Der DAX scheint sich grade verzweifelt zu wehren, unter die 10% Marke abzurutschen. Man hat das Gefühl, viele hätten ihre Banker/Broker beauftragt, bei Erreichen der 10% Marke zu kaufen, was dann natürlich den Kurs wieder etwas stützt wenn es ausreichend viele tun.
Ich weiß es nicht, gehe aber davon aus, daß da noch einiges kommt. Mit einer schnellen Entwarnung (Impfstoff oder so was) rechne ich derzeit noch nicht. Eher damit, daß sich die offiziellen Infiziertenzahlen in den USA noch dramatisch erhöhen werden. Die haben ja derzeit noch gar nicht richtig begonnen, zu reagieren (von dem Einreisestop für EU Staaten abgesehen). Das könnte alle Kurse noch immens drücken. Noch mehr, wenn es konkrete Ausfälle von mehr und mehr Schlüsselfirmen gibt.
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Thema: Die Coronakrise an der Börse
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12.03.2020, 18:27
AW: Die Coronakrise an der Börse
Nein Ma'am, es ist nicht das Kleid, das sie fett aussehen läßt; es ist das Fett, das sie fett aussehen läßt. (Al Bundy)
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12.03.2020, 18:43
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12.03.2020, 20:08
AW: Die Coronakrise an der Börse
Hier gibt es 20-Jahres-Charts, zum Beispiel auf einen bestimmten ETF auf den MSCi World: iShares MSCI World ETF Fonds | Kurs | Realtime | Chart - boerse.de
Aktuell jetzt wären deine 10.000 Euro nach 20 Jahren Anlagedauer immer noch 25.700 Euro wert. Das waren vor Kurzem aber noch 36.000 Euro.
Wenn man das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt, dann sollte man ca. 5 bis 7 Jahre zuvor den Chart beobachten. Ist man unten? Zuwarten,. Ist man oben? Dann die Gewinne absichern. Wenn man das nicht macht, dann kann es halt passieren, dass man genau im Tief verkaufen muss.
Zu deinen 5.000 Euro: Ich glaube, es wird noch etwa weiter fallen. Aber das weiß halt keiner. Wenn man den Einstieg etwas verteilt, dann bekommt man einen interessanten Durchschnittspreis. Du kannst zum Beispiel einen monatliche Sparplan über zwei Jahre mit 200 Euro Monatsrate machen. Hör dir mal noch andere Stimmen dazu an! Nocturna, Wildwusel, …
Beim Ausstieg in die Rente kannst du zum Beispiel einen monatlichen Ausstiegsplan über 5 Jahre machen.
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12.03.2020, 21:26
AW: Die Coronakrise an der Börse
Ich mach mir auch Sorgen, daß auf der Autobahn ein 40Tonner das Stauende übersieht und meinen Kleinwagen plattwalzt, während ich drinsitze. Aber hier geht's ja nicht ums vererben.
Ist blöd, weil du es zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchst, oder?
Kannst du das irgendwie abmildern, wenn die Krise länger dauert, so daß du zumindest mit einem Teil des Geldes zum niedrigen Tageskurs des Fälligkeitstages zurückkaufst?
Es ist generell keine gute Strategie, Geld das man innerhalb von (je nach Risikoneigung) 3 bis 12 Jahren braucht, komplett in Aktien zu haben.
Auf deine Frage: Am 12.3.2000 ist der DAX (um den mal zu nehmen, ich bin nicht sicher, daß es schon ETFs gab, also wäre das vielleicht ein aktiv gemanagter Fonds gewesen, der dem DAX eng gefolgt wäre) auf der Höhe der Techblase. Mitte Januar hat er die 7.000-Marke geknackt und erst vor 4 Tagen, am 8. März, die 8.000-Marke. (Was bedeutet das? Daß sein Inhalt am 8. März 2000 achtmal so viel Wert war wie am 31. Dezember 1987.) Deutschland trinkt Schampus und Lieschen Müller kauft Aktien.
Dann platzt die Techblase, dann kommt der 11.9.2001, und Mitte 2003 durchschlägt der DAX von oben die 2500er-Marke und liefert ein Jahrestief von 2.204 Punkten: So niedrig wie seit 1995 nicht mehr. Lieschen Müller hat zu dem Zeitpunkt schon alles mit einem Riesenverlust verkauft und geschworen, sich nie wieder mit diesem Teufelszeug einzulassen.
Aber dein hypothetischer Anleger hält sich an den Rat: "Guck nicht drauf!" und hält die Papiere.
Der Markt erholt sich. Die Krise von 2008/09 kommt und geht. Die Kurse explodieren. 2013 werden erneut die 8.000 Punkte erreicht: Der Anleger hätte jetzt wieder 10.000 Eu (minus Gebühren, die ignorier ich mal). ETFs kommen auf. Dein Anleger hält sich an den Rat und guckt nicht hin.
Und so kommt der 12. März 2020. Zweitschlechtester Tag für den DAX, bis jetzt. Und am Montag, dem 16. braucht dein Anleger das Geld. Jetzt guckt er und sieht: DAX bei 9153 Punkten. Also 9,153 mal so hoch wie am 31.12.1987. Beim Kauf war er (ich habe die Tageszahl nicht und nehme die vom 8. März 2000) 8 mal so hoch wie am 31.12.1987. Sein Gewinn sind also magere 9,135/8 = 1,144, also 14,4%. Damit sind seine 10T jetzt 11441 Eu wert. Und da er das Geld dringend braucht, kann er nicht riskieren, noch mehr zu verlieren, und darf also nicht hoffen, daß nach einem besonders miesen Tag ein besserer kommt: Er sollte jetzt verkaufen.
