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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Es gibt sehr viele, die bemängeln, dass die ärztliche Versorgung der psychisch kranken Mitmenschen während des „Lockdowns“ nicht gewährleistet wird.
    Ja, ich erinnere mich, dass es Thema war.
    Die kassenärztliche Vereinigung hat inzwischen Video-Sitzungen in der Psychotherapie zugestimmt. Das habe ich kürzlich entweder im Radio oder TV gehört und mich gewundert, dass das nicht bereits selbstverständlich war.

  2. Moderation

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von Kara_Thrace Beitrag anzeigen
    Da wird sich nix ändern außer mehr Homeoffice für diejenigen, bei denen das geht. Die meisten werden erst mal alle Kreuzfahrten und Flugreisen nachholen, die sie dieses Jahr nicht machen können.
    Zitat Zitat von Macani Beitrag anzeigen
    Der Kreuzfahrttourismus wird ganz erheblich schrumpfen.
    Was die Verbreitung von Krankheiten angeht, ist das mit Abstand die gefährlichste Reiseart.
    Das werden die Leute nicht so schnell vergessen.
    Ich sehe es eher wie Macani- und persönlich würde ich das für extrem positiv für Umwelt und auch die angelaufenen Ziele halten.
    Denn die haben eher nicht viel Nutzen von den Menschenmassen, die sich da täglich über Ausflugsziele ergießen.


    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Ich denke mal, die Reiselust wird sich eher auf Deutschland beziehen. Man stelle sich vor, man ist geimpft, aber andere Länder haben da weder Tests gemacht, noch werden da alle durchgeimpft. Wer möchte denn da durch Südamerika reisen? Indien? Marokko?

    Werden Kreuzfahrten, Flugreisen nur mit vorherigem bestandenem Schnelltest möglich sein? Und könnten dann solche Bescheinigungen nicht auch "erkauft" sein?
    Viele gute, wichtige Fragen.

    Ich hoffe und erwarte, daß "die Menschheit" jetzt hoffentlich Wichtiges aus dieser Pandemie lernt.
    Die ja, das sollte jedem klar sein, eine vergleichsweise extrem harmlose ist.

    Ich würde mir wünschen, daß jedem klar ist, daß Globalisierung in Bezug auf Reisen einerseits ein hohes, schützenswertes Gut ist, das aber gleichzeitig einen Preis hat, den man auch bereit sein sollte zu zahlen.

    Ich hoffe, daß, wenn in irgendeinem Land etwas Ähnliches (oder viel Pathogeneres) nochmal ausbricht, zukünftig Reisende selbst und natürlich Regierungen viel wacher, aufmerkamer und weit schneller sind - und Reisende aus solchen Ländern/Gegenden - bei dringenden Verdachtsfällen - in vernünftige, semi-freiwillige zweitweilige Isolation gehen.

    Am besten zu Hause oder, wenn es nicht anders geht, in gut ausgestattete, infrastruktuell gut aushaltbare Hotels o.ä.

    Es war und bleibt absurd, in unserer globalisierten Welt (für die ich dankbar bin und die ich als beruflich Vielreisende unbedingt will und brauche) nicht immer mit der theoretischen Gefahr einer Pandemie zu rechnen und sich bestmöglich auf diese vorzubereiten.

    Insofern denke und hoffe ich, daß das private, öffentliche und gesellschafttliche Bewußtsein die latente Gefahr weiterer, anderer Pandemien zukünftig immer im Hinterkopf behält.

    Ich wünsche mir, daß Deutschland und die Welt daraus lernt und zukünftig schneller und angemessener auf so eine Gefahr reagiert.


    Es geht doch gar nicht darum, zukünftig (nach Corona) Menschenmengen zu verhindern oder zu vermeiden,
    für mich geht es darum, sich einfach potentieller Pandemie-Gefahren bewußter zu sein.

    Ich werde auch zukünftig gerne wieder auf größere Veranstaltungen gehen, und mir liebe Menschen umarmen oder in nahen Kontakt gehen, wenn bzw. solange alles ok ist.

