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  1. User Info Menu

    Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Hallo,
    Ich befinde mich im Moment in einer schwierigen Lage. Mir geht es ziemlich schlecht und das schon länger, allerdings habe ich in den letzten Wochen und Monaten das Gefühl, alles wird noch schwieriger und der Alltag kaum bzw an manchen Tagen gar nicht zu bewältigen. Ich fühle mich mit meinen Problemen ziemlich allein, niemand weiß, wie es mir wirklich geht und ich kann mich keinem wirklich anvertrauen.
    Ich habe nun beschlossen, zu meinem Hausarzt zu gehen und mit ihm zu reden. Ich befürchte leider, dass es sich um Depressionen handelt. Ich weiß, solche Selbstdiagnosen zu stellen ist nicht gut, aber ich habe mich ausführlich über das Krankheitsbild mit Ursachen, Symptomen usw informiert. Natürlich bin ich mir nicht zu 100% sicher, aber der Verdacht liegt nahe. Nun meine beiden Fragen:
    1. Ich habe von körperlichen Beschwerden als Begleiterscheinung bei dieser Krankheit gelesen, in meinem Fall ist mir aufgefallen, dass ich seit längerem unter regelmäßigen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Schlafstörungen leide. Sind dies mögliche Begleiterscheinungen und hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    2. Kann mir jemand von seinen eigenen Erfahrungen zur Diagnose Depression erzählen, wie der Weg dahin war und wie Gespräche beim Hausarzt etc. abliefen?
    Würde mich interessieren und mir hoffentlich ein wenig die Angst vor meinem eigenen Termin mit dieser eventuellen Diagnose nehmen. Vielen Dank!

  2. Inaktiver User

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Hallo Hellodarkness,

    auf der einen Seite sind deine körperlichen Symptome bei Depressionen keine Seltenheit. Auf der anderen Seite können Menschen auch ohne diese Symptome Depressionen haben. Nicht mal die Antriebshemmung muss vorhanden sein (damit verbinden viele Menschen ja Depressionen).

    Dein Hausarzt wird nach deinen Schilderungen einen Verdacht äußern, aber keine Diagnose stellen. Ich rate dir, so ehrlich zu sein, wie es dir möglich ist. Sprich auch das mit den Fehlzeiten in der Schule an. Dein Hausarzt unterliegt der Schweigepflicht. Er darf also nichs deiner Mutter etc. sagen.

    Ich habe mein Gespräch mit dem Hausarzt als relativ unspektakulär in Erinnerung. Trotzdem ist es ein wichtiger Schritt.

    Du fragtest nach dem Weg bis zur Diagnose: Ich saß nach relativ kurzer Zeit nach dem Gespräch beim Hausarzt bei einem Psychotherapeuten, der mich befragte, um sich der Diagnose anzunähern. Danach sagte er mir, dass er einen Antrag bei der KK stellen würde. Er klärte mich über den Ablauf etc. auf. Der Antrag wurde genehmigt (der Therapeut hat aber schon vor der Genehmigung mit mir gearbeitet - wenn Therapeuten sich bzgl. der Genehmigung relativ sicher sind, ist das kein untypischer Ablauf). Das Wort Depressionen fiel eher nebenbei, danach ging es an die Arbeit.

    Das war der Weg zu meiner ersten Therapie. Der Weg bis zur zweiten war wesentlich zermürbender, existentieller. Aber an der Stelle stehst du nicht und so solltest du auch rangehen: ein Schritt(chen) nach dem anderen. Nur so kommst du voran.

