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  1. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Zitat Zitat von DistantSun Beitrag anzeigen
    Ich kann da auch nur aus meiner ganz persönlichen Wahrnehmung heraus antworten, die ich damals, an einem ähnlichen Punkt und in einer vergleichbaren Situation hatte: damals war ich ebenfalls der Überzeugung, dass es gute Gründe dafür gab, mich nicht wieder auf eine Beziehung einzulassen und mich "ihrzuliebe" besser wieder rausziehe, bevor ...

    "Ihrzuliebe" in "", weil es doch nur ein Echo meiner eigenen Ängste, Zweifel etc. war, die ich anfangs nicht wirklich auflösen konnte.
    Es hat eine Weile gedauert und Arbeit gekostet, dieses Gemenge in mir soweit aufdröseln zu können, dass sich die "Antwort" wenigstens stimmig angefühlt hat. Für meine Partnerin war dies mit Sicherheit keine wirklich angenehme Zeit: irgendwo in der Luft hängen; widersprüchliche Signale bekommen; nie so wirklich zu wissen, wer ihr jetzt gerade antwortet (ich als Mensch oder doch mehr meine Deprianteile) ...
    Du hilfst mir sehr und ich bedanke mich noch mal für Deine ausführlichen Antworten. Schreib mal nicht so viel, sonst kommt zum Liebeskummer ja noch das schlechte Gewissen hinzu ;-)
    Mich würde nur interessieren: Du hast den Kontakt zu Deiner Freundin aber nie so kategorisch abgebrochen wie mein Freund zu mir, oder? Er hat ja wirklich panische Angst, mich zu sehen, weil er so auf mich reagiert - einerseits weil er so viel für mich empfindet und Angst hat "schwach zu werden" in seiner Entscheidung und natürlich auch Angst, weil er es nicht erträgt, mich leiden zu sehen und "schuld" dran zu sein.
    Und kannst Du mir sagen, welche Verhaltensweisen Deiner Freundin Dir gutgetan haben und was eher kontraproduktiv war?

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    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Warum solltest Du wegen irgendetwas ein schlechtes Gewissen bekommen müssen?
    Was könnte daran "falsch" sein, auf Dich zu achten, um nicht ebenfalls den Boden unter den Füßen zu verlieren?

    Du hast den Kontakt zu Deiner Freundin aber nie so kategorisch abgebrochen wie mein Freund zu mir, oder?
    Mal in ihren Worten formuliert: ich habe mich anfangs ganz schön "geziert" ... (okay: sie nannte es wohl eher "zicken" ...)
    Schlimm genug für sie, aber bei weitem nicht so heftig wie in Deinem Fall. Wären wir uns ein, zwei Jahre früher begegnet, wären die Unterschiede aber vielleicht nicht mehr ganz so groß gewesen: ein gutes Stück Therapiearbeit hatte ich da bereits hinter mir und meine Prozesse (samt Ängsten etc.) konnte ich durchaus wahrnehmen - nur mit der nötigen Distanz zu ihnen hat es gerne mal gehapert. Dann kamen auch leicht wieder die alten Muster und Reaktionen hoch.

    Und kannst Du mir sagen, welche Verhaltensweisen Deiner Freundin Dir gutgetan haben und was eher kontraproduktiv war?
    Auch das ist so eine Frage, die ich nur für mich (oder: für uns) beantworten könnte: es lässt sich alles nicht einfach so 1:1 auf Dritte übertragen. Jeder Mensch empfindet und reagiert anders, weil jeder seinen eigenen, ganz persönlichen Erfahrungsschatz mit sich herum trägt.

