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  1. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo liebe Threadscheiberinnen,
    ich habe über Tante Google ein paar Sätze gefunden, die sich richtig anhören. Depression ist der Verlust des Selbstwertgefühls. Dieser Verlust ist ein seelisch-biologisches Ereigniss. Das bedeutet eine innere Unruhe und gleichzeitig - äußerlich - eine psychomotrische Hemmung. Das Fühlen und das Denken ist von Selbstvorwürfen beherrscht. Depressionstypisch sind schwere Konzentrationsstörungen.

    Die Störung der SElbstwertregulation ist der Kern der Depression. Die menschliche Selbstwertregulation hat zwei Quellen - - einmal die frühkindliche Erfahrung des geliebtwerdens ohne Voraussetzungen - einfach so - und zweitens die Anerkennung für erbrachte eigene Leistungen durch Andere.

    So - die Formulierung ist sehr abstrakt - aber ich habe das Gefühl, dass das eine richtige Beschreibung ist.

    So - und jetzt komme ich zu meinem TEufelskreis. Der ist deshalb mein TEufelskreis, weil hier einige schreiben, die auch von der Krake depression umfasst werden, die aber einen Kraken haben, der sie mal für 14 Tage umfasst - und dann ist er weg, oder der Krake ist irgendwann im Leben gekommen und seitdem nicht mehr verschwunden. Mein Krake ist seit dem Kinderwagen um mich. Ich versuche etwas zu leisten. Nicht damit ich deshalb etwas wert bin - sondern weil ich weiss, wenn ich diese Selbstwirksamkeit haben, etwas zu leisten, dann geht es vorwärts - für mich. Tja - aber um etwas leisten zu können muss ich mich konzentrieren können. Ja klar - ohne Konzentrationsfähigkeit kann ich noch den Fußboden putzen. zwar nicht gut, und ob ich danach den Putzeimer wegräume ist offen. Aber ich brauche Konzentrationsfähigkeit - dauerhafte - um eine Leistung zu schaffen, bei der ich sage : Dim-Dim, du kannst etwas erreichen .In kleinsten Schritten. Mit einem Irrsinnsaufwand - aber es geht vorwärts. Du Dim-Dim bist diejenige, die eine Leistung - die in den Augen der Welt keine Leistung ist, die in den Augen der Welt Sinnlos ist - zustande bringt. Mach weiter dim-Dim - da hast du was geschafft. ABER - diese Konzentrationsunfähigkeit verhindert das.

    Kitty-Snicket,
    nein - ich hasse meinen Vater nicht. Ich bin eine Vatertochter - und ich würde mein Verhältnis zu ihm - er ist vor ca. 10 Jahren verstorben - als ein positives bezeichnen. Klingt jetzt etwas sehr wenig begeistert - Aber - Der Chefarzt - hat in einem Gutachten geschrieben: "Dim-Dim verehrte ihren Vater und es hat sie schwer getroffen, dass er starb:"

    Scheinbar ist der Satz eine positive Wertung - ich höre da , dass der Chefarzt damit mein Verhältnis zu meinem Vater - und damit mich und meinen Vater - abwertet. So - wenn diese blöde Dim-Dim ihren VAter nicht verehren würde wäre sie gesund. Aber Dim-Dim ist so blöde ihre Vater zu verehren - das macht sie depressiv. Dim-Dim müsste ihren Vater hassen - dann wäre sie gesund. Ich habe jetzt gerade übertrieben in dem VErsuch, das zu erzählen, was ich fühle.

    Der Chefarzt gehörte - von seiner familiären Herkunft her - einer höheren sozialen Schicht an wie ich. Der kam aus dem mittleren Bürgertum. Halt so ein typischer 68-er - für den die Uni vorgesehen war. Von Geburt an. Der Chefarzt hat mir gesagt, für ein Arbeiterkind sei es eine Leistung Akademikerin zu werden. Also ein Akademiker aus einer Akademikerfamilie - wagt es mir vorzuwerfen, dass ich mit meiner Herkunft formal auch zu seinen höheren Kreisen gehören - das würde nicht ohne Probleme sein. Ja Ja herr Chefarzt - die dummen Arbeiterkinder - vor allem wenn sie weiblich sind - die sollen doch bei ihren Schuster-Leisten bleiben und sich freuen, dass sie mit der Gruppe der Patienten grillen können und Salat machen können und und und. Leistung - also nicht das Haus putzen, sondern am Schreibtisch sitzen und einen Text schreiben -das brauchen sie nicht .Sie sind doch etwas wert, wenn sie nichts leisten. Verdammtes A ...... - mein Problem ist und war, dass ich mich nicht auf irgendeine intelektuelle Aufgabe konzentrieren kann. Wieso Herr Chefarzt haben sie da nicht gesagt, Konzentrationsstörungen sind ein übliches, normales und sehr häufiges Symptom der Depression ? Ja- meine jetzige Therapeutin sagt das immer wieder - wenn ich von de Schulzeit erzähle, von der Zeit um das Abi herum, von meinen Problemen im Studium. Da bekomme ich so langsam eine Ahnung, dass es eine einzige Quelle meiner Probleme gibt - die Depression, die jede Konzentration unmöglich machte. Leider macht die Depression auch heute noch Konzentration unmöglich.

