Hallo ihr Lieben!
Meine Gedanken schlage gerade Purzelbäume... und ich versuche Sie irgendwie zu strukturieren und herauszufinden, was ich eigentlich will bzw. was das Beste für mich wäre...
Mein Partner hat ein sehr interessantes Jobangebot im Ausland bekommen. Es handelt sich um eines dieser Angebote, die man eigentlich nicht ablehnen kann (interessante Arbeit, Firma ist ein Name, den man allzu gerne im Lebenslauf hat und wir können uns beide durchaus mit der Firmenpolitik identifizieren).
Prinzipiell wollen wir beide ins Ausland gehen. Ich habe teilweise im Ausland studiert und wir würden beide gerne zumindest noch ein paar Jahre, aber durchaus auch für immer, Deutschland verlassen.
Soweit so gut... Der Job befindet sich in einem Land, dass man eher zu den Entwicklungsländern zählen würde. Der Lebensstandart ist nicht mit Deutschland vergleichbar, allerdings kennen wir beide Land und Stadt und haben uns die Male, die wir dort waren sehr wohlgefühlt.
Ich bin nicht der Typ „Hausfrau und Mutter“ (das ist wertungsfrei gemeint!!!). Kinder sind nicht geplant und ich kann mir nicht vorstellen nur zu Hause zu sitzen... außerdem habe ich riesen Angst davor, dass der Umzug mein berufliches Aus bedeuten würde... ich bin noch deutlich unter 30, arbeite als freie Dozentin und würde mich in Deutschland gerne nächstes Jahr zur Supervisorin weiterbilden lassen... Als freie Dozentin werde ich im Zielland wohl kaum Arbeit finden, Weiterbildungsmaßnahmen wir z.B. Supervision / Coaching scheint es nicht zu geben...
Ich habe einfach das Gefühl, dass ich die angestrebten 5 Jahre in dem entsprechenden Land nicht vernünftig überbrücken kann... und ich glaube auch nicht, dass ich einen Job finden werde, der mir den Wiedereinstieg in meinem Beruf zurück in Deutschland (oder auch in einem anderen Nicht-Entwicklungsland) halbwegs sichern würde... wenn ich 5 Jahre nicht arbeite, kann ich es wahrscheinlich vergessen, jemals wieder einen karrieretauglichen Beruf auszuüben.
Ich spreche die Landessprache zwar fließend, aber ich fürchte, dass sich berufliche Perspektiven eher nicht für mich eröffnen werden...
Mhm, was will ich nun von Euch? Einmal mich bedanken, dass Ihr den ganzen Sermon gelesen habt ;-) und natürlich würde ich gerne Eure Meinungen dazu lesen.
Gibt es hier Frauen, die schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Wie lief's bei Euch?
Grüße,
eine verunsicherte Inara
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30.05.2008, 15:34Inaktiver User
„Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
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30.05.2008, 15:56
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Hallo Inara!
Oh Mann, das ist so schwer als außenstehender irgendwas zu sagen...
Aber wenn ich werde mal so meine Gedanken dazu schreiben. Leben im Ausland, wie DU selber erfahren hast, kann schwer sein. Ich könnte mir ein leben als nur Hausfrau auch nicht vorstellen, sicher in einem Land ohne Netzwerk ist das schrecklich.
Was findet Dein Mann den von Deinen Gefühlen? Hast Du schon mal drüber nachgedacht, das Du Dein Ding machst in Deutschland und er einen im Land X?
Ich studiere jetzt in Holland, mein Mann ist Holländer, aber wenn ich keinen Job finde den ich will gehe ich weg aus Holland. Dann wird in D, CH, oder sonst irgendwo gearbeitet.
Denn ich will nicht zuhause beleiben, nur weil man Mann hier arbeitet.
Deine Bedenken zum Wiedereinstieg in Deinen Job verstehe ich sehr gut. Was wäre wenn Du Dich erstmal als Supervisor aus bilden lässt und dann zwischenzeitlich zu Deinem Mann gehst? Also pendeln..
Was anders kann ich mir jetzt in Deiner Situation nicht vorstellen.
Ich hoffe Ihr findet eine Lösung
P.
