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    falsche Scham...

    ...mir gehts nicht gut.

    Ich komme nicht damit klar, dass ich (bald 38 J.) zwangsweise Single bin.(im Mai sind´s 3 Jahre) Ich weiß, dass man sein Glück nicht von einem Partner abhängig machen soll. Aber was soll ich tun, wenn ich mir doch nichts mehr wünsche, dass auch für mich jemand da ist.

    Ich lernte Männer kennen, das ist nicht das Thema, aber es hat sich nie was richtiges ergeben, aus der unterschiedlichsten Gründen. Zur Zeit ist mein Herz auch wieder gebrochen, weil ich mich in den falschen verliebt habe. (er ist vergeben)

    Ich hadere gerade sehr mit meinem Leben. Bin nur noch traurig und weine viel, habe mich fast vollständig von meinem Freundeskreis zurückgezogen, da ALLE!!! Partnerschaft und Kinder haben, (ich ertrage das einfach nicht mehr, da ich das nicht habe), ich unternehme kaum noch etwas, da mir doch nur Paare über den Weg laufen, bzw. wenn es etwas gibt, was mir für den Moment Spaß macht trifft mich die Wucht die ich beim betreten meiner einsamen Wohnung empfinde umso heftiger.

    Das einzige, wozu ich mich nur noch aufraffen kann, ist zur Arbeit zu gehen (muß ja sein) und ich gehe 3 x die Woche zum Sport. Normalerweise soll Sport ja bei depressiven Verstimmungen helfen, ich merke davon allerding nichts.

    Nun weiß ich, dass ich mir Hilfe holen müsste. Eine Therapie hatte ich damals angefangen, weil ich mit der Trennung nicht klar kam.Habe sie aber abgebrochen, weil sie mir nichts brachte, da sie in meinen Augen ja nicht die Ursache meines Problems beheben kann. (sprich: am Boden zerstört, weil Mann weg) Kommt für mich also nicht wieder in Frage.

    Ich muss aber unbedingt aus diesem dunklen, tiefen Loch heraus. Schaffe es alleine aber nicht. Nun hatte ich daran gedacht zum Arzt zu gehen, dass der mir Antidepressiva verschreibt.
    Ich schäme mich aber so sehr, dass so etwas solch eine Macht hat, dass es mir so dreckig geht. Ich muß dem Arzt ja sagen, warum es mir schlecht geht und ich weiß dass ich beim erzählen sofort in Tränen ausbrechen werde. Ich will ihn nicht mit soetwas dummen "belästigen" schließlich gibt es Menschen, die haben wirkliche Probleme.

    Und dazu kommt noch die Angst, dass Antidepressiva ja leider oft die Nebenwirkung Gewichtszunahme hat. Das geht gar nicht. "Fett" aber dafür glücklich? Never!
    Verdammte Eitelkeit
    Nimmt ein Arzt auf soetwas Rücksicht, kann man das ansprechen?
    Weil solange ich so denke, kann´s ja nicht soooo schlecht um mich bestellt sein, mag man denken. Würde für mich als Außenstehenden jedenfalls so wirken.
    Aber es geht mir schlecht, sehr sogar...

    Danke für´s lesen, Ratschläge, Erfahrungen und Mut machen.
    mimimu

  2. Inaktiver User

    AW: falsche Scham...

    Hallo mimimu,

    Zitat Zitat von mimimu Beitrag anzeigen
    ...mir gehts nicht gut.

    Ich komme nicht damit klar, dass ich (bald 38 J.) zwangsweise Single bin.(im Mai sind´s 3 Jahre) Ich weiß, dass man sein Glück nicht von einem Partner abhängig machen soll. Aber was soll ich tun, wenn ich mir doch nichts mehr wünsche, dass auch für mich jemand da ist.

