Hallo Ihr Lieben,
danke für eure persönlichen Einblicke. Ich bin heute ausgezehrt, erschöpft; habe das Gefühl, mir wurden die Frischwasserzuläufe abgeschnitten. Dabei "sollte" es mir eigentlich gut gehen - ein freier Tag und auch Zeit für mich, als Vater und Sohn draußen waren. Ich konnte sie für mich nicht nutzen. Ich weiß, dass mir Yoga, Meditation, Bewegung, Kreativsein etc. gut tun und mich auftanken - in den letzten Jahren aber (seit Kind) schöpfe ich - aus Zeitmangel - auch viel Energie aus Begegnungen mit Menschen im Alltag, sei es Kollegen, Freunde, Familie. Ich habe gar nicht den Eindruck, dass ich sonst so ein reges Sozialleben habe, wie ich es vor Kind hatte, aber trotzdem gibt es mindestens dreimal die Woche einen (Business)Lunch mit Bekanntem, einen Kaffee mit Freundin, ein Glas Prosecco mit Kollegen oder ich quatsch mich mit meiner Mutter fest, wenn ich den Kleinen abhole. Gespräche finden derzeit per telefono oder FaceTime statt, aber es ist irgendwie nicht das Gleiche.
Liebe Wildflower, etwas vorbeibringen ist selbstverständlich ok in Österreich, aber es gilt die Regel, keinen Kontakt zu jemandem zu haben, der nicht zu deinem Haushalt gehört. Das bedeutet: Einkauf vor die Tür stellen und gehen. In der Wohnung besuchen oder im Park treffen: striktes Nein.Ich habe mich jetzt gefragt, ob ich mit meiner Familie ihr dann überhaupt notfalls etwas vorbeibringen oder sie in der Wohnung besuchen kann. Ist das bei euch in Österreich denn erlaubt?
Ich verstehe, dass gerade du als Single die Außenkontakte besonders vermisst. Andererseits beneide ich dich (und das ist nicht zynisch gemeint), weil du allein in deinen vier Wänden für dich sein kannst. Du denkst vielleicht, dass es uns mit Familie besser geht. Aber in Wahrheit haben ich (und was ich aus meinem Freundeskreis höre, auch andere) und mein Mann viel Mühe mit dem ungewohnten Aufeinanderkleben. Die ersten tage sind noch nett, aber es wird zunehmend schwieriger.
Liebe Hawaii***, ich kenne dich aus dem Forum und fühle mich mit dir verbunden - nicht nur als Ösis und weil ich Hawaii liebe!Ich kann deine "authentische, einzigartige Durchgeknalltheit" oft gut verstehen (no offense
). Ich denke, du bist jemand, der es relativ gut packt, allein durch den Alltag zu stapfen (außer dem grünen Männchen in dirwird fad und es sucht sich wieder ein Problem (in Forme eines Mannes), an dem du dir den Zahnschmelz abkauen kannst). meine Herausforderung ist das happy-familiy-life, ächz, lieber wär ich allein in Alaska auf einer Bohrinsel. Das liegt nicht daran, dass ich meinen Mann und Sohn und Stiefsohn nicht lieben würde. Aber für so viel Nähe ohne Alleinsein bin ich nicht gemacht. ich will ganz ganz viel Nähe und dann wieder Ruhe und Raum und Platz. Immer abwechselnd. Spielt jetzt nicht.
Liebe Sarah, es tut mir so leid zu hören, dass du dich wirklich in Sorge um deine Liebsten und dich selbst tragen musst! Ich kenne über ein Eck einige Btroffene, deren verlauf aber glimpflich ist. Und ich habe einige Freunde und Verwandte, die diesen Virus aufgrund schwerer Vorerkrankung wohl nicht überleben würden. Auch ich bin chronisch vorbelastet, das lasse ich aber nicht an mich heran. Ich bin sehr vorsichtig, aber auch fatalistisch: Kismet, wenn es mich trifft. Ich wünsche dir und deinen Herzensmenschen alles Gute!
