Hallo, wie soll ich anfangen, echt schwierig.
Ich kenne jemanden, den ich auch sehr mag von dem ich nun seit kurzem weiß, dass er wegen Depression eine stationäre Therapie gemach hat. Ich kannte ihn schon früher, mochte ihn auch, aber wir fanden nicht so recht zusammen. Er war "nicht von dieser Welt" hatte ich immer das Gefühl. Da ich ihn mag sind wir in Kontakt geblieben und mitterlerweile habe ich das Gefühl, das er auch den Kontakt mit mir sucht. Wir tauschen viele SMS aus und wollen nun auch ins Kino zusammen gehen. Ich habe aber immer Angst, daß es nur so eine Episode ist und dann plötzlich wieder alles vergeßen ist. Ich weiß nicht ob ich ihm helfen kann. Ob er wirklich Gefühle für mich entwickelt?. Im Kennnenlernforum würde jeder direkt sagen: " Laß die Finger davon". Aber er ist ein wirklich lieber Mensch und hat auch eine Chance verdient. Aber ich weiß nicht ob ich das Thema Depression falsch einschätze?
Habt ihr irgendwelche Vorschläge???
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
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28.12.2009, 23:03
Zuversichtlich sein oder nicht?
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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29.12.2009, 00:30
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
hm ...
mir gefällt der ausdruck "chance" nicht. "chance" klingt, als ob du sozusagen schicksal in seinem leben spielst, und ihm - ja - eine chance auf beziehung zuteil werden lässt. das hat etwas herablassendes (auch wenn du das vermutlich so nicht meinst). aber die haltung soltltest du nochmal anschauen, finde ich.
warum nicht einfach: jemand mit depressionen ist ebenso liebens- und "beziehungswert" wie jeder andere auch?
mich stört sehr, sehr diese aktuelle entwicklung, depressive menschen in so eine art mentalen streichelzoo zu verbannen, so als sei depression etwas derart exotisches, das es es erst mal nach außen zu stellen gibt. als sei der gedanke, mit jemandem zusammen zu sein, der mal an depressionen gelitten hat, genauestens zu prüfen und von außen bewerten zu lassen.
redet er denn mit dir über seine stationäre therapie? sieh es doch mal so: er hat sich in eine stationäre therapie begeben - also war der ansporn bei ihm da, das ist so ein gutes zeichen! undes ist übrigens nicht so furchtbar selten, dass menschen so eine stationäre therapie machen. ER ist derjenige, der an depressionen gelitten hat, rede mit IHM!
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29.12.2009, 00:33Inaktiver User
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
ich bekomme langsam den eindruck, depressionen hat zwar fast jeder oder zumindest auch mal depressive phasen, aber ansonsten ist es wie aussatz und oder lepra.
mit jemandem der depressionen hat kann man/frau keine beziehung, keine freundschaft, nichts aufbauen?
aber gelle, vorurteile haben wir nicht?
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29.12.2009, 00:40
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
wen sprichst du da jatzt an wegen der vorurteile, brighid?
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29.12.2009, 06:43Inaktiver User
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
wen ich meinte?
die gutgemeinten ratschläge aus dem kennenlernforum meinte ich.
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29.12.2009, 08:01
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
Ich habe den Eindruck, dass depressive Menschen (gerade in letzter Zeit) nur noch auf ihre Erkrankung reduziert werden.
Vielleicht möchte dein Freund keine Hilfe von dir, sondern Freundschaft.
Schau dir den Menschen an; magst du ihn, so wie er ist?
Klar solltest du dir bei einer Beziehung überlegen, ob du mit einem Menschen, der an Depressionen leidet, leben kannst, möchtest.
