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  1. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Klasse, ich bin auch genau 2 Jahre ohne Medikamente und sie haben mir in den harten Jahren sehr geholfen;.) Habe auch Therapie und Klinikaufenthalt hinter mir und ich war lange Zeit gegen Antdepressiva. Aber heute bin ich dankbar, dass sie mich eine Zeit lang so gestützt haben und Kraft gaben.
    Ich bin jetzt 12 oder sogar schon 13 Jahre ohne.
    Posttraumatische Geschichte.

    Meine (psychologische, nicht-ärztliche) Therapeutin hat mir dazu geraten, mit einenm befreundeten Psychiater haben wir den für mich passenden Wirkstoff gefunden. Die Therapie zeigte dann auch irgendwann Erfolge ...
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  2. Avatar von herbstblatt7
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Es ist jetzt mitten in der Nacht und ich frage jetzt irgendwie verstört, weil ich mich das schon immer mal gefragt habe (und weil ich morgen arbeitsfreien Tag habe), wie ist das finanziell machbar? Das kostet doch (vermute ich) enorm, selbst wenn man in einer ganz normalen Krankenkasse ist?

    Medikamente kosten, Therapien - soviel ich weiß, sind das psychisch verankerte Therapien und oft Therapien für psychosomatisch daraus erfolgende Beschwerden. Krankentagegeld (ich weiß jetzt nicht, ob dies der richtige Ausdruck ist) und es geht oft über viele Tagen, Wochen, Monate, in denen man seine Miete und sonstige Kosten bezahlen muss.

    Um ehrlich zu sein: Schon diese Kosten, die dann anfielen, würden mich depressiv machen. Und droht dann nicht oft oder immer eine Kündigung vom Arbeitgeber?

    Ich hoffe, ich bin jetzt niemandem hier zu nahe getreten!
    Nyd din læring, sagde silden.

  3. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Ich hatte Glück in dieser Situation.
    Eigene Wohnung, etwas Witwenrente (die Depression wurde durch den Tod meines Mannes ausgelöst), eigene finanzielle Ressourcen.
    Und ich arbeitete phasenweise, verbissen sogar, das war das einzige, das ich zustandebrachte. Meine Auftraggeber waren auch ziemlich verständnisvoll in den Phasen, in denen ich Mist ablieferte oder nicht verfügbar war, weil erstarrt oder stationär.

    Es war knapp, aber ich brauchte damals außer dem Nötigsten (inklusive Hundefutter) nichts. Klamotten, feines Essen, Ausgehen ... war ja alles nicht interessant.

    Ein Freund ist immer wieder monatelang wegen Depression arbeitsunfähig. Stationär, Tagesklinik, krank geschrieben.
    Der ist immer noch bei derselben Firma. Und wir sprechen hier von ca. 20 Jahren. Ich weiß auch nicht, ob das normal ist oder eine Ausnahme.

    *edit* PS: Als Freiberuflerin bekam ich kein Krankeneld. Die GKV hat auch nicht durchgängig die Psychotherapie bezahlt. Nach 3 Jahren musste ich mal einge Zeit selbst zahlen. Aber das war dann steuerlich relevant. Letztlich war die Kasse aber recht kooperativ. [Hat sich auch gerechnet fürs Solidarsystem. Seit mehreren Jahren zahle ich als Angestellte viel rein und bin bisher kaum mehr krank gewesen ...]
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
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    Geändert von katelbach (25.01.2017 um 09:55 Uhr) Grund: PS ergänzt


  4. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Das ist, als würdest du zu dem Menschen mit dem kranken Bein sagen: Geh doch einfach zum Arzt.
    Mit einer Zerrung o.ä. kannst du noch humpeln, mit Knochenbruch gehst du eben nirgendwo hin.
    ich habe nie und nirgends behauptet, es sei einfach. Definitiv nicht. Würde mir niemals in den Sinn kommen.

    Dennoch bin und bleibe ich der Meinung, dass ein hektisches, unüberlegtes Vorgehen (also das Gegenstück zum ruhigen Anschauen und gründlichen Nachdenken) nicht die erwünschten Resultate bringen wird, nämlich die psychische Gesundheit (wieder) herzustellen im Lauf der Zeit.

    Im Zweifelsfall, und ohne akute Gefahr (wie zB "ich geh mich jetzt umbringen") würde ich eher dazu neigen, lieber etwas länger und gründlicher nachzudenken, statt kürzer. Was sowohl die depressive Person betrifft, wie auch ihre Familie und Umfeld, wie auch Therapeuten aller Art.

