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  1. Registriert seit
    03.06.2016
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Ihr seid lieb.

    Heute bin ich in die Knie gegangen. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wodurch getriggert, aber eine solche Wucht ist schwer zu ertragen. Habe heute lange, sehr lange mit der Telefonseelsorge gesprochen. Am frühen Abend hab ich's ins Schwimmbad geschafft, dass ich keine Lust hatte, könnt Ihr Euch schon vorstellen, aber ich wollte auf alle Fälle zur Nacht körperlich müde sein. Die Nacht ist meine letzte Zuflucht, den Nachtschlaf habe ich mir in all den schlimmen Jahren weitestgehend erhalten. Jetzt bin ich schön müde aber mental sehr erschöpft und innerlich immer noch am Weinen. Aber der Tag ist vorbei und morgen ist ein ganz nigelnagelneuer Tag.

    Danke für Eure Unterstützung und alles Liebe und Gute für Euch wo immer Ihr seid...
    neustart


  2. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von neustart_jetzt Beitrag anzeigen
    Ich bin mir erst recht unsicher, ob die Tränen nicht auch Zeichen der Genesung sind, denn als die Diagnose noch schwere Depri lautete, habe ich nicht geweint. Das ist jetzt drei Jahre her. Meine Güte warum dauert das so lange.
    Ich halte Tränen für unverzichtbar auf dem Weg der Genesung. Als Du noch nicht geweint hattest, hast Du den Schmerz in Dir eingeschlossen, jetzt kannst Du ihn herauslassen. Diese Phase kann dauern, zumal Du ja sehr stark traumatisiert wurdest.
    Wichtig erscheint mir hierbei, dass trotz der Tränen (resp. Traurigkeit) auf der einen Seite, trotzdem in kleinen Schritten gute Momente oder Phasen wertgeschätzt und bewusst ausgebaut werden können. Aus Deinen und anderer Posts kann man das auch herauslesen.
    Die neurologische Erklärung habe ich bei Stefan Klein gelesen: Im Gehirn finden Traurigkeit und Freude in zwei unterschiedlichen, nicht miteinander in Wechselwirkung stehenden Bereichen statt.
    Therapie, Unterstützung/Zugewandtheit von anderen und eigene Bewusstheit können helfen, die Traurigkeit durchzustehen und die Freude auszubauen.

    Ein ganz anderes Kaliber ist der Hass.
    Hass und sein Gegenstück Liebe, sind m.E. keine Gefühle, sondern Grundhaltungen, für die man sich einmal entschieden hat. (Sich aus Trägheit in den Hass hineinrutschen lassen, ist auch eine Entscheidung.)
    Ein Therapeut oder Coach, der versucht, Hass zu therapieren, wird sich sehr bald zu schade dafür sein und die Vergeblichkeit erkennen.
    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    Ich verstehe es , dass jahrelange Erfolglosigkeit zu negativem Denken und zu Selbsthass führt.
    Das sehe ich nicht so.
    Zu Traurigkeit und Resignation womöglich - aber diese Zustände könnten auch aus einer Haltung des Selbstmitgefühls und der Selbstliebe heraus erlebt werden.
    Wie Du, Dim-Dim, schreibst, war der Selbsthass bei Dir nicht immer da. Dann müsste es doch genauso möglich sein, den Hebel jetzt umzulegen, und wieder in die Liebe zu gehen.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    [...]Die werden bestimmt nie weg sein (bei wem denn schon? auch Gesunde haben ihre schwarzen Stunden...), aber es ist halt sowas, das zum Leben gehört wie gelegentliche Regengüsse wenn ich den Schirm vergessen hab.
    Eben. Ich habe mich über die Ursprungsfrage gewundert, da es doch bekannt sein dürfte, dass eine Depression nicht anhand der Art der Symptome definiert wird, sondern anhand ihrer ununterbrochenen Dauer.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Aber ich kann beobachten, unter welchen Umständen es mir gut geht, unter welchen Umständen nicht - und mir dann geeignete Umstände schaffen. Die sind auch nicht immer so, wie sich mein Kopf das
    An deiner Stelle würde ich ungefähr so planen: falls je wieder einer der Tage kommt, wo viel Leistung geschieht - sich einfach mal auf DREI Nullertage einstellen, und die sich gönnen, um zu regenerieren. Und frühestens am Tag Nummer Vier wieder irgendwas vornehmen, was nur halbwegs nach Leistung aussieht.
    The sky is always blue above the clouds.


