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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Gestern haben wir uns mit einigen KollegInnen spontan auf dem Büroflur getroffen - natürlich mit gebührendem Abstand. Es entstand eine herrliche Blödelei darüber, was wir so kreativ mit der durch wegfallende Freizeitmöglichkeiten freigewordenen Zeit machen. Kollegin A entwickelt jetzt mit ihrem Partner ein System, um via Schubumkehr beim Staubsauger in Verbindung mit einem Siphon ein flexibles Bidet herzustellen, um damit sämtliche Klopapier-Hamsterkäufe überflüssig zu machen. Viel Spaß hatten wir auch bei der Überlegung, wen wir dafür als Testperson akquirieren (Chef zum Beispiel). Damit der Boppes auch anschließend trocken wird, werde ich einen ergonomischen Föhn dafür erarbeiten (selbstverständlich klimaneutral solarbetrieben), der gleichzeitig auch auf Türgriffe, Handläufe etc. eventuelle Tröpfchen so weit austrocknet, dass blöde Viren nicht überleben. Der Kollege wiederum überlegt Einsatzmöglichkeiten für überflüssige Pasta. Frei nach dem Motto "Pasta statt Bast" kreiert er gerade schicke Hawaii-Röckchen.

    We are all mad here.

    Aber es hat gut getan, einfach mal herumzublödeln.

    Traurig bin ich darüber, dass wir unser geplantes Treffen mit Freunden am Wochenende abgesagt haben und stattdessen eine Videokonferenz abhalten werden. Positiv daran ist, dass mehr unverplante Zeit zur Verfügung steht, Das Wetter soll schön werden am Wochenende und vielleicht werde ich einfach mal ein paar Stunden wandern. Das ist die für mich effizienteste Methode der Psychohygiene.

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Ein Essay über die Corona-Gesellschaft von Sascha Lobo im Spiegel: Wider die Vernunftpanik

    "(...) Vernunftpanik ist die überdrehte Stufe von tatsächlich sinnvollem Handeln. Vernunftpanik ist der Abschied vom eigentlichen Wesen der Vernunft, nämlich dem Abwägen zwischen verschiedenen Werten. Was aufgegeben wird zugunsten des plakativsten Handelns. Gefälligst! (...)

    Gerade das, was wir im Alltag als Vernunft betrachten, hängt viel öfter von der jeweiligen Position der Sprechenden ab als man wahrhaben möchte. Hinter dem schreienden Vernunftappell kann sich so viel mehr verbergen: Selbstgerechtigkeit, Angstlust oder schiere Missgunst."

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Ein wunderbarer Text von Barbara Pachl-Eberhart

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Zitat Zitat von Saruma Beitrag anzeigen

    Gerade das, was wir im Alltag als Vernunft betrachten, hängt viel öfter von der jeweiligen Position der Sprechenden ab als man wahrhaben möchte. Hinter dem schreienden Vernunftappell kann sich so viel mehr verbergen: Selbstgerechtigkeit, Angstlust oder schiere Missgunst."[/I]
    Saruma, würde mich freuen, wenn du das näher erklären kannst

    Ich ahne was gemeint sein könnte, verstehe es aber nicht
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Das ist nicht von mir, sondern aus dem Essay.

    Wenn der Ruf um Vernunft fast panisch bis hysterisch klingt, dann ist es eigentlich keine Vernunft mehr. Denn es fehlt die Besonnenheit, das Abwägen, die Selbstbeherrschung, dass Maß.
    Manche Rufer sehen sich auf der 'einzig, richtigen Seite' und verlangen immer lauter radikale Maßnahmen und sprechen anderen Meinungen Intelligenz, Unterbauung und Relevanz ab.
    Vielleicht haben sie uneigentliche Motive? Vielleicht steht nicht immer nur Güte, Wohlwollen, Menschlichkeit, Altruismus dahinter? Vielleicht auch nicht immer genug wirkliches Verstehen, echte Expertise?

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Zitat Zitat von Blue2012 Beitrag anzeigen

    @bliblablup: Wenn du jetzt mit deinem Herzensmann zusammen ziehst, bist du quasi bei Einzug schon mit ihm durch eine Krise gegangen! Das stärkt auch.
    Das haben wir auch schon gesagt. Wenn wir diese Herausforderung gemeistert haben, wird uns das auf jeden Fall stärken. Noch weiter stärken, wir hatten tatsächlich schon ein paar Prüfungen zu bestehen
    Und die Wohnung ist auch zum Glück groß genug, als das man sich auch mal aus dem Weg gehen kann...