    Das Problem war doch nur das fehlende Bewußtsein für die damals aktuelle Problematik/Gefahr in den größten Teilen der Bevölkerung.

    Da wird es hoffentlich einen großen Lerneffekt geben, aber gleichzeitig auch den Lerneffekt, wie man sich zum Teil davor bestmöglich schützen kann und die Akzeptanz für den Preis, den jeder individuell zu zahlen hat, wenn es wieder zu irgendeinem Pandemie-Szenario kommt.

    Wenn ich reise, muß ich im blödesten Fall in Selbstisolation.
    Für mich wäre das akzeptabel, dieses theoretische Risiko gehe ich gerne ein und finde es auch notwendig.
    Die individuelle Freiheit hört da auf, wo sie andere massiv gefährdet.
    Man sollte ich bewußt machen, daß man nicht alles immer und möglichst gleichzeitig haben kann.


    Werden uns andere Länder einfach so reinlassen? Corona kann doch weiterhin in Timbuktu präsent sein, und ist jemand aus einem weiterhin Corona beseeltem Land hier willkommen? Werden wir auf Flughäfen Quarantänesiedlungen für Menschen aus gefährdeten Gebieten eingerichtet, bevor sie wirklich ins Land dürfen?
    Aktuell sind diese Fragen alle schwierig zu beantworten und vor allem auch zu entscheiden, sie zeigen uns letztlich aber gut auf, wie extrem blauäugig die meisten Länder vorher waren.

    In Asien haben viele Flughäfen Wärmebildkameras und viele Länder checken den Gesundheitszustand so gut es eben möglich ist, Deutschland hatte weite offene, praktisch nicht kontrollierte Flughäfen.


    Ich denke, gerade die Reisebranche wird schwer leiden, bis Corona wirklich ausgerottet ist.
    Ja, das fürchte ich auch.
    Wobei realistischerweise dann theoretisch die latente Gefahr weiterer, anderer Pandemien immer noch im Raum steht.

    Und da sollten und müssen wir alle lernen.

    Ich glaube daran, dass sich das alles noch über 1 - 3 Jahre hinziehen wird.
    Ein Jahr insgesamt mindestens, bei 3 würde ich dann auch vor Frust im Dreieck springen.


    Alles wird erheblich teurer werden, weil das jetzt verteilte Geld wieder eingenommen werden muß.
    Ja, sehr wahrscheinlich.
    Aber vielleicht merken viele dann auch, daß sie mit weit weniger Konsumartikel (wie Klamotten) auch nicht schlechter dran sind.
    Das Einkaufsverhalten vieler irritiert mich immer wieder.

    Wir haben auch noch gar keinen Überblick darüber, ob uns unsere beliefernden europäischen Nachbarn weiterhin so großzügig mit Obst und Gemüse beliefern werden können.
    Darüber denke ich auch oft nach, gerade Italien und Spanien waren wichtige Lieferanten.

    ... mehr Einbrüche, weil Geld beschafft werden muss.
    Irgendwie liest sich das komisch.
    Weil Du es so ausdrückst, als sei es völlig ok, daß Geld durch Einbrüche "beschafft" wird.


    Hier ist im Titel nach dem deutschen Leben nach Corona gefragt. Wir sind aber keine Insel...


    So gemütlich unbedacht wie es hier war und wie wir durch die Welt schwirrten - so wird es meiner Vermutung nach erst in 10 Jahren wieder sein können....
    Ja, und das halte ich für eine der stärksten Einschränkungen/Einschnitte im persönlichen, bisher für Viele eher sorgenfreien, Leben.