  3. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    da es doch bekannt sein dürfte, dass eine Depression nicht anhand der Art der Symptome definiert wird, sondern anhand ihrer ununterbrochenen Dauer.
    Bekannt heißt ja nicht nachvollzogen und verstanden Galah. Auch für mich ist der Hinweis auf die Persistenz der Symptome soooooo wichtig. Ich habe nämlich bemerkt, dass ich mich in einem depressiven Zustand weitestgehend auch nur noch an solche erinnern kann. Das heißt, wenn es mir schlecht geht, erinnere ich fälschlich, dass es mir schon immer schlecht ging. Und runter gehts die Abwärtspirale, das hält man doch im Kopf nicht aus.

    Gerade nach meinem Stimmungsloch gestern ist Dein Hinweis für mich GOLD wert! Klar hab ich früher schon mal geweint, aber doch nicht so anhaltend. Klar war ich auch früher mal verzweifelt, sogar in ausgesprochen angenehmen Lebensphasen!

  4. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Dim,

    die Aussage 'ins Hirn geschissen' - gibt es dazu einen Zusammenhang? Hat er das flapsig gemeint, im Sinne von: "man hat Sie kaputt gemacht" - also eine Korrumption von außen? Sollte das als bewusst provokantes Statement dienen? Eine Rollenspiel-Übung, oder ähnliches? Als persönliche Meinungsäußerung würde mich das schon als Zuschauerin sprachlos machen und sowas geht in einem therapeutischen Setting sicher nicht. Aber wie gesagt: Kontext ist wichtig!

    Des weiteren - und ich formuliere das jetzt so vorsichtig wie möglich -
    ich habe mittlerweile den Eindruck, dass ich mit meinen Aussagen bei dir nicht wirklich ankomme. Dass du so sehr in deinen eigenen Denk- und Gefühls- (und auch Handlungs-)Mustern verstrickt bist, dass bei dir einzelne Stichworte durchdringen, zu denen dann deine eigenen Filme zu laufen beginnen.
    Ein eindringliches Beispiel ist ja das Singen!
    Zunächst schreibst du
    "Wozu sollte ich mit jemand reden, der mir nicht einmal eine Idee - egal ob falsch oder richtig - was Handlungsmöglichkeiten zur Änderung eines Sch .. Zustandes sind! Der Chefarzt hat auch gesagt: Frau Dim-Dim, sie müssen in der Singruppe singen ( ds war eine sogenannte Theapie ) dann wird alles besser. "

    Für mich ist da schon ein Widerspruch von einem Satz zum nächsten.
    Der Arzt hat dir damit ja einen Vorschlag gemacht - was davon zu halten ist, steht auf einem anderen Blatt.
    Singen ist ein Trigger für dich. Konnte der Arzt das wissen? Hast du das kommuniziert? So, wie es da steht: nein - da kamen "kann ich nicht, gehört nicht zu meinen Talenten." Das kommt desinteressiert rüber und ein Außenstehender kann vermutlich nicht erkennen, dass damit traumatische Erinnerungen hochkommen. Und genau das gehört doch in die Therapie.
    (Auch, dass z.B. idealerweise die traumatische Erfahrung im Nachhinein aufgelöst wird: Du singst falsche Töne, außerhalb Rhythmus, vor der Gruppe, und irgendwann ist das so lustig - dass alle lachen!
    Kannst du dir das vorstellen?
    Es gibt da eine Szene im Film 'Die Hochzeit meines besten Freundes', ich kann sie dir raussuchen, ist im Büro geblockt)

    Ich meine das jetzt nicht als Kritik, sondern damit du verstehst, dass eine solche Diskrepanz - wie sie sich hier mir von außen darstellt, natürlich kann ich total daneben liegen - möglicherweise die Kommunikation und damit auch die Therapie erschwert - und deine Heilung verlangsamt bis unmöglich macht.
    Und gleichzeitig solltest du dadurch nicht den Mut verlieren - denn es wäre doch immerhin ein Ansatzpunkt, um zu versuchen, Veränderungen zu bewirken.