    Ich würde da jetzt gerne Amelie zitieren, da sie, aus Sicht eines Angehörigen, eigentlich das beschreibt, wie mir meine Partnerin, in meiner Beziehung, viel von den Ängsten und dem Druck genommen hat (ich fette es mal):
    Ich kann auf meine eigenen Grenzen achten und er kann sich darauf verlassen, dass ich das tue und er sich dahingehend nicht auch noch um mich kümmern muss. Aus diesen Grenzziehungen ergeben sich dann auch unsere Schnittstellen und unsere Übungsfelder. Wir sind keine Komplizen, aber wir unterstützen uns auf diese Weise gegenseitig und uns selbst.
    Wenn du im Loch hängst, fällt es schwer genug, dich um dich selbst kümmern zu können - dies dann auch noch gleichzeitig für den Partner übernehmen zu müssen (selbst wenn dies real gar nicht gefordert wäre), überfordert einen sofort - dann liegt der Gedanke an Flucht auch schnell mal sehr nahe.
    Was war wichtig *hmmm*
    - Die Sicherheit, dass sie in solchen Momenten für sich selbst sorgen kann, hat mir den Raum gegeben, mich auf mich selbst konzentrieren und mich so wieder aus dem Loch heraus arbeiten zu können.
    Nur: dieses Gefühl auch zuzulassen und nicht von ihr zu erwarten, dass es ständig "bestätigt" wird, war meine eigene Aufgabe.
    - Das Gefühl, als Mensch wertgeschätzt zu werden - auch dann noch, wenn sie sich gegenüber meinen krankheitsbedingtenm Anteilen abgegrenzt hat. Aber auch das hat eine Komponente, für die ich selbst zu sorgen habe: ich muss es zulassen können.
    - Es war immer die Tür zur Kommunikation offen - sobald beide Seiten die nötige Distanz zurückgewonnen hatten, die Dinge auch wertneutral anzusprechen.

    Worauf ich hinaus will: Du kannst, imho, nicht alleine etwas bewegen. Du kannst etwas anbieten aber Dein Gegenüber muss dies auch annehmen können/wollen. Es gehören also sogar beim "Helfen"/Unterstützen/Begleiten zwei Parteien zum Spiel dazu ;)

  3. User Info Menu

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Littlekiwi,

    Könnte es auch sein, dass einige seiner Äußerungen einfach nicht wahr sind? Mich beschleicht bei deinen wirklich sehr ausführlichen Erzählungen ein komisches Gefühl....

    Mir kommt z.B. die Geschichte mit der Tageszeitung sehr hanebüchen vor, was soll das denn? Warum klärte er diese Sache nicht sofort auf?? Und am Abend kam eine - sorry - doofe Mail von ihm..., und seine Frau hätte ihn 'menschenverachtend' 25 Jahre lang behandelt...ja, sicher...

    Dann: plötzlich von heute auf morgen kein Kontakt mehr haben wollen..., 'sein Psychiater rät ihm' sich von dir zu trennen ...!? Das macht keiner, das darf keiner.

    Das stimmt doch einiges nicht, Depression hin oder her...

    Nehme mal deine Verliebtheitsbrille ab und sehe die Fakten, da stimmt einiges vorne und hinten nicht....

    Vielleicht kannst du die eine oder andere Sache mal nur für dich überprüfen, ich glaube, dem geht's gerade nicht so schlecht...wer weiß, was da noch am Laufen ist...DAS aus meinen Erfahrungen.

    Sei ganz lieb gegrüßt vom Petersilchen
    ...ach wie gut, dass niemand weiß, auf wen und was ich alles schei....ja, ich könnte auch nett sein, bringt aber nix...

  4. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    @ Distant Sun. Mal wieder DANKE (vor Dir und Deinem Engament in Sachen Kiwi-Support ziehe ich alle nicht vorhandenen Hüte ...). Ich glaub, gestern + heute habe ich es eh endgültig verbockt. Mit ungefähr 100.000 traurigen, verzweifelten, wütenden, resignierenden Mails + SMS, auf die keine einzige Antwort kam. Meine Sorgen vom Suizid in den Alpen bis zur Erkenntnis, dass ich von der verliebten Frau wohl schon zur unberechenbaren Stalkerin mutiert bin, wirbeln mich nur so durcheinander.

    @ Petersilchen. Also die Depression glaube ich natürlich. Ich vertraue grundsätzlich und halte meinen Freund für einen aufrichtigen, ehrlichen und verlässlichen Menschen. Aber ich bin ehrlich, auch die Dramatik der Geschichte ein bisschen hinterfragt zu haben. Er hätte eine Trennung viel einfacher haben und durchziehen können (keine ausreichenden Gefühle, zu schnell, nicht sicher ...). Nur, was will ich überprüfen? Und was würde es mir nützen? Ich glaube manchmal auch, nein, ich spüre, dass diese ausführliche Beschreibung des ganzen Wahnsinns nicht nötig gewesen wäre. Und dass noch etwas anderes dahinter steckt. Allerdings denke ich nicht an eine andere Frau oder sowas. Irgendwas, was ich noch nicht greifen kann. Aber es stimmt, dass ich bei aller Trauer, wenn ich nachts im Bett liege, auch plötzlich Situationen aus unserer ja noch kurzen Zeit vor mir sehe, die mich nachdenklich machen.

