Hallo an alle,
ich möchte mal eine Frage stellen, da ich damit schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Bringt eine Beratung bei einer psychologischen Beraterin etwas? Ich habe gerade meinen Termin abgesagt, da ich kein Zutrauen mehr habe.
Vor etwa zwei Jahren habe ich es schon mal versucht, ich kam mir vor, wie bei einer Wahrsagerin und die Frau hat eigentlich auch gar nicht zugehört. Sicher kann man durch diese Test, die sie mit mir gemacht hat, verschiedene Persönlichkeitsmerkmale feststellen und entsprechend an sich arbeiten, aber es kostet auch eine Menge Geld und löst die Probleme eigentlich nicht.
Ich bräuchte dringend jemandem zu reden und habe festgestellt, dass dies im normalen Leben mit niemandem mehr möglich zu sein scheint. Sobald man Probleme anspricht, ziehen sich die Leute von einem zurück und man wird auf einen Psychologen verwiesen.
Warum nur ist, das so, warum ist keiner mehr bereit zuzuhören, zu helfen, zu unterstützen?
In meinem Fall geht es um zwei Dinge, wegen denen ich so langsam depressiv werde.
Zum einen, da eine Freundin den Kontakt zu mir abgebrochen und ich nie eine Antwort auf die Frage nach dem Warum erhalten habe. Alle meine Bitten um ein Gespräch werden ignoriert.
Zum anderen habe ich einen chronisch kranken Partner, woran meine Beziehung leidet, es nur noch um ihn geht und ich keinen Halt mehr habe. Hier hat sich auch ein Teil seiner Familie den Kontakt abgebrochen, nachdem ich einige Dinge mal angesprochen habe, die über meine Kräfte gehen.
Laut der psychologischen Beraterin soll man sich ja selber ändern, alles akzeptieren soll, ohne Fragen zu stellen, ohne Antworten zu bekommen.
Was haltet ihr davon?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
-
26.06.2013, 10:05
Bringt eine psychologische Beratung etwas?
-
26.06.2013, 10:19Inaktiver User
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Alles akzeptieren soll man? Sagt diese Beraterin?
hmmm - also mal der Reihe nach: diese Freundin: nun ja sowas passiert, das würde ich abhaken, sie will dir keine Antwort geben und hat vielleicht auch keine - Schwamm drüber!
Dein Partner ist chronisch krank - wie sehr beschränkt es ihn und euch?
Hier geht's auch um deine persönlichen Grenzen - ein "bis hier hin und nicht weiter" - und dann auch dazu stehen.
Wie gesagt, es kommt drauf an, wie sehr chronisch krank einschränkend auf das normale Leben ist.
Menschen die sich abwenden wenn man ihnen die Wahrheit sagt - abhaken! Freunde vertragen Kritik!
-
26.06.2013, 11:32
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Hi,
handelte es sich denn um eine Diplom-Psychologin oder um eine selbsternannte "psychologische Beraterin"?? So kann sich im Prinzip jeder nennen, hier wäre es wohl wichtig, mal die Qualifikation zu hinterfragen.
Generell denke ich, wenn Du Themen hast, die Du nicht alleine lösen kannst und auch niemanden, mit dem Du sie im privaten Umfeld besprechen kannst, kann eine professionelle Beratung durchaus weiterhelfen.
Die Qualität der Beratung steht und fällt mit der Qualifikation und Erfahrung des "Profis" und mit der Chemie zwischen Euch beiden.
Hast Du schon verschiedene Beratungsangebote in Anspruch genommen, weisst Du, wie Du Profis von Scharlatanen unterscheidest oder brauchst Du da noch Hilfe??
Lg, amazone
-
26.06.2013, 11:43Inaktiver User
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
@marga
Ich bin nach meinem Herzinfarkt in der Reha ähnlich beraten worden und muss im Nachhinein sagen, dass es eine richtige Empfehlung war.
Wenn Du jemanden suchst, der Dir Deine Probleme BESEITIGEN soll, wirst Du logischerweise niemanden finden.
Die Belastung für Dich entsteht dadurch, dass Dir NAHEGEHT, wenn sich die Freundin nicht meldet, die Familie abwendet, die Krankheit Deines Partners sowieso.
Ich habe mir damals (zu mir selbst) gesagt: IHR KÖNNT MICH ALLE KREUZWEISE....!!!!, habe nichts mehr an mich herangelassen, keine Kritik, keine Vorhaltungen, nix.
Ich habe MEIN Ding durchgezogen, arbeite in der Politik und in meinem Beruf, tue mein Bestes, aber ich rege mich einfach nicht mehr auf. Auch nicht bei Kritik! Dadurch bin ich zu innerer Ruhe gekommen.
M.E. ist NICHTS so wichtig, wie die Ausgeglichenheit, die man durch Oasen der Ruhe und der Entspannung (das ist für mich z.B. ein schönes, ausgedehntes Wannenbad mit Sekt und Musik von Loreena McKennitt oder einfach mal nur im Garten sitzen und den Vögeln lauschen) erreicht.
