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  1. Inaktiver User

    AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Hallo marilyn ,
    danke für deine aufrüttelnden Worte
    Ich finde es toll wie du trotz des derzeit bescheidenen Zustands,
    noch die Kraft aufbringst hier allen zu antworten und dich auch richtig
    rein zu denken in jede Userin die hier postet.
    Wir alle haben mehr Potential als uns im Alltag oft bewusst ist,
    aber das man den Punkt erkennt: jetzt muss ich was machen, soweit
    bin ich gegangen,aber nun muss ich "an die Hand genommen werden",
    eine zeitlang, sonst geht bald gar nichts mehr...das zu erkennen ist
    eine starke Leistung. Ich rede mich aus, sobald ich einigermaßen "fit"
    bin, so wird die Baustelle nicht kleiner mit der Zeit.
    Bei mir ist es so: sobald ich viel um die Ohren habe, viel reißen muss
    ist es soweit ok.Derzeit, den ganzen Dezember; habe ich frei ( bin noch in EZ), dann geht es mieser, ich baue ab und das doofe Karussel dreht sich wieder...
    Ich wünsche dir den richtigen Weg und adäquate Hilfen,
    Lieben Gruss
    S.

  2. gesperrt
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    AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei den Psychologen bin ich mir gar nicht so sicher, ob man immer so gut und schlecht sagen kann. Es muss auch einfach passen. Ich glaube, dass ist das Wichtigste.
    Hast du eine Erklärung für den Umstand, dass es soviele Menschen mit psychischen Problemen gibt und sowenige Therapeuten, die eine Antwort darauf haben ? Viele Menschen gehen jahrelang zum Psychologen/Psychotherapeuten und es tut sich nichts.

    Ich habe den Eindruck, dass eine grosse Masse von Lebewesen in einem Meer der Ahnungslosigkeit treibt (damit meine ich sowohl die Betroffenen als auch die Ärzte).


    Ansonsten hatte ich dich da ein bißchen missverstanden, tut mir leid!
    Diese Einwände kommen immer - du bist also nicht allein damit

    Ich hatte es so in die Richtung interpretiert: Wenn man sich das mal genau ansieht und sich zusammen reisst und das richtige macht, dann ist das kein Problem.
    Aber da hatte ich dich wohl falsch verstanden!

    Wenn ich Familie hätte wäre es mir auch unmöglich, mal eben ein paar Tage auf der häuslichen Couch zu lümmeln und über mein persönliches Leben und das Leben im allgemeinen nachzudenken. Im Hinterkopf meldet sich doch immer wieder das Pflichtgefühl und die Verantwortung für Kinder und Partner.
    Mit Zusammenreissen ist also nichts gewonnen. Da sind wir uns einig.

    Wenn man sein Leben auf neue Füsse stellen will, muss man allerdings sein altes Leben (zumindest mental) verlassen.

    Ach, ich könnte noch viel dazu schreiben. Aber zum einen fehlt es mir an Talent, mich so gut auszudrücken wie EWK und zum anderen ist der Weg in ein erfülltes Lebensgefühl ein langer verzwickter Prozess, der sehr schwer zu erklären ist.

  3. Inaktiver User

    AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Schnarchstop, zum einen glaube ich, dass schon alleine die Therapieform sehr entscheidend sein kann.

    Bei Depressionen kenne ich mich nicht so gut aus, aber bei Ängsten kannst du jahrelang nach Ursachen forschen, wichtiger ist es, meiner Meinung nach, erstmal mit einer Verhaltenstherapie den Angstkreislauf zu durchbrechen.

    Erst danach kann man überhaupt Ursachenforschung betreiben.

    Bei gewissen Traumata sind Gestalttherapien oft sehr hilfreich. Ich kenne Missbrauchsopfer, bei denen das sehr befreiend gewirkt hat. Die haben wirklich mal Zugang zu ihren Gefühlen gefunden und konnten mal ihre Gefühle ausleben und rauslassen.

    Ich glaube, dass Körperarbeit häufig gut bei Menschen wirken kann, die gar nicht mehr an sich selbst dran kommen.
    Um überhaupt mal ein Gefühl für sich aufzubauen.

