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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Aus vorkommen bei Bekannten: eine Mögliche Nebenwirkung der Pille sind Depressionen und das war in dem Fall wirklich das volle Programm . Nach Absetzen der Pille verschwanden innerhalb von 3 Monaten alle Symptome. Also ggf auch da mal checken.

    Alles Gute
    lg Lakotia

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    Never be afraid to act ridiculous

  2. Inaktiver User

    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass deine Schwester an einer schweren Depression leidet und dringend ärztiche Hilfe braucht. Ich hoffe inständig für dich, dass es dir gelingt, deine Schwester von der Notwendigkeit professioneller Hilfezu überzeugen. Biete ihr an, sie zu begleiten, falls es ihr dadurch leichter fällt.

    Ich wünsche dir auch, dass es dir gelingt, deine Eltern davon zu überzeugen, dass deine Schwester höchstwahrscheinlich nicht faul, sondern psychisch krank ist und dringend ärztliche Behandlung benötigt.

    Vielleicht ist es für deine Schwester (nach erfolgreicher Behandlung) auch besser, auf ein Studium zu verzichten. Auch wenn sie sehr intelligent ist, kann sie die Anonymität und das Auf-sich-allein-gestellt-Sein an der Uni wahrscheinlich psychisch nur schwer verkraften. Lieber eine Ausbildung machen, im Heimatort oder in der Nähe wohnen und psychisch gesund bleiben/werden, als sich mit einem Studium und den damit verbundenen Lebensbedingungen zwar nicht intellektuell, aber psychisch zu überfordern. Nicht jeder hat die psychische Konstitution dazu. Man kann auch als sehr intelligenter Mensch daran kaputt gehen und hinterher bei Hartz IV landen. Aus einer schweren Depression kann sich auch schnell noch Schlimmeres (Wahnvorstellungen z.B.) entwickeln. Vielleicht hat es auch in eurer Kindheit/Jugend Belastungen gegeben, mit denen deine Schwester bis dahin scheinbar gut zurecht gekommen ist. Erst bei Dauerstress im Erwachsenenalter kommt dies dann plötzlich wieder hoch und zeigt, dass alles nur verdrängt wurde.

    Einen Ausbildungsplatz wird sie, wenn es ihr psychisch wieder besser geht, bestimmt noch finden. Es gibt Leute, die mit über 30 noch eine Ausbildung gemacht haben.
    Geändert von Inaktiver User (06.11.2017 um 09:01 Uhr)

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Liebe TE,

    auch ich wünsche deiner Schwester, dass es ihr hoffentlich bald besser geht.

    Ich möchte im Übrigen noch anregen, dass sich deine Schwester wirklich (und ich meine WIRKLICH) gut medizinisch untersuchen lässt.

    Bei mir selbst wurde vor einigen Jahren eine Depression diagnostiziert und ich nahm auch brav knapp zwei Jahre lang die Medikamente ein, die mir mein Hausarzt verordnete.

    Ich suchte mir auch - wie vorgeschlagen - einen Psychiater/Psychologen, der mich explorierte. Allerdings nicht so, wie es dem Hausarzt genehm gewesen wäre, sondern dieser schickte mich schlicht nach Hause mit der Begründung, dass ich überhaupt nicht seelisch erkrankt sei und er mich deshalb auch nicht therapieren könne.

    Mein Hausarzt meinte, ich solle mir einen anderen Psychologen suchen.... das habe ich nicht getan.

    Ich habe mir einen anderen Allgemeinmediziner gesucht. Mittlerweile habe ich zusätzlich eine Fachärztin für innere Medizin, die mich behandelt. Sie hat sich auf Zöliakie spezialisiert.

    Alle (!) meine psychischen Symptome beruhten auf dieser Autoimmunerkrankung.

    Und es ist nicht immer erforderlich, dass sich die von der Allgemeinheit angenommenen Krankheitssymptome so äußern, wie erwartet: So sind z.B. Zöliakie-Kranke zum größten Teil normal- bis übergewichtig, keineswegs immer abgemagert!

    Bitte mache deiner Schwester klar, dass es keine Schande ist, sich untersuchen zu lassen. Es ist auch keine Schande, sich eine zweite ärztliche Meinung einzuholen.

    Und manchmal ändert schon eine einzige Blutabnahme (und deren gewissenhafte Untersuchung) ein ganzes Leben: Ich habe meine AD innerhalb von wenigen Tagen/zwei Wochen ausgeschlichen und nie mehr einen schlimmen Gedanken seither gehabt.

    Viele Grüße, Teepee
    Geändert von teepee (06.11.2017 um 17:43 Uhr) Grund: Tippfehler..
    Ich kann, weil ich will, was ich muss.