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Hier mal eine Geschichte, die mich glücklich macht:

    Ich habe heute ein Paket mit einem Videospiel und einer Konsole bekommen. Beides hatte ich mir vor einem Monat zum Abschluss meiner Masterarbeit gegönnt und vorbestellt.
    Vor zwölf Jahren habe ich mich in einem Forum angemeldet, weil die Sommerferien langweilig waren und ich unbedingt neue Leute kennen lernen wollte, die den damals aktuellen Vorgänger dieses Spiels auch spielen.
    Es sind dort tatsächlich viele enge Freundschaften entstanden, Über die Jahre haben wir uns aus den Augen verloren, das Spiel wurde dann auch irgendwann uninteressant und wir sind alle erwachsen geworden, wie es halt so kommt. Seit einigen Jahren hat ein Teil von uns aber wieder über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt zueinander und das finde ich wirklich unglaublich schön.

    Na ja, und jetzt ist also dieses neue Spiel rausgekommen und ich habe die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass wir innerlich anscheinend zu einem Teil doch alle gleich geblieben sind, denn egal, wie wir uns auch sonst verändert haben - wir haben uns alle auf dieses Spiel gefreut und es vorbestellt und ab Mitternacht können wir es alle zusammen spielen und das macht mich jetzt gerade irgendwie so glücklich. Wir sind nicht alleine.

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Mit meinem Ehemann, um dem normalen Fernsehprogramm zu entgehen, die erste Staffel Groẞstadtrevier gekauft (online) und die ersten drei Folgen schon gesehen.
    Wir schauen sowieso gerne Serien, aber nun haben wir uns vorgenommen, auf das ganze Coronageschrei im TV komplett zu verzichten und uns vorerst auf unsere Film- und Serienkollektion zu stürzen.

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Ich wollte immer schon einmal, Morgenyoga (im Studio) machen.
    Hut ab! Ich werde auch jetzt kein Morgenyoga machen, aber dafür tut es mir gut, eine Session einzulegen, wenn ich mit dem Homeoffice-Tag durch bin.

    Mein Mann arbeitet in einem systemrelevanten Beruf und muss somit noch aus dem Haus. Wenn wir beide zu Hause arbeiten müssten, wäre das ... interessant

    Aber ich bin nicht so der Frühaufsteher. Ab nächsten Montag mache ich Homeoffice und dann werde ich genau das machen. Mein Studio bietet jetzt online-Kurse an. ZUr Not kann ich auch im Schlafanzug mitmachen. Mr Wong meinte schon, ob ich gefilmt werde. Davon gehe ich jetzt nicht aus.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und für alle, die meinen, hier wolle sich irgendwer etwas schönreden... Mit Sicherheit nicht. Ich hatte heut z.B. bis gerade eben, also mindestens 12 Stunden lang, im Job kein anderes Thema als das, was gerade und seit Wochen überall ist. Ich hab so die Faxen dicke davon.

    Und ich bemerke, wie wohltuend es ist, ja geradezu Balsam für die Seele, sich an die schönen Seiten des Lebens zu erinnern - diese kleinen Glücksmomente, die in dem momentanen Wahnsinn, der Angst, der Panik, dem Irrsinn unterzugehen drohen, und die doch so unbeschreiblich wichtig sind. Vielleicht sogar wichtiger. Vielleicht? Nein. Ganz sicher. Und deshalb dieser C-frei-Strang.
    C-freie Zonen sind unglaublich wichtig. Mit Schönreden oder Ignorieren der Situation hat das doch gar nichts zu tun. Die Seele braucht auch mal Raum zum Verschnaufen. Dauerpanikmodus hilft niemandem.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Lily:
    Animal Crossing? :D

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    AW: Der Anti-Panik-Strang

    Ich bin jetzt leider auch im Home Office, hab es vorher noch genossen als eine der wenigen morgens mit dem Fahrrad loszufahren.
    Wir sind eigentlich nicht für HO eingerichtet, können also unsere eigentlichen Aufgaben nicht erledigen und machen also Dinge die ..... sonst halt immer liegen bleiben.

    Ich habe jetzt erstmal meine Bude auf Vordermann gebracht (= geputzt), wenn ich es hier jetzt öfter aushalten soll.

    Ich finde xxx-freie Zeiten auch wichtig und werde mir auch sicher etliche Filme anschauen und lesen.
    Ich hoffe sehr, dass wir weiter raus "dürfen", ich find das so wichtig um den Kopf frei zu kriegen.

    Habe heute Mittag ein paar Runden um den Block gedreht, unterwegs sogar noch ne Kleinigkeit gegessen in einem Lokal das Mittagstisch anbietet (keine Sorge, ich war die einzige, die draussen sass) und der Kellner war super nett.
    Danach war ich ein anderer Mensch.

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