Aber dieses "Helfen wollen" ist dann sicher eine schlechte Basis dafür.Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
(Vaclav Havel)
Liebe Grüße Clematis
Pro-Aging anstatt Anti-Aging
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29.12.2009, 14:32Inaktiver User
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02.01.2010, 19:50Inaktiver User
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
@ LisaSu - Aber dir ist schon bekannt, dass es verschiedene Formen von Depressionen gibt? Und du weißt auch, dass es sich hierbei durchaus nur um eine Episode in seinem Leben handeln kann, die er womöglich längst überwunden hat?
Und noch etwas: so viele Menschen nehmen einen Klinikaufenthalt in Anspruch, es handelt sich dabei nicht um eine Ausnahme, sondern kommt wesentlich häufiger vor, als du es dir ausmalst. Nur spricht kaum jemand darüber, weil er befürchtet, stigmatisiert zu werden, so wie du es auch tust. Sehr schade.
Und ja, auch ich habe, ähnlich wie Clematis den Eindruck, dass Menschen, die eine solche oder ähnliche Krankheiten in ihrem Lebenslauf zu verzeichnen haben, gerne auf diese Sache reduziert werden. Das finde ich mehr als krank und macht mich ärgerlich!
Wenn jemand im Kennenlernforum pauschal urteilen würde: "Lass die Finger davon", dann hat er keine Ahnung, wovon er spricht!!
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02.01.2010, 20:19
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
Warum werden Menschen immer so nach ihren Problemen beurteilt!
Es kommt doch auf die Person selbst an, und darauf, ob sich zwischen den Menschen etwas entwickeln kann oder nicht.
Psychische Probleme sind doch die Symptome auf die eigene Geschichte, wozu man ja durchaus auch eine charakterliche Neigung haben mag. Sie machen aber doch nicht den ganzen Menschen aus. Ich finde, man sollte daran nicht festmachen, ob man der Liebe eine Chance geben will oder nicht.
Genauso würde ich das auch nicht von finanziellen oder beruflichen oder körperlichen Erkrankungen abhängig machen, sondern von meinem Gefühl für diesen Menschen.
Es scheinen sich Viele nicht mit den Problemen Anderer belasten zu wollen, aus Angst, selbst mit in die Probleme gezogen zu werden. Dabei entgeht ihnen m.M.n. aber auch die Chance, eventuell eine tiefergehende Erfahrung zu machen.Man muss nur immer einmal öfter aufstehen als man umgefallen ist.
"Ihr sollt immer denken: Ich werde es schaffen" Dalai Lama
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03.01.2010, 20:57
AW: Zuversichtlich sein oder nicht?
Ersteinmal danke für die Antworten.
An den Antworten habe ich erkannt, dass es nicht so einfach ist eine Frage so zu formulieren, dass sie nicht falsch verstanden wird.
@Lizzie64 Ja meine Formulierung war unglücklich. Da er erzählte, dass er vor ein paar Jahren schon mal an Depressionen gelitten hat und seine "Freunde und Kumpels, dies nicht verstanden haben und er daher seitdem sehr isoliert lebt, denke ich eben, genau das was einige zum Ausdruck gebracht haben. Man kann einen Menschen eben nicht auf seine Krankheit reduzieren. Ich bin auch sehr froh für das Vertrauen, dass er mir entgegenbringt indem er mir überhaupt davon erzählt.
@pepina.71 Ich stigmatisiere nicht sondern versuche zu verstehen. Ich versuche zu verstehen wie der Mensch mit dem ich befreundet sein möchte wirklich ist, ob seine Verhaltensweisen noch aufgrund seiner Erkrankung manchmal merkwürdig sind oder nicht.
@Einzelne: Genau das tue ich; ich belaste mich mit seinen Problemen und frage mich ob und wie ich ihm helfen kann.
Vielleicht denke ich aber auch nur, dass er aufgrund der Erkrankung mehr Zeit braucht um auf mich einzugehen um eine Beziehung aufzubauen. Vielleicht ist er auch nur ein egoistischer Mensch, dessen ganzes Denken sich im wesentlichen um sich selbst dreht, um seine Planung für dies und das. Ich weiß es nicht.
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)


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