    Mir wäre ein handfester Grund ohnehin lieber gewesen. Ich hätte lieber einen lustigen und gut gelaunten Freund in den Alpen, der mich nur verarscht hat, als einen, von dem ich Angst habe, dass er sich in eine Schlucht gestürzt hat.

  5. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    LittleKiwi

    Der Rat, zuerst mit der "alten" Beziehung definitiv abzuschliessen - und damit meine ich nicht in erster Linie: die Scheidung durchziehen, sondern vor allem: mental abschliessen und zu lernen, alleine zu leben und aus sich selbst heraus zufrieden zu sein und mit dem Leben ganz alleine zurecht zu kommen, was sehr viel länger dauert, als "nur" die Scheidung über die Bühne zu bringen - würde ich persönlich JEDEM Menschen erteilen, der eine Beziehung beendet und gleich die nächste anfängt. Und zwar ganz unabhängig davon, ob dieser Mensch an Depressionen erkrankt ist oder nicht.

    So gesehen hat der Psychiater Recht mit seinem Rat:

    Er müsse erst einmal seine Baustellen lösen, sein Leben in den Griff bekommen
    Es ist völlig egal, dass es ein Psychiater ist, der diesen Rat einem depressiven Patienten erteilt - er wäre genauso gültig, wenn ihn eine Freund seinem absolut nicht depressiven Freund geben würde.


    Was die Depressionserkrankung betrifft: sei dir im Klaren, dass
    - eine Depression nie als vollkommen geheilt betrachtet werden kann,
    - es im Leben des Mannes immer wieder solche "akut depressiven Episoden" geben wird wie gerade jetzt
    - dass so gut wie alles solche "Episoden" auslösen kann - externe Faktoren und Ereignisse, Faktoren und Ereignisse in der Beziehung oder auch Entwicklungen, die ganz alleine im betroffenen Menschen stattfinden
    - du wenig bis keinen Einfluss darauf hast, wie sich die Krankheit weiter entwickelt, wie die "Episoden" verlaufen, wie häufig und wie stark sie stattfinden
    - der Hang zu Medikamentenmissbrauch, den du an dem Mann jetzt feststellt, sein Leben lang bleiben wird
    - es in einer gescheiterten Beziehung (konkret: in seiner bisherigen Ehe) NIE nur eine Seite "menschenverachtend" war, also nie nur eine Seite die Verantwortung für das Scheitern der Beziehung trägt - dass du aber halt immer nur diese eine Seite hörst und nie wissen wirst, was die andere Seite zu berichten hätte, aus ihrer Sicht.

    Kurz: sei dir bewusst, dass du in dem Mann ganz genau das bekommst, was du jetzt siehst. NICHTS ANDERES.
    Das, was du siehst, bekommst du für deine Beziehung.

    Sei dir dessen bewusst, guck ohne rosarote Brille drauf und frag dich ganz ernsthaft: willst du das für DEIN Leben?
    Und dann entscheide. Gemäss dem, was DU willst.

  6. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sei dir dessen bewusst, guck ohne rosarote Brille drauf und frag dich ganz ernsthaft: willst du das für DEIN Leben?
    Und dann entscheide. Gemäss dem, was DU willst.
    Vielen Dank auch für Deine Worte. Eure Anregungen und Einschätzungen bedeuten mir momentan wirklich viel. Ich habe aber nicht die Entscheidung über den Prozess. Natürlich kann ich für mich entscheiden, ob ich mit ihm zusammensein möchte oder nicht. Aber die endgültige Entscheidung einer möglichen Beziehung liegt ja nur an ihm.

    Ich hadere mit der Tatsache, dass mir einfach jedes klärende Gespräch verweigert wurde und habe mich auch schon dabei ertappt, dass eine Depression hier natürlich auch ein willkommener Grund für dieses Versagen eines Gesprächs sein kann. Aber natürlich können das viele Menschen in einem depressiven Schub auch nicht - wie vermag ich es zu beurteilen?