    Ich lernte Männer kennen, das ist nicht das Thema, aber es hat sich nie was richtiges ergeben, aus der unterschiedlichsten Gründen. Zur Zeit ist mein Herz auch wieder gebrochen, weil ich mich in den falschen verliebt habe. (er ist vergeben)
    Ich stecke gerade in einer ähnlichen Lage, wie Du.
    Sie trennt sich nach 30 Jahren Ehe. Das ist jetzt 2 Jahre her und ich verliebe mich neu, sie aber gibt mir einen Korb.
    Ich kann Dich also voll und ganz verstehen.

    Ich hadere gerade sehr mit meinem Leben. Bin nur noch traurig und weine viel, habe mich fast vollständig von meinem Freundeskreis zurückgezogen, da ALLE!!! Partnerschaft und Kinder haben, (ich ertrage das einfach nicht mehr, da ich das nicht habe), ich unternehme kaum noch etwas, da mir doch nur Paare über den Weg laufen, bzw. wenn es etwas gibt, was mir für den Moment Spaß macht trifft mich die Wucht die ich beim betreten meiner einsamen Wohnung empfinde umso heftiger.
    Ja, wie bei mir, aber immerhin wartet zu Hause noch mein anhänglicher Kater auf mich.
    Ansonsten verkrieche ich mich auch nur in der Wohnung und gehe nur zum Arbeiten oder Einkaufen raus.

    Ich muss aber unbedingt aus diesem dunklen, tiefen Loch heraus. Schaffe es alleine aber nicht. Nun hatte ich daran gedacht zum Arzt zu gehen, dass der mir Antidepressiva verschreibt.
    Ich schäme mich aber so sehr, dass so etwas solch eine Macht hat, dass es mir so dreckig geht. Ich muß dem Arzt ja sagen, warum es mir schlecht geht und ich weiß dass ich beim erzählen sofort in Tränen ausbrechen werde. Ich will ihn nicht mit soetwas dummen "belästigen" schließlich gibt es Menschen, die haben wirkliche Probleme.
    Du hast keinen Anlass, Dich zu schämen oder Dein Problem als dumm anzusehen.
    Du hast ein "wirkliches" Problem, das gelöst werden muss.
    Dein Leben ist in Deinem momentanen Zustand die Hölle. Habe ich Recht?

    Und dazu kommt noch die Angst, dass Antidepressiva ja leider oft die Nebenwirkung Gewichtszunahme hat. Das geht gar nicht. "Fett" aber dafür glücklich? Never!
    Verdammte Eitelkeit
    Nimmt ein Arzt auf soetwas Rücksicht, kann man das ansprechen?
    Aber natürlich nimmt ein Arzt darauf Rücksicht und verschreibt ein anderes Medikamt, das diese Nebenwirkung nicht hat.
    Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung, meine Ex leidet unter Depressionen und ist seit 12 Jahren deswegen berentet.
    Wenn Du Fragen dazu hast, gerne hier oder über PN.

  3. Inaktiver User

    AW: falsche Scham...

    Eine Therapie hatte ich damals angefangen, weil ich mit der Trennung nicht klar kam.Habe sie aber abgebrochen, weil sie mir nichts brachte, da sie in meinen Augen ja nicht die Ursache meines Problems beheben kann. (sprich: am Boden zerstört, weil Mann weg) Kommt für mich also nicht wieder in Frage.
    Hallo mimimu,

    ich verstehe Dich gut. Auch ich bin seit 2 Jahren Single, habe mich aber freiwillig aus einer sehr langen Ehe befreit. Das war und ist die richtige Entscheidung für mich gewesen, auch wenn mir das Single - Dasein genauso schwer fällt wie Dir und ich mich auch immer noch viel zu sehr in meiner Wohnung verkrieche und ab und zu immer noch mit Depressionen zu tun habe.
    Vielleicht könnte Dir eine Therapie aber doch helfen, weil sie Beziehungsmuster aufdecken kann, wie z.B. warum man sich über einen Mann/Partner definiert (was ich auch von mir kenne ).

