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  1. Avatar von Michico
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Eine große Sehnsucht überkommt mich....Erinnerungen an Bergerac, Saint Emilion, Saint Christophe....., ich liebe Frankreich und so wie du alles beschreibst Parismatch, so kenne ich die Franzosen

    Viele Urlaube in und um Arcachon mit Ausflügen in die Dordogne....aber auch in der Bretagne und Normandie...


    Sehnsucht pur, ich träume bei deinen Schilderungen....und gönne es dir von Herzen, dieses Gefühl von Savoir vivre....

    Mehr davon bitte...
    Ich habe gar keine Macken! Das sind nur Special Effects!!!!


  2. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Also ersteinmal freue ich mich über die positiven Antworten, das bestärkt mich immer wieder, Euch an meinem Alltag und meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen.

    Leider habe ich nun eine kleine Auszeit gehabt, die so nicht geplant war:

    1) einen Unfall in der Küche der zur Folge einen typischen Fußballerunfall hatte - Muskelriss. Soo schmerzhaft, doch ich durfte die Pompiers kennenlernen, die kamen, als äußerst einfühlsam, lustig und nett. Selbst im Krankenwagen sprachen wir über Familie, Essen, Restaurants und den besten Wein.
    b) Trotz Streiks der "Urgences" hat alles super funktioniert, die Krankenschwestern nett, der Arzt sehr freundlich, alles sauber und einfach nur familiär.
    2) Ich war auf einem Familienurlaub in Skandinavien - wunderschön - aber wenn man zurückkommt dauert es halt doch ein paar Tage
    3) Im Garten ist soviel gereift, dass man nur mehr Arbeit hat, um zu ernten, einzukochen, einzufrieren und zu kochen:)wenn ich irgendwann einmal einen Blog habe (keine Ahnung wann ich das hinkriege), werde ich viele Bilder online stellen aber hier hat es leider nicht funktioniert:(
    4) Ich habe immer Tiere aus dem Tierschutz genommen. So auch unsere Hunde - drei an der Zahl. Zwei Mischlinge und ein Yorkshire Terrier (musste nonstop Babys gebären). Der Yorki ist an Alzheimer erkrankt und wir haben sie ein Jahr lang begleitet - vor zwei Wochen ist sie dann friedlich in unserem Garten zwischen allen, die sie liebten, eingeschlafen. Ein schönes Erlebnis wenn auch traurig, aber sei hat uns viel gelehrt und mitgegeben!!

    Wir sind auch dabei zu überlegen, zwei Pferde, zwei Esel und 10 Hühner aus dem Tierschutz zu uns zu nehmen, der Platz wäre bereit aber das ist auch eine große Verantwortung!!!

    Dazwischen gab es wieder Geburtstagsfeiern, Geburten, Neuzuwächse an Hunden, Apéros, Abendessen im Garten, Ausflüge und so vieles mehr. Aber davon werde ich noch weiter berichten. Denn jetzt beginnt die intime Saison, Märkte ,die trotzdem noch offen haben (den ganzen Winter), Wanderwege, wo man alleine ist, Konzerte individueller Musiker, Restaurants die wirklich lokal sind, Biologisches anbieten, Apfel- und Weinernte und nicht zu vergessen, die wunderschönen Wanderwege.

    Ein Paradies mit kleinen Fehlern und speziellen Menschen - bis bald


  3. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Bei warmen 25 Grad habe ich mich heute für einen langen Herbstspaziergang mit den Hunden entschlossen. Der Himmel war blau, die Sonne warm, in der Wiese hat es immer noch gesummt und gezirpt und plötzlich kam so ein flash back aus der Kindheit, vermischt mit dem Duft des Grases und des Waldes. Und ja, der Herbst, der Altweibersommer bzw. Indian Summer (die etwas charmantere Ausdrucksweise) ist meine bevorzugte Jahreszeit. Im Gemüsegarten leben wir gerade aus der gesamten Fülle, die Geranien sind so schön wie im ganzen Jahr nicht, der Oleander blüht was das Zeug hält und die Abende sind immer noch so lau, dass man im Freien essen kann.
    Und dann spazieren wir vorbei an Edelkastanien, nach denen man sich nur zu bücken braucht, an Walnussbäumen, die in grosser Fülle vorhanden sind und Weinreben hängen zu Hauf zwischen den Bäumen herunter.
    Diese Gegend hier war Weinland, wie unsere weitere und nähere Umgebung auch, bis ein Virus alle Reben zerstört hat, aber doch nicht alle und die wenigen Überlebenden ranken sich nun durch unseren Garten, zwischen den Obstbäumen und Sträuchern und sie schmecken köstlich. Ebenso die Feigen von unseren beiden Feigenbäumen. Jeden Morgen im Garten esse ich mich direkt am Baum satt.
    Am Weg entlang blüht noch das letzte Johanniskraut, das ich pflücke, um noch ein wenig Johanniskrautöl zu machen.
    Niemand ist unterwegs und die Ruhe ist sagenhaft. Beim Gehen kommt man wegen dieser Ruhe in eine Art meditativen Zustand der die ganze Aufmerksamkeit auf den Geruch, die Pflanzen und Stimmen der Tiere fokussiert.
    Nach zwei Stunden kehren wir nach Hause zurück, die Hunde legen sich noch ins Gras, das nach dem Regen wieder grün ist und ich bereite meine Apfeltarte vor, weil morgen früh Besuch kommt aus der Nachbarschaft.


