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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Zitat Zitat von Telpa Beitrag anzeigen

    Aber ich kann sagen: an sich geht es mir / und gut und ich weiß, dass das Gefühl sehr viel wert ist.
    Dem kann ich mich nur anschliessen.

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    wir kommunizieren mit der aussenwelt- nicht mehr oder weniger telefonate wie vorher, er ist zuhause- kurzarbeit und freigestellt- und ich gehe arbeiten (systemrelevanter beruf)

    ich geniesse es mehr ruhige zeit mit ihm zu haben, er fuchst sich schon mal in den haushalt rein (in zwei jahren geht er in rente und übernimmt dann die küche) wir reden mit den nachbarn- auf abstand. es ist ein ruhigeres leben.

    wir geniessen es.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Ich gehöre zu denen, die noch regelmäßig zur Arbeit fahren. Insofern hat sich da wenig verändert, bin auch früher nur einmal in der Woche, meist Samstags einkaufen gegangen, weil wir zu zweit wenig benötigen. Mich stört auch die "Einlassbeschränkung" mittels Wagen nicht und das Abstand halten finde ich sehr angenehm. Bissel ärgert mich das mit der Kartenzahlerei, aber solange der Glaube umgeht, jemand würde aufs Geld husten oder niesen, na dann eben so.
    Nach wie vor erschreckt mich die Toilettenpapierlage, denn ich habe aufgrund einer Erkrankung höheren Bedarf als andere.
    Im Haus ist es ein wenig stiller geworden, wir sind sonst eher so etwas wie ein Taubenschlag, da wir noch ein Geschäft haben, das wir nach Feierabend betreiben, das tendiert grad gegen Null.
    Wenn ich im Dorf unterwegs bin, merkt man nicht viel, außer dass mehr Vatis mit Kindern draußen sind und die Omis mit den Rollatoren aus dem Pflegeheim fehlen.
    Was mir trotzdem ein wenig aufs Gemüt schlägt, wir wären ab Morgen unterwegs nach Italien, seit Jahren fahren wir im Frühjahr zum Training in die Gegend um Mailand, treffen uns dort mit vielen Sportfreunden aus Deutschland, Österreich und Italien. Das fällt flach, aber ist ja kein Alltag.
    Und mir fehlt der wöchentliche Besuch von Sohnemann, der arbeitet systemrelevant ums Eck, darf aber nicht ausfallen.
    Aber sonst, eigentlich wie immer.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.


  4. Moderation

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Zitat Zitat von fini. Beitrag anzeigen
    ...
    Wir fahren freitags oder samstags gemeinsam einkaufen. Trifft man mal einen Nachbarn, gibt es einen kleinen Plausch auf Abstand. Am Wochenende gehen wir spazieren und das war's.

    Mein Enkelchen wird am Freitag 1 Jahr alt.
    Wir fahren nicht hin.


    Meine Eltern wiederum sind beide jenseits der 80. Landbewohner mit Haus und Garten.
    ...
    Ich appelliere wöchentlich bei meiner Mutter, dass sie das Risiko doch so gering wie möglich halten sollen. Sie sagt ihm das auch immer wieder, aber er ist unbelehrbar.

    Ist das alles richtig so?
    Ja, fini, finde ich schon. Deinen Enkel nicht besuchen sowieso - und den Eltern die Meinung mitteilen auch. Das musst du aber nicht jedesmal. Zieht dich bloß runter. Sie sind alt genug und können sich informieren, wenn sie wollen.

    Ich bin beruflich selbständig. Homeoffice ist mein Alltag. Die Besprechungen vor dem jeweiligen Ort oder bei mir fallen momentan weg, machen wir übers Netz. Es ist auszuhalten.

    Privat telefoniere ich wieder mehr, auch mit der Verwandtschaft und alten Freunden. Ich hab jetzt tatsächlich mehr Kontakt als vor Corona. Alle haben mehr Zeit und wollen sich jetzt plötzlich hören. Gar nicht mal so schlecht.^^

    Meine Einkäufe hab ich eingeschränkt. Ich denke tatsächlich ein paar Tage voraus. Und sonst: Wir leben auf dem Land, gehen viel spazieren, unterhalten uns über den Zaun mit den Nachbarn und haben wenig Schwierigkeiten, dass das Leben ruhiger läuft. Und die ganzen Hektiker sind verschwunden, kein Gedrängel, leere Autobahnen, alles, was mir vorher zuviel war - weg. Wunderbar! Für mich könnt's nach den Ausgangsbeschränkungen ein Zwischendrin geben - zwischen vorher und jetzt.
    Der Adler fängt keine Mücken.

    Schauen wir nach vorn, solange wir noch sehen können. [< München Mord]

    Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
    Arnulf Rating

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Was wir wirklich genießen ist diese unsagbare Ruhe am Abend.
    Wir wohnen zwar mitten in der Stadt, haben aber viel alten Baumbestand um uns herum in den Gärten.

