Vor 10 Tagen dachte ich noch: Hört auf mit der Panikmache.
Heute stehe ich vor geschlossenen Reataurants, Blumenläden, Schulen und Spielplätzen, erfahre von abgesagten Konzerten, Sportveranstaltungen und von Grenzschließungen, darf mich niemandem mehr als 2 Meter nähern, geschweige denn umarmen.
Diese Liste lässt sich endlos erschreckend fortsetzen.
Unser Alltag ist erschüttert, durcheinander gewirbelt, nicht länger alltäglich. Eine Krisensituation.
Das macht Angst, unsicher, sicher auch viele einsam.
Und wir denken neu, um, anders.
Wir definieren das Normale neu,
Und wir fragen uns: Was zählt jetzt, was sind die entscheidenden Dinge, Beziehungen, Entscheidungen in unserem Leben?
Horten wir Mehl und Nudeln, bevor ein anderer sie wegkauft?
Oder kaufen wir ein für unseren alten Nachbarn, der zur Risikogruppe gehört?
WelcheGedanken, Werte, Taten helfen uns, diese für uns alle überwältigend und niemals erdachte Krise zu meistern?
Antworten
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Thema: Corona, was zählt wirklich?
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18.03.2020, 01:01Inaktiver User
Corona, was zählt wirklich?
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18.03.2020, 01:16
AW: Corona, was zählt wirklich?
Ehrlich gesagt, ich denke so nicht...
Die Situation ist jetzt so, wie sie ist und ich sitze das halt aus.
Ich meine damit, das ich nun nicht, weil ich jetzt für eine - hoffentlich kurze - Phase mehr zu Hause bin, grundsätzlich (neu) über Werte, Beziehungen, Dinge, Entscheidungen nachdenke, bzw. nicht mehr, als sonst auch.
Ich empfinde es als eine gesundheitliche, kollektive Krise, aber ich persönlich habe keine. Es ist mir - so sehr ich alles einsehe - einfach ein bisschen lästig, nicht mehr ganz frei agieren zu können... wenn man das noch sagen darf.
Das bedeutet nicht, das mir nicht manches gesehene, gelesene, gehörte, manche Bilder nahe gehen oder mich bedrücken. Das war aber auch zu anderen Zeiten schon so.Geändert von Syriana (18.03.2020 um 01:21 Uhr)
ECSTACY
Find ectasy within yourself.
It is not out there.
It is in your innermost flowering.
The one you are looking for is you!
"Heute: Das ist Dein Leben."Kurt Tucholsky
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18.03.2020, 01:40
AW: Corona, was zählt wirklich?
Ich seh das so wie Syriana.
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18.03.2020, 06:24
AW: Corona, was zählt wirklich?
was wirklich zaehlt ist aktuell und in absehbarer zeit, nicht finanziell abzustuerzen, neben der tatsache, wenn man denn die infektion bekommt, sie gut uebersteht
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18.03.2020, 17:35
AW: Corona, was zählt wirklich?
Ich versuche mich bei solchen Situationen statt auf das, was vielleicht Angst macht und Veränderung zum Negativen bedeutet, auf das zu konzentrieren, was die Situation vielleicht auch Positives haben kann.
So nach dem Motto:
Ich kann mich nicht mehr so viel mit Freunden treffen, aber dafür komm ich dazu, endlich mal ein paar von den tollen Büchern zu lesen, für die ich sonst immer keine Zeit habe. Alles läuft ein bisschen entschleunigter; es ist weniger Verkehr auf den Straßen, es ist LEISER...
Und die Besinnung darauf, dass man etwas tut, damit es anderen auch gut geht, finde ich an sich auch nicht verkehrt.
Und auch und vor allem: ..
Wir haben keinen Krieg. Wir müssen keine Angst vor Panzern haben, die durch unsere Straßen rollen, oder davor, dass uns jemand jeden Moment eine Knarre an den Kopf hält oder Häuser in die Luft gesprengt werden.
Wir sollen nur möglichst viel zu Hause bleiben, damit immungeschwächte Leute nicht infiziert werden - das ist ja durchaus eine ganz vernünftige Idee. Und im Moment können wir ja dennoch rausgehen und spazierengehen, solange wir nicht in Grüppchen auftreten.
Und wir haben Strom, Wasser und auch die Heizung geht. Wir haben genug zu essen und können uns auch gut mit Medikamenten versorgen. Wir können mithilfe elektronischer Medien Kontakt halten und können, selbst wenn wir später ggf. Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen, das Ganze noch recht komfortabel aussitzen, finde ich.
Ich weiß, dass viele eine solche Sichtweise vielleicht als blauäugig oder naiv oder als eine Art des Sich-selbst-Belügens verstehen. Ich sehe es eher als eine Möglichkeit, unnötige Ängste und Sorgen zu vermeiden:
Mehr, als sich an die entsprechenden Regelungen zu halten, kann man nicht tun - von daher sind Sorgen unnötig.
Und da wir nicht in die Zukunft schauen können, ebenfalls.
Ich denke, dass viele Ängste, die gerade so ausbrechen, zum Einen damit zu tun haben, dass wir meist unser gesamtes Leben schon daran gewöhnt sind, alles, was wir brauchen (und auch nicht brauchen) jederzeit zur Verfügung haben zu können (Oder wir haben es ganz anders kennengelernt und wollen nie wieder Mangel erleben). Nun, auf einmal, ist das anders - und Veränderungen machen vielen Menschen erst einmal Angst.
Darüber hinaus kann man das ganze Geschehen auch nicht wirklich kontrollieren; all diese vielen erhitzten Debatten über Zahlen und Statistiken sind Versuche, Kontrolle zu erlangen. Deswegen ist es auch so schwer zu ertragen, wenn Zahlen dann relativiert oder gar komplett widerlegt werden und einander widersprechende Nachrichten kursieren. Man wird damit quasi ständig vom Kontrollkurs abgebracht.
Und was ebenfalls für viel Angst sorgt meiner Meinung nach:
Auf einmal ist man auf sich selbst zurückgeworfen, wenn man für sich ist - selbst dann, wenn man mit einem Partner oder auch mit Kindern zusammenwohnt. Es erfordert schon einen gewissen Mut, sich selbst zu begegnen - vor allem, wenn man sich schon länger nicht mehr selbst "besucht" hat, sondern sich eher aus dem Weg gegangen ist.
So viel allgemein auch gejammert und sich beklagt wird bezüglich Stress und Verplantsein - die andauernde Beschäftigung hat für viele den Vorteil, dass man sich nicht mit sich selber und mit der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben beschäftigen muss, denn man hat ja keine Zeit und die anderen gehen vor.
Ich kenne so einige Menschen, die sich wohlweislich ständig mit Terminen (eigenen und denen von Kindern und anderen Angehörigen) zuschmeißen oder aber auch dafür sorgen, dass sie selbst in ihrer Freizeit nicht alleine sind, weil sie genau wissen, dass sie absolut niedergeschlagen und unglücklich sind, wenn niemand anderes da ist, und dass das nicht allein wegen der Langeweile passiert.
Insofern denke ich, dass man die aktuelle Situation ja auch ein bisschen als eine Art Challenge sehen kann. Irgendjemand hier hat die Signatur: "Eine Krise kann auch eine wertvolle Chance zu Neuem sein, wenn man es schafft, ihr den Beigeschmack der Katastrophe zu nehmen" (oder so.
).
Find ich gut, den Spruch.Geändert von sweetydivine07 (18.03.2020 um 17:53 Uhr)


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