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Thema: Nach Corona

  1. Inaktiver User

    Frage Nach Corona

    Ich versuche meine Gedanken zu sortieren, damit einigermaßen klar wird, worum es mir geht. Vorweg - ich mag hier nicht über finanzielle und ökonomische Folgen reden, sondern eher über persönliche und gesellschaftliche. Was nehmt ihr aus der gegenwärtigen Zeit mit, was wollt ihr beibehalten, welche Maßnahmen findet ihr durchaus auch für "normale" Zeiten sinnvoll? Wie verändert diese Zeit euch persönlich und, wie kann/wird/soll sie "die Gesellschaft" verändern? Wenn ihr große Ängste habt, würde ich euch bitten die woanders zu posten, ich denke hier hauptsächlich an mögliche positive Folgen.

    Ich werde in jedem Fall Hände schütteln, Umarmen und engen Körperkontakt mit anderen auch in Zukunft vermeiden (Familie natürlich ausgenommen wobei ich den Kreis da sehr eng ziehe). Ich hoffe, dass vielleicht allgemein im öffentlichen Raum etwas mehr Distanz zu einander gehalten wird - es hat mich schon immer genervt und auch ein bißchen angeekelt, wenn einem Leute zu sehr auf die Pelle rücken. Das mag jetzt für den einen oder anderen eine "negative" Folge sein, ich persönlich finde den Abstand zu anderen jetzt im Moment sehr angenehm. Das Nicht-Umarmen ist für mich eine richtige Erleichterung.

    Also kein Bussi-Bussi, kein Hände schütteln, keine Umarmungen. Ich bin von November bis März eigentlich ständig erkältet, aber mußte feststellen, dass das als Grund von anderen nicht akzeptiert wird . Vielleicht sind jetzt alle ein bißchen schlauer?

    Ich werde auch weiterhin feuchte Tücher in der Handtasche haben und den ekligen Einkaufswagengriff abwischen. Mich hat's davor schon immer geekelt, aber man wollte ja kein Freak sein....

    Ich weiß dass für viele die Freude an kleinen Dingen und die Pflege der Beziehungen zu den Lieben etwas ist, was sie für die Zukunft mitnehmen wollen, beides versuche ich schon seit einer ganzen Weile umzusetzen, so dass es da für mich einfach heißt: dranbleiben.

    Meine besten schlechtesten Ideen habe ich oft morgens direkt nach dm Aufwachen, und heute dachte ich, dass es doch vielleicht sogar sinnvoll wäre - gut für uns und für die Umwelt - so eine Art nationale Fastenzeit zu haben. Vier Wochen einmal im Jahr in denen wir nirgendwo hinfliegen, in denen keine Großveranstaltungen, Messen und Feste stattfinden und denen wir uns generell ein wenig zurücknehmen. Ohne extreme Kontaktsperren oder erzwungene Geschäftsschließungen. Vier Wochen ohne Massenansammlungen und Reisen am Ende des Winters könnte man doch aushalten. Schonung für uns und für die Umwelt. Ja, natürlich ist die gegenwärtige Situation ein Segen für die Umwelt, und einmal vier Wochen im Jahr hält man doch auch aus!

    Mir ist natürlich vollkommen klar dass das absolut nicht durchsetzbar ist. Aber vielleicht ließe sich ja eine Bewegung starten (wobei dann wieder so ein sozialer Druck entsteht und man als Aussätziger behandelt wird wenn man nicht mitmacht....). Ich denke ich werde es aber für mich selber versuchen zu leben. Wobei ich eh nicht der Vielflieger- oder ständig-zu-Groß-Konzerten-Jetter bin.

    ABER. Man kann tatsächlich so leben. (Ja ich weiß ich habe im Ausgangssperren-thread viel gejammert.) Und die Zeit zwischen Mitte/Ende Februar und dem Frühlingsbeginn würde sich doch anbieten.

    Naja, blöde Idee.

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    AW: Nach Corona

    Blöd nicht, aber etwas... schwierig, sage ich mal.

    Ich werde an meinem Verhalten und meinem Lebensstil nicht viel ändern.

    Ständiges Umarmen und Bussi Bussi ist mir eh suspekt und gibt's in meiner Umgebung ohnehin eher selten, wenn man nicht Familie ist. Vielleicht liegt an der Gegend, die Norddeutschen sind ja eher "steif".