    Sind denn die Termine - die du vereinbart hast und stolz drauf sein kannst - mit der Schulleiterin und dem Hausarzt zeitnah, also demnächst (Datum usw. nicht notwendig)?
    Geändert von Inaktiver User (02.10.2017 um 22:26 Uhr)

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    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Hallo, ich habe zur Unterstützung leichte Antidepressiva bekommen (Citalopram, kann sogar der Hausarzt verschreiben), um mich erstmal wieder zu stabilisieren. Mir ging es dann schnell nicht mehr so grundlos schlecht und ich konnte mit freiem Kopf meine Therapie beginnen.
    "Wenn du erstmal Feminismus hast, das wirst du so schnell nicht wieder los."
    (Gerburg Jahnke)

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    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Danke für eure Antworten!
    Meinen Termin mit der Oberstufenleiterin hatte ich gestern, bin bei ihr auf Verständnis getroffen und auf das Angebot, mir soweit wie möglich zu helfen und mich zu unterstützen, auch wenn ich noch keine direkte Diagnose geben konnte, aber nur zum Ausdruck gebracht habe, dass es mir psychisch nicht so gut geht. Morgen werde ich zu meinem Hausarzt gehen und am Donnerstag habe ich einen Termin bei einer psychosozialen Beratungsstelle, und allein dieser Termin gibt mir im Moment so etwas wie Hoffnung.

  5. Inaktiver User

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Hallo Hellodarkness,

    ja, das hört sich doch gut an! Da Termine meist nicht ohne Kraftaufwand zu absolvieren sind, wünsche ich dir für morgen und Donnerstag Kraft.

    Ich glaube dir sofort, dass allein dadurch (wobei du das auch wirklich bewusst und lieber 3x statt 2x anerkennen solltest - das hast du geschafft) schon wieder Hoffnung keimt, da die Ungewissheit/das Vermeiden/Herauszögern oft am schlimmsten ist.

    Lass dir an dieser Stelle bereits sagen: Stolpersteine sind normal, wenn sie denn kommen. Also für den Fall nicht gleich die Hoffnung wieder verlieren, ein Schritt nach dem anderen. Auch dafür findet sich dann eine Lösung.

    Dann wünsche ich dir informative Gespräche, Kraft und pack dir ruhig einen Zettel mit Fragen ein - keine Frage ist zu doof, es geht um deine Gesundheit.

  6. User Info Menu

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Danke für die aufmunternde Nachricht! Habe mich gestern leider nicht dazu aufraffen können, beim Hausarzt anzurufen. Aber heute morgen ging es mir so schlecht und ich hatte einer der schlimmen Phasen in der ich nur dasitze und daran denke wie sinnlos alles ist und ich nicht weiß, wie es besser wird. Aber da habe ich mir gedacht, ich muss etwas unternehmen. Dieses Gefühl will ich nicht mehr, ich möchte morgens aufstehen und nicht nur daran denken, was alles schlecht ist und wie ausweglos meine Situation ist. Und ich denke ich habe erkannt, dass es mir von allein nicht besser geht und ich etwas tun muss damit ich aus diesem schwarzen Loch kommen kann. Ich habe neulich ein Zitat gelesen, in dem jemand seine Depression folgendermaßen beschrieb: Es sei als würde man in einem Tunnel stehen, aber das Licht am Tunnelende sei nicht da, der Tunnel sei an beiden Enden geschlossen und man stehe allein in der Dunkelheit. Ich konnte mich sofort mit dieser Beschreibung identifizieren, aber jetzt nachdem ich den Termin bei dem Hausarzt sowie bei der Beratungsstelle habe, fühlt es sich an, als wäre da ein kleiner Spalt am Ende des Tunnels. Er ist noch längst nicht groß genug, um nach draußen ins Tageslicht zu gelangen, aber immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass es einen Weg gibt.

  7. Inaktiver User

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Klappt nicht immer beim ersten Anlauf, macht aber nichts. Wichtig ist, dass man, wenn es wieder geht, aktiv wird. Du hast etwas dafür getan, als es wieder ging, das allein zählt. Wenn neues "droht", hat man erst mal Angst. Auch (oder erst recht ), wenn das neue das gute ist. Sei da sehr gnädig mit dir, das ist vollkommen ok! Bis du dich nicht mehr allein damit fühlst und deine Kämpfe so kämpfst, braucht es noch eine Weile und eine neue Perspektive kann sich auch erst richtig entwickeln, wenn du Hilfe hast. Wenn Hilfe also da ist und nicht noch im Werden ist. So lange ist alles auf Alarmbereitschaft.