    Aber ich habe auch immer gestaunt, wie selbstverständliche ganz junge deutsche Erwachsene direkt nach der Schule überall auf der Welt anzutreffen waren. Ob in Australien, Südafrika, Neuseeland oder all diesen Traumzielen.
    Ich gebe zu, ich habe sie glühend darum beneidet, ohne es ihnen zu mißgönnen.
    Aber es hat meiner Meinung nach gezeigt, daß Reisen und vor allem Fliegen viel zu günstig ist- denn für viele von uns war in unserer Jugend es etwas sehr Besonderes (oder wäre es jetzt noch), diese Länder als lange Erwachsene bereisen zu dürfen/können.
    Wir waren schon glücklich, einmal in Jahr nach Italien zu können.

    Ich hoffe auch, daß der 2-Tages-Trip nach Mallorca etc. und solche "Späße" sich relativiert und sich nicht mehr jeder leisten kann, denn sowas ist - eigentlich - ein massiver Luxus.
    Für viele gehörte das bisher zur Selbstverständlichkeit, aber auch das hatte und hat einen massiven Preis, den wir alle zu zahlen haben, erst recht die nächste und übernächste Generation.

    Ich hoffe, daß sich in Krankenhäusern bzw. beim Pflegepersonal viel ändert, vor allem das Bewußtsein, was für eine harte Arbeit da unter unguten Bedingungen für viel zu wenig Geld geleistet wird und daß das was verändert.
    Ebenso, daß Krankenhäuser gewinnorientiert arbeiten und daher bisher größtenteils privat sind, sollte überdacht werden.
    Die Krankenkassenthematik angeschaut etc.

    Bestimmte Globalisierungsaspekte wie monopole Medikamenten-Herkunft, Prosuktionsstätten für Wichtiges etc. müssen überdacht und möglichst verändert werden.

    Die "Amazon u.a zahlt Steuern woanders"-Thematik, das würde ich sofort ändern wollen.



    Ich halte das alles auch gerade für schwere Zeiten, aber ich habe große Hoffnung, daß es uns als Menschen wacher und bewußter machen wird und damit auf lange Sicht positiv ist, auch und gerade in Deutschland.
    Geändert von Sternenfliegerin (16.04.2020 um 10:41 Uhr)
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von versocasa Beitrag anzeigen
    Was hat das mit Corana zu tun? Das Thema wird doch in dem Zusammenhang gar nicht öffentlich diskutiert. Von daher wird sich
    aufgrund der Corankrise daran nichts änderen, weil nicht relevant für die Politik.
    Geht mir auch so, dass ich da keine Verbindung zu Corona sehr..

    Ich hoffe, es wird dann einen guten Plan für diese Art von Katastrophenfall geben, inklusive entsprechender Vorratshaltung etc. So etwa in der Art, wie Bill Gates ihn schon vor Jahren gefordert hat.

    An dem Spekulatius über mögliche Persönlichkeitsveränderungen oder freiwillige Änderung der Lebensgewohnheiten beteilige ich mich lieber nicht.
    Allerdings werden viele zumindest vorübergehend mit weniger Geld auskommen müssen - aus Gründen, die hier auch schon genannt wurden.
    Dem Virus sind unsere Grundrechte egal.
    (Oliver Welke)

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Sozialverhalten:

    wird distanzierter sein. Der Abstand 1,5m wird nie mehr vergehen. Weil man immer antizipieren wird, dass damit von vorne herein sonstwas zumindest gebremst werden kann.

    Großveranstaltung werden kritischer gesehen. Alles, was Menschen länger auf engen Raum brächte und dazu führt, dass sie sich anschnaufen (z. B. durch laut sprechen um Lärm zu überschreien etc.) : in sozialer Ungnade.

    Menschen mit Anzeichen von Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen etc. werden beäugt. Den Eindruck, dass sich hinter dem Rotz die Ausgangssperre ankündigen könnte, vergißt keiner jemals wieder.

