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  1. Registriert seit
    03.06.2016
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Bei einer Suchtproblematik oder Substanzmißbrauch würde ich mich zuallerst auf Abstinenz konzentrieren. Nur meine Meinung.


  2. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    Wo ich - momentan - klarkomme: Irgendeine Handelsentscheidung treffen die länger dauert - zB Bügeln und dann sofort und ohne Plan und ohne Ziel damit losstolpern. Darauf verzichten, die Arbeit gut zu machen einfach handeln.
    Wenn das etwas ist, was funktioniert: merken und mit in die Werkzeugkiste packen für weiteren Gebrauch.



    auch die Abwertung als Behinderte, als nicht Erwachsene also als eine Person, die für "Irgendwas Bügeln können" gelobt werden darf / muss.
    Es ist nun mal die Realität der Depression, dass sie einen nieder drückt, fesselt, einengt. Wer mit 100 kg Gewicht am Fuss drei Schritte vorwärts machen kann, leistet nun mal objektiv deutlich mehr als eine Person, die ohne dieses Gewicht einen schnellen Sprint hinlegen kann.

    Diese Realitäten nicht zu sehen, verhindert Fortschritt. Diese Realität anzuerkennen, ermöglicht eine angemessene Beurteilung von Fortschritt.

    Warum ich hier schreibe - mir fehlt ein Lesestoff von anderen, die auch in dieser Situation gesteckt haben.
    ich hab in dieser Situation gesteckt. Und rausgefunden.




    Da fehlen für mich die 1000 Punkte die wahrscheinlich oder vielleicht oder insgesamt gesehen - zu der Verbesserung geführt haben.
    Stimmt, es sind 1000 Punkte. Ein Detail am andern nehmen, anschauen, bearbeiten, verändern... millimeterweise. Drei Schritte vor, zwei Schritte zurück, lange Pause. hie und da mal etwas finden, was minim besser geht als der Rest...

    ja es ist langwierig und schwierig, es wäre Unsinn, das Gegenteil zu behaupten.

    Allerdings: obwohl es langwirig und schwierig ist, ist es möglich, Fortschritte zu erzielen.



    Und was mir fehlt ist eine Information, was dieser verdammte therapeutische Prozess sein soll, de die Verbesserungen bewirken soll.
    halt die Situation analysieren, Lösungswege bedenken, Lösungswege umsetzen, die Sache reflektieren, und wieder von vorn...

    Oder auch: sich vorwärts wursteln, so gut es gerade geht. mal besser, mal schlechter, mal mit Fortschritten, mal mit dem Gefühl endloser Plateaus und Rückschlägen.

    Das ist der therapeutische Prozess.

    und denken Sie immer daran - alles was sie machen ist richtig -
    nein, es ist nicht "alles richtig". Aber es gibt Dinge/Verhaltensweisen, die sind besser als andere Dinge/Verhaltensweisen.

    Angenommen, es ginge um Musik:

    - es ist besser, fokussiert und konzentriert zu üben, als schludrig und nachlässig zu üben

    ABER:
    - es ist besser, schludrig zu üben, als gar nicht zu üben!

    - es ist ideal, täglich zu üben
    - es ist aber immer noch besser, unregelmässig zu üben, als gar nicht zu üben!

    nur das Beste zulassen zu wollen, ist wenig sinnvoll. man muss sich zugestehen, Dinge unperfekt zu machen - damit sie die Chance kriegen, sich zu verbessern. Eine Menge Dinge brauchen schlicht Repetition, Repetition, Repetition, und es wird von selbst besser.

    Oder auch fragen: " Frau Dim-Dim, was ist ihr Ziel ?"
    Genau, das ist eine gute Frage.

    Was ist dein langfristiges Ziel?

    Was sind kurz- und mittelfristige Zwischenziele? Ziele für die nächste Stunde, den nächsten Tag, die nächsten paar Wochen?


    "Frau Dim-Dim - setzen sie einmal Kopfhörer auf damit sie nichts mehr hören und spielen sie die Noten fünfmal - zehnmal, damit sich die Finger an das Tempo das notwendig ist gewöhnen. Erst der zweite Schritt ist dann die Tastenfehler ausmerzen"
    umgekehrt. Erst langsam aber korrekt, dann das Tempo erhöhen!
    Dinge schnell machen zu wollen, bevor man sie richtig kann, gibt Murks.

    Generell gilt:
    lieber wenig machen, dafür richtig.

    ABER auch:
    lieber überhaupt etwas machen (im Zweifelsfall schlampig) als gar nichts machen!


    Was die Essenz der Therapie ist - was ich da in den 50 Minuten tun muss und was die Therapeutin tun muss - das ist meine Frage.
    Die Therapeutin soll leiten, anführen, gute Fragen stellen.

    Du sollst ehrlich und aufrichtig sein, und dich darauf konzentrieren, der Negativität der Depression keinen Raum zuzugestehen, sondern rational und analytisch das zu tun, was du im Kopf als richtig erkannt hast.