Liebe Sonnenlotte, ein Kind in diesem Alter ist eine besondere Herausforderung jetzt. Kann dein Mann dich unterstützen? Auch ich habe einen systemrelevanten Beruf, der mir momentan alles abverlangt. und auch unser Kleiner vermisst seine Großeltern sehr. Trefft ihr einmal die Woche noch eine kleine Gruppe mit Kindern oder ihr euch unter Freunden bzw. in der Familie?
Liebe Judy! Gratuliere zu eurem Nachwuchs. Auf der Welt ist er ja schon, nur noch in dir drin.Bei uns in Österreich gibt es bereits ein Besuchsverbot für Väter auf der Gebärklinik. Auch aus dem Kreißsaal sind Väter in den meisten Krankenhäusern ausgeschlossen.
Ein sehr lieber Kollege von mir hat eine Frau, die mit dem ersten Kind im 9. Monat schwanger ist, der ET ist bereits vorbei. Ich fühle total mit ihnen, das ist eine sehr schwere Situation. Ich denke mir aber, es sind sehr besondere Kinder, die sich gerade jetzt ausgesucht haben, auf die Welt zu kommen!
Wie alt ist der Kleine?
Wow, Frau Beere, ihr seid wohl am besten vorbereitet ob eurer Erdigkeit.Schön, was du beschreibst. ich denke mir oft, ich würde sehr gerne so leben können - ich bin aber einfach nicht der Typ für Gardening, Landleben und Selbstversorgung, auch wenn ich das fein fände. Muss man wohl akzeptieren. Bekommst du Hilfsanfragen von Menschen, die nicht auf die Ressourcen zugreifen können, die ihr habt? Wie alt sind deine Kinder?
Liebe Lea,
das finde ich ganz toll, das machen wir auch so! So wie du deinen Arbeitsalltag beschreibst, ist dein Job von Corona wenig beeinflusst? Also weder mehr noch weniger zu tun? Du hast keine Kinder, erinnere ich mich da richtig? Du sagts etwas sehr wahres: man muss sich selbst zeit geben, die Veränderung anzunehmen. Mal läuft es besser, dann kommt ein unerwartetes Tief und am nächsten Morgen ist man wieder optimistisch.weil die Putzfrau erst einmal bezahlte Freistellung von uns bekommen hat
Ich lebe ganz im Hier und Jetzt. Das hat mich die Woche gelehrt. Was nicht heißen soll, dass ich immer in mir ruhe. Aber meine Gedanken wandern weit weniger als noch einen Monat zuvor.
Ich drück euch alle!![]()
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 23
Thema: Mein neuer Alltag
-
21.03.2020, 21:57
AW: Mein neuer Alltag
-
22.03.2020, 13:38
AW: Mein neuer Alltag
Hello again!
Daran hab ich auch oft gedacht - ich empfinde es für mich als Luxus, alleine zu wohnen in meiner 50qm-Butze. Zu zweit oder noch mehr hier zu hocken wäre sicherlich keiner Freundschaft oder Beziehung förderlich. Wird mir mein kleiner Home Office Computertisch zu klein, gehe ich einfach rüber auf den Esstisch mit meinem Krempel.
Dafür muss ich aber auch alleine "die Krot' schlucken" und mich alleine versorgen, nicht nur was die Einkäufe angeht sondern ganz prinzipiell.
Wir achten aber hier in der Nachbarschaft auf uns - ich nehme Einkäufe für die ältere Nachbarin mit und das neueingezogene Ehepaar von weiter oben versorgt mich mit Selbstgebackenem.
Du hast mich beobachtet?Liebe Hawaii***, ich kenne dich aus dem Forum und fühle mich mit dir verbunden - nicht nur als Ösis und weil ich Hawaii liebe!
Ich kann deine "authentische, einzigartige Durchgeknalltheit" oft gut verstehen (no offense
). Ich denke, du bist jemand, der es relativ gut packt, allein durch den Alltag zu stapfen (außer dem grünen Männchen in dirwird fad und es sucht sich wieder ein Problem (in Forme eines Mannes), an dem du dir den Zahnschmelz abkauen kannst).




Das mit den Männern und dem kaputten Zahnschmelz wird es eine Weile dauern, und gut ist es.