    Leider werden fast alle erstmal in eine tiefenpsychologische Gesprächstherapie gesteckt. Die bestimmt sehr hilfreich sein kann - aber nicht immer die erste Wahl ist.

    Das ist meine pivate Meinung, die ich nicht wissenschaftlich untermauern kann.

    Außerdem gibt es natürlich auch leider völlig schlechte Therapeuten. Da habe ich auch schon Sachen erzählt bekommen. Das ist nicht anders als überall - gibt von allen Berufen auch die Doofen.

    Ein neues Leben aufzubauen scheint mir einfacher, als ein neues Lebensgefühl zu bekommen.
    Man kann alles rund herum ändern, im Aufbruch sein, aber wenn man immer sein altes, trauriges Ich rumschleppt, dann kann man das Haus alle 2 Tage neu bauen - da sitzt dann trotzdem immer nur man selbst rum - unverändert.

  4. AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Marylin, du bist doch hochintelligent.

    dir ist sicher klar, dass eine Ehe, zwei kleine Kinder, eine anstrengende Vollzeitstelle plus Arbeitsweg sowie eine anstehende schwere Prüfung UND noch die Moderation hier bei der BriCom ein unglaublich hohes Pensum darstellen.

    Ist daran irgendwas schwer zu verstehen ?
    Vom Kopf her nein - vom Gefühl her ja. Aber das ist wahrscheinlich schwer für jemanden, der das nicht kennt, nachzuvollziehen. Und gib's zu, du willst mich nur als Mod loswerden.

    (Das Schicksal erhalte mit meinen Galgenhumor....)
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

  5. gesperrt
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    AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    @ finja,

    bei mir ist es so, dass ständig einige Rädchen rattern und Zusammenhänge herstellen.

    Zum Beispiel habe ich mit ca. 25 festgestellt, dass es in meinem Leben eine Aufwärtsentwicklung gibt, die in einem übersteigerten Hochgefühl kulminiert und danach abrupt einen Sturz in die Bedeutungslosigkeit kommt.

    Diese Erkenntnis hat mich dann getröstet, wenn ich in der "grauen" Phase drinnsteckte und vor Euphorie gewarnt, wenn die "heisse" Phase am Laufen war.

    Ich weiss, dass diese "Erkenntnis" nicht bahnbrechend ist. Aber ich habe sie ohne Hilfe von aussen erkannt und vor allem mein Leben darauf eingestellt.Denn so etwas hat ja auch berufliche Konsequenzen. Niemals hätte ich einen Beruf ergriffen, der meine Seele so in Anspruch nimmt, dass dieser natürliche Rhythmus gestört worden wäre.

    Und genau da liegt m.E. der entscheidende Punkt.

    Inzwischen hat sich meine Seele in einer angenehmen (für mich lebenswerten) Mitte eingependelt.

  6. AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Bei mir ist es so, dass wenn ich permanent über meine eigenen Grenzen latsche, dann bremst mich die Angst aus. Die zeigt mir meine Grenze.

    Manchmal denke ich, die Angst passt auf mich auf. Erst wenn ich gelernt habe, auf mich selbst aufzupassen, dann muss es die Angst für mich nicht mehr tun.

    Evtl. ist es bei Depressionen ähnlich? Oder bei dir?
    Wahrscheinlich ist es so - ich lass dass immer laufen, es geht ja irgendwie. Bis dann der Zusammenbruch kommt.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

  7. gesperrt
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    AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von marilyn-74 Beitrag anzeigen
    Vom Kopf her nein - vom Gefühl her ja. Aber das ist wahrscheinlich schwer für jemanden, der das nicht kennt, nachzuvollziehen. Und gib's zu, du willst mich nur als Mod loswerden.

    (Das Schicksal erhalte mit meinen Galgenhumor....)

    Nein, Marylin, ich will dich nicht loswerden. Ehrlich ... ich bin sehr überrascht über diesen Strang, den du eröffnet hast. Sowas habe ich bei dir überhaupt nicht vermutet.

