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Thema: Sinnlosigkeit


  1. Registriert seit
    11.07.2018
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    Sinnlosigkeit

    Hi zusammen,

    ich bin neu hier und möchte mich eigentlich einfach mal gerne ausreden, da ich sonst niemanden habe.
    Ich bin 25 Jahre alt und habe laut meinem Hausarzt und meiner Psychotherapeutin Burnout und eine depressive Phase. Offiziell zieht sich das ganze schon etwas mehr als ein halbes Jahr, aber ich vermute es hat schon seit Jahren im Dunklen gelauert.
    In meiner ersten Schule wurde ich viel gemobbt, seitdem habe ich auch Probleme soziale Kontakte zu knüpfen. Daher hatte ich nie viele Freunde und seit ein paar Jahren gar keine mehr. Ich finde nie die richtigen Worte oder mir fällt nichts mehr ein über was ich reden könnte. Wie weggeblasen. Außerdem hat mein Exfreund mich immer runter gezogen, mich schlecht gemacht und mein Selbstbewusstsein fast zerstört. Ich baue es langsam, hoffe ich zumindest, wieder auf. Durch andere Vorfälle verlor ich auch mein Vertrauen in Menschen.
    Vor 4 Jahren ist mein Stiefvater sehr plötzlich verstorben, ich hatte ihn wirklich unglaublich lieb und das hat meiner Mutter und mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich habe alles in mich hineingefressen und war stark für meine Mutter, es war wirklich schlimm. Sie hatte Selbstmordgedanken und vieles mehr, wollte aber keine professionelle Hilfe (Probleme mit der Versicherung, kompliziert). Mein richtiger Vater hat kaum Interesse an mir und meldet sich vielleicht 1 bis 2 mal im Jahr, da seine neue Frau noch nie Kinder mochte.
    Vor 6 Jahren begannen auch die Probleme mit meinen Zähnen. Viele waren kariös (Zahnarztangst) und durch die Füllungen hatte ich oft sehr schlimme Entzündungen und Schmerzen. Ich lebte eigentlich nur von Schmerzmitteln und Antibotika. Danach folgte CMD (Kiefergelenkserkrankung) auch hier furchtbare Schmerzen, an manchen Tage wäre ich am liebsten vor die U-Bahn gesprungen. Durch eine Therapie vor einem Jahr und neuen Zähnen seit Kurzem geht es in diesem Bereich momentan besser, ganz ist es leider noch nicht weg. Vermutlich auch wegen dem Psychischen. Ich habe panische Angst, wenn kein Zahnarzt in der Nähe ist etc.
    Zu Hause habe ich auch nicht viele Ruhe, meine Oma leidet an Demenz und es wird immer schlechter. Daher sehr viel Streit in der Familie, Beleidigungen untereinander und noch paar andere unschöne Kommentare. Ich versuche mich rauszuhalten, aber ich muss mir leider immer alles mit anhören.
    Meine Mutter war außerdem vor kurzen schwer krank, auch wenn sich alles zum Guten gebessert hat. Waren harte Monate.
    Bei meiner Arbeit habe ich auch keinen Spaß mehr, ich bin meist einfach überfordert oder es ist einfach kein Interesse mehr da. Ich hatte dies schon angesprochen, auch Änderungen wurden geplant aber nichts kam.
    Nun sitze ich jeden Tag drinnen, versuche mich mit Gewalt zu motivieren, aber die Konzentration lässt immer mehr nach, ich vergesse viele Sachen oder bin einfach nur müde. Ich möchte gerne den Job wechseln, aber ich bin einfach nur fertig um mich in etwas neues zu stürzen. Fühle mich leer, einsam, traurig, perspektivlos. Wie ein schwarzes Loch das alles Gute in sich aufsaugt.
    Ich habe mich jetzt für eine Reha beworben und hoffe das ich sie bekomme. Keine Ahnung wie akut die dies einschätzen.
    Ich esse jeden Abend Süßgkeiten und heute habe ich sogar daran gedacht Alkohol zu trinken um dieses dumpfe Gefühl los zu werden, obwohl ich weder rauche und sehr selten Alkohol trinke. Schlafprobleme und Muskelverspannungen kommen noch dazu.
    Ich kann einfach mit niemanden reden, mein Freund weiß nicht mehr was er sagen soll, meine Mutter ist selber psychisch labil...