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30.05.2008, 16:04
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
In welches land/stadt soll es denn gehen? und was ist deine fachrichtung? wie ist die landessprache? vielleicht gibt es ja doch moeglichkeiten, fuer dich dort zu arbeiten?
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30.05.2008, 19:31Inaktiver User
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Hallo,
danke erstmal für Eure Antworten.
Pepermunt: Ihn alleine gehen lassen, kommt nicht in Frage. Wir hatten jetzt 5 Jahre eine Fernbeziehung, in der ich teilweise auf anderen Kontinenten gelebt habe. Damit reicht's jetzt erstmal ;-) Die Überlegung ins Ausland zu gehen, kam von uns beiden. Nur dieses spezielle Land bringt eben Probleme für mich mit. Bei anderen Ländern müsste ich gar nicht überlegen.
Wenn ich mich wirklich entscheide, dass ich nicht gehen will, geht er auch nicht. Er versteht meine Bedenken und ihm ist auch klar, dass ich nicht die geborene Hausfrau bin.
Das Problem ist eben, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich gehen will oder nicht... eigentlich mag ich das Land und die Stadt sehr gerne, aber da ist eben die berufliche Perspektive... ach, alles nicht so einfach...
coryanne: konkreter kann und will ich im Moment nicht werden, da man sonst zu viele Informationen über uns herauslesen könnte und auch klar wäre um welche Firma es sich handelt...
Irgendeinen Job würde ich mit Sicherheit finden. Wie gesagt, ich spreche und schreibe die Landessprache fließend/fast auf muttersprachlichem Niveau, aber eben wahrscheinlich keinen Job, der mich beruflich weiterbringt...
Danke Euch beiden nochmal! Das drüber schreiben und Eure Denkanstöße helfen mir meine Gedanken zu sortieren!
Grüße
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30.05.2008, 20:12
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
also, das hoert sich ja jetzt sehr geheimnisvoll an.... gibt es denn nicht in deinem gebiet einen job fuer dich, wenn du der sprache maechtig bist? es ist schwierig tips zu geben, wenn man so gar nichts genaues weiss. ist sicher, dass du in dem land auch eine arbeitserlaubnis bekommen wuerdest? das ist auch nicht immer so... oder koenntest du in deinem beruf vielleicht freiberuflich taetig sein... oder gar beim arbeitgeber deines mannes...
eine fernbeziehung kaeme fuer mich auch nicht in frage. ich habe die ehe meiner ehemaligen nachbarn daran kaputtgehen sehen... vor allem nicht fuer 5 jahre!
wie sieht es denn beruflich aus fuer deinen mann, wenn er ablehnt? das ist ja manchmal auch nicht so gern gesehen...
gibt es dort vielleicht eine uni, wo du dich weiterqualifizieren koenntest? wenn du dazu lust hast, irgentwann reicht einem das lernen vielleicht auch mal!
wenn du keine kinder moechtest und berufstaetig bleiben wirst, hat natuerlich der beruf fuer dich einen hoeheren stellenwert. ich habe 3 kinder und habe schon mehrmals meinen job fuer meine kinder, meinen mann, bzw. wegen seines jobs aufgegeben. zuletzt eine selbststaendigkeit in deutschland vor unserem jetzigen auslandsaufenthalt. ich gehe jetzt hier wieder zur uni! nur hausfrau zu sein, das ist fuer mich auch nichts! mal sehen wie es dann weitergeht! ich denke, es eroeffnen sich immer neue moeglichkeiten und chancen, an die man im moment vielleicht noch nicht denkt! die 5 jahre raus aus deinem beruf sind vielleicht auch nicht verloren, wenn du sie anderweitig nutzen kannst!
mit dem ostblock haette ich vielleicht probleme - auch der sprache wegen... aber wenn man die perfekt beherrscht...
also inara, ich glaube, dein problem ist zu komplex und ohne detaillierte auskuenfte kann man fast gar nichts raten!
viel erfolg bei der loesungsfindung!!!
coryanne
Geändert von coryanne (30.05.2008 um 20:21 Uhr)
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30.05.2008, 21:35
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
irana,
hoert sich kompliziert an...
ich selber hab schon ein paar mal aehnliche situationen erlebt.
