Hallo,
ich würde gerne die Frage in die Runde werfen, ober der Partner und andere Angehörige zwangsläufig von der Erkrankung in Kenntnis gesetzt werden müssen. (unter der Annahme, dass ein halbwegs funktionierendes Leben lebbar ist)
Die Frage hat natürlich auch einen persönlichen Hintergrund. Ich bin kein Mensch, dem man anmerkt, dass er unglücklich ist, also ein guter Fassadenbauer. Seit einigen Monaten nehme ich auf dringende Empfehlung meines Psychiaters SSRI, die mir wirklich sehr helfen. Ich will mich hier aber auch gar nicht weiter übder die Depressionen an sich äußern, sondern über den Umgang damit.
Ich wollte eigentlich mit niemandem darüber reden - Wozu auch, derjenige kann mir ja nicht helfen, es ist allein mein Problem. Ich hab mich dann doch überwunden und mit 2 engen Freundinnen unabhängig voneinander gesprochen, die selbst auch schon mit depressiven Episoden zu kämpfen hatten. Beide waren mit der Situation heillos überfordert (weil man mir das eben überhaupt nicht anmerkt). Letzten Endes musste ich sie trösten und ihnen "Mut zusprechen", dass es mir ja gar nicht so schlecht geht... Also haben mir diese "Offenbarungen" überhaupt nichts gebracht. Im Gegenteil, ich fühle mich schlecht, dass ich meine Freundinnen so runter ziehe und sie sich jetzt Sorgen machen... Geteiltes Leid ist doppeltes Leid.
Mein Partner weiß bisher auch nichts. In der Akutphase vor den SSRI hat er schon was mitbekommen, weil ich nicht mehr die Kraft hatte die Fassade den ganzen Tag aufrecht zu erhalten. Seinen Nachfragen bin ich aber immer ausgewichen. Seit ich die SSRI nehme, bin ich wieder "normal", also hat sich sen Misstrauen wieder gelegt.
Ich wechsle zwischen Schuldgefühl, dass ich ihm das "verheimliche" und der Überzeugug, dass ich da allein durch muss und ihn mit diesem Unwissen etwas Leid erspare.
Mich würde eure Meinung dazu sehr interessieren!![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 117
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01.07.2018, 09:29
"Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
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01.07.2018, 09:32
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
Das heisst, du lässt deinen Partner eigentlich nicht hinter deine Fassade gucken?
Und du denkst, dass er auch von alleine keine Idee hat, dass es dir so schlecht ging/geht?that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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01.07.2018, 09:44
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
Nein, ich mache meine Sorgen & Probleme mit mir selber aus. Ich finde es nutzlos/egoistisch, andere Menschen mit Problemen zu behelligen, bei denen sie eh nicht helfen können.
In der akuten Phase hat er schon was mitbekommen, aber seit ich die Medikamente nehme bin ich wieder relativ normal. Außerdem hab ich beruflich gerade sehr viel Stress, dass ist eine gute Entschuldigung.
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01.07.2018, 09:47Inaktiver User
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
Ich wäre als Partner ziemlich entsetzt, wenn man mir eine ernste Erkrankung verschweigen würde.
Mich wundert auch, dass Deine Depression ausschließlich medikamentös behandelt wird. Hast Du keine therapeutische Begleitung, mit der Du diese Frage besprechen könntest?
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01.07.2018, 09:57
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
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01.07.2018, 10:05Inaktiver User
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01.07.2018, 10:06
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01.07.2018, 10:22
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
Würde ich nach Wochen oder Monaten erfahren, dass mein Partner eine Krankheit verschwiegen hat, wäre ich sehr traurig, dass er mich nicht ins Vertrauen gezogen hat und würde mich wahrscheinlich ausgeschlossen fühlen.
Für mich wäre das ein herber Schlag.LG Blueberry82
mit Mini-Blue seit dem 27.05.2020










Die Welt besteht aus Optimisten und Pessimisten - letztlich liegen beide falsch, aber der Optimist lebt glücklicher
Wer etwas will, was er noch nie hatte, muss tun, was er noch nie getan hat.
Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert (Albert Einstein)
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01.07.2018, 10:24
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01.07.2018, 10:25Inaktiver User
AW: "Muss" der Partner zwangsläufig davon wissen?
Nicht umsonst ist das Verschweigen einer schweren Krankheit einer der Gründe, aus denen eine Ehe annulliert werden kann.


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