    Reisen:

    Ich denke, dass es viele bisher beliebte Destinationen gibt, die Europäer nur mit von der Home Behörde anerkannten Immunitätsnachweis überhaupt wieder einreisen lassen.
    Ich denke nicht, dass das wieder so wird wie gewohnt.
    Die Abstandsregeln und die Masken, die in anderen Ländern noch viel vehementer vorgeschrieben werden, werden den Spaß zu "Sonne, Drinks und Party" auch bremsen. Maske rauf, Maske runter, Maske zum wechseln (analog der Windeltasche) dabeihaben ist nicht so das, was man sich bisher unter "schön essen gehen" vorgestellt hat.

    auch werden viele Hotels einfach pleite sein.

    Politik:

    Grenzen bleiben zu. Für viele Staaten eh DIE Gelegenheit.
    Das Migrationsproblem, das durch Corona noch zusätzlich befeuert wird, wird nicht gelöst, sondern in bisher nie gekannter Weise zurück gedrängt. Und alle Maßnahmen können durch "Virus" begründet werden. Was manchen sicher auch gelegen kommen wird und damit meine ich gar nicht Deutschland.

    Besser wird:

    wesentlich mehr Autarkie in der Produktion von Vielem
    Die Gesundheitspolitik wird neu gedacht.
    Digitalisierung: jetzt geht es. Wir hätten sonst nie ein flächendeckendes, stabiles und schnelles Netz bekommen.
    Schule: Ich denke vom defizitorientierten Leistungsgedanken wird es weg gehen. Zumindest mehr. Weil durch immer wieder erforderliche Schließungen einfach gar nichts anderes über bleibt.


    Am schlechtesten:

    Umweltpolitik, Tierschutz, Klima (ich sehe und sah das immer in dieser Reihenfolge...) wird kein Thema mehr sein.
    Das hat Corona gekillt.

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von flirtingwithdisaster Beitrag anzeigen
    Was wird sich ändern?
    Ich denke, dass viele sehr viel gesundheitsbewusster werden. Es wird mehr Möglichkeiten geben im Homeoffice zu arbeiten. Im Sachen Reisen wird sich viele verändern. Also mir würde es vor einem Flug derzeit grauen. Der Curvy-Hype wird als Werbemaßnahme von Lebensmittelkonzernen entlarvt werden, die alles andere als gesunde Lebenmittel auf den Markt schwemmen.

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Hier ist im Titel nach dem deutschen Leben nach Corona gefragt. Wir sind aber keine Insel...
    Das stimmt!
    Aber obwohl diese Krise die ganze Welt betrifft, "kennen" wir unser Land ja irgendwie am besten.
    Ich könnte gar nicht sagen, was sich in anderen Ländern ändern kann, wird und sollte, auch wenn das Problem das Gleiche ist.
    Nordische Länder wie Schweden, Dänemark, Norwegen haben ja z.B. ein ganz anders aufgebautes Gesundheitssystem und sind deutlich weniger dicht besiedelt als Deutschland.
    Da sind Lerneffekte und Prognosen vielleicht andere.
    .......
    Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind.
    Wir sehen sie so, wie wir sind.

    (A. Nin)


    Keep Kissing

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Ich rechne mit einen langanhaltenden backlash und Ruck ins Konservative getrieben durch einen Zusammenbruch des Kulturlebens.

    Es findet gerade der rasante Niedergang des gesamten alternativen Kulturbetriebs statt. Zwar versuchen da viele, mit unglaublicher Energie und Kreativität Digital-Veranstaltungen und gleichzeitiges Crowdfunding oder Spendensammeln zu organisieren. Das würde auch reichen für ein paar Wochen, und hätte sogar noch den positiven Effekt einer beschleunigten Digitalisierung - aber über Monate oder gar 1-2 Jahre kann man eine Kultur so nicht retten.

    Programmkinos mit nicht-Mainstream-Filmen, private kleine Theater, kleine Kabaretts oder Konzerträume, Galerien - sind Geschichte.
    Kultur/Kunsträume wie das Acud in Berlin oder das Atelier in Frankfurt - genauso.
    Die Berliner Clubszene - wird im Herbst nicht mehr vorhanden sein. Gilt auch für alle anderen Großstädte, aber nirgendwo ist das so ein mächtiger kultureller wie wirtschaftlicher Faktor wie in Berlin.