    Ich habe mich längere Zeit gefragt, ob ich hier schreiben darf, dass ich die Behauptungen / Sätze des Chefarztes über mich und meinen Vater als das bezeichnen darf was sie für mich sind - eine Abwertung .denn die Abwertung liegt nicht im Text sondern im Kontext. Steht es mir zu? Darf ich das was ich fühle sagen ? Dann wäre das was ich fühle richtig.

    Kitty-Snicket - ich merke beim Lesen, wie ungekämmt mein Text ist. Der Satz bleibt - ich fühle mich meinem Vater verbunden. An Bae - ich weiss nicht, ob es ein Verrat an meinem Vater und seinem Leben wäre, wenn ich ein gutes Leben hätte. Gutes Leben hat für mich etwas mit Leistung - intelektueller Leistung - zu tun. Doch ja - vermutlich wäre er da Stolz auf mich. Aber - irgendwie ist das auch ein Verrat an ihm. für mich wäre - wenn ich nicht depressiv wäre - intelektuelle Leistung leicht. würde einfach Spaß machen. Wäre keine Anstrengung.

    Nein - ich habe noch nie einen ADH-S-Test gemacht. Ich habe den glauben, dass meine Konzentrationsunfähigkeit etwas mit meiner Depression zu tun hat - ein Symptom dafür ist. Für mich das Hauptsymptom - und gleichzeitig die Ursache für das Fortbestehen der Depression und die Folge der Depression.

    Zu meiner Mutter habe ich - obwohl sie inzwischen schwer krank ist - nur oder immer schon ein sehr gespaltenes Verhältnis. Einerseits der Vorwurf, die hat mich nicht geliebt, andererseits die Idee, die war immer schon eine sogenannte funktionierende Depressive und war gar nicht in der Lage zu einer emotionalen Kommunikation. Kann nichts dafür und hat sich sehr angestrengt, dem Kind Dim-Dim etwas zu geben.

    Die Glaskugel die sich manchmal blitzartig um mich herum aufbaut - ich werde den Teufel tun, da nach einer Möglichkeit zu suchen, die zu sprengen. Leben in der Glaskugel ist Trennung von allen Menschen, von allen Beziehungen - aber so kann ich wenigstens überleben. Ich komme nicht vorwärts -nicht dahin, wo ich hinwill - aber ich bleibe am Leben.

    So - jetzt wird mal dieser Teil abgeschickt.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Der Unterschied, zwischen einem Schocktrauma und einem strukturellen Trauma:

    Ein Schocktrauma ist zum Beispiel wenn eine Mutter mit ihrem Kind bei der Flugschau in Ramstein war und das KInd von den Flammen erfasst wurde und starb. Die Mutter wird Flashbacks haben, wird den Geruch immer noch riechen -und wird keine Geschichte zu dem haben, was damals passiert ist. Möglicherweise kann sie mit EMDR die Flashbacks und die eingefrorenen Gefühle langsam langsam etwas verringern bzw. auftauen und daneben ihr normales (Schein-)Leben weiterleben. Die Mutter hatte vor dem Schock-Trauma ein gutes Leben.

    Ein strukturelles Trauma. Wenn ein Kind bei einer depressiven Mutter oder einem traumatisierten Vater - die beiden Strukturen passen gut zusammen, die werden voneinander angezogen - aufgewachsen ist- dann hat das Kind über Jahre hinweg erlebt, dass seine beiden Elternteile in der WElt nicht zurechtkamen, obwohl das außerlich der FAll war. Sie - die Eltern - haben funktioniert. Was es nicht gab, nicht möglich war eine Beziehung zu dem Kind. Das war nur eine Schein-Beziehung mit Essen geben und ein Dach über dem Kopf geben. Das Kind weiss nicht, wie es sich in der Welt zurechtfinden soll, die Welt ist ein feindlicher Ort. Dieses Sein bleibt dem Kind auch erhalten, wenn es schon lange kein Kind mehr ist. Es gibt kein gutes Leben vor der Depression - die Depression war für das Kind von Anfang an das Leben.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Das Strangthema hier ist " Wie komme ich aus der Depression raus". Die Frage am Anfang war "Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?"