  4. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Bei 28 Grad überlegt man sich natürlich wie man den Sonntag bestmöglich nutzen könnte. Da kam uns der Zufall zu Hilfe. Jeden Tag geht der Altbauer an unserem Haus vorbei. Da gibt es immer einen kleinen Tratsch bei dem ich mit großer Bewunderung feststellen muss, wie jung dieser Mann trotz seines Alter geblieben ist, neugierig auf alles Neue gewürzt mit einer Brise Humor.
    Ob wir eine Stunde Zeit hätten, er würde uns was zeigen. Natürlich immer und so sind wir in seinen klapprigen Citroen gestiegen und er ist mit uns an einen unbekannte Ort im Wald gefahren. Es war tiefster Wald und wir haben nichts vermutet und plötzlich eine Vielzahl an Autos gesehen. Hmm.. was war hier los?
    Beim Näherkommen sahen wir Menschen, gekleidet wie in den 30-er Jahre, Feuerstellen, Erdhütten, alte Autos aus den 20-er Jahren, Fahrräder aus derselben Zeit, Hütten aus Zweigen, Blättern und Moos ... es sah wie ein riesengroßer Abenteuerspielplatz aus aber... es war das Zentrum der Resistance in Frankreich. Junge und alte Patrioten, Historiker und Nachkommen von Beteiligten halten es mit viel Liebe und Engagement am Leben. Es wird am Wochenende mit den Originalutensilien gekocht, Kaffee bereitet, gegessen und man bekommt-welche Überraschung- eine Tasse Kaffe oder ein Gläschen Wein.
    Alle sind natürlich Amateure aber man kommt sich wie in der Realität vor und bekommt Achtung vor diesen Männern, die Jahre im Wald ausgeharrt haben, um den Widerstand zu organisieren.
    Nachdenklich sind wir zu Hause angekommen und haben gleich eine weitere Überraschung erlebt...


  5. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Das ist wunderschön. Ich war in Frankreich in Dijon, und Contrexeville im Hotel, welches die 12 Apostel heisst direkt gegenüber der Therme. Ich hoffe, der Besitzer Namens Pipo lebt noch. Wunderschöne Erinnerungen. Dann war ich in den Ardennen, bei einer Deutschlehrerin zu Gast, es sind wunderschöne Erinnerungen. Danke, dass Du uns so schön dran teilhaben lässt.


  6. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Liebe Schweinebacke
    ja es ist ein wunderschöner Flecken Erde und ich freue mich, Deine Erinnerungen an Frankreich wieder ein wenig aufleben lassen zu können. Beinahe jeden Tag gibt es etwas Schönes, über das es sich zu berichten lohnt und es bedeutet mir wirklich ein großes Vergnügen das mit Euch allen teilen zu können.
    Es gibt ja, neben den kulturellen, auch ein paar kulinarische Besonderheiten, die wirklich spannend sind und die Menschen sind einfach herzlich und herrlich.


  7. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Wie ich ja schon berichtet habe ist unser geliebter Yorki in hohem Alter gestorben. Ich war/bin sehr traurig und wollte vorerst keinen 3.Hund mehr in unserem Leben - nur wenn ein Hund uns finden sollte.
    Tja und das ist dann auch geschehen und zwar völlig unerwartet. Unsere ehemalige Hundefriseurin hat uns angerufen, dass ein Freund eines Freundes eines Freundes geschieden wurde und er ganztägig arbeitet und der Hund den ganzen Tag alleine ist - er kann nicht mehr für ihn entsprechend sorgen und sucht einen Platz - ob wir nicht wollen.
    Auf meine Frage, was denn sonst mit dem Hund passiere war die Antwort "Tierheim". daraufhin begann ein reger Austausch mit dem Besitzer und gestern waren wir den neuen Mitbewohner bzw. Mitbewohnerin abholen. Ich konnte es kaum fassen - ein echter Chouchou-mit allem was dazugehört - Tierbett, Halsband, Tasche, Spielzeug, Fell etc. alles in pink. ICH HASSE PINK!! Spielzeug in rauen Mengen, Shampoo, Kroketten, Vitamine etc. nur vom Feinsten und der Hund - was soll ich sagen - eine Rasse die wirklich zu den letzten gehört, die zu unserem fast bäuerlichen Leben passen - ein winziger, weisser, wunderschön gepflegter Chihuahua!!! Aber man sollte eben nie "NIE" sagen - da bekommt man just die Antwort.
    Beim Nachhausekommen haben sie die beiden "Wilden" erst einmal begrüsst aber natürlich ein bisschen zu intensiv für eine soooo Kleine. Und heute - heute hat sich ihr ganzes Löwenherz gezeigt. Sie hat weder Angst vor großen Hunden, noch vor großen Menschen, noch vor riesigen Traktoren. Wir haben sie allen vorgestellt - Hunden und Menschen - und sie ist der Chouchou unseres Weiers. Na dann willkommen "Lady".