    Das Haus gegenüber unserem hinteren Garten wird auch gern das "Partyhaus" genannt.
    Sobald das Wetter besser wird, war dort gefühlt jedes WE Remmidemmi und mit steigendem Alkoholpegel wurden Musik und Gespräche zunehmend lauter. Das gibt es derzeit nicht. Es ist Ruhe.
    Wir hören sonst Flughafen und Straßenlärm. Derzeit nicht. Es ist Ruhe.
    Wir hören die Vögel zwitschern.
    Für immer ab jetzt!
    "Weißt du, was ich manchmal denke? Es müsste immer Musik da sein.
    Bei allem was du machst. Und wenns so richtig Scheiße ist dann ist
    wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am Allerschönsten ist,
    da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment." ♫



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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Ich habe gerade wieder gehört wie gut wir es in Deutschland haben, wir dürfen noch spazieren gehen und raus...

    Ich habe täglich kontakt nach Spanien, da sitzen Menschen seid 3 Wochen im Haus und dürfen nicht raus, die Polizei ahndet das rigoros mit hohen Busgeldern...

    Nachbarn verleihen ihre Hunde gegen Geld, denn damit darf man 500m weit von der Wohnung spazieren gehen

    Ich kenne Menschen ohne Balkon im 6.Stock mit Kindern... Die müssen noch bis 20.04 ausharren!!!!
    Da gibt es einen Plan wer das Brot holt und 2 Std. später das Obst!

    Aber was ich hier lese, der Kontakt, der Abstand zu Menschen ist das Schwierigste aktuell....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Mein Leben ist eigentlich gar nicht sehr viel anders als vor Corona, aber es fühlt sich vollkommen anders an. Ich bin nicht das Gesellschaftstier, ich kann ganz gut mal für mich sein und ich langweile mich auch nicht. Aber ich merke, dass ich mich derzeit sehr unfrei fühle und das drückt schon.

    Ich habe einen Minijob in der Noch-Firma meines Mannes, den ich bei freier Zeitaufteilung eh von Zuhause aus mache. Ich bin wegen meines Hundes täglich sowieso viel draußen, das bleibt mir erhalten. Ich lebe in einem Vorort und wir haben Felder direkt vor der Nase und ein größeres Naherholungsgebiet mit Wald 5 Minuten mit dem Auto entfernt. Aber: Da füllt es sich. Ich habe hier noch nie so viele Menschen gesehen, die zieht es bei dem Wetter natürlich raus und es sei ihnen gegönnt. Es läuft diszipliniert und freundlich ab, man sagt sich die Tageszeit und lächelt sich an. (Das wäre etwas, was manche Leute auch nach Corona beibehalten könnten ;-)) Aber es ist wirklich voll geworden. Ich sehe hier in den Feldern Menschen, die ich mein Lebtag noch nicht gesehen habe. Ansonsten begegnet man Traktoren und mal einem Hundehalter oder einem Radfahrer.

    Wir waren, da unsere Tochter einen Tag, bevor dort der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, aus Spanien (sie studiert dort) zurückkam, für 2 Wochen mit ihr in Quarantäne. Es ist angenehm, wenigstens wieder seine Einkäufe machen zu können.

    Was ich schlimm fand: Wir hatten uns 7-8 Monate nicht gesehen und dann war sie zurück und wir konnten uns nicht umarmen. Das haben wir mittlerweile nachgeholt. Ich vermisse meinen Sohn und seine Freundin, die in einer anderen Stadt leben. Mein Mann wurde vor 1,5 Wochen 60, das war ein ziemlich spezieller Geburtstag. Niemand hier, dafür glühendes Telefonohr, langes Skype-Videogespräch mit allen Kindern, die ihr Geb.-Geschenk dann als Präsentation vorstellten. Schön, dass man das machen kann, aber es ersetzt niemals den echten Kontakt mit einer echten Umarmung. Ich vermisse meine Schwester und meine Eltern, die ich hin und wieder sehe, aber immer nur auf Distanz. Klingeln, vor der Haustür ein bisschen erzählen und dann geht man wieder auseinander.

    Am letzten WE wäre ich rein theoretisch mit meiner Schwester bei meiner Tochter in Madrid gewesen. Praktisch wohnt sie jetzt erstmal wieder vorübergehend hier, womit auch niemand mehr gerechnet hatte. Sie ist froh, ab August eine STelle zu haben, viele ihrer Kommilitonen suchen noch und das ist derzeit sehr schwer.
    Unseren 1wöchigen Urlaub im Mai auf Mallorca mit einem befreundeten Paar haben wir storniert. Eine weitere Woche im Juli, die wir nochmal in memoriam mit den Kindern verbringen wollten, steht noch vollkommen offen. Es ist alles gebucht, aber innerlich stelle ich mich schon darauf ein, dass auch das ausfallen wird. Mein Mann wollte nach langer Zeit wieder eine Fotoreise machen, das Ziel war Namibia. Auch das liegt auf Eis.

