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  1. Registriert seit
    24.10.2019
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Hallo Lily,
    hast du therapeutische Hilfe?
    Ich denke, ganz allein kommst du da nicht raus- evtl. in eine Tagesklinik gehen? Vielleicht reichen schon zwei Wochen, und du kannst weiterschreiben.
    Uni, psychologische Beratung?
    Alles Gute!
    Hallo Ruba,

    ja, ich habe therapeutische Hilfe. Allerdings liegen immer mehrere Wochen zwischen meinen Sitzungen und von meiner Kurzzeittherapie ist nur noch ein Termin offen. Meine Therapeutin und ich haben zwar eine Langzeittherapie beantragt, aber ob diese bewilligt wird, entscheidet sich erst in ein paar Wochen. Diesbezüglich hänge ich also gerade in der Luft.

    Bei der psychologischen Beratung der Uni war ich ganz am Anfang. Mein Eindruck war, dass die bei tatsächlichen psychischen Erkrankungen auch nicht viel mehr machen können, als einem zu raten, sich um einen Therapieplatz zu bemühen. Klar, die können natürlich die Therapeuten nicht ersetzen. Ich war damals zweimal da und das Ganze hat mir immerhin insofern geholfen, dass ich mir schließlich den Ruck gegeben und nach Therapieplätzen gesucht habe, was ja auch schon was wert ist. Aber viel mehr kann so eine psychologische Beratung an der Uni nicht ausrichten, ist zumindest meine Erfahrung.

    Ansonsten gibt es natürlich diverse Angebote zur allgemeinen Vermeidung von Prokrastination bzw. zum Schreiben von Haus- oder Abschlussarbeiten.
    Ich will jetzt nicht sagen, dass ich solche Tipps generell für überflüssig halte, das ganz sicher nicht, aber irgendwie helfen die in meinem Fall gerade nicht weiter.

    Mein Problem ist eher, dass ich aktuell eben sehr wenig Energie habe. Diese richte ich dann auf die Arbeit, wenn ich denn dazu komme.

    Kennst du den Vergleich mit den Löffeln? Den habe ich letztens auf Twitter gesehen. Ich glaube, er stammt ursprünglich von einer Frau, die ihrer Freundin ihre Depression erklären wollte. Sie hat der Freundin gesagt, sie soll sich die Energie, mit der Menschen ihren Tag bewältigen, als eine Anzahl von Löffeln vorstellen.
    Wo eine nichtdepressive Person vielleicht 12 Löffel hat, um morgens aufzustehen, sich zu pflegen, zur Arbeit zu gehen, Freunde zu treffen und abends vielleicht noch ein bisschen aufzuräumen o.Ä., hat eine depressive Person vielleicht nur vier Löffel und das Aufstehen schluckt schon einen davon.

    Natürlich kann man die Anzahl der "Löffel" nicht verallgemeinern und natürlich haben auch nicht alle Leute immer gleich viel Energie für alles. Aber ich habe mich in diesem Beispiel sehr wiedergefunden.

    Aktuell fühle ich mich so, als hätte ich sehr wenige Löffel. Die meisten davon gehen für das Aufstehen drauf oder kreisen um meine Masterarbeit.
    An den Tagen, an denen ich es schaffe, mich da dran zu setzen, kommt eigentlich immer was Gutes raus. An manchen Tagen schaffe ich es aber auch gar nicht. Gestern war zum Beispiel so einer.
    Auch heute bin ich schon mal froh, dass ich jetzt zumindest aufgestanden bin. Ich fühle mich aber sehr schlapp und müde. So als hätte ich eine Erkältung, aber irgendwie habe ich die nicht (so beschreibe ich das aber immer).


  2. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Lily,
    Ich kann mir schon vorstellen, wie es dir geht- ich hatte mein Leben lang immer wieder Depressionen, Angst und schnell Überforderungsgefühle,- hab eine Psychoanalyse gemacht, die mir auch geholfen hat.
    Aber natürlich bin ich kein anderer Mensch geworden,- Als ch mit Anfang 50 auch noch chronische Migräne bekam, hab ich es doch mit einem Antidepressivum versucht, - und es hat mir geholfen.
    Meine Tochter hat beim Schreiben ihrer Bachelor Arbeit auch eine Krise gehabt,-
    Ich würde dir so gern helfen,- was hältst du von einer Tagesklinik?
    Da hast du einen strukturierten Tag, Therapiegespräche, Gruppensitzungen, Angebote wie Malen etc.
    Nur man muß evtl. einige Wochen warten auf einen Platz.
    In einer psychiatrischen , oder psychosomatischen Klinik bekommst du sicher schneller einen Platz.
    Die sind ja heutzutage auch ganz modern, und ähnlich wie die Tageskliniken, nur daß du dort auch übernachtest.
    Selbst war ich in meiner Jugend in einer psychosomatischen Klinik, sonst hab ich meine Informationen von Bekannten und Freunden.
    Du müsstest halt mal einem Arzt deine Probleme schildern, er könnte alles weitere veranlassen.
    LG Ruba