koennt ihr moeglicherweise "auf probe" dort leben? oder: er geht erstmal hin und du fliegst uebers wochenende hin (keine ahnung, ob die distanz das zulaesst?)
nach einem halben jahr koennt ihr gucken, ob es funktioniert..
ich selber bin meinem mann erst nach einem jahr ins ausland gefolgt, weil ich selber auch grad einen tollen job hatte. allerdings hat mich das eine jahr doch recht mitgenommen und ich habe festgestellt, dass fuer mich die beziehung erste prio hat.
allerdings hab ich in meiner neuen heimat (in europa) auch wieder einen tollen job gefunden. und, obwohl ich nicht in meinem traumland bin, bin ich doch groesstenteils gluecklich. und, wenn mich manchmal das heimweh plagt, buch ich einen heimflug..
es ist schwierig, dir zu raten, ich wuerde auf "meinen bauch" hoeren.
drueck dir die daumen fuer eine gute entscheidung! Im uebrigen glaub ich mittlerweile, dass es meistens nicht die einzig richtige entscheidung gibt..vielleicht troestet dich das?
und ausserdem: falls du dich/ihr euch entscheidet dorthin zu gehen: du kannst jederzeit zurueck. niemand kann dich/euch zwingen, dort zu bleiben!!!
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31.05.2008, 09:59
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Liebe Inara,
Zitat von Inaktiver User
ich kann Deinen Zwiespalt gut nachvollziehen!
Als mein Mann und ich damals unsere Studiengänge abgeschlossen hatten, hatte mein Mann die Möglichkeit, als "Post-Doc" nach USA zu gehen. Damals hatten wir schon unser erstes Kind, und als wir umgezogen sind, war er ein Jahr alt.
Im Nachhinein aus heutiger Sicht hätte ich wohl ein paar Dinge anders gemacht als damals: ich habe damals meinen Teilzeitjob gekündigt und meine freiberuflichen Verpflichtungen auch, da ich damals davon ausgegangen bin, dass ich sowieso die nächsten Jahre wegen unseres Sohnes als Hausfrau verbringen würde.
Vor Ort habe ich dann durch das Kind recht schnell Kontakte und Beschäftigung gefunden, auch wenn ich dort nicht gearbeitet habe. Allerdings ist mir die Zeit trotzdem manchmal recht lang geworden....
Wir sind nur ein Jahr im Ausland geblieben und danach wieder zurück nach Deutschland gegangen. Dort habe ich es später sehr bereut, alle Kontakte abgebrochen zu haben. Ich hätte lieber versuchen sollen, eine Art "Sabbat-Jahr" oder so ähnlich zu machen, mit der Option, nach Rückkehr wieder an die alten Dinge anzuknüpfen.
Zurück in Deutschland habe ich dann das zweite Kind bekommen und ein paar Jahre später eine Umschulung gemacht in einem Beruf, in dem ich jetzt tätig bin. Insgesamt gesehen, ist mein Lebenslauf dadurch zwar etwas "durcheinander" geraten, aber schon in meinem ersten Bewerbungsgespräch damals sagte man mir "sie haben einen interessanten Lebenslauf". So etwas muss also nicht unbedingt ein Nachteil sein!
Bei Dir ist die Situation ja insofern anders, als Ihr 5 Jahre im Ausland bleiben wollt und Du keine Kinder haben möchtest. Bei anderen habe ich es erlebt, dass es für sie sehr schwer war, nach 5 Jahren im Ausland den Absprung zurück nach Deutschland zu finden, einmal, weil sie sich inzwischen im Ausland gut eingelebt hatten, und weil es eben auf die Distanz schwierig ist, in Deutschland wieder eine Arbeit zu finden.
Du schreibst, irgendeinen Job würdest Du finden. Wäre es vielleicht eine Möglichkeit für Dich, einen Job dort auszuüben, und gleichzeit einen Fernstudiengang oder eine Fern-Ausbildung über Internet bzw. über eine Fern-Universität in Deutschland zu machen? Ich kenne mich damit allerdings nicht besonders aus und weiß nicht, inwiefern man bei so etwas doch ab und zu vor Ort sein müsste. Ich glaube, zumindest zu den Prüfungen muss man persönlich anwesend sein.