    Ich denke auch oft über diese Beziehung zu dieser Frau nach. Laut seinen Aussagen hätten die beiden (mal ganz abgesehen von kaum Sex) NIE zusammen mal auf dem Sofa gesessen und gekuschelt. Einfach so, um Wärme und Nähe zu geben. Angeblich, meine Güte, jetzt schreibe ich schon "angeblich", hätte sie gesagt, sie brauche das nicht. Ich verstehe bis zu einem gewissen Punkt, dass er das wegen der Kinder mitgemacht hat. Ich verstehe aber (wie viele seiner Freunde oder auch sein Vater) nicht, warum er die Frau überhaupt geheiratet hat.

    Zudem hat er mir auch erzählt, dass er während der Ehe einmal eine Frau kennengelernt habe, die er wirklich geliebt hat. Er hat sich von ihr getrennt, als seine Frau gedroht hat, sie trennt sich und er verliert seine Kinder, wenn er das nicht beendet. Damals, als er das erzählt hat, habe ich schon so mit dieser anderen Frau gefühlt. Vielleicht geahnt, dass mich ein ähnliches Schicksal treffen wird. Ich weiß es nicht. Ich weiß im Moment einfach nichts mehr.
    Geändert von Inaktiver User (28.12.2015 um 11:52 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Ich hadere mit der Tatsache, dass mir einfach jedes klärende Gespräch verweigert wurde und habe mich auch schon dabei ertappt, dass eine Depression hier natürlich auch ein willkommener Grund für dieses Versagen eines Gesprächs sein kann.
    Auch das gehört zu den Dingen, die du genau so bekommst, wenn du diese Beziehung eingehst. Das wird IMMER WIEDER geschehen.

    Aber die endgültige Entscheidung einer möglichen Beziehung liegt ja nur an ihm.
    Nein, auch an dir.
    Du hast genauso die freie Möglichkeit, dich gegen diese Bezeihung zu entscheiden, wie er. Du kannst - jetzt oder später - frei sagen: nein, will ich nicht. Unabhängig davon, was er will. und wie er entscheidet.
    Du legst dir hier gedanklich gerade selber Fesseln an, indem du die Entscheidungsfreiheit über dein weiteres Leben bei ihm siehst.

  8. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Noch was habe ich vergessen. Sein Psychiater hat ja wohl gesagt, sein Wunsch nach einer neuen Beziehung wäre nur ein Hilfeschrei, die Anerkennung zu bekommen, die ihm in der Ehe gefehlt hat und sich zu beweisen, dass er nicht so sei, wie seine Frau ihn hinstellt.

    Ich ertappe mich manchmal bei dem Gedanken, dass er es (unbewusst) genießt, dass ich mich so um ihn bemühe. Denn bislang kam von ihm nie ein "Little Kiwi, lass mich doch einfach endlich in Ruhe." Aber vielleicht will er mir mit solchen klaren und harten Worten einfach nur nicht weh tun. Wer weiß das schon.

  9. gesperrt

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    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Little Kiwi - denk an dich, sorge für dich selbst


    er wird sich wieder melden, wann immer er bereit dazu ist. Nein, vielleicht findet das nicht mehr dieses Jahr statt. Und mit guten Wünschen für den Rutsch ins neue Jahr würde ich auch nicht rechnen. Es dauert so lang wie es dauert.

    hab Geduld. Tu dir was Schönes. Warte nicht neben dem Telefon. Schreib nicht. Melde dich nicht bei ihm. Unternimm etwas mit Freundinnen, oder auch allein etwas, was dir gefällt.

    Etwa vom Wichtigsten für Partner oder Angehörige von Depressiven ist, für sich selbst zu sorgen. Depressionen sind brutal, die können einen richtig auffressen.

    gruss, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Der Wahnsinn an Weihnachten

    Liebe Barbara,

    danke auch Dir.

    Das Problem mit dem "warte nicht auf eine Reaktion" ist einfach, dass es schon mal einen Suizidversuch gab, den er selbst wegen eines Zusammenbruchs (Weinen ...) abgebrochen hat. Nun ist er in den Alpen und meldet sich nicht.

    Horus hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Ich muss mir überlegen, ob ich das will. Im Moment schreit alles "ja". Aber will ich immer mit der Angst leben, so wirklich (natürlich nicht absichtlich) brutal von heute auf morgen ausgeknockt werden? Ist eine Depression, so schlimm diese Krankheit ist (wie mag ich das als Außenstehende schon beurteilen), wirklich ein Freibrief dafür, dass jemand, der sich Gedanken macht, nicht mal mehr eine Antwort erhält? Oder ein Freibrief dafür, dass man dem anderen nicht deutlich signalisieren muss, wenn die Beziehung vorbei ist?

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