Ich habe den Sonntag bis dahin so verbracht: ausgeschlafen (aber schon vor 8:00 wach), dann ausgiebig im Bett Zeitung gelesen und Kaffee getrunken, dann vorgekocht und gebruncht.
Jetzt habe ich noch Badezimmer und Toilette geputzt, Getränkevorräte aus dem Keller geholt
und nun werde ich eine Yoga-Einheit mit Youtube einlegen. Dann habe ich noch eine halb-angesehene Doku über Sophia Loren zum Anschauen
Danach ist wieder Lesen und Recherche angesagt: ich möchte Fitnesszubehör bestellen, allerdings bei einem österreichischen Anbieter - Amazon kriegt von mir besonders jetzt nix.
-
22.03.2020, 21:13
AW: Mein neuer Alltag
Danke, Lil, für diesen Faden, und danke an alle, die bisher berichtet haben! Das sind wirklich sehr schöne, interessante Beiträge.
Ich lebe in Berlin und bin quasi im Job-Transit: Bis Ende Februar gearbeitet, gekündigt und den ganzen März über im Urlaub (Jahresurlaub aus 2019), am 1. April geht es dann - hoffentlich - im neuen Job los. Info von letzter Woche lautet jedenfalls, dass es dabei bleibt. Und auch wenn der Job nicht systemrelevant ist, wird er sicherlich in der kommenden Zeit gebraucht. Homeoffice ist jedoch nicht möglich und wenn die Abstandsregeln auch im Job gelten, was ja nur sinnvoll wäre, wird es brenzlig. Aber das muss ich wohl einfach auf mich zukommen lassen - fällt mir sooo schwer
- genau wie mein Studium: Das Sommersemester soll voraussichtlich digital absolviert werden und für mein Fach kann das durchaus gelingen. Da die Uni-Bibliotheken bereits recht früh zugemacht haben und voraussichtlich weiter geschlossen bleiben werden, bin ich sehr gespannt, ob es nun wieder Alternativen zur - leider - Standard gewordenen Prüfungsform Seminararbeit geben wird.
Es wird sich zeigen. Im Moment bin ich aber zu Hause im absoluten Gammel-Modus, täglich frisch kochen und langes Gassigehen mit dem Hund sind das einzig Nennenswerte, das ich zustande bringe. Ich esse auch defintiv mehr und mache mir meine schönen Abnehmvorsätze zunichte. Bin wirklich ein schrecklicher Langeweile-Esser. Ab morgen möchte ich dann langsam bis zum 1. April wieder in den Arbeitsmodus kommen, also jeden Tag ein bisschen früher aufstehen, täglich ein Haushalts-Projekt, ein bisschen Uni oder Sprachkurs und ein bisschen Sport zu Hause; endlich finden die drei Jahre alte, nie genutzte Yogamatte und der sechs Jahre alte, fast nie genutzte Peziball eine Verwendung!!
Danke für die ehrlichen Kommentare zum Thema Isolation mit Partner/Familie! Wegen vorerkrankter Angehöriger praktiziere ich bereits seit Anfang März weitmögliche Isolation und gehe nur für Besorgungen und mit dem Hund raus. Auch von anderen Hundehaltern halte ich gerade eher Abstand. Nun merke ich langsam, dass ich wohl doch nicht so einzelgängerisch bin wie bisher gedacht. Im Vergleich zu den meisten Leuten in meinem Umfeld kann ich wirklich gut und lange allein sein, mein engeres Umfeld ist sehr klein und ich fühle mich selten einsam. Aber die vielen kleinen Schwätzchen, die ich sonst mit dem "nicht so engen" Umfeld führe, fallen gerade eben weg oder sehr knapp aus. Es fehlt definitiv etwas. Könnte man sagen, sozial unbefriedigt?
Andererseits war ich wohl noch nie so froh, 1. Single zu sein - jetzt mit jemandem zusammenzuleben wäre eine absolute Zerreißprobe für die Beziehung - und 2. mehr als ein Zimmer zur Verfügung zu haben! Suche seit Jahren nach einer schönen 1-/1,5-Zimmer-Wohnung, die nicht mehr kostet als meine aktuell bewohnte Dreizimmerwohnung, aber gerade kommt mir selbst die klein vor. Ich bin wie ein Tiger im Käfig.