    Tatsächlich schränkt mich die derzeitige Regelung nicht so sonderlich ein, ich vermisse lediglich die Möglichkeit, ab und an essen zu gehen.

    Trotzdem fühlt es sich furchtbar an. Sonst könnte ich ja, wenn ich wollte... Jetzt darf ich nicht.

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    AW: Nach Corona

    Ideen zu haben ist immer gut und bei einem guten Braunstorming darf es keine Tabus geben finde ich. Es ist Zeit für neue Ideen, das sehe ich durchaus auch so.

    Nur leben wir nunmal in einer Demokratie, da müssen Ideen/Vorschläge Mehrheiten finden und in der Bevölkerung muss Überzeugungsarbeit geleistet werden. Es sind nicht alle von innen heraus einsichtig (was immer das heisst), hat man ja in den letzten Tagen und Wochen gesehen: Corona-Parties trotz Warnung oder Reisen aus dem Risikogebiet NRW auf die Inseln.

    Eine Möglichkeit wäre, sich in einer Partei/Gruppierung zu engagieren, die die eigenen Ideen versucht umzusetzen. Etwas anders bleibt nicht meiner Meinung nach.

    Was mir persönlich fehlt, ist Kunst und Kultur. Ich gehe häufig ins Kino und zu kulturellen Veranstaltungen. Nicht nur deshalb hielte ich eine generelle "Fastenzeit" auf diesem Gebiet für problematisch: nicht nur wegen meines Vergnügens, sondern auch wegen der Künstler/innen und der anderen Personen, deren Existenz daran hängt, andere auf diese Weise zu erfreuen. Zur Zeit lese ich halt noch mehr als eh schon, meinen Buchhändler wird es freuen .

    Gegen Einschränkungen des Flugverkehrs hätte ich persönlich nichts. Will sagen: die Interessen sind sehr unterschiedlich.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (25.03.2020 um 08:35 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  4. Moderation

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    AW: Nach Corona

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ABER. Man kann tatsächlich so leben. (Ja ich weiß ich habe im Ausgangssperren-thread viel gejammert.) Und die Zeit zwischen Mitte/Ende Februar und dem Frühlingsbeginn würde sich doch anbieten.

    Naja, blöde Idee.
    Natürlich kann man so leben, keine Frage. Allerdings finde ich die Faschings-/Karnevalzeit mit den Bällen toll. Darauf möchte ich nicht verzichten und werde auch nach Möglichkeit die nächste Ballsaison wieder voll ausschöpfen. Insofern ist die von dir vorgeschlagene Zeit doof.

    Und damit wären wir wahrscheinlich schon beim Kernthema. Es gibt nicht die Zeit, die für jeden passt. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wann er "fastet". Fastenzeit ist ja von Aschermittwoch bis Ostern - wir fasten momentan alle. Aber in irgendeiner Form verordnet, das wäre nichts für mich.

    Mir fehlen die sozialen Kontakte, das viele zu Hause sein und mich mit meinen Katzen beschäftigen, nur Homeoffice geht mir persönlich auf den Senkel. Ich habe allerdings auch sehr wenig Ängste, was die Ansteckungsgefahr "draußen" betrifft. Ekelgefühle habe ich selten, ich werde wohl nicht viel ändern.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
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    AW: Nach Corona

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Tatsächlich schränkt mich die derzeitige Regelung nicht so sonderlich ein, ich vermisse lediglich die Möglichkeit, ab und an essen zu gehen. .
    So geht es mir auch. Für uns hat sich kaum etwas geändert, außer die Quarantäne fürs Kind.
    Wir sind nicht so die unbedingt Ausgeher, wir sind gerne zu Hause.
    Und mit Haus und Hof und Hund hat man eh nicht die Zeit, außer wir gehen halt gerne mal essen.

    Wir schütteln aus hygienischen Gründen seit Jahren keine Hände, Bussi und drücken nur für Familie und sehr gute Freunde.
    Sagrotan und Desinfektion begleitet uns ebenfalls seit Jahren, genau wie Schutzmasken. Also nein, es ändert sich auch nach Corona nicht viel für uns.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

  6. Inaktiver User

    AW: Nach Corona

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen
    Natürlich kann man so leben, keine Frage. Allerdings finde ich die Faschings-/Karnevalzeit mit den Bällen toll. Darauf möchte ich nicht verzichten und werde auch nach Möglichkeit die nächste Ballsaison wieder voll ausschöpfen. Insofern ist die von dir vorgeschlagene Zeit doof.