Das ist kein besonders respektables Ergebnis. Knapp 0,7% im Jahr, und unter Berücksichtigung von Gebühren wahrscheinlich sogar ein leichter (ETF, günstiges Depot) bis herber (gemanagter Fonds, teures Depot) Verlust.
Aber: Er hat am Höhepunkt der Techblase gekauft. Er hat in der größten (und schnellsten!) Krise seit 2009 verkauft. Und er hätte ohne die Gebühren noch einen kleinen Gewinn eingefahren -- inflationsunbereinigt, leider. Um über der Inflation zu bleiben, hätte man 1,5% gebraucht. Mit Tagesgeld wäre er besser drangewesen.
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Ich würde dir empfehlen, wenn du an Tag X in etwa 20 Jahren das Geld brauchst, ab 10 Jahre vor Tag X jedes Jahr auf einen 10% geringeren Aktienanteil zu re-balancen.
Und versuchen, jetzt in der Krise zu kaufen. Du wirst nicht den niedrigsten Zeitpunkt finden, aber setze dir ein Limit nach unten und nach oben (z.B. "Unter 7T Punkten, und über 11T Punkten kauf ich", wenn du den DAX nimmst -- was ich nicht tun würde) und halte dich daran. (Du kannst das Limit natürlich auch auf den Preis deines ausgewählten Fonds setzen.)Geändert von wildwusel (12.03.2020 um 23:58 Uhr) Grund: Layout und Tippfehler
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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12.03.2020, 21:30
AW: Die Coronakrise an der Börse
Vielen Dank, Quirin und wildwusel, mit den Zahlen kann ich was anfangen bzw mit den Größenordnungen.
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12.03.2020, 23:50
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12.03.2020, 23:59
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13.03.2020, 13:12
AW: Die Coronakrise an der Börse
Scholz, Altmaier, Stoiber: Für die Wirtschaft unbegrenzte Mittel und alles, was nötig ist. Sehr positiv für die Wirtschaft.
Heute geht es daraufhin hoch. Ob das der Wendepunkt für die Börse ist? Daran habe ich noch meine Zweifel, weil die Ausfälle ja trotzdem real sind, nur die Überbrückung wird einfach (und ist sinnvoll und notwendig). Aber wissen tut es keiner.
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13.03.2020, 13:50Inaktiver User
AW: Die Coronakrise an der Börse
In meinem "unfaßbaren Egoismus" teile ich mit, daß ich alle meine Wunschaktien bekommen habe zu meinen Limits. Und ich glaube daran, daß die wieder steigen.
Ich habe Telus gekauft (quasi die kanadische Telekom) (lief eh gut und wenn mehr Homeoffice gemacht wird, sollten die wieder steigen)
Salesforce (auch wenn ich persönlich kein Cloud Fan bin - deren Branche läuft und darüber hinaus - siehe oben)
Allianz (wollte ich ewig und waren mir zu teuer - und ich hoffe, daß die Aktie auch wieder steigt - die Geschichte spricht dafür)
Humor am Rande: ich hätte ja auch noch Smucker nachkaufen wollen. Das ist quasi das amerikanische Pendant zu Zentis oder Schwartau (aber viel viel größer, der Markenname ist ein Synom für Erdnußbutter und Marmelade, machen aber auch Biozeug usw.). Das ist die einzige meiner Aktien, die während des kompletten Abwärtsrutsches kein einziges Mal unter meinen ursprünglichen Kaufkurs gegangen ist. gekauft hatte ich die mit den Gedanken: Gegessen wird immer und wenn die Leut kein Geld mehr auswärts ausgeben können, kaufen sie immer noch für zu Hause. Und die haben im Sortiment sowohl billige Massenware als auch teure Delikatessenware.
Sieht so aus, als ob der Gedanke nicht ganz falsch war.
Ab sofort wird nichts mehr als Einzelaktien gekauft. Nur noch ETF. Das muß jetzt reichen.
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13.03.2020, 16:50
AW: Die Coronakrise an der Börse
Vor Jahresende habe ich kein Geld zum Nachschießen. Ich bin absolut gegen eine sofortige Erholung.

Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass das schon alles gewesen sein soll. In den USA bemerken sie erst jetzt, dass sie ein Problem mit Corona haben. Und wenn der US-Markt nachhaltig ins Stottern gerät, dann ist auf den Charts noch nicht der Boden erreicht.
Ich finde es war richtig, dass Luft aus der Börse abgelassen wurde. Der Kursverlauf seit 2019 und den ersten zwei Monaten in 2020 war ganz klar der Gier geschuldet. Jeder hat gekauft um schnell noch beim großen Reibach dabei zu sein. Irgendwann ist aber auch der längste Börsenaufschwung aller Zeiten zu Ende, es waren immerhin 11 Jahre. Wenn wir jetzt in eine längere Seitwärtsbewegung gehen würden, wäre das kein Drama, sondern eine notwendige Pause, bevor dann wieder Kraft für einen erneuten Kursanstieg gesammelt wird.
Andererseits, nichts an der Börse folgt logischen Zusammenhängen. Man kauft/verkauft nach dem Wissensstand von heute, glaubt aber das Geschehen der Zukunft zu kennen. Insofern: einfach investiert bleiben, Sparplan weiterlaufen lassen und Tee trinken."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)


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bitte nicht, ich bin sehr traurig, dass ich jetzt vielleicht ganz ganz viel geld (für meine begriffe!) verliere