(<- ja, das ist jetzt mal ein Tiger)
No good sittin' worryin' abou' it. What's comin' will come, an' we'll meet it when it does. - Hagrid
-
22.03.2020, 22:24
AW: Mein neuer Alltag
Hallo ihr da draußen,
danke, Hawaii und Lux für eure Einblicke. Ich lese euch und es gibt mir Kraft, so blöd das klingen mag. Ihr beschreibt lebendig und unaufgeregt, wie ihr lebt - banal und doch wertvoll.


Hier im Süden Österreichs geht ein gefühlt uuuurlanger Tag zu Ende . Heute war meine Stimmung besser; mein Mann und ich haben die Putzfrau ersetzt und die Wohnung geputzt. Weil wir schon dabei waren, haben wir seit Monaten aufgeschobene Dinge auch geputzt - zB die oberen Flächen von Kästen, Küchenschränken etc. ….
da hatte sich einiges angesammelt, hüstel, und dabei dachten wir immer, bei uns ist es "gepflegt". 
Es bleibt noch viel Putzzeug zu tun, aber wir haben gemeint, es soll uns an den kommenden drei WEs ja nicht langweilig werden... 
Mich erreichen derzeit viele Anrufe von Singlefreunden, die - obwohl sie sonst gerne mit sich allein sind- derzeit an ihre Grenzen stoßen. Einer Freundin habe ich eine Stunde gut zugesprochen und dann den Rest der gestrigen Lasagne vor die Tür gestellt - sie rief mich in Tränen aufgelöst an, so gerührt war sie. Einfach, weil sie sich allein fühlte und durch so etwas Banales wie Mittagessenrest "versorgt" fühlte.
Viele Freunde haben das kroatische Erdbeben, das heut Morgen stattfand, gespürt und sind aufgewacht. das Epizentrum war 30 km entfernt von einem kroatischen Atomkraftwerk - viele hat das in Panik versetzt. es scheint glimpflich ausgegangen zu sein, keine massiveren Schäden.
Auch meine älter Schwester, die in Deutschland lebt und seit einer Woche krank ist - könnte Corona sein, aber was weiß man schon, einige Symptome, passen, andere wieder nicht - rief mich an, sie war sehr down und hat auch geweint. weil sie das Gefühl hat, "zu niemandem zu gehören" (sie ist single und kinderlos). Wir haben lange gesprochen und festgestellt, dass wir - obwohl wir Ruhe zum Auftanken brauchen - schon Menschen sind, die außenorientiert sind, sich im Gegenüber erleben, das Gegenüber brauchen und den Austausch lieben, die Inspiration von anderen. Und jetzt sind wir auf uns selbst zurückgeworfen wie so viele .
Ich habe uns "in den Hintern getreten", ihr gleichermaßen wie mir (was man nicht lebt, das lehrt man
), dass es offensichtlich Zeit ist, sich auf die eigenen Ressourcen zu besinnen.: Immer wieder hören wir, dass wir so viele Kräfte in uns haben, die wir nicht nutzen - und wir wissen das. und jetzt "hilft" uns die Krise vielleicht, einige dieser Potenziale zu heben, damit sie uns selbst sowie unserer Umwelt zugute kommen.
Ein Tritt in den Hintern, das ist diese Krise. Ein sanfter Zwang, sich mit Ängsten, Trauer, Schmerz, Ohnmacht, Begrenzung auseinanderzusetzen. Ein Schubs, aus dem Automatismus auszusteigen und lebendig zu sein. Einer Erinnerung, dass das Leben endlich ist und wir nicht gefeit sind, unsere Lieben oder unser Leben zu verlieren. Eine Aufforderung, sich auf das Nötigste zu besinnen und mit weniger auszukommen. Ein Abenteuer und die ganze Palette an Leben, die da ist: von Schmerz und Verlust bis Neugeburt und Einssein.