    Das sind aber - neben allem Hedonismus - wichtige Räume für eine offene, liberale Gesellschaft. Es sind sehr oft Safe Spaces für queere Menschen, feministische Menschen und andere, die abweichen und sonst keine Heimat haben. Diese Menschen finden schon jetzt nicht mehr statt: man schaue sich die Berichterstattung an. Es wird stets ein einziges Lebensmodell gezeigt, nämlich das der heterosexuellen Mama-Papa-einzwei-Kinder-Kleinfamilie, meist mit tragikomischen Episoden aus dem Akademiker-Homeoffice-Alltag.

    Die Diskussion um die Öffnung von Schulen und Kitas steht grad massiv an der Medienfront. Natürlich wichtig, aber nur in 13 Mio der deutschen Haushalte leben Kinder im Kita- oder Schulalter. Eine Diskussion um missbrauchte oder geschlagene Kinder und Frauen, queere Jugendliche in nicht-unterstützenden Familienverhältnissen, die Zustände in Pflegeheimen, die Folgen für alleinlebende chronisch kranke oder psychisch erkrankte Menschen... alles maximal Randdiskussionen auf der letzten Seite.

    Was ist mit den Menschen, die in der Telco kein niedliches Kind über die Schulter zu schauen haben, weil sie allein/alternativ leben? Mit denen, die seit Wochen allein in einer Einzimmerwohnung ohne Balkon sitzen, gegenüber Kollegen und Familie nicht out sind und seit Wochen niemanden treffen konnten, wo sie mal sie selbst sein konnten? Macht jemand eine Homestory über die brasilianische Transe in Berlin, die sich vor Repressionen dorthin geflüchtet hat?

    Generell wird jegliches Freiheitsgefühl auf Jahre hinaus eingeschränkt sein, und ich glaube, dass sich das massiv auf das Selbstverständnis der Gesellschaft auswirken wird. Jede Art von Freiheit und Unvernunft und kleinen Flüchten geht nicht mehr: Sich gehenlassen in einem Club, herumspringen auf einem Festival, Straßenfeste, mal unvernünftig viel trinken, eine Kostümparty, eine Reise in ein unbekanntes Land.. all das wird gar nicht mehr stattfinden. Theoretisch ginge es vielleicht irgendwann mit Schutzmaßnahmen: Maske tragen, Abstand halten, Händewaschen etc. Aber damit sind diese Dinge sinnlos, denn es würde der Sinn eines Festivals oder Clubs (sich Näherkommen, Freiheit, Kontrollverlust, Exzess), ad absurdum geführt. Und welchen Sinn hat das entdecken eines fremden Landes mit Schutzmaske und Ausgangsbeschränkungen? Eben.

    Und ich glaube, dieser andauernde Zwang zur Vernunft und Kontrolle durch alle Bevölkerungsgruppen inklusive Kindern und jungen Menschen hindurch wird auf Dauer eine ungute Wende zu einem neuen Konservatismus nehmen. Bei gleichzeitiger Marginalisierung von Minderheiten und Radikalisierung kleiner Gruppen (links wie rechts).

    Bereits Ende März twitterte die Werteunion: „Diese schlimme Zeit macht jetzt hoffentlich auch dem Letzten klar, dass Professoren für Medizin, Chemie und Biologie unendlich viel wichtiger sind als solche für "Gender Studies"“. Ja, genau. Rückzug in die heterosexuelle Kleinfamilie. Mutti an den Herd. Alles, was anders ist, hat Pech gehabt.

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Sozialverhalten:

    wird distanzierter sein. Der Abstand 1,5m wird nie mehr vergehen. Weil man immer antizipieren wird, dass damit von vorne herein sonstwas zumindest gebremst werden kann.