Ich glaube, die Psychologin hat Dir nur das vermitteln wollen. Deine Sorgen abnehmen, kann sie Dir nicht. Sie kann nur empfehlen, sich keine Sorgen zu machen. Und das liegt ganz allein bei Dir.
-
26.06.2013, 13:05
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Ich habe damit selbst keine Erfahrung, aber vielleicht wäre es hinsichtlich der Problematik mit deinem kranken Mann auch gut, sich eine Selbsthilfegruppe anderer Angehöriger zu suchen. Dort wären Menschen mich ähnlichen Erlebnissen und Erfahrungen, mit denen du dich dann austauschen könntest.
Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
26.06.2013, 13:16
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Tja, in Deinem Fall kann ich Dir nur raten Deinen Hausarzt aufzusuchen und Dir Psychologische Behandlung verordnen zu lassen, denn es bei Betreuung von chronisch kranken Menschen ist das Leben sehr schwer. Es geht während der Therapie i. d. R. darum einen für Dich besseren Umgang zu erarbeiten und Einstellung, damit verändert sich auch autmatisch Deine Aussendarstellung und der soziale Umgang zu Freunden, Familie, Dingen.
Auch bei dem Psychologen ist das wie mit Deiner Beraterin, es kommt auch auf die Chemie an ob es passt oder eben nicht....
Auch Freunde können nur begrenzt zuhören und helfen, irgendwann kann es jedem einfach zu viel werden auf Dauer, temporär ist das möglich sie als Gesprächspartner zu nutzen aber ziemlich schnell kann die Grenze überschritten werden, wo das ganze sehr einseitig empfunden wird. Auch Mantramässig wird die Grundproblematik 100fach wiederholt ohne dass sich etwas ändert, dann mag ich auch nicht mehr zu hören, wirkt dann auf mich Beratungsresistent.Das Leben macht was es will und ich auch!
-
26.06.2013, 23:33
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Veranoazul kann ich im Prinzip nur zustimmen.
Mit einer Ausnahme. Die Kosten einer psychologischen Beratung/Behandlung werden von den gesetzlichen KK nicht übernommen. Eine psychologische Behandlung kann somit auch nicht verordnet werden.
Er steht dir allerdings frei einen Psychotherapeuten aufzusuchen, Psychotherapien werden von den Krankenkassen finanziert.
Allerdings ist es oftmals nicht einfach einen Psychotherapeuten zu finden, der nicht auf Monate bis Jahre ausgebucht ist.
-
05.07.2013, 09:18
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Nicht jede psychologische Beratung würde einen weiter bringen. Aber eine gute psychologische Beratung würde sicherlich gut tun. Die Frage ist nur: Wo sind die guten Psychologen ?

-
05.07.2013, 10:05
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Du hast insofern Recht, als der Hausarzt nicht quasi per Rezept eine Therapie verschreiben kann.
Aber er muss, wenn der Therapeut gefunden ist, nach den ersten Sitzungen zur Genehmigung für die Kasse ein Formular erstellen, in dem er eine kurze Diagnose reinschreibt, aufgrund derer er eine Therapie empfehlen würde. Das muss von ihm kommen, der Therapeut kann das nicht selbst.
-
05.07.2013, 10:40
AW: Bringt eine psychologische Beratung etwas?
Diese Beraterin kommt mir auch sehr suspekt vor! Geh da nach deinem Bauchgefühl. Selbst wenn du ihr unrecht tust und sie keine "Wahrsagerin" ist, ist sie nicht die Person, die dir helfen kann. Wenn du aus dem Gespräch mitnimmst, daß du alles akzeptieren sollst, bringt das nichts. Man kann nur sich selber ändern, klar, man kann nur die eigenen Handlungen bestimmen, über alles andere hat man keine Macht, aber man hat einen sehr, sehr großen Handlungsspielraum, den man aus vielen guten und meistens ein paar schlechten Gründen nicht nutzt, und da muß man m.E. ansetzen.
Wenn du jemanden suchst, der zumindest formal halbwegs qualifiziert ist, kannst du mit deiner Krankenkasse reden. Wobei es ein großer Unterschied ist, ob du nur jemanden brauchst, der dir mal zuhört (dann könnte ich die Telefonseelsorge empfehlen -- das ist anonym und die wissen auch, wo du dich hinwenden kannst, wenn du mehr als das brauchst), oder jemand, der dir hilft, dich selber in deiner Situation besser zu verstehen und zu definieren (da könnte Gesprächstherapie helfen), oder unter einer Depression leidest (damit würde ich mir eher einen Arzt als einen reinen Psychologen suchen) oder Hilfe brauchst, um dein Leben wieder deinen psychischen Kräften anzupassen (da gibt es lokal unterschiedliche Hilfsangebote).
Bei Situationen wie deiner kommen Freunde und Bekannte schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, sowohl in dem, was sie tun können, wie auch, was sie aushalten können. Du bist ja selber in einer solchen Situation, daß dir mehr aufgeladen wird, als du handhaben kannst. Wenn man jemanden mag, dem es schlecht geht, und feststellen muß, daß man gar nichts tun kann, um es besser zu machen, geht es einem mit schlecht -- deswegen würde ich bei größeren Schlamasseln auch immer raten, zu einem Profi zu gehen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


Zitieren