    Liebe Grüße,
    MoraineLeFay

  4. Inaktiver User

    AW: falsche Scham...

    Liebe Mimimu,

    Ich will ihn nicht mit soetwas dummen "belästigen" schließlich gibt es Menschen, die haben wirkliche Probleme.
    DU HAST ein wirkliches Problem. Du weisst es auch, aber stehst Dir mit den vielen Gründen, die Du ja fast schon suchst, im Weg es auch anzugehen.

    Das (die Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit, Einigeln) gehört aber zu den Symptomen einer Depression, deshalb möchte ich Dir keinen Vorwurf machen und Dir stattdessen etwas zum Nachdenken mitgeben:

    Wenn Du mit Dir selbst ins Reine kommst und Dich wieder mit Dir wohl fühlst, wird Dich die Single-Situation erstens nicht so runter ziehen (schon daher, weil Du dann wieder viel mit Deinen Freunden unternimmst und Du aus allen funktionierenden zwischenmenschl. Beziehungen Kraft beziehst, nicht nur aus der Beziehung mit einem Partner) und zweitens viel bessere Chancen haben einen Partner kennenzulernen. Bei letzterem ist es übrigens egal, ob Du etwas schwerer bist als heute.

    Ich selbst bin 2007 an einer mittelschweren Depresson erkrankt (ähnlicher Anlass wie bei Dir). Ich habe mich an den SPDi gewendet und man hat mir dort am gleichen Tag ein Bett in einer Krisenstation vermittelt. Dort wurde ich aufgefangen, medikamentös eingestellt (Cipralex) und psychologisch beraten. Bis ich eine gute Verhaltenstherapeutin gefunden hatte, konnte ich immer wieder dorthin zurück kehren.

    Alles in allem geht es mir heute besser als jemals zuvor in meinem Leben. Obwohl ich immer noch nicht verheiratet bin (ist auch nicht in Sicht).

    Ich bin mir meinerselbst viel bewusster. Was ich möchte, was ich nicht möchte. Viele Dinge, die mich früher an den Rand der Verzweiflung gebracht haben, kann ich heute mit etwas Distanz und Humor (und bei anderen Menschen mit Mitgefühl) betrachten.

    Das wiederum führt dazu, dass sich mein Verhältnis zu meinen Mitmenschen (nicht nur Freunde sondern vor allem auch zu denjenigen, die mich nicht kannten bis zu meiner Krankheit) sehr gebessert hat.

    Ich wohne in einer Großstadt, eigentlich eine anonyme Sache, kenne aber ziemlich viele Nachbarn und Ladenbesitzer, werde auf der Straße gegrüßt... Und in der Arbeit auf den Fluren, selbst von Menschen, deren Namen ich gar nicht kenne.

    Ich bin selbst überrascht, denn früher war ich fast unssichtbar.

    Das erkläre ich mir so: Ich nehme andere Leute wahr, sie nehmen mich war. Und zwar in der Art, dass ich fast immer erfreut bin andere Leute zu sehen und offen dafür zuzuhören oder zu helfen (also so Kleinigkeiten wie Tür aufzuhalten, eine Auskunft zu geben, einen Euro zu wechseln, ...).

    Auch was das Verhältnis zu meinen Körper angeht hat sich einiges geändert.

    Ja, früher war ich schlanker (60kg auf 175cm Körpergröße, jetzt wiege ich 72kg, nicht unbedingt, weil die Medikamente den Stoffwechsel so runtersetzen, sondern auch, weil die Appetitlosigkeit der Depression gewichen ist und ich dann eine Weile einfach gut gelebt habe).

    Mittlerweile begrüße ich meine Kurven. Es hat sich ganz gut in Oberweite und Hintern, Schenkel verteilt.