    Zitat Zitat von Hellodarkness Beitrag anzeigen
    Und ich denke ich habe erkannt, dass es mir von allein nicht besser geht und ich etwas tun muss damit ich aus diesem schwarzen Loch kommen kann.
    Das wird eine Erkenntnis werden, die du immer wieder von neuem haben wirst. Alles ein Lernprozess.

    Zitat Zitat von Hellodarkness Beitrag anzeigen
    aber jetzt nachdem ich den Termin bei dem Hausarzt sowie bei der Beratungsstelle habe, fühlt es sich an, als wäre da ein kleiner Spalt am Ende des Tunnels.
    Ich würde mir diese Verbindung - aktiv werden - Hoffnungsschimmer - aufschreiben, damit du drauf schauen und dich erinnern kannst.

    Wenn es für dich passt, kannst du dir überlegen, wie du dich nach den Terminen dafür belohnst, hingegangen zu sein.

    Ich gehe z. B. immer nach meiner Therapie in eine kleine Bäckerei (liegt auf dem Weg zur Therapie) und kaufe mir und meinem Lebensgefährten Kuchen, den ich dann mit einem leckeren Kaffee zu Hause genieße. Der Genuss kommt mit der Zeit und er findet auch nicht so statt wie in gesunden Zeiten, aber er ist mittlerweile da. Das ist viel wert. Es kann auch noch was viel kleineres sein als Kuchen etc.
    Geändert von Inaktiver User (05.10.2017 um 13:06 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Ich hatte vorhin den Termin bei der Beratungsstelle, vielen Dank für die Aufmunterung! Es war sehr befreiend, mir zum ersten Mal eigentlich alles von der Seele zu reden und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich traf auf sehr viel Verständnis und vor allem auf die Bestätigung, dass ich nicht faul bin, im Gegenteil, mir wurde viel Mut zugesprochen und Respekt dafür, wie lange ich nun schon Versuche, diesen Kampf mit mir allein aus zu machen. Auch wenn mein Ansprechpartner bei der Beratungsstelle natürlich kein Arzt oder Psychiater ist, so sind die Vorkenntnisse und Erfahrungen dort doch schon vorhanden und daher wurde auch dort geäußert, dass es sich bei meinen Symptomen mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Depression handelt. Auch wenn es nicht leicht ist, so etwas anzunehmen, tat es gut, einmal zu hören, dass ich nicht die einzige mit diesem Verdacht bin. Habe nun gleich noch einen Termin bei meiner Hausärztin, für den ich mich zwar im Moment eigentlich zu schwach fühle, aber von dem ich weiß, dass er mir hoffentlich weiter hilft und ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und vor allem eine bessere Zukunft ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Wichtige Schritte, die du da grad machst. Bravo! Konnte dir der Berater heute Tipps geben, wie es weitergehen kann?

    "Gleich" heißt, der Hausarzttermin ist auch heute (gewesen)? Wie lief der?

  10. User Info Menu

    AW: Diagnose Depression bekommen, wer hat Erfahrung?

    Hatte jetzt vorhin auch noch den Termin beim Hausarzt. Es lief relativ so ab, wie ich vermutet habe, auch mit der vermuteten Diagnose. Antidepressiva wollte sie wenn möglich erstmal vermeiden, habe eine Überweisung zum Psychologen bekommen und bin krankgeschrieben. Wenn es nach den Ferien nicht besser ist, werde ich nochmal zwei Wochen krankgeschrieben. Auch wenn ich die Diagnose ja erwartet habe, ist es etwas komplett anderes, das schwarz auf weiß zu haben. Jetzt ist einer dieser Momente, in dem ich einfach nur in meinem Bett liegen möchte und nichts machen. Aber selbst jetzt, trotz Diagnose und Krankschreibung, muss ich noch funktionieren. Muss morgen wohl leider trotzdem in die Schule, da ich eine Klausur habe. Auch wenn ich mich dazu nicht in der Lage fühle, ich muss jetzt wohl durchhalten, egal wie schwer es ist.

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