    Ebenso würde mich interessieren, wie das Aufnahmegespräch abgelaufen ist. Inwiefern hat der Arzt bewusst Knöpfchen gedrückt? So bewusst wie beim Singen? Er kannte dich da doch noch garnicht - besteht nicht die Möglichkeit, dass er schlicht und einfach seinen Fragenkatalog durchgegangen ist (um seine Diagnose bzw. darauf fußend den Therapieplan etc zu erstellen) und dabei auf schmerzhafte Punkte gestoßen ist? Hat er gezielt versucht, deine schmerzhaften Punkte zu identifizieren - was ja im Grunde sein Job ist? Hast du angesprochen, wie du dich fühlst, was das Gespräch in dir auslöst? Auch da - gerade das ist Therapieinhalt. Es geht dort nicht darum, was vorzuspielen, 'Leistung' zu erbringen, die 'richtigen' Dinge zu sagen - wenn, dann wäre Letzters schlicht und einfach das, was dich akut beschäftigt und belastet. Das ist das Material, mit dem gearbeitet wird.

    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    Ich übersetze mal den satz wie ich s täglich gehört habe: Chefarztt:" Frau Dim-Dim - ihre probleme sind sidn nichts, was irgendwie real ist. Das was sie mir erzählen - das sind lauter Dinge, die sie mit links lösen können - wenn sie nur wollen. Sie müssen nur wollen- und dann sind ihre Scheinprobleme weg - aber das alles ist kein Therapiethema."
    Das finde ich jetzt schwierig. Wenn der Satz wirklich so gefallen ist - du sagst, dass du ihn so _gehört hast_ - es ist möglich, dass der Arzt etwas anderes _gesagt_ hat? - was sollen "Scheinprobleme" sein?
    Du fühlst dich gefesselt und gefangen, macht- und kraftlos. Das ist ein alles bestimmendes Gefühl und bestimmt dein Handeln (oder eben Nichthandeln). Ist nicht genau das dein Problem, und sehr real für dich?

    Andererseits kann eben der Satz auch etwas anderes bedeuten, im Sinne von: Frau Dim, Sie könnten Dinge anders konnotieren, dann wären sie keine Probleme mehr. (Was natürlich leichter gesagt als getan ist.)

    Ich verstehe es , dass jahrelange Erfolglosigkeit zu negativem Denken und zu Selbsthass führt.
    Was meinst du mit Erfolglosigkeit?
    Könntest du konkrete Situationen beschreiben, die für dich schwierig, schlimm, katastrophal sind? Ich weiß, das sind vermutlich teils sehr persöliche Dinge - vielleicht gibt es Beispiele, die nicht allzu 'entblößend' sind, aber dennoch verdeutlichen, worum es dir geht)
    Whatever happened until now only served to deliver this moment.


  5. Registriert seit
    16.05.2019
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Kitty-Snicket,

    sorry - im Moment bin ich genervt. Ich hatte dir gestern eine Antwort geschrieben, die ist abgestürzt, ich habe heute nochmals eine Antwort geschrieben und als ich sie abschicken wollte ist ein Teil der gestern geschriebenen Antwort im thread gelandet und mein Text von heute ist abgestürzt.


  6. Registriert seit
    04.07.2019
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Mit einer Verhaltenstherapie. In der Verhaltenstherapie ist der Patient aktiv an seinem Heilungsprozess beteiligt, indem er neue Denk- und Verhaltensweisen einübt. Mittlerweile geht es mir seit Jahren gut, auch weil ich mich von Menschen getrennt habe die mir nicht gut tun.
    Alles Gute


  7. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Citronella,
    kannst du ein paar dieser Denkweisen und dieser Verhaltensweisen aufschreiben ? Also - welche konkreten
    Denkstrukturen oder Denksätze und welche konkreten Verhaltensweisen / Handlungen ?


