Zaubermaus, vielleicht kann dir auch Hexy ein paar Tipps geben, dir alles Gute Annette
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04.02.2009, 17:08Inaktiver User
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
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05.02.2009, 13:13
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Hallo Annette,
da hast du recht, ich darf mich nicht außer Acht lassen. Ich mußte das in letzter Zeit erst wieder lernen, denn ich habe mich über eine längere Zeit gar nicht mehr wahrgenommen und mich total auf meinen Hund konzentriert. Das ist falsch und geht auch nach hinten los, weil man es merkt und dann noch anfängt, die Schuld, weil man sich schlecht fühlt, bei dem Tier zu suchen
.
Ich war eher der depressive Typ, der gehetzt und total gestreßt durch die Gegend gelaufen ist, obwohl ich eigentlich Ruhe gebraucht hätte. Ich konnte mich nicht ein mal am Tag aufs Sofa setzen, war viel zu hippelig, nervös und total überspannt. Das über einen längeren Zeitraum, irgendwann kann man nicht mehr. So langsam habe ich das immer mehr realisiert, was da eigentlich passiert - ich glaube, ich bin vor der Angst davon gelaufen, die ja mein ständiger Begleiter war. Was sie mir genau sagen wollte, ist mir noch nicht klar, aber ich denke, dass sie wollte/will, dass ich mich mit mir auseinandersetze und nicht mehr vor meinen Problemen davon laufe.
Tut gut, sich hier mitzuteilen
.
Die Idee, an einen Strand zu denken, ist wirklich gut, habe ich heute schon ausprobiert
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Wie geht es dir? Wünsche dir weiterhin alles Gute
Viele Grüsse
SonnenscheinKWer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
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06.02.2009, 10:14
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Guten Morgen
,
ich finde den Austausch hier sehr schön!
Lange Zeit waren allzu düstere Gedanken auch meine täglichen Begleiter.
Was mir auf lange Sicht geholfen hat:
* Therapeutische Hilfe - und auch bei starken Zweifeln, Rückschlägen und Windböen nicht die Therapie abzubrechen oder den Therapeuten zu verfluchen, weil unangenehme Wahrheiten an`s Licht kamen
* Mich von Dingen, Menschen und Emotionen zu trennen, die mich verletzen
* Neue Denkmuster zuzulassen und dadurch bedingte Erfolgserlebnisse zu feiern
* Mir kleine Schritte zu gestatten und mich von der Erwartungshaltung zu verabschieden, immerzu perfekt, belastbar und allzeit bereit sein zu müssen
* Egoistisch zu werden
* Widerstand gegen Druck von außen und von innen zu entwickeln
* Meine Stärken zu erkennen, zu achten und zu pflegen und meine Schwächen nicht noch zusätzlich zu fördern
* Mir einzugestehen, KRANK und nicht verrückt zu sein
* mir kleine geistige Inseln zu schaffen, auf die ich mich zurückziehen kann, wenn die Gedankenspirale mich wieder mal lähmt
* meine Katze
und
* meine Lebenssituation radikal zu ändernMitten im Winter habe ich entdeckt,
dass ein unbesiegbarer Sommer in mir steckt.
Albert Camus
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06.02.2009, 10:19
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
@sonnenscheinK:
was Du schreibst, kommt mir alles sehr bekannt vor und ich finde Deine Zeilen sehr ermutigend!
Mitten im Winter habe ich entdeckt,
dass ein unbesiegbarer Sommer in mir steckt.
Albert Camus
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06.02.2009, 15:41
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Oh danke, Fuchs-Schaf, ich kann das nur zurückgeben

Muß gerade schlucken, weil deine Punkte wirklich genial, wahrhaftig und fast ein bisschen atemberaubend (im positven Sinne) sind.
Du mußt schon ein ganzes Stück(chen) gekommen sein, dass du diese Dinge für dich verinnerlicht hast. Einen Teil dieser Punkte habe ich aber auch schon teilweise umsetzen können, bei anderen bin ich noch dabei.
Viele Grüsse und einen schönen Freitag
SonnenscheinKWer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
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06.02.2009, 21:17Inaktiver User
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Hallo ihr Lieben,
@SonnenscheinK Ich habe auch erst langsam begriffen, dass ich mich meiner Angst stellen muss, auch wenn dies am Anfang unheimlich schwer ist. Zur Zeit kommen bei mir verschluckte Gefühle hoch, gar nicht so einfach, da es eine ganze Palette ist. Aber ich setze mich dann mit meiner Traurigkeit und Angst (und zm Teil Wut) auseinander, denn wie gesagt - es ist ja wichtig, sich ihnen zu stellen, und dann nicht die alten Muster zu erproben, sondern die neuen, die für dich besser sind.
@Fuchs-Schaf: Die Punkte, die du aufgeschrieben hast, bestimmen auch meinen Weg. Und wichtig dabei ist, auch dem Kind im Erwachsenen gerecht zu werden. Und du schreibst einen ganz wichtigen Satz, finde ich: mich von Menschen und Dingen zu trennen, wenn sie mich verletzen. Das musste ich erst einmal lernen, da mir die Fähigkeit, mich abzugrenzen, gefehlt hat.
Ganz wichtig für mich ist auch die Arbeit mit dem inneren Kind, welches mir ermöglicht meine Gefühle und Bedürfnisse wieder wahrzunehmen.
Fuchs-Schaf, du liest dich sehr positiv, und ich glaube weiterhin an mich, es ist nicht leicht, aber ich weiß, dass ich es mit viel gutem Willen und Selbstdisziplin schaffen kann. Ich denke auch, dass du schon ganz schön weit bist und bin froh, dass es so ist.
