Hallöchen meine Lieben,
vielleicht habt ihr ja Tipps oder Ideen, wie ich das Problem lösen kann...
Zur Zeit bin ich und eigentlich die gesamte Familie von meiner Mutter so ziemlich genervt.
Zu meiner Mutter. Sie ist 47, hat starke Depressionen, wurde in der Vergangenheit von ihrem Vater misshandelt, hat Diabetes seitdem sie 13 ist und die meiste Kindheit im Krankenhaus verbracht und deshalb keinen vernünftigen Schulabschluss. Nun ist sie eine unglückliche Hausfrau. Man kann sagen sie ist mit ihrem Leben und allem drum und dran unzufrieden und nur noch am meckern.
Sie hat drei Kinder, eines davon bin ich. Meine große Schwester und ich sind mittlerweile ausgezogen und mein kleiner Bruder lebt noch Zuhause. Früher, zu meinen Kindheitstagen kann ich mich selten daran erinnern, dass meine Mutter irgendwie schlecht drauf war oder so ist, wie sie jetzt ist. Das kam erst, als wir in die Pupertät kamen. Und steigert sich seitdem Jahr für Jahr.
Mittlerweile ist sie jeden Tag nur noch am Kreischen, macht alle anderen doof an, ist am lästern und jeder ist Schuld für etwas, was sie stört. Das ist sehr nervtötend und belastet die gesamte Familie. Sie liegt meistens den halben Tag in Bett (wenn Papa arbeitet) und will selten raus. Man muss echt Überzeugungsarbeit leisten, damit sie überhaupt Mal rausgeht. Um die Tiere müssen wir uns Kinder kümmern (mit den Hunden spazieren gehen etc.) Wenn sie Mal rausgeht ist dann sowieso alles nicht so, wie es ihr gefällt.
Für sie ist alles scheiße. Das Haus, wo sie wohnt ist scheiße, ihr Mann ist scheiße (mein Vater macht echt alles für sie, ich bewundere ihn echt dafür, dass er es solange mit ihr aushält, da sie ihn wirklich tagtäglich beleidigt und für alles verantwortlich macht), wir Kinder sind scheiße, die Tiere sind scheiße, wie schon gesagt ist alles scheiße. Das es uns trifft, wenn sie uns Tag für Tag dumm anmacht, ist ihr wohl egal, weil sie aus ihrer Sicht ja immer die Betroffene ist.
Sie war bereits Mal in psychiatrischer Behandlung, fand das aber auch alles doof und als man sie Mal nach einem Nervenzusammenbruch einweisen wollte, hat sie das nicht annehmen wollen und sagt seitdem, dass alle Psychater ihr Vertrauen missbraucht haben.
Ich bin mit meinem Latein wirklich am Ende. Sie konnte immer so gut zeichnen/malen... ist echt kreativ gewesen, auch dekorativ etc. ich habe versucht mit ihr zusammen paar Malstunden zu meistern... Nein, hat sie keine Lust zu... Ist ja alles scheiße... keine Lust oder ihr geht es nicht gut, dass sie wieder ins Bett gehen muss.
Oft redet sie sich eben mit Krankheiten raus oder redet es sich so sehr ein, dass es ihr wirklich schlecht geht. Das wollen wir ja nicht verstehen... oder sie hat so viel zu tun (im Bett liegen und nichts tun)
Wenn etwas nicht nach ihrer Nase tanzt, dann schreit sie nur noch und das geschieht ungelogen tagtäglich. Ich habe noch nie so einen Menschen erlebt, der so viel Aggressionen in sich trägt.
Meine Familie hat nicht viel Geld, dementsprechend können wir uns auch nicht viel leisten. Mein Vater ist Alleinverdiener und muss alles regeln, weil sie nichts gebacken bekommt... Einkäufe, Behördengänge, Arbeiten, Essen kochen. Sie kann auf ihre art und Weise nicht arbeiten, weil sie zu krank ist. Mein Vater ist deswegen halt viel und oft unterwegs und das kann sie auch nicht akzeptieren... Macht ihn dann dafür verantwortlich, wenn im Haus nichts fertig wird, (z.B. der Garten oder so) Er kann ja auch nicht alles tun... Er braucht ja auch Mal kurz Zeit für sich, wenn er Mal zu Hause ist. Deswegen betitelt sie ihn auch dauernd als faul.