Nun denn. Schlaft gut - oder guten Morgen, je nachdem.
-Lil-
-
22.03.2020, 23:23
AW: Mein neuer Alltag
Danke Lil, Du schreibst auch sehr schön.

Ich weiß nicht, ob Dein Beitrag bzgl. des Kraft in sich Findens auf Deine Single-Freunde oder Singles im Allgemeinen gemünzt ist. Prinzipiell stimme ich da voll zu, ich bin auch seit Jahren in einem Prozess, das zu lernen oder immer wieder anzustreben und ziehe ohnehin viel aus mir selbst. Musste auch schon durch das eine oder andere sehr tiefe Tal gehen und war da auf mich gestellt. Nur ist diese Situation eben wirklich sehr, sehr speziell, ich verstehe da total Deine Single-Freunde und finde es toll, dass Du ihnen zur Seite stehst. Momentan ist man als Single eben nicht einfach nur "ohne Partner". Es fehlt die Familie, wenn die krank oder weit weg ist, das Kollegium, wenn man im Home Office sitzt oder das Team dezimiert ist, Kommilitonen und Dozenten, die Leute aus Hobby, Sport, Ehrenamt, Supermarkt, Nachbarn, Dienstleister (manch einem sind ja Friseur und Therapeut dieselbe Person
). Weil man sich kaum noch über den Weg läuft und wenn, dann die Gespräche kurz gehalten werden und natürlich auch irgendwo gerade alle dieselben Sorgen umtreiben; das macht es nochmal schwerer, sich auf sein Gegenüber einzulassen. Telefon und Videochat ersetzen für mich auch nicht den direkten Kontakt, dazu schreiben die Singles im Nachbarstrang schon sehr schön. Es bricht gerade richtig etwas weg - sowohl an Aktivitäten als auch den damit verbundenen zwischenmenschlichen Kontakten - und gerade auf der Abend-Gassirunde kam mir so der Gedanke, ob wir uns demnächst möglicherweise auch auf erhöhte Suizid-Raten einstellen müssen, wenn ohnehin labile Menschen demnächst, vielleicht monatelang, noch stärker isoliert werden.
Naja, der langen Rede kurzer Sinn: Sei(d) nicht so streng mit Singles, die sich jetzt verloren fühlen, denn die Partnerlosigkeit ist wahrscheinlich gerade deren geringstes Problem.
No good sittin' worryin' abou' it. What's comin' will come, an' we'll meet it when it does. - Hagrid
-
23.03.2020, 21:15
AW: Mein neuer Alltag

Ich verewige mich mal kurz hier, damit ich die Tage wieder herfinde.....
-
23.03.2020, 21:57Inaktiver User
AW: Mein neuer Alltag
Ich bin so froh, dass das Wochenende vorbei ist.
48 Stunden in der Wohnung mit der Familie. Ich liebe Sie und alles.... aber man können die nerven.
Gefühlt nur in der Küche weil die Männer des Hauses ständig "Gelüste" hatten. Und im TV gibt es so viel Mist. Gemeinschaftsspiel artete in einer Grundsatzdiskussion aus usw.
Ich brauche für nächstes Wochenende einen Plan ;)
Heute war schönstes Wetter, war in den leeren City beim Einkaufen und habe einen gemütlichen Spaziergang in der Sonne gemacht. Hat die Batterien wieder etwas aufgetankt.
Ich hoffe das Wetter bleibt sonnig - regen würde mir sehr auf die Psyche gehen.
-
23.03.2020, 22:50
AW: Mein neuer Alltag
Entschuldige, aber --
Irgendwie meckert gerade nahezu jeder, von Single bis Großfamilie. Hier in Berlin dürfen Familien aber weiterhin zusammen raus. Ist das in Deinem Wohnort anders?
