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  1. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    hmmmmm.... du bist gerade nicht online. Ich frage nach deinem Alter, weil ich vielleicht auf wechseljahr-Depressionen tippe...

  2. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Die habe ich nämlich vor ein paar Jahren durchgemacht. Genau so wie du es beschreibst.


  3. Registriert seit
    03.06.2016
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Den absoluten Tiefpunkt habe ich dieses Jahr im Frühjahr aufgrund äußerer Ereignisse erlebt. Ich hatte keine Kraft mehr und war nicht mehr handlungsfähig. Zu dem Zeitpunkt hatte ich Glück und einen Platz in der Tagesklinik bekommen. So hatte ich in der finstersten Zeit eine Tagesstruktur, war verpflegt und hatte Unterstützung. Was da passiert ist: Problembewältigung in Einzelgesprächen und Gruppen, Entspannung und leichte Beschäftigung. Ich wurde mit der Empfehlung zur Reha entlassen und sollte mich in der Zwischenzeit ausruhen. Die Zeit habe ich genutzt, einen ambulanten Psychotherapeuten zu suchen, mehr war aufgrund meiner Konzentrationsprobleme nicht drin. Im Herbst war ich dann lange in einer psychosomatischen Klinik zur Reha. Der Haupteffekt war, dass ich mal einige Wochen komplett aus der belastenden Lebenssituation draußen war. Das Behandlungskonzept war ähnlich der Tagesklinik, aber mit mehr physikalischer Therapie und bis zu mehrmals täglich leichter Bewegung. Meine elenden Schmerzen durch stressbedingte Verspannungen bin ich jetzt los. Diese Woche beginnt meine ambulante Psychotherapie und nächste Woche die Nachsorge zur Reha.

    Klingt jetzt durchaus massiv, war aber gerechtfertigt und tatsächlich effektiv. Meine Diagnose hat sich von einer schweren auf eine mittelschwere Depression verbessert und ich spüre auch, dass meine Kräfte zeitweise zurückkehren. Psychopharmaka hatte ich abgelehnt, bin mir im Nachhinein aber nicht mehr sicher, ob das so richtig war. Meine Lebensumstände sind - unverschuldet - derart belastend und chaotisch, dass es wahrscheinlich besser gewesen wäre, von Anfang an die eigene Hirnchemie zu stabilisieren. Ob das aber tatsächlich so gewirkt hätte, weiß man ja auch nicht. Sehr nützlich war das Schlafmittel, das ich im Anschluss an die Tagesklinik eingenommen habe, um den Tagesrhythmus aufrecht zu erhalten. Oft war es meine größte Stütze zu wissen, dass mein Tag mit all seinen Gedanken und körperlichen wie seelischen Schmerzen definitiv um 9 zu Ende geht. Gut, dass meine Hausärztin das Präparat sorgfältig ausgesucht hat, beispielsweise Benzoes hätte ich wegen der Suchtgefahr nicht genommen. Überhaupt war die Unterstützung durch den Hausarzt und einen Psychologen einer Beratungsstelle sehr wichtig. An die Beratungsstelle hatte ich mich ganz zu Beginn gewendet, als ich spürte, wie mir alles entglitt und ich erste Zweifel hatte, wie ich das noch gewuppt kriegen sollte. Niemand hat mir den Weg bis zum absoluten Tiefpunkt ersparen können, aber ich wurde sicher von einer Hilfe zur nächsten gelotst. Es ist ja immer noch so, dass man ansonsten gerade in akuten Phasen von der Hilfe abgeschnitten ist. Mit einer schweren Depression einen Psychotherapeuten suchen? In der Tagesklinik anrufen, wo einem dann eine Wartezeit von drei Monaten gesagt wird? Ehrlich ich war da für jede Unterstützung dankbar, dass ich da dran geblieben bin.


  4. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    An weasley:

    Ich bin 37 ,also wohl noch zu jung für die Wechseljahre,schätze ich...aber daran gedacht hatte ich auch schon.

