Ich bin gerade echt ein bisschen demoralisiert.
Wir haben hier an meinem Arbeitsort eine hohe Inzidenz und mit dem "Lockdown" (mich stört der Begriff, weil er für die augenblicklichen Maßnahmen zu hart ist) etwas früher als der Rest Deutschlands angefangen. Damit wurde ein weiterer Anstieg der Inzidenz verhindert, aber es ist auch noch kaum zu einer Reduzierung gekommen. Wir befinden uns auf einem Plateau auf hohem Niveau.
Das Krankenhaus ist voll, schon vor einer Woche hat man Patienten in andere Krankenhäuser ausgeflogen.
Die Corona-Gegner (wenn ich es mir recht überlege: ich bin auch gegen Corona) hier sind inzwischen deutlich stiller geworden.
Ich hänge an meinem Arbeitsort fest. Meinen Partner habe ich seit dem lokalen Lockdown hier nicht gesehen, weil bei ihm seine beiden über 80-jährigen Eltern leben. Meine demenzkranke Mutter, für die wir Gottseidank zwischen erstem und zweiten Lockdown einen Platz im Pflegeheim bekommen haben, habe ich genauso lang nicht besucht, denn zu einem demenzkranken Menschen Abstand halten ist schwierig.
Es fehlt mir gerade die Perspektive zur "Normalität". Andererseits ist Normalität schon so lange her...
Trotzdem ist mir bewusst, dass es mir eigentlich richtig gut geht.: ich muss kein Kind in Quarantäne betreuen und gleichzeitig arbeiten, habe keinen Beruf, in dem ich mich tagtäglich einem gesteigerten Infektionsrisiko aussetzen muss, muss nicht (akut) um meinen Arbeitsplatz fürchten, habe mit meinem Einkommen ein gutes Auskommen.
Immerhin: ich habe Dinge erledigt, von denen ich gar nicht wusste, dass man sie auch mal erledigen muss. Dieses Wochenende muss wohl das Arbeitszimmer dran glauben![]()
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20.11.2020, 16:52
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
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20.11.2020, 16:56
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Freiwillig, so wie Studis eben auch.
Ich bin mal gespannt, ob Dir das hier geglaubt wird, dass es tatsächlich möglich ist, dass nicht-medizinisches Fachpersonal Abstriche machen kann. Ich werde mal in meinem privaten Umfeld die Ärzte befragen (Fachrichtungen Chirurgie, Pädiatrie, Pathologie und Neurologie).
Keine Ahnung, ob das viele machen wollen, oder nicht. Aber nur aufgrund einer Vermutung es nicht zu versuchen, bringt doch Niemanden und Nichts weiter.
Ich komme mir hier echt vor wie ein Alien. Dabei berichten doch viele hier von den Irrungen und Wirrungen, denen sie sich im Laufe des Lebens stellen mussten.
Na klar, das sind Ergänzungen, kein Ersatz.
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20.11.2020, 16:59
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20.11.2020, 17:11
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Diese Ehrenamtlichen arbeiten ja schon beim DRK. Viele Rettungssanitäter haben eigentlich einen anderen Job und machen das eben ehrenamtlich.
Das kann man selbstverständlich alles lernen, aber die Diskrepanz hier besteht wohl aus der Notwendigkeit, es richtig machen zu müssen und der fehlenden Zeit und Personal für die "Ausbildung" völlig Fachfremder.
Es gibt bestimmt Leute, die Medizinaffin sind, obwohl sie was völlig anderes machen/studieren.
Aber diese Affinität und ein Gefühl für das korrekte Verhalten im Gesundheitswesen sollte schon da sein. Wieviele da so ticken, obwohl sie sich für einen völlig anderen Beruf entschieden haben, weiß ich nicht.
Erfahrungsgemäß denke ich, nicht gar sooo viele... Ich kann mich aber irren.
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20.11.2020, 17:11Inaktiver User
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20.11.2020, 17:14
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Auch medizinisches Fachpersonal könnte ehrenamtlich tätig sein.Zitat von gwendolin79 Beitrag anzeigen
... (hier im Testzentrum machen diese Ehrenamtlichen übrigens tatsächlich die Abstriche) ...
Und wenn sie dann noch in einem medizinischen Bereich ehrenamtlich tätig werden: Bingo!life is all about
finding people who
are your kind of
CRAZY
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20.11.2020, 17:17Inaktiver User
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Ich finde es fatal, dass sehr oft gesagt wird, das man dieses und jenes doch schnell lernen könne.
Wenn ich Vorschläge mache, wäre es doch klug diese zuvor zu durchdenken.
Nee... Ich seh das anders, als du und habe dennoch nichts gegen dich.
Man könnte die Vorschläge auch anders präsentieren.... wie "Weiterbildungen für Reisekaufleute, damit diese die Gesundheitsämter unterstützen können. Bezahlt von der Agentur für Arbeit statt Kurzarbeitergeld.
Und auch dieses sollte man beachten:
Zudem... Ich weiß schon, warum ich meine Eltern nicht pflegen möchte.... diese emotionale Kompentenz, die neben dem fachlichen dazu gehört, habe ich einfach nicht.
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20.11.2020, 17:24
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Bei uns hier lief und läuft einiges ganz gut.
Bereits im Februar oder März gab es Teststationen,betrieben vom DRK. Im März dann ein Testzentrum,organisiert von den Hausärzten. Ungefähr zu dem Zeitpunkt eine von DRK und Kreisverwaltung organisierte Pflegehelferausbildung. Die wurde massiv über Facebook beworben.