    Ich glaube, ein nicht-linearer Gespräch mit Schreiberinnen ( ohne Binnen I, denn die meisten Schreiberinnen hier sind Frauen) die teilweise eigene Erfahrungen mit Depressionen haben und momentan da raus sind, die teilweise in ihrer jeweils eigenen Depression stecken - nicht tagelang sondern lange, lange, lange - die als Angehörige von Depressionen erfahren haben ( Angehörige auch Freunde- Partnerinnen) und mit Schreiberinnen, die keine eigenen und keine Angehörigenerfahrung mit dieser Krankheit haben - könnte in seinen vielen Facetten irgendwann irgendwie irgendwo Erkenntnisse schaffen, Möglichkeiten zur Veränderung eröffnen.

    Was mir persönlich wichtig ist ist auch persönliche Informationen, was Depression ist austauschen. Mir hat - vor meiner jetzigen Therapeutin - nie jemand gesagt, dass Konzentrationsprobleme ein typisches Depressionssymptom sind. Mir hat bei meinen Geschichten von der Schulzeit und so auch nie jemand gesagt, dass ich keinen Erfolg haben konnte, weil ich mich nicht konzentrieren konnte. Und vor allem der Chefarzt - der ist gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich - das Arbeiterkind, das eine Akademikerin wurde- seine einzige Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen in der Intelekutellen Leistung gesehen hat und dass eine Depression diese Möglichkeit des ausruhens, des Kaft tankens zerstört - " Sie müssen nichts leisten Frau Dim-Dim". War eine Frau -- ja eine Frau !! - die intelligent ist und dann auch noch gesund - so eine große Gefahr für sein Selbstbild ?

    So ihr Lieben- jetzt habe ich genug crazy Texte geschrieben - Euch allen noch einen schönen Sonntagabend.


  4. Registriert seit
    03.06.2016
    Beiträge
    392

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Meine Stimmung schwankt stark. Schöner wär's wenn's schöner wäre.
    LASSEN SIE IHRE GEDANKEN NICHT UNBEAUFSICHTIGT.Sie beeinflussen Ihre Gefühle.

  5. Avatar von Simpleness2
    Registriert seit
    27.02.2017
    Beiträge
    1.552

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir hat - vor meiner jetzigen Therapeutin - nie jemand gesagt, dass Konzentrationsprobleme ein typisches Depressionssymptom sind. Mir hat bei meinen Geschichten von der Schulzeit und so auch nie jemand gesagt, dass ich keinen Erfolg haben konnte, weil ich mich nicht konzentrieren konnte. Und vor allem der Chefarzt - der ist gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich - das Arbeiterkind, das eine Akademikerin wurde- seine einzige Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen in der Intelekutellen Leistung gesehen hat und dass eine Depression diese Möglichkeit des ausruhens, des Kaft tankens zerstört
    Auf Dein "Feindbild" Chefarzt gehe ich nicht ein. Ich war nicht dabei, kann daher das Gesagte nicht in einen Kontext einordnen und nur, wie Du, darüber spekulieren. Das halte ich nicht für sinnvoll.

    In meinen Augen ist es eine große Leistung unter den von Dir beschriebenen Umständen Abitur zu machen und zu studieren. Soweit, auch wenn es sicher schwer war, hat Deine Konzentrationsfähigkeit ausgereicht.
    Siehst Du das?
    Du schreibst hier lange Texte, auch dies geht nicht ohne Konzentration. Was ich damit sagen will ist richte Deine Aufmerksamkeit auf das was Du kannst, was Dir möglich war und ist.

    Die intelektuelle Leistung war Zuflucht, Kompensation ectr. Das dies nun nicht mehr so funktioniert wie gewünscht beinhaltet für Dich die große Chance Dir selbst näher zu kommen und die Themen zu bearbeiten die Du abgespalten und verdrängt hast. Das ist jetzt einfach dran. Da nützt alles wehklagen, wüten, sich wehren, jammern nichts! Es ist wie es ist!