    An neustart:

    da hast Du ja einen langen Weg hinter Dir.Mir macht es gerade Mut zu lesen,dass es besser wird.
    Ich würde meine Depression zur Zeit als mittelschwer bezeichnen.
    Im Juni war ich 4 Wochen in der Psychiatrie wegen der Panikstörung,die auch zu den Depressionen gehört.
    Danach bin ich wieder arbeiten gegangen obwohl ich noch seeehr labil war und das war glaub ich ein Fehler.
    Ich denke,es hätte noch ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik nachfolgen müssen aber die Klinikärztin in der Psychiatrie meinte,ich solle gleich wieder in den Alltag,da müsse ich ja schliesslich eh früher oder später wieder klarkommen.
    Die Zeit in der Psychiatrie war zwar hilfreich aber auch äusserst anstrengend,ich hätte da dringend noch eine Regenerationsphase benötigt.
    Ich warte jetzt die nächsten Tage/Wochen nochmal ab.
    Ende des Monats hab ich einen Termin bei meinem Psychiater und werde mit ihm da mal das Thema Psychosomatische Klinik ansprechen.
    Ich falle halt ungerne schon wieder bei der Arbeit aus aber was soll ich machen.
    Ich habe auch das Gefühl,dass ich einfach mal Abstand brauche von allem.


  5. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    da hast Du ja einen langen Weg hinter Dir.Mir macht es gerade Mut zu lesen,dass es besser wird.
    Ich wär wohl schon wieder fit, wenn nicht ständig von außen neue Katastrophen über mich hineinbrechen würden. Ich reagiere sehr positiv auf alles, was mir an Hilfe angeboten wurde, das stimmt, aber ich sehe keine Chance, stabil zu werden, wenn wirklich alles im Eimer ist und immer neue Probleme dazu kommen. Ich warte vor allem auf die Tagesklinik, um mich da nun doch auf Psychopharmaka einstellen zu lassen. Hast Du das mal versucht?


  6. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    ich war ja im Juni erst in der Tagesklinik.
    Davor hab ich es zweimal mit einem Antidepressivum versucht,was zur Folge hatte,dass sich (auch noch mehrere Wochen nach Beginn der Einnahme) die Panikattacken noch gesteigert haben .
    In der Psychiatrie wurden alle Medikamente ausgeschlichen.
    Inzwischen nehme ich noch Beruhigungsmittel wenn es nicht anders geht.
    Zu erneuten "Medikamentenexperimenten" bin ich noch nicht bereit obwohl ich grundsätzlich dafür bin,den ganzen Heilungsprozess mit Medikamenten zu unterstützen.
    Aktuell nehme ich ca. 1mg = eine Tablette Tavor/Lorazepam pro Woche.
    Möchte halt irgendwann ganz ohne auskommen,zu Beginn brauchte ich eine Tablette PRO TAG ,hab also schon ganz gut reduziert.

    Ansonsten geht es mir wie Dir: ich war frisch aus der Klinik entlassen und hatte mich gerade wieder einigermassen zurück in den Alltag gekämpft da verstarb plötzlich und unerwartet meine Schwiegermutter mit 58 Jahren.
    Ich wollte meinen Mann nicht alleine fahren lassen zur Beerdigung also bin ich mit hingefahren aber danach war ich wieder im Eimer.
    Dieses Jahr passiert nur Mist.
    Manchmal gibt es so Phasen im Leben,da hab ich das Gefühl,dass irgendeine höhere Macht nicht will,dass man wieder hochkommt.
    Aber das ist natürlich Quatsch,es fühlt sich nur manchmal so an.

    Und ich hab halt auch diese Schuldgefühle und Versagensgefühle aber das muss ich mir echt abgewöhnen,weil es nur runterzieht.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Davor hab ich es zweimal mit einem Antidepressivum versucht,was zur Folge hatte,dass sich (auch noch mehrere Wochen nach Beginn der Einnahme) die Panikattacken noch gesteigert haben .
    In der Psychiatrie wurden alle Medikamente ausgeschlichen.
    Na dann ist es doch, gut, dass Du den Kram los bist. Ist schon heftige Chemie, die man sich da reinzieht. Du stehst jetzt auf eigenen Beinen und hältst durch, das ist super!

    Bei Angststörungen kann ich nicht mitreden, hatte ich nie. Bitte pass gut auf Dich auf mit den Benzos.