  8. AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Hallo, Gemme
    Zitat Zitat von Gemme Beitrag anzeigen

    Ich hätte noch eine Frage erstmal, hast Du schon mal ein anderes Medi versucht? Vielleicht ist das AD, das Du gerade nimmst, auch einfach noch nicht das richtige?
    Nein, gewechselt habe ich noch nicht. Ist vielleicht noch einmal eine Möglichkeit. Ich werde beim nächsten Termin meine Neurologin danach fragen.

    Was ich selber so mache, wenn ich das Gefühl habe, abzurutschen, ist:

    extrem auf gesunde Ernährung achten, und Zink als Nahrungsergänzung zu mir nehmen (frag mich nicht,wo, aber ich habe mal gelesen, daß das hilft - im Zweifelsfall ist es gut für das Immunsystem)

    viel Licht "schnappen" - grad im Winter wichtig, mich nach draußen und zum Sport zur Not auch mal gewaltigst aufraffen

    Meditation und Entspannungsübungen, am liebsten per CD - ganz wichtig, geht auch, wenn man sich sonst zu gar nichts recht überwinden kann

    definitiv Inseln im Alltag schaffen, wo ich für nichts und niemand zu haben bin, nur für mich - auch in Gedanken zähle dann NUR ICH, und wenns bloß eine bewußte Minute am Tag ist.

    So blöd wies klingt: mir lustige Filme anschauen, mich einfach davon berieseln lassen, mir total einfache Kitschromane mit Happy-End-Garantie durchlesen, mir einfach diese "leichte Kost" gönnen.
    Das sind alles gute Tipps - ich merke nur gerade, dass ich eine unglaubliche Neigung habe, einfach nur noch schlafen zu wollen. Ich tu mich so schwer damit, überhaupt hochzukommen, wenn die Kinder nicht wären, würde es mir wohl noch schwerer fallen.

    Und der mir hilft, zu akzeptieren, daß ich halt einfach mal Grenzen habe, schwach bin, verletzlich wie jeder andere - und daß das schlicht und ergreifend völlig ok so ist.
    Das ist wohl eins meiner größten Probleme: ich bin gefühlt nicht okay, das Gefühl "andere schaffen das doch auch" und "ich bin ein Versager", das ist schon sehr präsent. Ich denke, das ist etwas so Grundsätzliches, was ich wirklich dringend aufarbeuten muss.
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  9. AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schnarchstop, eine Krankheit benötigt einen Arzt. Bei einem gebrochenen Bein nutzt dir auch keine Selbstanalyse, ein Stück Holz und ein Klebeband................obwohl........
    Danke für den Lacher.

    Nicht, dass jemand denkt, dass Depressionserkrankte nicht lachen können. Bei meinem letzten Klinikaufenthalt hatte ich auch soviele unglaublich witzige Momente, dass wir uns manchmal selbst gefragt haben, was wir eigentlich auf dieser Depressionsstation wollen.
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  10. AW: Wenn die Depressionen wiederkommen....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Kannst du denn noch fühlen, was du wirklich willst? Bei was geht es dir gut, was kannst du genießen, was gibt dir Energie? Wo willst du hin?? Was ist wichtig für dich?? Was brauchst du?? Was wünschst du dir?

    Kann es nicht sein, dass du gar nicht mehr in Kontakt bist mit dir selbst und nur irgendwie an einem Bild von dir bastelst von dem du denkst, es präsentieren zu müssen??
    Ganz so ist es nicht - ich weiß schon noch, was mir an sich Freude macht: Bücher, Musik, Konzerte (meine nichtmedikamentösen AD)... aber ich habe mich in der Jobsituation einfach verrannt. Und das ist das schwierige: einerseits habe ich wirklich Spass an dem, was ich tue, andererseits kann ich das nur machen, wenn ich eine Prüfung mache, die mich zurzeit überfordert. Und es ist ein Job, der zeitlich von mir etwas verlangt, das ich nicht leisten kann. Ich weiß nicht, wie das manche in meinem Umfeld schaffen. Und ich bin von dem, was die leisten, noch weit, weit entfernt.

    Und denk dran: du bist nicht allein. Und niemand der dich kennt misst dich an deiner Leistung!!!
    Das stimmt wohl nicht in jedem Fall.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

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