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    AW: Mein neuer Alltag

    Die kleinen Dinge des Alltags habe ich immer schon sehr genossen, auch ohne diese momentanen Einschränkungen.
    Seit einem sehr plötzlichen Todesfall in meiner Familie nehme ich alles sehr intensiv wahr. Weil ich mir irgendwann gesagt habe: Du lebst nur einmal. Genieße es. Und ich genieße jeden Augenblick.

    Aber diese Situation jetzt, es ist mir alles immernoch so unwirklich. Wie in einem Film. Apropos Film: wenn ich mir jetzt einen anschau, dann denke ich: Ach, wie unbeschwert war das Leben doch einmal. Ohne Abstand, man kann einfach irgendwohin gehen, ohne sich irgendwas zu denken.
    Dabei ist das eigentlich erst ein paar Tage her....

    Nee, so richtig komme ich mit der Situation nicht zurecht. Ich habe mir eine Liste geschrieben, was ich jetzt alles so machen könnte, was im normalen Leben mir die Zeit nicht erlaubt, aber ich habe noch keine Lust dazu, das wirklich alles zu machen.
    Irgendwas bremst mich da aus.

    PS. Ich habe nicht einmal die Probleme anderer Menschen, die sich um ihre Wirtschaftlichkeit Sorgen machen müssen und auch keine Kinder hier, die bei Laune gehalten werden müssen.

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    AW: Mein neuer Alltag

    Es heißt ja, mein "neuer" Alltag,(toller Strangtitel),
    Ich sitze ja seit letzer Woche Di offiziell im HO, bis gestern ohne Gruppe (ich unterrichte an einem BBZ Azubis), seit gestern bekommen die Azubis Aufgaben von mir, müssen sich einmal zwischen 7 und 10 bei mir melden per Mail, bei Rückrufwünschen gibt es Telefonate (war gestern nur 3x nötig bei 15) , die Aufgaben schicke raus, dass sie die morgens vor 7 im Mail Postfach haben, Abgabe der Lösungen ist bis 16 Uhr per Mail.
    Dieses Konstrukt gilt von Mo-Mi, die anderen zwei Tage ist es völlig egal, wie ich meinen Tag strukturiere.

    Ich logge mich morgens vor 7 ins Firmenetzwerk ein, checke meine E Mails und warte dann ab...

    Zuerst nehme ich mir Zeit für ein leckeres Frühstück, dann wird grob aufgeräumt, Müll raus, Küche geputzt und einmal quer durch die Wohnung geräumt. Da mein Mann noch bis Fr (hoffentlich nicht länger) in der Reha ist, muß ich aufpassen, dass die Wohnung nicht vermöhlt, böser Gedanke "sieht ja keiner".
    Mittags gibt es was Gesundes, ich koche irgendwas mit Gemüse, Gemüse und frisches Obst gibt es ja zuhauf.

    Nach 16 Uhr schalte ich mein Diensthandy stumm und rufe meinen Schatz an und wir "schauen zusammen die Rosenheimcops", jeder an seinem Handy (An der Stelle danke für Handyflarates), so haben wir einmal am Tag das Gefühl, nicht allein zu sein.

    Zwischendurch stricke ich, sehe mal ne Trash Serie (grad die Charmed Zauberhafte Hexen Box) oder auch mal nen Film auf amazon prime.

    Draußen (vom Balkon mal abgesehen) war ich schon seit letzten Montag nicht mehr, brauche nix....Für frische Luft gehe ich auf den Balkon, welcher recht groß ist. Den hab ich vor zwei Wochen richtig schön bepflanzt.

    Von außen betrachtet bin ich in einer Luxusposition, momentan keine Geldsorgen (das volle Gehalt läuft weiter), mein Mann bekommt Krankengeld, unsere Ausgaben sind grad sehr gering. Unsere Kinder sind erwachsen und kommen klar.

    Klar ist es doof, dass ich drei Urlaube canceln musste (eine Woche nach Ostern) und zwei unterschiedliche Wochen im Mai, aber ich kann gerade sehr runterfahren, zumal das Wetter bei uns sehr schön sonnig ist...

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    AW: Mein neuer Alltag

    Ich bin bei Tag 10 der Ausgangsbeschränkungen (ich habe sie für mich schon zwei Tage vor dem offiziellen Beginn in Österreich in Anspruch genommen), war einmal in der Arbeit (mit dem Fahrrad) und bemerke, dass ich jetzt, in der 2. Woche, deutlich ruhiger werde.
    Mag sein, dass es daran liegt, dass es bei uns so kalt geworden ist, vielleicht liegt es auch daran, dass ich meine Tochter (die im Ausland studiert hatte) sicher in ihrer Wg zu Hause weiß.

    Die Wochen davor habe ich als emotional belastet erlebt.
    Da war einerseits das Wissen, dass dieser Virus überall sein kann, andererseits die "Notwendigkeit, normal weiter zu leben", mit all den engen Sozialkontakten, die mein Beruf normalerweise so mit sich bringt. - Ich bin richtig froh, jetzt home office machen zu können.

    Das wiederum fällt mir ganz schön schwer. Ich merke, dass ich - im Gegensatz zu meinem Freund, bei dem HO Alltag ist (er arbeitet immer zu Hause, hat hier einen eigenen Arbeitsbereich)- zwar ziemlich gut darin bin, anderen Struktur zu predigen, sie aber selbst so gar nicht einhalten kann zu Hause.
    hmm.. vielleicht liegt das ja auch daran, dass ich im Beruf eh immer schon sehr viel Struktur und "Taktung" (er)lebe und es, seit die Kinder aus dem Haus sind, unglaublich genieße, diese "Taktung" zu Hause nicht mehr leben zu müssen?

    Ich bin in einer ziemlich privilegierten Situation, keine Kinder hier, sehr viel Platz und Garten, und mit Freund, der morgens in seinen Arbeitsbereich auswandern kann. Viel "allein" und doch eben auch nicht.

    Heute früh habe ich zu Radiomusik getanzt -das habe ich schon ziemlich lange nicht mehr gemacht.....

    Also mir gehts recht gut mit der Situation - wenn ich mich mal zum HO aufraffen könnte....

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