Im Sommer gab es öffentliche Stellenausschreibungen des Gesundheitsamtes, um "Telefonierer" zu bekommen. Ging auch an die JC .
Und jetzt haben JC und deren Träger vorab eine Ausschreibung für Bürokräfte für das Impfzentrum bekommen. Ist noch nicht auf Seite der Kreisverwaltung.
Scheint also unterschiedlich zu laufen.
Was die Abstriche anbetrifft,wenn DRK ler das machen,dann haben die das vermutlich schon im Frühling gemacht und die sind ja auch kein Nicht- medizinisches Personal. Sehr viele haben eine explizite medizinische Berufsausbildung und die anderen Sanitaets- und andere Lehrgänge.
Und haben das geübt.
Und ja,das geht sicher auch mit Studenten,dauert aber halt ein bisschen und die Ausbilder braucht es auch. Die dürften grade ein bisschen knapp sein.
Also,so wie nicht alle ALG 2 Empfaenger morgen Busfahrer sind,sind morgen nicht alle Studenten Anstreicher für Covidtests.
Man kann das alles machen,es ist auch nicht schlecht,aber Wunder oder gar ein Ende des " Lockdown" davon zu erwarten...
Wenn mehr Tests gemacht werden,können übrigens trotzdem neue Labore nicht schneller arbeiten. Auch da ist Personal und tw auch Material ein limitierender Faktor.Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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20.11.2020, 17:28
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Lola, mir ist nicht klar, warum du dich hier mehrfach wiederholst und dich so aufregst

Ja, natürlich kann man auch Nichtärzte und Nichtpflegende anlernen, wie ein Rachenabstrich durchgeführt wird. Die Freiwilligen brauchen eine Unterweisung im Umgang mit Schutzkleidung, sie müssen wissen, wie sie mit dem Abstrichtupfern hygienisch korrekt umzugehen haben und sie sollten gewisse Basis-Fähigkeiten im Umgang mit Menschen haben. Dann ist das kein Hexenwerk.
Wer bitte hat das denn behauptet, dass du hier so vehement wirst?
Bei uns in der Klinik werden regelmäßig Student*innen aller Fachrichtungen angeworben, um Hilfstätigkeiten rundum die Pandemie auszuführen, u.a. für Abstriche.
Wer ist hier "die"?
Ich habe mich gerade versucht zu belesen, ob man durch den Vorgang des Rachenabstrichs auch einen Vagusreiz setzen kann, der ja potentiell bedrohlich ist. Finde aber keine Info dazu. Ein Arzt in Rufnähe ist sicher von Vorteil.
Mir fehlt das Verständnis dafür, dass offenbar der lange Sommer nicht dafür genutzt wurde, Personen aus den Bereichen, wo es Kurzarbeit und Beschäftigungslosigkeit gibt, für Hilfstätigkeiten in den Gesundheitsämtern anzulernen, damit man für die zweite Welle besser gerüstet ist.Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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20.11.2020, 17:30Inaktiver User
AW: Persönliche und gesellschaftliche Einschränkungen durch Corona (Teil2)
Wie können wir uns da sicher sein? Da sich Infektionen schon längst flächendeckend abspielen und vielfach nicht mehr nach verfolgt werden kann, wer sich wo bei wem angesteckt hat, weiß man eben nichts. Außer dass sich die Infektionen insgesamt häufen. Das also ausgerechnet Corona-Leugner kein Ansteckungspotential haben sollen, fände ich eher ungewöhnlich. Aber egal, dass muss jetzt nicht ausgewalzt werden.
Dahinter steckt meiner Meinung nach ein Denkfehler. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, sprich: eine Pandemie ist in jeder Hinsicht und in ihrer Gänze schlimm und betrifft alle. Den einen treffen Infektionen hart (schwer erkranken oder sterben ist kein Spaß), den anderen treffen Maßnahmen schwer (wirtschaftliches Aus ist auch kein Spaß) und wieder andere gehen psychisch am Stock. Manch einer vielleicht alles zusammen.Wir sind da aber in der Grundeinstellung sehr verschieden, Kambara - für mich gibt es schlimmere Dinge, die einer Person, einem Land oder einer Bevölkerung widerfahren können als eine Covid-19 Infektion. Deshalb halte ich es für falsch, alles dem Infektionsschutz unterordnen.
Aber eine Pandemie "lebt" nun mal in erster Linie von Infektionen, die außer Kontrolle geraten sind. Sonst wär's ja nicht in eine Pandemie ausgeartet. Also sollte Infektionsschutz durchaus an erster Stelle stehen. Keine Infektionen - keine Pandemie. Der nachfolgende komplexe Rattenschwanz hängt daran.
Das wäre schön. Noch besser fände ich es, wenn die Drahtzieher und Aufwiegler dahinter nicht mehr zum Zuge kommen. Ich finde außerdem nicht, dass eine Demokratie verfassungsfeindliche Aktionen dulden muss, und das sind diese Demos wie man ja an den Exzessen deutlich sehen kann.Nach den letzten Exzessen bei solchen Demos habe ich ja die Hoffnung, dass die eher gemäßigten Zweifler merken, mit wem sie sich ins Boot gesetzt haben... Und zukünftig fort bleiben.


) hier sind inzwischen deutlich stiller geworden.
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