    Ich sag mir immer: Komm Zuza, sei froh, es geht dir gut. Wir sind gesund und hoffen es zu bleiben, wir haben keine finanziellen Sorgen. Wir dürfen vor die Tür. Und das Wetter ist wenigstens schön (mir manchmal schon fast zu schön, man kann ja nix machen).

    Aber es fühlt sich einfach alles grundlegend falsch an. Unecht. Unfrei. Unbeschwert. Und heute früh dachte ich tatsächlich zum ersten Mal, als schon wieder die Sonne vom blauen Himmel schien und so tat, als wäre alles fein: Sonne, verp... dich. Du bist auch nicht richtig gerade.

    So, das wollte ich mal laut geschrieben haben und jetzt geb ich wieder Ruhe. Hilft ja eh nix, da müssen wir jetzt durch.
    .
    Glück ist ein Tuwort.

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Alltag...

    Ich stelle fest, dass mir mein Alltag fehlt. Für mich ist das jetzt Ausnahmezustand. Positiv ist, dass man zu Hause sein kann und trotzdem Geld bekommt. So viel Zeit zum lesen und spazieren. Ich war gestern am Strand und zum ersten mal in diesem Jahr im Wasser (ja war sehr, sehr, sehr kalt). Die Sonne strahlte, der Strand war menschenleer. Ein Traum.

    Ich telefoniere und skype viel mehr als früher, sehe bis in die Puppen fern, schlafe länger, mache allein Yoga, grübele zu viel, koche jeden Tag und es gibt immer 3 Gänge (Hosen werden eng), trinke mehr Alkohol, beobachte die Nachbarschaft und warte .... warte ... warte

    Ansosten geht es mir nämlich nicht gut, weil mir all meine schönen Vorhaben in diesem Jahr weggebrochen sind, alle geplanten Reisen, Konzerte, wichtige Familiengeburtstage. Kann sein, dass ich leicht depressiv geworden bin.
    Make love - not war!

  9. Moderation

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Zitat Zitat von Zuza. Beitrag anzeigen
    Und heute früh dachte ich tatsächlich zum ersten Mal, als schon wieder die Sonne vom blauen Himmel schien und so tat, als wäre alles fein: Sonne, verp... dich. Du bist auch nicht richtig gerade.
    Mir geht's andersrum, Zuza ich freue mich, dass der Frühling kommt, die Sonne scheint und überall Knospen zu sehen sind. Die Natur tut so, als wäre nichts, und das hat etwas Beruhigendes, finde ich

    Vor ein paar Tagen habe ich auch noch gesagt: Mein Leben ist eigentlich wie immer, aber natürlich stimmt das nicht ganz. Ich gehe weiterhin arbeiten, wg. Systemrelevanz, ich versorge weiterhin an ca. 10 von 30 Tagen meine hochbetagten Eltern. Des Risikos bin ich mir bewusst, aber es geht nicht anders, und ich kenne mich mit Schutzmaßnahmen aus, das ist sozusagen mein Beruf.

    Was die Eltern angeht, habe ich es leichter als du, fini: Sie sind mittlerweile in einer Verfassung, die es ihnen nicht mehr erlaubt, einkaufen zu gehen, sie haben praktisch ihrer eigene kleine Quarantäne zuhause und bekommen keine Menschen zu sehen außer den Pflegerinnen und meinen Geschwistern und mir. Das macht es einfacher, Ansprachen halten entfällt also. Mein Vater geht bei gutem Wetter einmal am Tag mit seinem Rollator die Straße rauf und runter, das ist alles. Ich stell' mir das schwierig vor, wenn man ständig an die Vernunft der Eltern appellieren muss

    Was mich aber wirklich hart ankommt, ist, dass ich meinen Enkel nicht mehr sehen kann. Er ist noch zu klein zum Telefonieren und ich habe Angst, dass er mich nicht mehr (er)kennt, wenn diese Phase vorüber ist. Meine erwachsenen Kinder nicht mehr zu sehen, fällt mir auch schwer, aber wir können wenigstens mailen, skypen und telefonieren. Vorhin, als meine große Tochter da war, fiel es mir allerdings sauschwer, sie nicht in den Arm zu nehmen.
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: Corona - wie lebt ihr euren Alltag?

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    I

    Ich kenne Menschen ohne Balkon im 6.Stock mit Kindern... Die müssen noch bis 20.04 ausharren!!!!
    Da gibt es einen Plan wer das Brot holt und 2 Std. später das Obst!
    l....
    gekürzt von mir


    Und das ist dann ja verständlich, aber absolut kontraproduktiv.

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