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht ist es für deine Schwester (nach erfolgreicher Behandlung) auch besser, auf ein Studium zu verzichten. Auch wenn sie sehr intelligent ist, kann sie die Anonymität und das Auf-sich-allein-gestellt-Sein an der Uni wahrscheinlich psychisch nur schwer verkraften. Lieber eine Ausbildung machen, im Heimatort oder in der Nähe wohnen und psychisch gesund bleiben/werden, als sich mit einem Studium und den damit verbundenen Lebensbedingungen zwar nicht intellektuell, aber psychisch zu überfordern. Nicht jeder hat die psychische Konstitution dazu. Man kann auch als sehr intelligenter Mensch daran kaputt gehen und hinterher bei Hartz IV landen. (...)
    Einen Ausbildungsplatz wird sie, wenn es ihr psychisch wieder besser geht, bestimmt noch finden. Es gibt Leute, die mit über 30 noch eine Ausbildung gemacht haben.
    Und nach dem Studium geht es ja auch weiter. Selbst wenn sie nach einem Studium nicht gleich bei Hartz IV landet: Ist sie in der Lage, die Anforderungen, die an eine Uni-Absolventin gestellt werden, zu erfüllen? Nicht nur das Studium kann psychisch sehr belastend sein, sondern auch das "Danach". An Akademiker werden doch auch oft höhere Anforderungen gestellt als an Berufsanfänger mit einer nichtakademischen Ausbildung. Oder wie seht ihr das?

  5. Inaktiver User

    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Und nach dem Studium geht es ja auch weiter. Selbst wenn sie nach einem Studium nicht gleich bei Hartz IV landet: Ist sie in der Lage, die Anforderungen, die an eine Uni-Absolventin gestellt werden, zu erfüllen? Nicht nur das Studium kann psychisch sehr belastend sein, sondern auch das "Danach". An Akademiker werden doch auch oft höhere Anforderungen gestellt als an Berufsanfänger mit einer nichtakademischen Ausbildung. Oder wie seht ihr das?
    Ich sehe das auch so. Aber das darf man ja meist nicht laut sagen, ohne dass Nichtakademiker sich gleich abgewertet fühlen und entsprechend pampig reagieren.
    Geändert von Inaktiver User (06.11.2017 um 23:44 Uhr)

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Hier in Ö gibt es über die Uni eine psychologische Studentenberatung, vielleicht gibt es ja auch an der Uni deiner Schwester eine. Da die Uni vermutlich ein Wunschziel von ihr war, und sie sich um ein sehr gutes Abi bemüht hat. und im Zuge des Studiums ihre Lebens- und Orientierungskrise auftrat, fällt es Deiner Schwester vielleicht leichter dort zur Erstberatung zu gehen und ihre Probleme auf den Tisch zu legen.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Depressionen, Lethargie und Kraftlosigkeit Minderwertigkeitsgefühle und Schuldgefühle verstärken.
    Die Aussagen Deiner Eltern nehmen Deiner Schwester sicher nicht die Lebensangst , sondern lähmen sie vermutlich zusätzlich. Vielleicht erkundigst Du Dich wo es eine unbürokratische offene psychologische Beratung gibt, rufst dort an schilderst die Situation Deiner Schwester, und holst Dir dort die notwendige Unterstützung damit die Schwester in Behandlung kommt.
    Menschen ohne Krankheitseinsicht holen sich i.d.R keine Hilfe, sondern glauben ihre Schwierigkeiten
    sind auf persönliche charakterliche Defizite, hier "Faulheit", zurückzuführen.
    Ich wünsch Euch alles Gute.
    "Is it my fault if belief in Divinity has become a suspected opinion; if the bare suspicion of a Supreme Being is already noted as evidence of a weak mind; and if, of all philosophical Utopias, this is the only one which the world no longer tolerates? Is it my fault if hypocrisy and imbecility everywhere hide behind this holy formula?"

    J.P Proudhon

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich sehe das auch so. Aber das darf man ja meist nicht laut sagen, ohne dass Nichtakademiker sich gleich abgewertet fühlen und entsprechend pampig reagieren.
    Ja, aber es war keineswegs meine Absicht, Nichtakademiker anzugreifen. Im Gegenteil.
    Jemand kann eine "normale" Ausbildung und den daraus sich ergebenden Job eventuell besser machen als jemand, der einem Studium und den darauf zugeschnittenen Jobs nicht gewachsen ist.

    Es ist nur ein Tabu, das auszusprechen. Und das ist es auch unter Akademikern! Die wissen, dass sie genau deswegen abgewertet werden.
    Dann gibt es noch meinen Fall: Studium inklusive Nebenjobs noch gepackt und DANACH mit dem Berufsleben so richtig überfordert. Ich arbeite zwar in Nebenjobs, aber um mich komplett selbst zu finanzieren, reicht es nicht. Ist bei mir auch krankheitsbedingt. Aber wer erzählt das schon den ehemaligen Kommilitonen und Kollegen. Da schade ich mir höchstens selbst.