Nun hat sie sich in den Kopf gesetzt, dass ihr das selbstgebaute Haus, was wir besitzen, scheiße ist... Sie fühlt sich nicht wohl und kommt dann mit unrealistischen Dingen an, wie: "Wenn sich bald nichts ändert, dann ziehe ich eben alleine aus" "Oder ich wandere nach Kanada aus." Man merkt einfach, dass sie sich unrealistische Sachen in den Kopf setzt, die sie nie umsetzen könnte. Natürlich sind wir deshalb schlechte Menschen, weil wir eben nicht umziehen können (geldtechnisch) gesehen und dort eine Heimat gefunden haben. Mein Vater arbeitet in der Firma und wenn er nicht arbeiten würde, wäre eh alles verloren.
Mein Vater tut mir in dieser Hinsicht einfach nur leid, weil er ihr Gekreische jeden Tag anhören muss, dass er ja dafür verantwortlich ist, dass sie so unglücklich ist. Er tut wirklich alles für sie, was er kann... und sie gibt ihm einfach nie etwas zurück. Ich merke so oft, wie verletzt er eigentlich ist, wenn sie ihn immer anschnauzt. Sie sagt ihm auch offen ins Gesicht, dass sie ihn nicht liebe und das er ein Arsch ist und angeblich nie etwas für sie macht...
Zu seinem Geburtstag müssen wir Kinder für sie immer seine Geschenke kaufen, weil sie einfach nicht auf die Reihe bekommt Mal aus dem Haus zu gehen, um ein Geschenk zu kaufen. Sie tut eigentlich nie etwas Gutes für ihn...
Auch wir Kinder haben nie wirklich mütterliche Zuneigung gespürt seitdem wir Teenager waren. Ich kann mich nie entsinnen, dass sie uns Mal in den Arm genommen hat, wenn wir Liebeskummer oder andere Sorgen hatten. Nein, es wurde immer nur gemeckert und geschrien, wie dumm wir sind und was an uns alles schlecht ist und wir uns nicht wundern sollen, wenn uns die Kerle verlassen, oder wenn wir schlechte Noten nach Hause bringen.
Das alles nagt ziemlich an mir und ich bin echt froh ausgezogen zu sein und etwas Abstand zu haben. Durch Hobbies und einige Verpflichtungen bin ich dennoch alle zwei Wochen wieder in der Heimat fürs Wochenende und merke jedes Mal, dass es mir absolut kein Spaß macht, weil das Gemecker gleich losgeht, sobald man durch die Tür kommt. Meine Mutter merkt es mir auch an, dass ich oft genervt bei ihnen ankomme, und kommt dann halt gleich mit Sprüchen: "Kannst ja gleich wieder gehen, wenn du so ankommst. Mir doch scheißegal was du tust"
Ich habe halt das Gefühl, dass es immer schlimmer mit ihr wird. Oft habe ich versucht mit ihr zu reden, aber bei ihr geht es einfach darein und wieder daraus, weil wir ja alle eben "keine Ahnung vom Leben haben" und nicht wissen, wie sie sich fühlt. Die Gespräche enden dann halt laut (sie ist Spanierin und deswegen auch sehr temperamentvoll) und ich bin auch eine, die sich nichts gefallen lässt und auch gerne disskutiert, wenn sie im Unrecht ist. Aber sie ist immer so fies und beleidigt verbal, dass man sich einfach nur an den Kopf fassen muss und den Kopf schüttelt und dann einfach das GEspräch beendet und weggeht, was ihr auch nicht passt.
Nein, ich weiß es wirklich nicht wie es ist Depressionen zu haben. Ich weiß, dass es eine schwere Krankheit ist und ich weiß, dass ihr Leben kein Zuckerschlecken war, und ich weiß leider nicht, wie man ihr das erleichtern kann, oder wie man ihr helfen soll, wenn sie einfach nicht will. Sie sucht die Fehler auch nie bei sich, sondern bei anderen. Andere müssen ihr helfen, wenn sie es nicht können, ist alles scheiße... Ein Teufelskreislauf...
Mir will keine Lösung einfallen...
Tipps und Ideen sind sehr gerne gesehen...
Liebe Grüße
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
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14.08.2016, 00:14
Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
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14.08.2016, 07:26Inaktiver User
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Gibt es zu der Depression auch eine Diagnose?
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14.08.2016, 07:40
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Deine Mutter ist etwa in meinem Alter. Ich habe auch drei Kinder, die allmählich flügge werden. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre seit Jahren chronisch krank und seelisch belastet ohne Vertrauen in die Psychiatrie , hätte keine wesentlichen Aufgaben (bzw meine Aufgabe als daheim tätige Mutter würde immer weniger gebraucht) und keine Einkünfte, keine Perspektive auf eine wesentliche Änderung und eine möglicherweise zerrüttete Ehe ... da fiele es mir auch schwer, morgens aufzustehen.