  8. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Hallo Kitty,
    mir erscheint es im Moment total sinnlos, die Frage mit der Singerei zu beantworten. Ich hatte vorgestern eine Therapiestunde. Ich habe von einer Situation erzählt, die mit diesem Thema - äußerlich - zusammenhängt. ( Immerhin - nachdem ich zweimal versucht habe Dir zu schreiben hatte ich mich mit mir darauf geeinigt, dass ich dann, wenn ich nicht mehr weiter erzählen kann / will sage, das kann ich nicht) Und so konnte ich der Therapeutin wenigstens sagen, , dass es da eine Geschichte gab, bei der ich ohnmächtig - hilflos einer Demütigung ausgesetzt war. (Ich glaube, das ist die Struktur jeder Mobbingsituation) Meine Überlebensmöglichkeit - damals vor 40 Jahren oder so war nicht zu zeigen, wie sehr mich diese Peergroupgeschichte verletzt hat. Ich habe gesagt, wie ich damals reagiert habe, nämlich mit dem Abschalten aller Gefühle. Die Therapeutin hat auch gesagt, dass es damals wohl meine einzige Handlungsmöglichkeit in dieser Situation war, alle Gefühle abzuschalten. Haltung bewahren. Nicht zeigen, wie sehr mich das getroffen hat. Sonst wäre es noch viel viel schlimmer geworden. Für mich. Und genau diese Ex-Mitschülerin hat mich vor noch nichtmal drei Monatennochmals verarscht - gedemütigt - nachdem sie mich durch ihre jahrelange Mobbingaktion / dies bezieht sich jetzt auf die vergangenen fünf oder 10 Jahr -) aus einer Kontaktmöglichkeit die mir sehr sehr wichtig war rausgekickt hat.

    So - jetzt bin ich nach der Therapiestunde nach Hause gegangen. Und ich finde keinen Zugang zu meinen Gefühlen in der damaligen Sitaution. Der Situation vor 30 - 40 Jahruation weiter destabilisiert. ( Ja - auch wenn man schon im Grunde nur noch am dahinvegetieren ist t, gar nicht mehr iebt- eine weitere Verschlechterung ist immer möglich) Und natürlich bekomme ich es nicht hin, jetzt zu spüren, was für Gefühle ich damals - vor 30 40 Jahren gehabt hätte, wenn ich es mir hätte erlauben können Gefühle zu haben.

    Ich muss diese Gefühle jetzt haben, sonst komme ich aus der Ankettung an diese alte Sitaution nicht raus. Selbstverständlich will ich das nicht - aber ich weiss, dass ich das muss. Ich muss die Gefühle spüren. Wollen tu ich das nicht. Ich muss aber. Trotzdem - das was ich muss ist mir nicht möglich.

    Ich hänge nur noch heulend herum, gehe nicht mehr aus dem Haus, schaffe die minimalsten Haushaltsaufgaben nicht. Es ist mir nicht möglich, etwas zu tun, für das ich mich loben könnte. Damit schaffe ich es auch nicht mir selbstvertrauen- selbstauchtung - selbstwirksamkeit zu erarbeiten. Das einzige gefühl das verhanden ist - ich habe immer versagt, ich versage immer noch - als Gegenwart - und ich sehe keinen Weg aus diesen ewigen Versagen herauszukommen. Und solange ich dies nicht schaffe- solange erlebe ich keine Selbstwirksamkeit und solange ich keien Selbstwirksamkeit schaffe - also dass ich mein Leben lebe und nicht nur dahinvegetieren - solange fehlt mir die Basis für jede Verbesserung.

    Ich muss jetzt heulend auf die nächste Stunde warten. Und die Therapeutin wird mir sagen das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. Aber wo ist der Dünger - die Erde - die Sonne - das Wasser - damit das Gras überhaupt die Wachstumsvoraussetzungen hat ? Es ist eine Verarschung


  9. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Ich weine auch nur noch. Oft weine ich schon morgens. Es fällt mir immer schwerer, einen Tag-Nacht-Rhythmus aufrecht zu erhalten. Ich sehe langsam keinen Ausweg mehr.


  10. Registriert seit
    03.06.2019
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Dim-Dim Beitrag anzeigen
    Und die Therapeutin wird mir sagen das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht. Aber wo ist der Dünger - die Erde - die Sonne - das Wasser - damit das Gras überhaupt die Wachstumsvoraussetzungen hat ? Es ist eine Verarschung
    Auch der Dünger ist in Dir, nur in Dir.
    Du musst die Möglichkeit zulassen, dass es so ist, und dann graben und suchen.
    The sky is always blue above the clouds.

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