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Thema: Depression

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    Depression

    Ich scheine wieder in eine Depresson zu rutschen.
    Vor ca. 4 Jahren war eine mehrjährige Therapie zu Ende und es ging mir soweit auch gut.
    Nur seit einiger Zeit merke ich, dass ich an nichts mehr Freude habe, außer am Stricken.
    Am liebsten bin ich zu Hause, irgendwie machen Menschen mir auch Angst, zumal ich eher von den schlechten Erlebnissen lebe, als dass ich gute Erinnerungen hätte.

    Wenn ich meinen Tag betrachte, so habe ich vielleicht 30 min, an denen ich mit einem erwachsenen Menschen spreche, dies beinhaltet auch meinen Job und einkaufen. Ansonsten bin ich alleine.

    Vor einigen Jahren meinte ein Coach zu mir, dass er das Gefühl der Kälte hatte, als ich den Raum betrat. Später, im Laufe des Seminars meinte er dann, wenn ich lachen würde, würde die Sonne aufgehen, wieso ich das verstecken würde.

    Als ich wegen der Depression zur Kur fuhr, gab es schon in der gleichen Woche eine Krisensitzung, weil eine der Frauen unserer Gruppe sich von mir überrollt fühlte, dabei kam ich, aus meiner Sicht, nur an und begrüßte die Frauen. Warum ihr daas zu viel war, konnte sie auch nicht wirklich begründen, aber es geht ja um Gefühle und die muss man einfach respektieren.

    Ich scheine einfach auf andere Menschen so zu wirken, dass man mit mir keinen Kontakt wünscht. Auch Menschen, die eine gewisse Zeit gut mit mir auskamen und meinten, wir seien so was wie Freunde, melden sich nicht mehr, reagieren auch auf meine Kontaktaufnahme nicht mehr, wenn ich weg bin, wie z.B. ehemalige Kollegen.

    Ich habe zwei Freundinnen, von denen ein weit weg wohnt, die andere mich nicht besuchen möchte, weil ihre Mutter in der Nähe wohnt und der möche sie nicht begegnen. Für mich ist es auch nicht immer so einfach, ein Zeitfenster zu finden, zumal ich allein erziehend bin und ich nicht so weg kann, wie sie das könnte.

    Ich habe auch so gut wie kein Geld, wir leben äußerst knapp, so dass alles, was Geld kostet, einfach auch immer wieder überlegt werden muss. ich ermögliche meinem Kind Musikunterricht, weil ich das für wichtig erachte, das ist teuer übersteigt eigentlich schon unsere Mittel.

    Das wurde nun sehr lang, vielleicht ag mir ja jemand schreiben.

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    AW: Depression

    Liebe tusilein,

    das hört sich alles sehr traurig und resigniert an.
    Ich kann es nachvollziehen, dass du dich so fühlst und es scheint ein immer wieder kehrender Strudel zu sein, der dich runterzieht und dir bestätigt, dass niemand mit dir was zu tun haben möchte.

    So eine Erfahrung und Kränkung muss man erst mal wegstecken.
    Wegdrücken. Niederdrücken.
    Oder eben nicht.

    Weil es auf Dauer zu viel Kraft kostet und nicht funktioniert.
    Vielleicht hilft es dir zu schauen, wann das angefangen hat. War es früher schon mal so? Wann? Wie alt warst du? Deine Gedanken sind wirkende Kräfte. Es scheint, als würden sie stark sein und du schaffst dir damit deine eigene Realität. Das klingt so, als ob du selber daran schuld wärst und nur anders denken musst. Von Schuld kann man aber hier nicht sprechen und ich bin auch kein Riesenfan von übertiebenem positiven Denken.

    Therapeuten gibt es viele. Die Aussage, dass es nach deinem Betreten im Raum kalt wurde und du öfters lachen solltest, weil du das gut kannst scheint nett gemeint. Hat es dir weitergeholfen? Was ist ein Lachen wert, dass andere erfreut jedoch selbst nicht wahrgenommen wird.

    Spüren. Sich verbinden. Kraft schöpfen.
    Sich trennen von Erwartungen. Die Grenze zwischen dir und den anderen wahrnehmen, denn, es gibt sie!
    Frei sein in deiner Entscheidung.
    Gut, es hilft dir wenig, das zu lesen.

    Was kann dir helfen. Jetzt!
    Licht, gute Nahrung, eine liebe Umarmung. Schaue nach Serotoninmangel, Kryptopyrollurie, es gibt auch einen physischen Zusammenhang.

    Zu schreiben und zu lesen kann zur Erleichterung beitragen, du bist NICHT allein.
    Doch du brauchst auch echte Kontakte, einen Blick, ein Gegenüber. Wer kann das sein? Ein anderer Therapeut, ein Freund, eine Person, bei der du ganz spontan das Gefühl hast, sie versteht dich, der kannst du dich zeigen?