  3. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Ruba,

    stimmt, ich hatte ganz vergessen, etwas zu deinem Vorschlag mit der Tagesklinik zu schreiben.
    Danke dafür. Ich habe mir schon nach deiner ersten Antwort mal einen Beispieltherapieplan von einer Klinik in meiner Nähe durchgelesen, um zu sehen, wie so etwas ablaufen könnte. Das deckt sich mit dem, was du geschrieben hast.

    Ehrlich gesagt sehe ich im Moment nicht, wie mir das helfen könnte. Ich hatte so einen Fall in meiner Familie, die betreffende Person war sehr lange in der Klinik (aber ich glaube, die war tatsächlich auch stationär dort) und es scheint ihr auch geholfen zu haben.
    Ich fühle mich mit dem Gedanken, in eine Klinik zu gehen, aber irgendwie sehr unwohl.
    Ich werde trotzdem mal darüber nachdenken.

    LG Lily

  4. Avatar von Simpleness2
    Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Wie sieht es mit Anti-Depressiva aus? Nimmst Du ein Medikament ein? Wenn nein, wäre das eine Option für Dich?


  5. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von LilyHydrangea Beitrag anzeigen
    Nur - im Moment kann ich mich nicht einmal dazu überwinden. Bzw. an manchen Tagen nicht. An den meisten Tagen schaffe ich es schon, zu duschen, aber meist erst mittags oder nachmittags.
    Naja, manchmal geht es und manchmal nicht.

    Es lohnt sich aber wirklich, noch den extra Effort machen und nicht nur duschen, sondern zum Abschluss kalt duschen. Es ist eine schnelle, billige und gesunde Methode, wie man den Energielevel in wenigen Sekunden wesentlich erhöhen kann.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  6. Avatar von kuhliebe
    Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Ich habe monatelang kalt geduscht.
    Aber meinen Depressionen war das egal.


  7. Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    36.077

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Es funktioniert nicht alles für alle.

    Wichtig ist, Chancen zu nutzen, wenn sie da sind. Wer weiss, wann sie wieder kommen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  8. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo,
    ich will mich nach lange Zeit noch mal melden

    Es geht mir besser, war im Sommer noch mal 9 Wochen in "meiner Klinik". Ich mache seit 3 Jahren Intervalltherapie, heißt ich bin jedes Jahr für 8-9 Wochen dort. Ausserdem kann ich dazwischen zu ambulanten Terminen kommen, da ich immer noch keine Therapeutin gefunden habe.
    Besser geht es mir seit meine EM Rente unbefristet genehmigt wurde, einfach weil der Druck raus ist. Ausserdem ist meine Schwerbehinderung von 30 auf 60 durch, alles ohne Gutachten usw.
    Ich schaffe es wieder jeden Tag zu laufen und das hilft mir. Meine Angst vor Menschen ist geblieben, aber das ist halt so und auch meine Depressionen melden sich immer wieder.
    Nur mein Umgang damit ist etwas gelassener geworden, ich kann und will nicht mehr ständig kämpfen.

    LG das Erdbeerherz


  9. Registriert seit
    05.06.2018
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Bär,
    Du hast schon bessere, verständnisvollere Ratschläge bei Depressionen gegeben als kalt Duschen !


  10. Registriert seit
    03.07.2005
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Hallo Bär,
    Du hast schon bessere, verständnisvollere Ratschläge bei Depressionen gegeben als kalt Duschen !

    mag sein.

    Der Punkt, den ich meine, ist: jedes Detail zählt, und was immer man tun kann, soll man tun.

    Speziell wenn es sich um relativ kleine, leicht umzusetzende Dinge handelt.

    Wobei das "depressive Ich", die depressiven Aspekte in einem... sowas natürlich hassen. Da sie damit zurück gedrängt werden. Vielleicht nur für ein paar Minuten, vielleicht nur ein bisschen... aber eben: jedes Detail zählt.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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