    Die Glaskugel die sich manchmal blitzartig um mich herum aufbaut - ich werde den Teufel tun, da nach einer Möglichkeit zu suchen, die zu sprengen. Leben in der Glaskugel ist Trennung von allen Menschen, von allen Beziehungen - aber so kann ich wenigstens überleben. Ich komme nicht vorwärts -nicht dahin, wo ich hinwill - aber ich bleibe am Leben.
    So ganz funktioniert das mit der Trennung von allen Menschen ja nicht, sonst hättest Du nicht das Bedürfnis, wenn auch anonym, hier zu schreiben und würdest nicht zu Deiner Therapeutin gehen.
    Von "sprengen" der Glaskugel kann keine Rede sein. Du könntest sie durchlässiger werden lassen. Ab und an mal einen Finger oder einen Fuß hindurch stecken und testen, ob Du das überlebst, sicher bist.
    Geändert von Simpleness2 (25.08.2019 um 23:55 Uhr)


  6. Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    35.295

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber ich brauche Konzentrationsfähigkeit - dauerhafte - um eine Leistung zu schaffen
    Ich habe das nicht, dauerhaufte Konzentrationsfähigkeit, aber ich habe gemerkt, ich kann Leistung auch dann schaffen, wenn ich nur hie und da ein bisschen davon habe.

    ich tu halt, was ich kann, mit den Fähigkeiten, die ich habe. Wünsche "hätte ich doch noch dies und das zusätzlich, stärker, besser" - halte ich nicht für zielführend.

    Ich komme nicht vorwärts -nicht dahin, wo ich hinwill - aber ich bleibe am Leben.
    ich vermute, es wäre deiner Lebendigkeit eher zuträglich statt abträglich, wenn es dir gelingen würde, nähere/engere Kontakte zuzulassen.

    Ein Teil der Glaskugel ist ja "alles so negativ wie möglich interpretieren". Sprich, wenn etwas nicht klappt, ist es ein Zeichen für die Depression, klappt nie, eh nicht; falls etwas mal klappt (und sei es nur Fussboden putzen) schreibst du es kleiner, als es ist, und vernichtest jeden positiven Ansatz.

    So trägst du vieles selbst dazu bei, in der Depression auch zu bleiben.

    Und das tust du, in der Tat, effizient udn leistungsorientiert. Besser und wirksamer als du kann man das eigentlich gar nicht machen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  7. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Die Möglichkeit zu einer intellektuellen Leistung - also ich strenge mich zielgerichtet an, und erreiche dann 50 oder 5 Prozent meines Ziels - die hatte ich noch nie. Das ist etwas, was ich mir - einmal in meinem Leben - wünsche. Dafür lebe ich. Dafür kämpfe ich.

    Ich ist keine Leistung hier schlechte lange Texte zu schreiben. Ich mache das, weil ich es nicht schaffe, andere Texte zu schreiben -mich verständlich auszudrücken, zu beschreiben, was in mir vorgeht. Das einzige was ich kann ist ein '"Rauskotzen" der Texte und mich dabei an die Regel " Absätze erleichtern den Leserinnen das Leben" zu halten. Formulierungen ausfeilen, die richtigen Worte suchen, überabeiten - alles das, was sein muss damit ein Text gut wird - das geht nicht. Ja - es bringt mir eine gewisse kleine Erleichterung. Aber ich schaffe es nicht einmal, die Texte später nochmals zu lesen um zu prüfen, was ich alles vergessen habe, wo etwas schief ist.

    Natürlich wäre mein Leben "schöner" wenn ich Kontakte hätte - aber das, was ich dafür tun kann ist sehr limitiert. Eine Depressiven-Gruppe besuche ich nicht und werde ich nicht besuchen. Spaziergänge mit Führung, Museumsrundgänge, Vernissagen - das sind die Dinge, die jeder Mensch wenn er die Kosten dafür bezahlen kann machen kann - haben die Struktur, dass es einmalige Treffen sind. Nach zwei Stunden tausche ich keine Telefonnummern aus. Kochkurse der VHS oder bei sonstigen städtischen / Kommunalen trägern gibt es inzwischen nicht mehr - es gibt einzelne Kochabende - und die Teilnahmegebühr bei der VHS ist so zwi8schen 30 und 50 Euro - dann kommt noch die Lebensmittelumlage dazu. Auch da - nach drei Stunden ....
    Ich kann nachvollziehen, dass die VHS keine Kochkurse mehr anbietet - 150 Euro können die wenigsten Menschen einfach so zahlen. Kochkurse wären eine Möglichkeit Menschen kennenzulernen. Es gibt Altentreffen - von der Kirche, von der AWO von sonstigen Organisationen sicherlich auch. Und da kann ich in 20 oder 30 Jahren hingehen. ( Nein - ich werde da nicht hingehen - ich verzhichte auf diese Betreuung die einer Einsamen Alten so großzügig angeboten wird, damit sie zwei Stunden in der Woche Scheinkontakte hat und neben anderen Einsamen Alten sitzuen darf. Ja ich habe einen Hund. Und im Moment Angst, mit dem Pelzchen rauszugehen. Und bezahle eine Hundetrainerin dafür, dass sie einmal die Woche mit mir und dem Pelzchen spazierengeht. Und ich hoffe, ich schaffe es bald - im nächsten halben Jahr - da wieder täglich mit Pelzchen rauszugehen. Aber - ein Spaziergang mit Hund schafft keine Kontakte. Sonst hätte ich darüber in den letzten 10 Jahren Kontakte gefunden. Es sind zwei Worte im Bäckereicafe, es sind zwei Worte beim Aneinandervorbeigehen mit andren Hundebesitzern oder wenn Kinder fragen, ob sie Pelzchen streicheln dürfen. Kontakte sind das nicht. Ja ich habe Nachbarn. Ich nehme die Pakete an. Wunderbar für die Nachbarn. Die die nicht davon profitiert bin ich.