    Und ich war niemals sportlicher. Ich mache jetzt Sport, weil ich Freude an der Bewegung habe und weil ich beim Lauftreff nette Leute treffe. Nicht weil ich irgendwie anders aussehen möchte.

    Seitdem ich festgestellt hab, dass das Joggen auch im Winter geht, werde ich auch kaum noch krank und schlechtes Wetter macht mir weniger aus. Macht eigentlich sogar Spaß im Schnee draußen zu sein und sich zu verausgaben, wie früher als Kind. Da war das Wetter ja auch noch kein Grund...

    "Fett" aber dafür glücklich? Never!
    Dem kann ich entgegnen: Lieber ein normaler Körper, den ich liebe und gut behandle, als so dünn und kaputt wie z.B. eine Lindsey Lohan...

    Überleg Dir dochmal, was Du alles gewinnen kannst, wenn Du versuchst was zu ändern. Nicht, was alles dagegen spricht, etwas zu ändern.

    Ganz liebe Grüße! Ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser geht.

    Astrid
    Geändert von Inaktiver User (16.02.2010 um 23:03 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: falsche Scham...

    -
    Geändert von Inaktiver User (17.11.2021 um 19:48 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: falsche Scham...

    Aber hast Du mal überlegt vielleicht ein Johanniskrautpräperat auszuprobieren? Habe das schonmal vor längerem genommen und es hat mir geholfen.



    Ich habe auf Anraten meiner Ärztin ein hochdosiertes Johanniskrautpräparat genommen. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass es mir, zusammen mit der Tageslichtlampe, die ich mir auch zugelegt hatte, half. Dann aber fiel ich wieder in ein Loch und fühlte mich nur noch müde und erschöpft. Als ich auf Anraten einer guten Freundin das Präparat absetzte, kam ich mir vor, als hätte jemand einen Grauschleier von mir gezogen.
    Vielleicht ist Johanniskraut nicht für jeden geeignet und man sollte bei der Einnahme auch sehr genau darauf achten, was man zu sich nimmt und welche Wechselwirkungen es mit anderen Medikamenten haben kann.

    MoraineLeFay

  7. User Info Menu

    AW: falsche Scham...

    Hallo mimimu, also Scham ist wirklich nicht nötig. Antidepressiva verornet am besten ein/e Psychater/In, die kennen sich am besten aus. Meinem habe ich ganz offen gesagt. daß ich wegen meiner Früheren Essstörung nichts nehmen kann, von dem man zunimmt. Er hat das vollverstanden und mir entsprechendes verordnet. Fluoxetin oder valdoxan sind z.B. gewichtsneutral. Viele Grüße
    momo2

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    AW: falsche Scham...

    Liebe Mimimu,

    Dein Eintrag ist schon etwas länger her und ich hoffe, dass es Dir schon besser geht.

    Ich kann Dich sehr gut verstehen und möchte Dir Mut machen. Du hast wirklich ein Problem, brauchst Dich dessen aber definitiv nicht zu schämen. Ich selber (34) leide seit ca. 12 Jahren unter Depressionen. Obwohl meine Mutter das gleiche Problem hatte ich und es besser hätte wissen müssen, bin ich jahrelang aus scham nicht um arzt gegangen. Es ist ein Punkt gekommen, an dem es mir so schlecht ging, dass ich meine scham überwunden habe und mich meiner hausärztin anvertraut habe. sie hat so verständnisvol reagiert und mir erzählt, wie vielen leuten es so geht. sie hat mich zu einer psychotherapie überwiesen, mir antidepressiva verschrieben. jetzt im nachhinein bin ich froh, dass ich diesen schritt getan habe und ärgere mich, dass ich das nicht schon viel früher getan habe. ich hätte mir dadurch viel leid ersparen können. daher möchte ich dich wirklich ermuntern, einen arzt aufzusuchen und ihm deine probleme anzuvertrauen, damit dir geholfen wird.
    alle gute
    smila

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