    Und damit wären wir wahrscheinlich schon beim Kernthema. Es gibt nicht die Zeit, die für jeden passt. Jeder kann für sich selbst entscheiden, wann er "fastet". Fastenzeit ist ja von Aschermittwoch bis Ostern - wir fasten momentan alle. Aber in irgendeiner Form verordnet, das wäre nichts für mich.

    Mir fehlen die sozialen Kontakte, das viele zu Hause sein und mich mit meinen Katzen beschäftigen, nur Homeoffice geht mir persönlich auf den Senkel. Ich habe allerdings auch sehr wenig Ängste, was die Ansteckungsgefahr "draußen" betrifft. Ekelgefühle habe ich selten, ich werde wohl nicht viel ändern.
    Fasching ist doch meistens Mitte/Ende Februar vorbei, oder? Also der Zeitraum den ich angedacht habe, wäre natürlich nach Fasching weil mir schon klar ist, dass Fasching/Karneval unantastbar ist.

    Statt vier Wochen vielleicht auch nur drei..... ohne Fliegen, ohne Großveranstaltungen, alles ein bisschen runterdrehen.... bevor die Biergarten/Strassencafé/Volksfest/open air Konzerte Zeit anfängt (ja, das Ausgehen bzw. die Möglichkeit dazu fehlt mir auch).

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    AW: Nach Corona

    badnerin,

    schöne Gedanken.

    Ich glaube, dass man eher bei sich selbst anfangen sollte. Fürs Gesellschaftliche ... da ist die "Gemeinschaft" (zu der wir ja alle gehören) noch nicht "soweit".

    Dito Einkaufswagengriff.

    Ich werde, SOLLTE ich irgendwann mal wieder fliegen, in weiter Ferne, mir euch die Sitze bzw. dessen Plastik-Bestandteile desinfizieren.

    Händewaschen hab ich vorher schon gemacht (und war teilweise schon schockiert drüber, wie wenige das machen - und sich wundern, warum die so oft krank sind - was die Theorie vom "Trainierten Immunsystem" widerlegt).

    Bin aber sonst kein Germophob. Ich umarme meine Mitmenschen auch gern (auf Händeschütteln kann ich aber verzichten).

    Wie ichs mit Grossveranstaltungen halten soll, weiss ich noch nicht.

    Aber die Erkenntnis ist da, dass man "nix verpasst".

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    AW: Nach Corona

    Zitat Zitat von skirbifax Beitrag anzeigen

    Mir fehlen die sozialen Kontakte, das viele zu Hause sein und mich mit meinen Katzen beschäftigen, nur Homeoffice geht mir persönlich auf den Senkel. Ich habe allerdings auch sehr wenig Ängste, was die Ansteckungsgefahr "draußen" betrifft. Ekelgefühle habe ich selten, ich werde wohl nicht viel ändern.
    Dito. Ich stimme deiner Aussage zu 100%zu . Dazu kommt, dass ich beruflich mit (kleinen) Menschen zu tun habe und ( sozialer) Abstand überhaupt nicht möglich/gewünscht ist .. wie soll man sonst Kinder eingewöhnen .. ?!? mit Maske, Handschuhen und 1,5m Abstand halten .. ?!?
    Zum Glück neige ich nicht zu Hypochondrie .. ansonsten könnte ich den Beruf nicht ausüben ..
    Carpe Diem

  9. User Info Menu

    AW: Nach Corona

    Vorratshaltung - die werde ich auch beibehalten bzw. für mich praktikabel machen.

    Als es am Anfang hiess "JEDER Haushalt sollte einen Vorrat von xy Tagen vorrätig haben, Katastrophenschutz und so" - guckte ich auch erstmal ...

  10. Inaktiver User

    AW: Nach Corona

    Also ich denke, es wird keiner mehr so auf Kante leben....
    Wer solche Konsequenzen nicht zieht ist eben wenig lernfähig.

    Was mich betrifft, ich hatte schon so meine Art Corona.
    Wir sind jahrelang selbständig gewesen - und mir ist oft fast die ganze Existenz um die Ohren geflogen.

    Meinen Kindern hat der Lebensstil gut getan. Die mussten schon früh ihr Taschengeld und teilweise auch den sonstigen Lebensstil verdienen.

    Was ich ändern werde? Ich glaube ich traue mich noch mehr das zu tun was ich wirklich möchte, eventuell nämlich um zu ziehen.

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