    Ich drücke dir fest die Daumen, dass du deinen Weg weitergehst. Nach einer kurzen Verschnaufpause. Aufstehen. Weil du das Recht darauf hast, glücklich zu sein!

    Herzliche Grüße!
    Die Pantherin

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    AW: Depression

    Die Meinung des Coaches, dass er Kälte spürte als Du den Raum betreten hast, würde ich nicht überbewerten. Das war seine persönliches Meinung/sein eigenes Empfinden. Es wird sehr wahrscheinlich wenigen anderen Menschen so gehen, jeder Mensch ist da anders "gestrickt". Ich halte solche Aussagen auch gerade von einem Coach (in welchem Bereich auch immer er einer ist) für nicht professionell.

    Ich schließe mich der Pantherin an, toller Beitrag!!

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    AW: Depression

    Danke, dass ihr mir geantwortet habt.

    Dieser Coach, denke ich, meinte es nicht böse, es ging darum, dass wir unsere Rolle innerhalb unserer Abteilung definieren. Und bei mir war wohl als erstes eine große dicke Mauer wahrnehmbar, das sagte mir damals auch eine Kollegin, als ich neu anfing.

    Da gab es mal einen Mann, der vorgegeben hatte, sich für mich zu interessieren. Wir sahen und ein paar Jahre später und er nannte mich nur noch "Scarface" ich habe Narben im Gesicht, durch einen Autounfall, wobei ich nicht denke, dass diese Narben das Gesicht dominieren.

    Der Vater meines Kindes meinte zu mir, er würde sich vor mir ekeln.
    Ein Bekannter lästerte über mich, wie unattraktiv er mich finde. Durch diesen Mann hatte ich den Vater meines Kindes kennen gelernt und er gab damals auch vor, an mir interessiert zu sein, wollte mir, als er merkte, dass sich etwas zwischen dem anderen Mann und mir entwickelte, diesen ausreden.

    Ich könnte diese Liste noch erweitern, dies führe ich nur als Beispiel an, um zu zeigen, dass ich mich nicht ohne Grund zurück gezogen habe.

    Nur könnte es passieren, dass mein Kind wieder unter mir zu leiden hat, weil ich auch sehr aufbrausend bin und dann nur noch schreien kann.

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    AW: Depression

    Hm, Du rechnest bestimmt schon mit dieser Antwort: Hol Dir Hilfe!!

    Nachdem Deine Therapie 4 Jahre her ist, genehmigt die Krankenkasse doch bestimmt eine neue/weitere Therapie? Es hört sich für mich so an, als wenn Du bereits wieder in der Depression steckst und kaum noch Kraft hast. Das Anschreien des eigenen Kindes ist, so denke ich, Ausdruck deiner Überforderung. Ich fürchte, das Forum kann Dir nicht genug helfen.

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    AW: Depression

    Ist das Leben nicht komisch, wenn man Verlierer ist, dann ist man es überall. Selbst in der virtuellen Welt interessiert sich niemand für mich.
    Danke Schwarzer Panther und GoldenGate, dass ich euch zumindest eine Erwiderung wert war, dass ihr mir eure Zeit geopfert habt.

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    AW: Depression

    Manchmal fühlt man sich als Verlierer, aber: Du weißt doch bestimmt auch, daß dies nur ein Gefühl ist, das in besseren Zeiten auch wieder verschwindet. Kannst Du Kontakt mit dem Therapeuten, bei dem Du vor 4 Jahren gewesen bist, aufnehmen? Du schreibst oben, die Therapie war gut für Dich. Versuch doch, dort anzuknüpfen.

    Alles Gute!!

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    AW: Depression

    Liebe tusilein,

    du brauchst dich nicht zu bedanken.
    Es ist ein Geschenk an dich. Es kommt von Herzen. Und im Schenken wird einem nichts genommen.

    Dass du nicht nur auf deinem Gesicht Narben trägst, sondern auch auf deiner Seele ist klar zu spüren. Sind die Aussagen und Handlungen der Anderen der Grund, warum du dich so traurig und einsam fühlst?

    Wenn du dich von den Menschen gesehen, gestützt und geliebt fühlen würdest, wärest du dann glücklich? Welche Vorstellungen und Forderungen hast du vom Leben? Wo suchst du? Suchst du vielleicht zu sehr im Aussen? Ist dieses leere, schwarze Loch in deinem Bauch der Mangel? Ein schier unstillbarer Mangel.

    Wo und bei wem genau entsteht dieses Gefühl des Verlierers? Wer spürt, dass du ein Verlierer bist?

    Nimm dein Leben in die Hand. Übernimm voll und ganz die Verantwortung dafür.
    Werde dir bewusst, welche geistigen und körperlichen Zustände in deinem Zuhause herrschen.
    Wenn es Einsamkeit und Leere ist, versuche zu Vertrauen, dass genau diese Gefühle in diesem Augenblick deine Wahrheit sind.
    Suche nicht nach anderen Gefühlen im Aussen. Es kann nirgends anders wo etwas geschehen oder sein außer hier und jetzt. In dir.
    Das Leben ist ein Geschenk an dich. Lasse alle Erwartungen los. Wie die Dinge zu sein hätten.