Inwieweit du ihr helfen kannst bzw inwieweit das auch deine Aufgabe sein kann und sollte, steht auf einem anderen Blatt.
Vielleicht wäre es aber ein Anfang, wenn du deine Mutter in ihrer Geschichte sehen und achten könntest - denn das Aroma der Verachtung zieht sich schon ein bisschen durch das, was du erzählst.
Vielleicht kannst du sie mehr achten, wenn du sie mehr loslässt? Nicht mehr möchtest, daß sie so will und tut, wie du es für richtig hältst?Geändert von maryquitecontrary (14.08.2016 um 08:16 Uhr) Grund: Inhaltlich korrigiert.
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14.08.2016, 07:50Inaktiver User
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Die Mutter wurde von ihrem Vater misshandelt, nicht von ihrem Mann!
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14.08.2016, 07:56Inaktiver User
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
...
Geändert von Inaktiver User (14.08.2016 um 09:13 Uhr) Grund: Zitat wurde korrigiert
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14.08.2016, 08:09Inaktiver User
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Liebe MissNothing,
Du solltest Dir selbst professionelle Hilfe holen, damit Du lernst mit der Depression Deiner Mutter umzugehen und auf Dich selbst zu achten.
Ein Anfang wäre eine Selbsthilfegruppe, da kannst Du Erfahrungen mit betroffen Angehörigen austauschen.
Es wäre auch eine Möglichkeit für Deinen Vater. Aber er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich.
Ich wünsche Dir viel Kraft!
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14.08.2016, 08:19
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Auch wenn das mit dem Loslassen ein wichtiger Tip ist muss man sich Achtung verdienen. Man hat nicht automatisch Anspruch darauf weil man beschliesst nun Kinder in die Welt zu setzen. Vielleicht wäre es an der Zeit mal an der Abgrenzung zu arbeiten, zu akzeptieren, dass auch der Vater die Verantwortung für sein Wohlergehen für sich selber trägt und der Mutter die Verantwortung für ihr Wohlergehen klar zu kommunizieren. Wenn sie möchte, dass es besser wird muss sie selber etwas dafür tun. Sei es eine Therapie machen, sei es einen Job suchen aber vor allem die Verantwortung für sich selber übernehmen. Und das wird sie nicht so lange alle anderen sie ihr abnehmen indem sie den Prellbock spielen. Ich würde mal darauf tippen, dass der Vertrauensbruch der Psychiater genau darin bestand.
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14.08.2016, 08:33Inaktiver User
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14.08.2016, 08:45
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Wenn die Mutter seit sie 13 Jahre ist einen wohl Typ 1 Diabetes hat- der so wie sie beschrieben wird wohl nicht optimal eingestellt ist- kann es durchaus auch sein, dass sie hirnorganisch bedingte Veränderungen der Persönlichkeit hat bedingt durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, welche vorbestellende Auffälligkeiten noch verstärken. Zum Hausarzt oder Diabetologen geht sie?
Vllt solltest Du dort Deine Beobachtungen mitteilen- sagen dürfen sie Dir nichts.
Dein Vater ist für sich selbst verantwortlich - habe ein offenes Ohr für Deinen kleinen Bruder- wie alt ist er denn.
Vielleicht wäre ja auch eine Selbsthilfegruppe für Kinder von psychische Kranken was für Euch- Ihr musstet ja schon viel zu früh Aufgaben von Erwachsenen übernehmen.
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14.08.2016, 09:06
AW: Genervt von der Mutter! - Depressionsfälle!
Das sehe ich anders. Achtung verdient jeder Mensch. Und es ist leichter als Tochter, diese zu empfinden, wenn man nicht emotional zu sehr verwickelt ist.
Ich sehe auch die Verantwortung der Mutter für sich selbst. Das ist ja ein Teil dessen, was ich meine: eine erwachsene Haltung wäre, die Mutter als Mensch anzuerkennen, auch mit ihren "Mängeln" und Gewordenheiten, und sich nicht abhängig davon zu machen, daß sie die erwünschten Maßnahmen ergreift.
Wenn jemand der Mutter nahen Beistand leisten sollte, dann sehe ich da als erstes den Ehemann. Töchter in der Ablösung sind da nicht sinnvoll.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum


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