    Tut mir leid für den langen Text, aber es musste irgendwie raus


  2. Registriert seit
    03.06.2016
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    AW: Sinnlosigkeit

    Liebe Holyc,

    herzlich Willkommen!

    Nur kurz, bin gerade auf dem Sprung...Ich denke, wenn es genug ist, ist es genug. Niemand ist unbegrenzt belastbar. Ich drücke Dir fest die Daumen für die Reha! Es kommen auch mal wieder andere Zeiten, Du schaffst das.

    Alles Liebe und Gute für Dich
    neustart

  3. Avatar von Simpleness2
    Registriert seit
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    1.154

    AW: Sinnlosigkeit

    Zitat Zitat von Holyc Beitrag anzeigen
    Ich bin 25 Jahre alt und habe laut meinem Hausarzt und meiner Psychotherapeutin Burnout und eine depressive Phase.
    Arbeitest Du oder bist Du krank geschrieben? Gut, dass Du therapeutische Hilfe bekommst.


    Zu Hause habe ich auch nicht viele Ruhe, meine Oma leidet an Demenz und es wird immer schlechter. Daher sehr viel Streit in der Familie, Beleidigungen untereinander und noch paar andere unschöne Kommentare. Ich versuche mich rauszuhalten, aber ich muss mir leider immer alles mit anhören.
    Warum lebst Du noch zu Hause? Besteht die Möglichkeit, sobald es Dir besser geht, eine eigene Wohnung zu nehmen?


  4. Registriert seit
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    AW: Sinnlosigkeit

    Danke


  5. Registriert seit
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    11

    AW: Sinnlosigkeit

    Ich arbeite momentan Vollzeit.
    Nein, die Mieten sind viel zu hoch, bezahlbare Wohnung kaum zu bekommen. Hab auch niemand mit dem ich zusammen wohnen könnte. Hab auch einiges an Rechnungen zu zahlen.

  6. Avatar von NicNacNoc
    Registriert seit
    22.02.2018
    Beiträge
    281

    AW: Sinnlosigkeit

    Du hast sehr viele "Baustellen" auf einmal zu bearbeiten, das kann durchaus zu einer Überforderung führen. Du kannst nur Prioritäten setzen. Ich denke, die gesundheitliche/psychische Stabilisierung ist erst einmal das Wichtigste, damit du überhaupt in der Lage bist, an anderen Stellen Veränderungen herbei zu führen.

    Bist du in fachärztlicher Behandlung?
    Kannst du dir vorstellen, ggf. eine stationäre oder teilstationäre (Tagesklinik) Maßnahme/Therapie zu machen (damit du zeitnah intensivere Hilfe bekommst als durch die ambulante Therapie)? Falls die Reha nicht klappt?

    Fühlst du dich schon immer bei der Arbeit überfordert?

    In Bezug auf deine Familie kannst du nur schauen, dass du dich im gesunden Maß abgrenzt. Es tut mir sehr leid, dass es deiner Mutter auch nicht gut geht, das ist auch verständlich. Aber du kannst ihre Probleme nicht lösen, du musst dich um deine eigenen kümmern. Ihr könnt euch gegenseitig begleiten, aber erledigen muss jede ihren eigenen Part.

    Gibt es noch etwas, woran du ein wenig Freude oder Spaß hast? Was ist mit Sport, Hobbies, Unternehmungen?

    Jetzt gilt: stabilisieren --> stärken --> die nächsten Schritte überlegen --> umsetzen.

    Ein Schritt nach dem anderen und nur so viel, dass es dich nicht überfordert. Und im aktuellen Zustand keine weitreichenden Entscheidungen (Jobwechsel o.ä.) treffen, du musst erst wieder eine stabile Basis haben, um die für dich richtigen Schritte zu benennen.

    Alles Gute für dich!
    Man kann sein Innerstes nicht verfälschen. Die Wahrheit, die dort wohnt, wird sich letzten Endes durchsetzen. Sie ist ein Gott, dem wir gehorchen müssen, eine Kraft, die uns alle unweigerlich in die Knie zwingt.
    - Cheryl Strayed -

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