    Wenn ichdabei bin, in absoluter Verzweiflung abzustürzen, dann bildet sich die Glaskugeln. Der Fachausdruck dafür dürfte dissoziieren sein. Ich bin dankbar dafür, dass sich die Glaskugel bildet. Ich kann in nachhinein feststellen, dass mich die Glaskugel immer wieder vor der Verzweiflung gerettet hat.

    Kontakte setzen voraus, dass ich zumindest schaffe, den Anschein um mich zu haben, nicht depressiv zu sein.
    Natürlich sind auch depressive Menschen anziehend - aber dies ist eine ganz ganz toxische Anziehung. Da ziehe ich dann nur die Menschen an, die schädlich für mich sind. Die mein Leben weiter verschlechtern. Ich habe noch keinen Einfluss darauf, den Anschein zu erwecken - in der Körperspräche, in der Tonalität der Stimme - im Verhalten - ich wäre nicht defekt oder hätte keine Depression. Ich bemerke es selbst immer nur nachträglich, dass ich schon wieder eine Zeit erlebt habe, in der ich konzentrationsunfähig war, also ganz und gar in der depression gefangen war. Immer dann wenn mir etwas wichtig war. Da kommt die Blockade.
    wieder. Da, wo ich etwas will .

    Ja - ich weiss, das ist eine ewige Jammersusigkeit. Ja ich weiss auch, dies ist keinem nicht-anonymen Kontakt - und auch den anonymen Kontakten nur in sehr sehr homöopatischen Dosen - zumutbar. Ja ich weiss, diese Gefühle oder Glaubenssätze oder Gedanken beherrschen micht seit Jahrzehnten. Und das darf nicht sein und ich muss nur DAS RICHTIGE tun, dann wird es besserj.- und ich weiss auch, ICH finde das richtige nicht .
    Und so habe ich die Wahl zwischen im Kreis gehen oder stehenbleiben - und eine absurde unrealistische, surreale Hoffnung, dass sich - irgendwie - irgendwo - irgendwann etwas verbessert. ABER ich habe keinen Einfluss darauf.

    Immerhin- die beiden schlimmsten Tage der Woche liegen gerade hinter mir- Samstag und Sonntag.


  8. Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    35.295

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    dann wweitethin viel Spass in deiner Glaskugel!

    da willst du sein, da fühlst du dich relativ wohl, da willst du nicht raus.

    aber - da geh ich nicht mit dir einig - weil du es so willst.

    es gäbe sehr wohl andere Optionen, aber die willst du nicht nutzen, und auch nicht darauf hin arbeiten.

    es ist nicht "es geht nicht", es ist " ich will nicht". und solang deine Gründe dafür gut sind, warum auch nicht?

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  9. Avatar von AweSomeOne
    Registriert seit
    06.01.2017
    Beiträge
    672

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    Meine Stimmung schwankt stark. Schöner wär's wenn's schöner wäre.
    Das finde ich fast schlimmer als ein dauerhaftes Tief.
    Weil das so nicht "greifbar" ist.

    Auch wenn es sich vielleicht blöd anhört, aber tu einfach so, als ob es ein schöner Tag ist
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

  10. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    AwesomeOne - ja Schwankungen sind schlimmer wie ein dauerhaftes Tief.
    Bae- Danke für deine bisherige Beteiligung. Ich habe großes Verständnis dafür, dass du jetzt aus dem Dialog rausgegangen bist.

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