    Kümmere dich um dein Loch. Schau es an. spür es. Wie kann es von dir mit Liebe gefüllt werden?
    Spüre den Raum vor dir, hinter dir, neben dir. Schau auf alles, was gerade da ist. Auf diese unerschöpfliche Fülle. Schau auf dein Kind, dass dir anvertraut wurde. Es ist dein Engel, der dir an die Seite gestellt wurde.

    Ich schicke dir von ganzem Herzen viel Licht. Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Weg. Es ist Zeit.

    Pantherin

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    AW: Depression

    Liebe Pantherin,

    das hast du schön geschrieben.
    Die Fragen, die du stellst, sind schwer zu beantworten.
    Ich kann dir nicht sagen, ob es mir besser ginge, wenn ich mich von Menschen gesehen, gestützt und geliebt fühlen würde, da ich das gefühl nicht kenne.

    Das Gefühl des Verlierers ist immer da, selbst in Situationen, die andere als Erfolg sehen würden, sehe ich eher den Misserfolg.

    Die Therapeutin, bei der ich war, da glaube ich, dass wir uns nichts mehr zu sagen haben. Da würde ich eher auch nicht mehr hin gehen wollem.
    Ich hatte auch bei uns schon versucht einen Platz zu finden, aber wenn ich dann bei dritte oder vierten anrufen und immer von Wartelisten die Rede ist, dann verlässt mich auch schon die Motivation.

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    AW: Depression

    Liebe tusilein,

    die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Das hast du sehr gut erkannt.

    Ich denke, dass du in deinem Leben sehr viele Dinge aushalten musstest und deine Seele mit all dem alten Staub und Ballast zugeschüttet ist.
    Ich sehe es genau wie GoldenGate geschrieben hat. Sich da alleine oder nur mit Hilfe von Forumsgesprächen freizustrampeln scheint mir fast unmöglich.

    Es ist leider immer noch so, dass man auf einen Therapieplatz, falls er von der Kasse gezahlt wird, aus Mangel an Therapeuten, warten muss. Und dann kann dir keiner garantieren, dass du soviel Vertrauen zu diesem Menschen fassen kannst, dass du dich öffnest. Und die Suche geht von neuem los.
    Aber, es ist notwendig, da durchzugehen.

    Es sind immer nur kleine Schritte. Einer wird nach dem anderen gemacht. Es gibt keinen Weg zurück. Es ist eine Illusion zu denken, dass man einen Rückschlag erfährt. Es geht immer weiter.

    Du erreichst einen Punkt. Und dann den nächsten. Der Fluss kann nur in eine Richtung fließen. Er fließt nie zurück.
    Du stehst heute hier. Du hast viel geschafft, auch wenn es nicht leicht ist, dir das einzugestehen. Es hat niemand behauptet, dass es leicht sein wird...

    Deine Aufgabe ist es, dich auf alle möglichen Wartelisten setzen zu lassen. Schalte deinen Kopf aus, bewerte die Telefonate nicht, egal, wie lange du warten musst. Es wir dir der Therapeut zugeteilt, den du für irgendeine Art der Weiterentwicklung brauchst.

    Bis dahin kümmere dich im Rahmen deiner Möglichkeiten gut um dich. Schaue nicht darauf, was du gerade nicht kannst, was nicht geht. Was geht? Wa ist möglich? Stricken. Schöne farbige Wolle. Mit deinem Kind kuscheln. Es betrachten, wenn es schläft. Lege dir ein Buch an, in dem du reinschreibst, was alles gerade gut läuft. Sag DANKE zu dir.
    Schaue ganz genau hin. Ganz. Ganz genau!
    Du übernimmst die Verantwortung für dich. Für deine Gefühle und Gedanken. Verdamme sie nicht, wenn sie wieder abrutschen in die Tristesse. Sie waren sehr lange wichtig, um dich zu schützen. Bedanke dich bei ihnen und lasse sie ziehen.
    Suche nicht mehr im Aussen nach Liebe und Bestätigung. Schenke sie dir selber. Ich weiß, dass es verdammt schwer ist in so einer Situation. Doch, wenn du willst, kannst du es lernen.

    Alles was bisher war, ist dein ganz persönlicher Weg. Du gehst ihn alleine. ganz alleine. So, wie jeder andere von uns.
    Es tut verdammt weh, diese Illusion loszulassen. Doch dann tut sich etwas auf. Und alles scheint möglich.
    Du bist frei!

    Fühl dich von mir umarmt. Ich schicke dir viel Mut und Kraft direkt in dein Herz hinein.


    Pantherin

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