    Warum es nicht geht? Weil das nachdenken eben nicht "normal" funktioniert. Ja, ich konnte in der Depression nachdenken, es war aber mehr ein grübeln und eben dunkle Gedanken, von denen ich regelrecht besessen war.
    Aber Angehörige und Therapeuten können, hoffentlich, klar denken.

    Man erwartet ja auch nicht von der Person mit dem gebrochenen Fuss, dass sie sich den selbst diagnostiziert und selbst behandelt. Es gilt ja auch: wenn man grad an starken Schmerzen leidet, ist es mit dem klaren Denken meist auch nicht weit her. Man erwartet aber sehr wohl vom behandelnden Arzt, dass er sich die Zeit und Aufmerksamkeit nimmt, genau hinzuschauen und genau festzustellen, wo das Problem liegt, bevor er sich für eine Behandlung entscheidet! Warum sollte das bei Depressionen anders sein?

    Einen Schritt zurück zu treten und über meinen Krankheitszustand sinnvoll und in Ruhe nachdenken konnte ich nicht, ich war wie gefangen.
    ja drum sollen die das tun, die das können.

    Natürlich ist ein depressiver Mensch frei, seinen Weg zu wählen - so gut er das kann.
    Dazu gehören auch Medikamente als Option.
    ja. die Medikamente. Und alles andere auch.

    Ich weiß nicht, was du für Vorstellungen von Depression hast, ich habe es jedenfalls so erlebt dass ich nicht in der Lage war meinen Zustand zu verstehen, zu beurteilen und darauf aufbauend selbst für mich zu sorgen.
    ja, genau so.

    Mit einer schweren Depression selbst zum Arzt zu gehen, ist genauso unmöglich, wie mit zwei gebrochenen Beinen selbst zum Arzt zu gehen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von herbstblatt7 Beitrag anzeigen
    Um ehrlich zu sein: Schon diese Kosten, die dann anfielen, würden mich depressiv machen. Und droht dann nicht oft oder immer eine Kündigung vom Arbeitgeber?
    Es mag in manchen Fällen eine gute Idee sein, sich kündigen zu lassen und sich in aller Ruhe um sich selbst zu kümmern, bevor man die eigene Kraft (von der man gerade keine mehr übrig hat) wieder einem Arbeitgeber zur Verfügung stellt.

    mal eine längere Zeit aus dem Hamsterrad aussteigen, das mich kaputt machte, war definitiv eine der besten Ideen meines Lebens und hat enorm geholfen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  6. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von herbstblatt7 Beitrag anzeigen
    Um ehrlich zu sein: Schon diese Kosten, die dann anfielen, würden mich depressiv machen. Und droht dann nicht oft oder immer eine Kündigung vom Arbeitgeber?
    Das ist genau der Punkt, weswegen ich Angst habe, eine Kur zu machen oder mich generell für eine Woche oder so in die Psychatrie einweisen zu lassen. Ich bin auch noch in der Probezeit und habe bisher einen Jahresvertrag. Da ist es sicher nicht so toll, wenn ich dann mal ein paar Wochen nicht da bin.
    Auf der anderen Seite denke ich mir: Wenn ich eine Auszeit nehme und mich voll auf mich konzentriere, kann ich dann gesund wieder einsteigen. Die Frage ist nur, wie lange das dauert und ob das auch meine Beziehung mitmacht.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Blacky7 Beitrag anzeigen
    Auf der anderen Seite denke ich mir: Wenn ich eine Auszeit nehme und mich voll auf mich konzentriere, kann ich dann gesund wieder einsteigen. Die Frage ist nur, wie lange das dauert und ob das auch meine Beziehung mitmacht.
    Bei mir waren's gute zwei Jahre, bis ich mich aus dem Gröbsten sortiert hatte. Aber ich kann auch sagen, dass seither mein Leben wirklich die Richtung genommen hat, die gut und bereichernd für mich ist. Alles vorher waren immer eher so Notlösungen, die ich halt machte weil "man ja Geld verdienen muss" etc, aber ohne viel Herz und Seele dahinter.

    ich kenn auch welche, die deutlich länger damit kämpf(t)en, wo es wirklich eine sehr schwere Depression war/ist.

    und ja, es kann sein, dass Beziehungen in die Brüche gehen, wenn man sich auf solche Prozesse einlässt und sich dabei dann auch verändert; es kann natürlich auch sein, dass eine Beziehung in die Brüche geht, wenn man eine Depression über längere Zeit mit sich rumschleppt.