    Dieses Jahr passiert nur Mist.
    Manchmal gibt es so Phasen im Leben,da hab ich das Gefühl,dass irgendeine höhere Macht nicht will,dass man wieder hochkommt.
    Aber das ist natürlich Quatsch,es fühlt sich nur manchmal so an.
    Naja zuviel ist zuviel. Ich verstehe es auch nicht. Ich frag mich ja auch, warum ich, warum alles auf einmal.

  8. Avatar von Amelie63
    Registriert seit
    20.01.2011
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    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von GreenTree Beitrag anzeigen

    bei mir fing alles im April mit Panikattacken an.

    habe lange Zeit vieles verdrängt
    evtl gibt es da die Zusammenhänge,also verdrängendes/vermeidendes Verhalten, das in Panik und Depressionen führt. Oder handelt es sich eher um eine temporäre Überforderung?

    Egal was, aber dafür bräuchte es evtl schon einen therapeutischen Prozess, um Licht reinzubringen und neue Umgangs- und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Wenn es so akut ist, dann würde eine stationäre Therapie durchaus Sinn machen, so wirklich arbeitsfähig klingst du ja nicht.

    Ansonsten wäre ambulante Therapie natürlich auch eine Möglichkeit. Gerade wenn du immer wieder Krankheitsphasen hast, wäre es wichtig, dass du kontinuierlich was für dich tust. Vielleicht gibt es bei euch auch Selbsthilfegruppen? Ich finde es auch sehr wichtig, dass die Krankheit, so weit es eben geht, aus der Beziehung "autgesourct" wird. Klingt jetzt befremdlich, aber das kann wirklich die Beziehung stärken, die ja eine ganz wichtige haltgebende Funktion hat.

    Ich weiss,dass meine Depressionen zum Teil von Selbsthass und Schuldgefühlen und Versagensgefühlen ausgelöst werden.
    Das ist wie mit dem Ei und dem Entchen - letztlich weiss man nicht, was von was kommt. Die Dinge befeuern sich leider gegenseitig.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
    Geändert von Amelie63 (05.11.2016 um 10:39 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    Zitat Zitat von GreenTree Beitrag anzeigen
    An weasley:

    Ich bin 37 ,also wohl noch zu jung für die Wechseljahre,schätze ich...aber daran gedacht hatte ich auch schon.
    Nicht unbedingt.
    Dieser Mist kann dich schon weit unter 40 attackieren.
    Ein Besuch beim FA zwecks Hormonspiegel könnte für Gewissheit sorgen
    Geändert von katelbach (14.11.2016 um 22:04 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt


  10. Registriert seit
    24.07.2016
    Beiträge
    159

    AW: Wie habt ihr es aus der Depression geschafft?

    wo kann ich denn den Hormonspiegel bestimmen lassen?
    Beim Hausarzt ging das nicht...

    Ich werde alle Therapien in Anspruch nehmen,die es gibt.
    Arbeiten kann ich so nicht,werde mir Montag früh vom Hausarzt eine Einweisung in eine Psychosomatische Klinik geben lassen.Ich bin auch auf der Warteliste einer guten Verhaltenstherapeutin.

    Es ist denke ich ein verdrängendes Verhalten,das ich lange an den Tag gelegt habe aber nun ist das innere Mass voll un der "Kessel buntes" im inneren läuft über.
    Werde phasenweise von angstauslösenden Gefühlen überschwemmt,die ich kaum aushalte.
    Die Benzos nehme ich nicht gerne,hatte sie schon fast draussen.
    Im Moment sind sie schlicht die einzige Alternative zu einem erneuten Psychiatrieaufenthalt und halten die Depressionen in Schach.
    Möchte nicht auch noch Suizidgedanken bekommen...

    Ich werde aber alles tun,was an Therapie möglich ist um an mir zu arbeiten und spätestens in der Klinik werden die Benzos eh wieder ausgeschlichen aber da bin ich dann halt auch unter Betreuung,wenn ich mal wieder am Rad drehe.

    Mein Hauptproblem sind definitiv die starken Depressionen,die ich lange -u.a. mit Alkoholmissbrauch - unterdrückt habe.
    Diese innere Verzweiflung nimmt mir manchmal allen Mut.

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