    Ich frage nach dem therapeutischen Prozess einer analytisch fundierten Gesprächstherapie.
    Gespräch allein bringt nicht unbedingt etwas. Leute mit Depression sind oft intelligent und durchschauen durchaus das Problem. und haben ausserdem eine Menge Vorstellungskraft, die dazu genutzt wird, alle möglichen Katastrophen in den grauesten Farben darzustellen.

    ABER das Erkannte kann nicht umgesetzt werden! Eine Therapie bei Depression erfordert einen starken Fokus auf dem Umsetzen, wie das geht, welche Hindernisse sich zeigen, und im Suchen nach Lösungen, wie man diese Hindenisse mildern oder umgehen kann.

    halt eben Dinge wie "manchmal klappt es mit einfach loslegen!" - super, das ist ein ausbaufähiger Ansatz, damit kann man arbeiten!

    je mehr solcher Ansätze man hat, kennt und nutzt, desto leichter wird es. Wobei: bevor es leichter wird, bleibt es sehr sehr lange zäh und mühsam, damit muss man leider rechnen. Aber trotzdem, es lohnt sich auf lange Sicht, meine ich.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  3. Registriert seit
    05.06.2018
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    70

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Gut, Bae ! find ich gut!
    Mir hilft das! Hab oft das Problem, mich zu Dingen, die ich nicht gern mache, aufzuraffen, bzw. was nicht unbedingt erledigt werden muss.
    Das gibt dann Berge, die sich auftürmen.

  4. Avatar von AweSomeOne
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    Heute ist ein guter Tag. Ein spannendes Wochenende mit dem richtigen Maß an Zerstreuung liegt vor mir. Mal erholen von dem ganzen SCH...
    Viel Erfolg

    Viel Spaß

    und du weißt ja ... geht immer weiter
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

  5. Avatar von AweSomeOne
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    [...]
    Warum ich hier schreibe - mir fehlt ein Lesestoff von anderen, die auch in dieser Situation gesteckt haben. Ich kann die tollen Selbsterfahrungsbücher: Ich hatte eine Depression und dann habe ich eine Therapie gemacht und seitdem ist mein Leben ganz toll nicht mehr riechen - schmecken sehen.
    [...]
    Hervorhebung von mir.

    So oder so ähnlich war auch einer deiner ersten Sätze, die du hier geschrieben hast.
    Und der Grund für mich, dich speziell nicht anzusprechen, bzw. dir direkt zu antworten.

    Ich wage es zu bezweifeln, dass dir Erfahrungen oder Erkenntnisse anderer wirklich helfen oder dich weiterbringen. Das ist nämlich auch nur so ein Wahrnehmungsding.

    So, als würdest du es anderen nicht glauben oder nicht gönnen, einen Weg für sich gefunden zu haben.

    Du wirkst so fremdbestimmt. So beherrscht von einer fremden Macht, deiner Depression.
    Dabei wirkst du auf der anderen Seite nicht so, als würdest du dir von anderen etwas vorschreiben lassen.

    Außerdem kann man es manchmal gar nicht genau benennen oder hat selbst gar nix besonderes gemacht.
    Man hat weitergelebt und sich bestenfalls weiterentwickelt. Und hat plötzlich mal wieder ein gutes Gefühl.
    Einfach so. Achtsamkeit ist das Stichwort. Das können zu Anfang ganz kurze Momente sein. Sekundenglück, sozusagen..

    Die Frage, die wohl jeden Menschen umtreibt, auch die ohne Depression:
    Was ist Erkenntnis? Welchen Sinn hat mein Leben?

    Ich selbst habe meine Erkenntnisse und Erfahrung hier ja schon oft geschildert.
    Meine "Erkenntnis" kam eingentlich mit einer potentiell tödlichen Erkrankung im letzten Jahr.

    Ich hätte also ohne weiteres Zutun und ohne "Schuld" endlich sterben können.
    Dann hätte dies nutz- und sinnlose Leben, das ich nicht mehr bewältigen konnte/wollte, ganz einfach so geendet.

    Um dann festzustellen, wie sehr ich an diesem sinn- und nutzlosen Leben doch hänge.
    Noch nie in meinem Leben war ich so am Ende und noch nie so wenig bereit zu sterben.

    Wie ein Alkoholiker wohl erst ganz am Ende sein muss, um seine Sucht zu erkennen und dagen angehen zu können, so war dies danach, als die Strapazen der Behandlung nachließen, mein "Weckruf".

    Ich erlaubte mir, am Ende zu sein.
    Ich durfte nutzlos sein.
    Mein Leben brauchte keinen großen, tiefen Sinn mehr.
    Ich durfte aufhören zu kämpfen.