Ganz wichtig ist vor allem, an sich selbst zu glauben, seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren, denn
nobody is perfect.
Ganz liebe Grüße
Annette
PS. Ein Trick gegen düstere Grübeleien ist Stadt Land Fluss, in Gedanken. Habe ich gemacht, wenn es vor dem Einschlafen wieder ganz schlimm geworden ist. Auch ich finde diesen Austausch hier sehr schön.
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07.02.2009, 14:48
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Hallo SonnenscheinK,
vielen Dank für Dein Kompliment!
Meine Sternchen sind eine Sammlung absolut notwendiger und wichtiger Schritte, die über einen langen Zeitraum gereift sind. Erst in meinem Verstand angekommen, als Herz sein Einverständnis gegeben hatte. Ein verdammt hartes Stück Arbeit.
Vieles davon klingt platt. Zu einfach und so logisch. Aber für mich bedeutete der Weg bis zum Verstehen einen jahrelangen Kampf.
Und noch immer wird die Liste erweitert. Jeden Tag.
Es gibt schlechtere, es gibt bessere Tage.
Momentan halte ich die Rückspultaste gedrückt und manövriere mich in alte Zeiten. Nicht immer liegt das Handwerkszeug parat.
Da tut es gut, wenn man sich austauschen kann, auf Menschen trifft, die ähnlich denken und empfinden und die Geschichte kennen und man nichts erklären muß.
Da draußen ist es schon verdammt schwer, den Kopf oben zu halten. Um uns herum herrscht so viel Strebsamkeit, Schnelligkeit, Korrektheit.
Es fehlt überall an Leidenschaft und Emotionalität. Da sind Ausbrüche, Aussetzer unerwünscht.
Und nicht nur das.
Man wird einfach nicht verstanden.
Euch allen ein schönes Wochenende
Fuchs-SchafMitten im Winter habe ich entdeckt,
dass ein unbesiegbarer Sommer in mir steckt.
Albert Camus
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07.02.2009, 14:59
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Hallo Annette,
Abgrenzung ist so verdammt wichtig. Vor allem die Abgrenzung im Geiste. Sich verabschieden von den Gedankenspiralen, die sich immer tiefer bohren und doch nur eines zur Folge haben: Lähmung. Von Menschen, die sich nie ändern werden. Von Gefühlen, die das Herz so schwer machen.
Da bleibt einiges auf der Strecke, wenn man mal richtig aufräumt. Aber am Ende kann man nur gewinnen.
Man denke sich die Abgrenzung mal als einen Zaun. Wie groß ist die Fläche, auf der man seinen Freiraum hat, die man sein Eigen nennt?
Meine Fläche war winzig. Ich habe sie vergrößert.
Und möchte man mich besuchen, kann man durch mein Zauntor gehen und nicht einfach darüber steigen. Heute habe ich mehr Platz. Und es gibt Tage, da bleibt das Tor geschlossen.Mitten im Winter habe ich entdeckt,
dass ein unbesiegbarer Sommer in mir steckt.
Albert Camus
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07.02.2009, 17:05
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Hallo Fuchs-Schaf,
das war bei mir genau so. Heute ist meine Fläche deutlich größer und vor allem fühlbar größer für mich, das erhöht das Selbstbewußtsein und den eigenen Selbstwert. Ich kann aber auch noch spüren, wie klein sie einmal war. Vielleicht werde ich mich an das Gefühl irgendwann nicht mehr erinnern können.
Es klingt, als wenn es dir momentan nicht so gut geht, aber dank deiner Sternchen wirst du diese Zeit überstehen und daraus wachsen.
Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.
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07.02.2009, 17:29
AW: Wer hat es geschafft? Wege aus der Depression
Liebe Annette,
gut, dass du dich mit diesen Gefühlen auseinandersetzt. Sie sind da, weil sie Beachtung haben wollen und sie werden zu stark, weil sie lange keine oder zu wenig bekommen haben, daran glaube ich. Sie werden es uns "danken", indem wir stärker werden und wir uns immer besser mit uns selber zurecht finden und uns durch diesen Prozess auch immer besser abgrenzen können.
Ich hatte vorhin ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr hatte (oder vielleicht noch nie? - das weiß ich bei manchen Dingen noch nicht so genau): ich habe deutlich gespürt, jetzt handelst du egoistisch! Es hat sich gut und in dem Moment genau richtig angefühlt. Ich weiß gar nicht mehr, was es war, es war nur eine Kleinigkeit, aber das Gefühl war so toll! Wow, toll, so schön kann das also sein, für sich zu entscheiden. Neu war, dass ich kein schlechtes Gewissen hatte, deswegen war damit zum ersten Mal ein positives Gefühl verbunden.
Bei mir treten z Zt auch ganz viele unerwartete Gefühle auf, bedingt auch dadurch, dass ich seit fast 3 Wochen auf Alkohol verzichte (habe darüber auch in einem anderem Strang berichtet). Ich habe z B zum ersten Mal erfahren, wie es ist 'jammern' zu müssen. Richtig erbärmliches Jammern, das von ganz tief aus meiner Seele (und meinem verlorenen Kind) kommt. Es tat gut, zu jammern. Damit meine ich nicht, sich bei jemandem über etwas zu beklagen etc, sondern ein leises Weinen verbunden mit einem Zittern, ja, besser läßt es sich nicht beschreiben, es war so eine Art 'bibbern', wenn ihr das kennt.
Annette, kämpfe weiter, du weißt wofür
Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.


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