Allgemein denke ich, man kann sowieso sein weiteres Leben nicht komplett durchplanen und es kann immer anders kommen, als man denkt.....Wie wäre es denn, wenn Du zunächst mal für ein Jahr mitgehen würdest und guckst, wie es sich dort entwickelt?
Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Entscheidung!
Viele Grüße
HarfeGeändert von harfe (31.05.2008 um 10:02 Uhr)
Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!
Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
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31.05.2008, 12:28
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Schon mal gemeinsam überlegt, ob nicht diese Prämisse in Frage gestellt werden sollte?
Zitat von Inaktiver User
Wer ein gutes Angebot bekommt, bekommt auch zwei oder drei.schlechte Technik
>
schlechte Laune
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01.06.2008, 11:55Inaktiver User
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Klar bekommt man noch andere Angebote, aber dieses wäre eben sehr, sehr interessant für meinen Partner. Nicht nur wegen der Firma, sondern wegen der ganzen Stellenbeschreibung. Wie gesagt, letztendlich hängt die Entscheidung an mir (natürlich überlegen wir zusammen, was möglich ist, etc., aber letztendlich gehe ich das größere Risiko ein, also entscheide ich).
Zitat von Mr_McTailor
geheimnisvoll nicht wirklich, sondern eher nach Datenschutz
Zitat von coryanne
Danke
Zitat von coryanne
Ja, dieser Gedanke macht sich in meinem Kopf auch immer mehr breit... hab ich wirklich was zu verlieren? Wahrscheinlich nicht... ich denke positiv ist für mich mein Alter. Ich wäre knapp über 30, wenn wir das Land wieder verlassen würden. Wahrscheinlich ist das noch gar nicht zu spät um den Wiedereinstieg zu finden...
Zitat von maresa1111
Leider ist der Fernstudiengang, der ideal für mich gewesen wäre, gerade eingestellt worden *grummel*, aber ich bin gerade dabei mit zu erkundigen, was es für andere Möglichkeiten gibt! Danke für die Anregung.
Zitat von harfe
Euch allen ein
als ich den Eintrag geschrieben habe, hatte ich ein überwiegend schlechtes Gefühl, im Moment überwiegt das Gefühl, dass ich gerne gehen würde... mal schauen, was die nächsten Wochen bringen!
Grüße,
Inara
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01.06.2008, 19:17
AW: „Mitreisende Ehefrau“ sein?!?
Das war auch nur als Denkanstoß gedacht, da wir, was das konkrete Angebot angeht, etwas im Nebel stochern.
Zitat von Inaktiver User
Aber etwas deutlicher geht es schon: An Stelle Deines Partners würde ich das Angebot unter diesen Voraussetzungen nicht annehmen (und habe in einer vergeichbaren Situation auch schon mal abgelehnt).
Erstens, dass es einem mit einem solchen Posten supergut geht und den anderen schlecht, gestattet nicht zu sagen, die Nummer ist im Mittelwert für beide zusammen oK (meine Meinung).
Zweitens, wenn Du das Gefühl hast, zum Arsch der Welt verfrachtet und dort fünf Jahre lang von allen Netzwerken abgeschnitten zu sein, dann muss das bis zu einem gewissen Grad eigentlich auch für Deinen Mann gelten (nur hat der halt in der Zeit einen Job). Vermutlich gehen an diesem Ort und über den langen Zeitraum sehr wohl auch andere Angebote an ihm vorbei.
Ich würde der Firma antworten, für Euch arbeite ich gerne, aber nicht dort. Punkt-Aus. Der Ball ist im anderen Feld.
Das einzige, was man (leider) nicht sagen darf: Ich gehe nicht dahin, wegen meiner Frau. Dann ist man als Weichei abgestempelt und zukünftig unten durch.
Was man auch nicht machen kann, ist die Versetzung auf einen solchen "guten" Posten innerhalb des eigenen Unternehmen abzulehnen. Dann bekommt man nämlich wahrscheinlich demnächst nichts höherwertige mehr angeboten. Aber das ist ja hier wohl nicht die Situation.
Wie gesagt, ich würde die Prämisse, dass das ein Angebot ist, das man unbedingt annehmen wollen müsste, nochmal auf den Prüfstand stellen.schlechte Technik
>
schlechte Laune


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