    Man weiss nie, was die Zukunft bringt.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  8. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Man weiss nie, was die Zukunft bringt.
    Genau davor habe ich derzeit Angst. Ich hatte immer eine klare Struktur vor mir:
    - Schule
    - Abitur
    - Studium
    - Arbeit finden
    - Training on the job

    Und jetzt ist da irgendwie nichts. Als wenn ich mein Ziel erreicht hätte und damit nicht klarkommen würde. Ich weiß es noch nicht genau.

    Barbara, magst du vielleicht von deinen zwei Jahren berichten? Was hast du gemacht? Bist du "nebenbei" arbeiten gegangen?


  9. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Ich werde mich jetzt trauen mal was zu schreiben zum Thema Krank und Depression. Was mir schwer fällt. Ich hoffe ich lösche es nicht wieder gleich.

    in Bezug auf die Frage von Herbstblatt

    Ich bin an der Depression mit Panikstörung und somatischer Störung und Erschöpfungszustand erkrankt. War dann ca 9 Monate krankgeschrieben vom behandelten Arzt habe dann (in Deutschland) gesetzlich Krankenversichert Krankengeld bekommen. Wurde dann wiedereingeliedert und habe nach der Wiedereingliederung 1 Woche gearbeitet hatte dann einen körperlichen Zusammenbruch und Selbstmordgedanken. Ich ging dann in eine Klinik für mehrere Monate. Wurde nicht Rehafähig und arbeitsunfähig entlassen. Da wurde immer noch Krankengeld gezahlt. Meinen Arbeitsvertrag haben wir im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Nach der Aussteuerung kam Arbeitslosengeld (war jedoch nicht vermittelbar wegen krankheit) Das Arbeitsamt hat dann einen Wandlungsantrag für die Erwerbsminderungsrente gestellt. Diese wurde dann ziemlich schnell 3 Wochen genehmigt. Die Ämter haben dann miteinander abgerechnet. Rente war befristet.

    Während dieser zeit musste ich ca 4 mal noch in die klinik und bin Dauerpatient beim Arzt.
    Der Verlängerungsantrag wurde dann als Dauerbescheid erlassen bis zur Regelaltersrente. Kann aber geprüft werden.

    Finanzell war es immer ca. im Schnitt 40 Prozent weniger als vom Netto. Die Rente deutlich weniger.Ich bekomme nur Rente. Mein Glück ist das ich der Einliegerwohnung bei meinen Eltern mit lebe. Mit meinen Eltern esse. Es reicht. Ich habe somit keine hohen Kosten. Die Medikamente und Therapie und den Arzt zahlt die Kasse. Ich habe keine Geschwister keine Kinder und keinen Partner.

    Hätte ich Kinder und wäre Alleinerziehend --- es wäre ein Alptraum
    Hätte ich Kinder und einen Mann --- hoffentlich würden sie noch zu mir halten wie meine Eltern.

    Ich lebe in der ständigen Angst das mir auch noch meine Rente weggenommen wird. Anderes Thema. Egal. Mein Traum ? Weiss ich nicht.

    Aber das beste ist. Ich lebe.


  10. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von Blacky7 Beitrag anzeigen
    Barbara, magst du vielleicht von deinen zwei Jahren berichten? Was hast du gemacht? Bist du "nebenbei" arbeiten gegangen?
    Ich hatte erst mal Erspartes aufgebraucht (hielt so ca 4-5 Monate) und mich dann arbeitslos gemeldet. Und dann gaaanz langsam wieder in die Erwerbstätigkeit eingestiegen, so mit einzelnen Nachhilfestunden pro Woche; immer grad soviel, dass die vom Arbeitsamt nicht auf die Idee kommen, mich zu einer blöden Stelle zu verknurren, die mich eh nicht interessiert.^^ Danch hatte ich auch den Bürojob gefunden, wo ich heute immer noch bin.

    Da war ich auch schon in Ausbildung zur Komplementärtherapeutin, die Übungs-Therapiesitzungen mit den Kolleginnen aus dem Kurs und auch die Kurse selbst haben auch gut geholfen.

    Ich war auf alle Fälle fest entschlossen, mir so viel Zeit zu geben, wie ich brauche, und das habe ich getan. und grundsätzlich habe ich erst mal gar nichts gemacht. Und bin der Nase und meinen Interessen nach.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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