    Ich durfte plötzlich einfach nur sein, wie ich bin.
    Weil ich gar keine Handlungsmöglichkeiten mehr hatte.
    Egal wie sehr ich vom Kopf her wollte, es ging nicht. Mein Körper streikte.

    Und da war dann ein sehr simpler Gedanke:

    Wenn das jetzt so ist, dann muss ich es auch nicht mehr krampfhaft anders wollen.

    Welche höhere Instanz will be-/verurteilen, wie sinnvoll oder nutzlos mein Leben ist?
    Denn sterben lassen wollte man mich ja auch nicht.

    Also leb ich eben weiter. Aber nach meinen Regeln, meinen Vorgaben und im Rahmen dessen, was mir möglich ist.

    Weil ich bestimme, was geht und was nicht geht. Ich setzte das Maß selbst. Und das ist eine Entscheidung.

    Trotzdem wünsche ich dir von ganzem Herzen, dass du einen für dich gangbaren Weg findest.
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —


  6. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Liebe Awe,

    ich gratuliere Dir herzlich zu Deiner Genesung!!!

    Ich bin körperlich weitestgehend gesund. Suizidgedanken haben mich in meinem Leben immer wieder seit meiner schlimmen Jugend begleitet. Es war alles schlimm, ich wußte mich nicht zu helfen, es gab keinen Weg hinaus aber dieser Weg stand halt immer offen. In den letzten Wochen hatte ich - vermutlich ausgelöst durch den derzeitigen Medikamentenentzug - oft Suizidgedanken. Ich bin ärztlich versorgt, bitte niemand hier soll sich deswegen um mich sorgen. Ich verstehe daher, die Pein, die dahinter steht. Ich habe aber auch verstanden, dass ich zutiefst gerade nicht den Wunsch habe, mein Leben zu beenden, sondern die unerträgliche Lebenssituation, in der ich mich in der Lebensmitte wiederfinde.

    Als ich in diesem Thread zu schreiben begann, war ich für mein Empfinden ganz unten angelangt. Ich hatte an dem Punkt wirklich alles verloren bis auf meine körperliche Unversehrtheit. Die Devise hier im Strang war dann: raus da Schritt für Schritt - auch wenn es nur Babyschritte sind. Nun nach Jahren des Bemühens muss ich zugeben, dass meine Bemühungen ergebnislos geblieben sind. Ich hab's versucht aber ich hab's versemmelt. Von den professionellen Helfern höre ich seit einem guten Jahr: Frau Neustart, sie brauche DRINGEND mal ein Erfolgserlebnis! Hahaha.

    Ich kann unter solchen Umständen kein seelisches Gleichgewicht erlangen, es geht nicht. Also nehme ich erneut Hilfe an. Ob es funktioniert, weiß ich nicht, aber es trägt mich erst mal in der nächsten Zeit über die Momente der Hoffnungslosigkeit, die noch kommen werden.

    So jetzt habe ich den Beitrag von der lieben Awe genutzt, um mal einen Stand betreffend mich durchzugeben, ich kriege es so selten auf den Punkt.

    Liebe Awe, eine schwere körperliche Erkrankung ist eine nachvollziehbare Ursache für Depressionen. Ich freue mich so sehr, dass Du die Krankheit überwunden hast und hier Deine Erfahrung auch teilst. Du hast mir viel Kraft gegeben in den letzten Tagen!!! Ich bin dankbar für Dein Verständnis mit uns, deren seelische Krankheitsursachen weniger nachvollziehbar sind und daher im Verborgenen wirken und sich der Beseitigung entziehen. Ich für meinen Teil gebe es nicht auf.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Sinnlos
    Geändert von Dim-Dim (22.07.2019 um 12:44 Uhr)


  8. Registriert seit
    03.07.2005
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    Also Minus Neun.

    Heute Morgen aufgewacht - und ich sehe - minus 11.
    mal nur aus Neugier, woran machst du diese Zahlen fest?


    Und diese Erfahrung - ich kämpfe mich voran, schaffe Millimeter - wirklich Millimeter - und diese Scheinverbesserung löst sich über Nacht nicht nur auf sondern wird zu einer weiteren Verschlechterung.
    Das ist ein typischer Fall, wo die Depression aus dir spricht.

    nur die Depression kommt auf die Idee, dass jede Bewegung in die richtige Richtung eine "Scheinverbesserung" ist, aber jede Verschlechterung eine tatsächliche Verschlechterung.

    Ein Fortschritt wäre die Gewohnheit, Veränderungen nicht zu bewerten auf diese Weise, sondern lediglich festzustellen, was Sache ist.

    und ja Depressionen sind leicht heilbar
    Wer sagt das? Bestimmt nicht deine Therapeutin?




    Dieser Absatz ist eine Zusammenfassung, was die professionellen Helfer sagten,
    Es hat wenig Wert, ständig wiederzukäuen, was andere sagen.

    Wertvoll ist, das zu suchen, was deine Lebensqualität verbessert. Was immer das für dich bedeutet.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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