    Und nachdem, was die TE über ihre Schwester erzählt, weiß ich nicht, ob ein Studium für sie das Richtige ist. Denn was kommt danach - schafft sie das, wenn es ihr bereits jetzt so schlecht geht?

  8. Moderation

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Jemand kann eine "normale" Ausbildung und den daraus sich ergebenden Job eventuell besser machen als jemand, der einem Studium und den darauf zugeschnittenen Jobs nicht gewachsen ist.
    Im Studium lernt man (von Studiengängen mit Staatsexamen vielleicht abgesehen?) keinen Beruf, sondern einen Haufen an Wissen und allgemein anwendbaren Orga-Techniken. Das erhöht die Auswahl möglicher Berufe, aber macht jeden Einstieg schwieriger als eine passende Ausbildung. (Zu meiner Uni-Zeit konnte man Diplom-Informatiker werden ohne im Leben eine Zeile Code geschrieben zu haben.) Das wissen AGs (zumindest ein bißchen), aber ich denke, wenn man kein zuversichtliches Naturell hat, hat man mit dem Übergang schon zu kämpfen, da man in einem komplett unvertrauten Umfeld landet und sich orientieren muß.

    Wer eine Ausbildung macht, hat die große Übersichtslosigkeit bei Beginn der Ausbildung, aber die ist mehr darauf ausgelegt, daß der Azubi null Ahnung hat.

    Uni braucht durchgängig ein hohes Maß an Selbstmotivation und Selbstorganisation (anscheinend hat der Bolona-Prozeß das bei den Inhalten reduziert, aber bei der Verwaltung dafür mit Zinsen draufgepackt), wenn man krank ist, bricht das schneller zusammen und es dauert länger, bis das jemand merkt, als es in Schule, Ausbildung oder Beruf der Fall wäre.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Im Studium lernt man (von Studiengängen mit Staatsexamen vielleicht abgesehen?) keinen Beruf, sondern einen Haufen an Wissen und allgemein anwendbaren Orga-Techniken. Das erhöht die Auswahl möglicher Berufe, aber macht jeden Einstieg schwieriger als eine passende Ausbildung. (Zu meiner Uni-Zeit konnte man Diplom-Informatiker werden ohne im Leben eine Zeile Code geschrieben zu haben.) Das wissen AGs (zumindest ein bißchen), aber ich denke, wenn man kein zuversichtliches Naturell hat, hat man mit dem Übergang schon zu kämpfen, da man in einem komplett unvertrauten Umfeld landet und sich orientieren muß.
    Genau das wollte ich ansprechen. Die Schwester hat bereits JETZT, im etwas geschützteren Umfeld der Uni, massive Schwierigkeiten. Der Praxisschock am Ende vieler Studiengänge ist bereits für gesunde Menschen erstmal schwierig, Kranken kann er richtig das Genick brechen.

    Ich finde, neben einer ärztlichen und therapeutischen Behandlung sollte die Schwester auch Berufsberatung und Coaching in Anspruch nehmen. Denn derartige Probleme setzen sich fest und werden zu einem langfristigen Problem.

    Ich wünsche euch alles Gute!

  10. Inaktiver User

    AW: Schwester macht sich ihr Leben kaputt - Faulheit ?

    Als so geschützt habe ich das Umfeld einer anonymen Uni nicht empfunden. Ich habe mich dort nie wirklich wohl gefühlt.
    Im Berufsleben ist eine Struktur m.E. stärker vorgegeben. Man lernt schneller die Leute kennen, mit denen man gern oder wohl oder übel zusammenarbeiten muss.

    Eine gute Therapie wird einen dazu befähigen, auch solchen Situationen eines Tages gewachsen zu sein. Bewältigt man seinen Alltag aber nur durch lebenslange Psychotherapie, ist man mit dem Beruf offensichtlich überfordert.

    Das erste Ziel deiner Schwester sollte die psychische Stabilisierung sein. Danach kann sie entscheiden, ob sie sich einem Studium und der daraus meistens resultierenden akademischen Berufstätigkeit mit sehr anspruchsvollen, komplexen Aufgaben, hohem Zeitdruck, vielen Überstunden, viel Verantwortung, oft auch Führungsverantwortung, gewachsen fühlt. Man muss dafür schon besonders belastbar sein, vor allem psychisch. Die weniger Belastbaren schaffen es nicht oder müssen zumindest ihre Karriereerwartungen deutlich zurückschrauben. Das muss einem vorher klar sein.

    Wenn deine Schwester in der Lage ist, auf Dauer ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, ist schon viel gewonnen. Das ist deutlich besser, als unbedingt studieren zu wollen, auch wenn man die psychische Konstitution dazu nicht hat. So etwas kann mittel- bis langfristig die schlimmsten Folgen haben, psychisch, finanziell und sozial. Die intellektuelle Befähigung allein reicht nicht!
    Geändert von Inaktiver User (07.11.2017 um 14:36 Uhr)

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