    Großveranstaltung werden kritischer gesehen. Alles, was Menschen länger auf engen Raum brächte und dazu führt, dass sie sich anschnaufen (z. B. durch laut sprechen um Lärm zu überschreien etc.) : in sozialer Ungnade.
    Das würde von jetzt auf gleich mein Hobby komplett töten. Von daher hoffe ich mit allem, was ich habe, daß das nur Schwarzmalerei bleibt.
    *lost in the woods*

  9. Inaktiver User

    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Ich hatte mir ganz am Anfang mal erhofft, dass die gute alte Tradition, Großeltern als Betreuung zu benutzen, überdacht würde. Ich gehe mal stark davon aus, dass sich auch bisher schon viele Großeltern bei Kita/Kiga Kindern mit Norovirus oder Influenza angesteckt haben. Bei "heute bleibt die Kita zu-" Tagen, Ferien, Krankheit, oder wenn die Öffnungszeiten einfach nicht zu Mamas oder Papas Arbeitszeiten passen, wird ja immer noch gern auf Oma und Opa zurückgegriffen, in anderen Fällen dienen Oma und Opa von vorneherein als kostenlose Kita. Meine Schwiegertochter hat das z.B. mit ihren Eltern ganz fest für die Zukunft so geplant - kein Vorwurf an sie, smartes Denken wenn alle einverstanden sind. Sie werden extra deshalb wieder an ihren Geburtsort zurückziehen sobald Nachwuchs kommt. Und ganz ehrlich, wenn man als Eltern ganz auf sich allein gestellt ist, ist es oft echt schwierig. Es wird, zumindest erlebe ich das in meinem Umfeld (BaWä) so, sich immer noch von Seiten der Institutionen stark darauf verlassen dass eben außer den Eltern noch jemand verfügbar ist. Die Chefin meiner Tochter (Kita-Leiterin) meinte zu ihr mal, als ihre Tochter (in derselben Kita) krank war und sie zuhause bleiben musste, dass dann eben Oma und Opa anreisen müßten - ihre Eltern seien früher auch aus Bayern angereist wenn ihr Kind krank war. Fällt für mich in "Beruf verfehlt".
    Naja, meine anfängliche Hoffnung wird sich wohl nicht erfüllen. Es scheint eher so beim gewohnten "ihr wolltet Kinder, also seht zu wie ihr es macht" zu bleiben.

    Zum Thema Flüge bin ich zwiegespalten. Ich habe noch nie einen Billigflug genutzt, ABER wenn alle Flüge teurer werden, wird auch mein seit 2019 geplanter "einmal im Jahr" Flug in mein Traumland (innerhalb Europas) teurer, und dann kann ich ihn mir vermutlich nicht mehr leisten. Ich hoffe sehr daß wir weiterhin reisen werden können und dürfen, und zwar nicht nur die Privilegierten, denen es ganz egal ist wieviel ein Flug kostet. Die Äußerung "es soll sich nicht jeder leisten können" finde ich schon etwas sehr kaltschnäuzig .

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    AW: (deutsches) Leben nach Corona - was wird sich ändern?

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Ich halte das alles auch gerade für schwere Zeiten, aber ich habe große Hoffnung, daß es uns als Menschen wacher und bewußter machen wird und damit auf lange Sicht positiv ist, auch und gerade in Deutschland.
    Die Hoffnung habe ich auch!
    Und merke in meinem engeren Freundeskreis (der aber größtenteils eh eher nachdenklich und reflektiert ist...), eine große Dankbarkeit dafür, dass es uns - unabhängig von wirtschaftlichen "Einschlägen", von denen auch einige zum Teil schlimm betroffen sind - gesundheitlich gut geht, wir uns haben, unsere Familien haben, Freundschaften, Partner, Liebe, genug zu essen, Bücher, einfach diverse Möglichkeiten, unser Leben nach wie vor zu g e s t a l t e n, wenn auch in engeren Grenzen.......
    Ich hoffe, das bleibt.
    Das Empfinden, was wirklich wichtig ist.
    Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind.
    Wir sehen sie so, wie wir sind.

    (A. Nin)


    Keep Kissing

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