Stattdessen hat man am Ende des Nichtansprechens das Maximum an dem erreicht, was man nicht wollte: Explodieren, Unfreundlichkeit, evtl. Grenzüberschreitungen, Zeit verschwendet, Kraft investiert für die falschen Dinge und gerne mal immer noch nicht das erreicht, was man eigentlich wollte: das legitime Vorhaben umgesetzt.

    Wenn man das eine Weile macht auf hohem Niveau (ich z.B.), setzt sich da auch eine Dynamik in Gang, die immer früher angeheizt wird und immer früher in Explosion/Implosion/Taubheit (je nach Charakter und Situation) endet.

    Also ein Hoch auf: Abstand nehmen, nachdenken, worum es einem geht, möglichst konkret formulieren und das so früh wie möglich.
    Geändert von Inaktiver User (20.08.2018 um 18:25 Uhr)

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