In meinem Stamm-Supermarkt ist jetzt neben Brot, Nudeln und allem, was man aus Zellstoff herstellen kann, auch alles ausverkauft, was man als Handseife benutzen kann - inkl. den großen Flaschen mit Erkältungsbad, nach dem es mich gerade... öh... gelüstet. Absurd. Durchgängig gut gefüllt sind dagegen seit Wochen die Obst-/Gemüse-Abteilung und die TK-Sachen. Irgendwie denke ich mir als Laie ja, dass ein gutes Immunsystem evtl. helfen könnte, den Virus gut wegzustecken oder wenigstens schnell zu genesen/immun zu werden. Für mich ein Grund, jeden Tag frisch zu kochen mit ganz viel Obst und Gemüse. Da ist es auch gerechtfertigt, ´ne Rolle Toilettenpapier mehr da zu haben. Aber das Kaufverhalten meiner Mitmenschen ist mir rätselhaft.No good sittin' worryin' abou' it. What's comin' will come, an' we'll meet it when it does. - Hagrid
-
23.03.2020, 23:22Inaktiver User
AW: Mein neuer Alltag
Ein kurzer Spaziergang ist erlaubt. Aber die Familien-Freizeit-Gestaltung sollte nicht draußen statt finden......
Spielplätze sind abgesperrt und man soll auch mind. 1,50 besser noch 2 meter Abstand halten. Wird in einer Großstadt einfach schwierig.
#bleibdaheim ist hier die Devise und Polizei überprüft auch. Mein Mann hat eine Bescheinigung von der Arbeit bekommen (inkl. Arbeitszeit), für diese Kontrollen.
Wir haben halt seit Jahren eine Art Wochenend Routine. Und diese ist jetzt hinfällig. An die neue Situation müssen wir uns erst gewöhnen und neue Alternativen finden.
-
24.03.2020, 00:32Inaktiver User
AW: Mein neuer Alltag
Mein Alltag hat sich nicht radikal verändert, allerdings meine Wahrnehmung, mein Denken, meine Schwerpunkte.
In Pension seit letztem Sommer, Haus und Garten, Mann und Kater.
Ja, ich gehe seltener einkaufen, treffe unser Enkelkind, die Kinder meiner Patentochter und Freunde derzeit nicht (aber es ist ja auch erst der Anfang, in 4 Wochen oder gar Monaten wird mir diese Realität wohl sehr viel deutlicher auf den Pelz rücken...)
Statt dessen arbeite ich halt mehr im Garten, im Frühling ist das eh notwendig und kam in den letzten Jahren gefühlt zu kurz, weil die Arbeit so viel Zeit und Energie in Anspruch genommen hat, nutze Handy und PC mehr als bislang, lese täglich gefühlt eine Stunde mehr und vor allem entspannter und ohne schlechtes Gewissen. Aber insgesamt ist mein Alltag ähnlich strukturiert wie im letzten 3/4 Jahr.
Aber all das, was ich tue, tue ich momentan bewusster und auch dankbarer.
Ich erlebe den Frühlingsanfang und die Wucht der sprießenden Natur noch einmal staunender als jedes Jahr, genieße meine glückliche Ehe und meinen materiell und seelisch problemarmen Alltag mit allen Fasern und freue mich über jeden Tag des Gesundfühlens.
Die derzeitigen Einschränkungen lassen einige wöchentliche Termine wegfallen, doch nichts davon trifft mich mit Wucht.
Ganz anders als viele meiner Lieben, die nun plötzlich vor völlig veränderte Lebensumständen stehen, weil sie HO machen oder gar um ihre Existenz bangen müssen, ihre Kinder 24/7 beschäftigen, unterrichten, beruhigen müssen oder gar im Kampf gegen die Krankheit an vorderster Front stehen, am Limit sind und zudem stets in Gefahr sind, sich selbst zu infizieren.
So wenig Sorgen, wie ich selbst habe, mache ich mir viele um einige meiner Nächsten.
Bleibt bitte alle gesund.


), weil du allein in deinen vier Wänden für dich sein kannst. Du denkst vielleicht, dass es uns mit Familie besser geht. Aber in Wahrheit haben ich (und was ich aus meinem Freundeskreis höre, auch andere) und mein Mann viel Mühe mit dem ungewohnten Aufeinanderkleben. Die ersten tage sind noch nett, aber es wird zunehmend schwieriger.
Zitieren