  8. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Herbstzeit ist ... Apfelernte, Weinernte, Ernte der Edelkastanien, Ernte der Walnüsse und anderer Nüsse, Trüffelzeit (wir sind ja hier im Zentrum des Trüffels), Herrenpilzzeit und Jagdzeit. Und wie überall und immer in Frankreich wird das zelebriert - in großem Ausmaß.

    Seit wir hier sind, haben wir regelmäßig, im Rhythmus der Natur einen reich gedeckten Tisch. Heute Morgen bin ich mit den Hunden ausgerückt, um "Châtaigne" zu sammeln, die französischen Edelkastanien. Dabei bin ich an der "Cabane" des Altbauers vorbeigekommen. In der arbeitet er täglich im Herbst und Winter an seinen handgemachten Weinfässern und den traditionellen Holzzäunen, die auch unseren Gemüsegarten umzäunen. Die Hütte ist sehr gemütlich eingerichtet mit Bett, Tisch und Stuhl für eine Brotzeit, zwei kleinen Betten für die Hunde und ... Wandkalendern, die zum Träumen einladen:) Da es kurz vor Mittag war, haben wir ein kleines Schwätzchen gehalten und einen ganz winzigen Apèro getrunken (Monbazillac hier in der Dordogne), der sehr süß ist und ein wenig an den Porto erinnert.
    Dabei erzählt er mir immer Geschichten aus der Region wie zB die eines verschwundenen Arztes, der eines Tages zu einem Patienten gefahren ist und seitdem nie mehr gesehen wurde. Solche Geschichten gibt es zu Hauf' und ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht anfangen sollte, sie zu sammeln.

    Mit einem vollen Korb bin ich dann nach Hause gegangen, um unterwegs wunderbare Äpfel zu ernten, die zu den ganz alten Sorten gehören, hässlich aussehen aber einfach nur wunderbar schmecken.

    Morgen gibt es dann eine "Tarte Tatin" mit heißen Kastanien als Beilage.


  9. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Gestern haben wir einen Ausflug ans Meer gemacht und das ist um diese Zeit noch wunderschön. Der Atlantik, mit seiner Wildheit und seiner Weite übt immer wieder eine Faszination auf mich aus.
    Zum Einen war ich im Sommer sehr überrascht, wie angenehm er zum Schwimmen ist. Ein wenig kühler als man es vom Mittelmeer gewöhnt ist aber nicht so kühl wie angenommen. Außerdem hat die Erfrischung sehr gut getan. Die Wellen waren auch nicht so stark als dass ein Kind auch nicht hätte schwimmen können und jetzt im Herbst, hat er nochmals seinen besonderen Esprit. Die Strände sind fast menschenleer außer ein paar Individualisten und Einwohner, man kann herrlich lange Spaziergänge machen und zu Mittag in einem der kleinen Restaurants essen. Die Sonne ist noch stark genug, dass man im Freien sitzen und den Blick auf das Glitzern der Meeresoberfläche richten kann.
    Zum Essen gab es eine Fischplatte für zwei mit Miesmuscheln, Austern, Crevetten und kleinen Muscheln. Dazu eine Vinegraitte, frische Salzbutter, Schwarzbrot und wahlweise Baguette und eisgekühlten Rosé. Die Hunde lagen nach ausgiebigen Tolleren müde unter dem Tisch und wir? Wie haben die Salzluft eingeatmet, die Nase der Sonne entgegengestreckt und einfach den Tag genossen.


  10. Registriert seit
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    geschockt AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Am Wochenende gab es wieder eine Fête du Terroir und es war ein Erlebnis mit allen Sinnen, das viele Besucher aus bis zu über 200 km Entfernung kommen ließ, um daran teilzunehmen. Bei strahlendem Herbstwetter, warmen Temperaturen konnte ja schon fast nichts schiefgehen.
    Das Fest hat die ganze kleine Stadt (2500 EW) eingenommen und war bestens organisiert. Die Felder rundherum wurden als Parkplätze umfunktioniert und so konnte man sich direkt ins Geschehen stürzen. An jedem Ortsende gab es große Zelte zum Essen, an denen die üblichen Speisen aus dem Perigord angeboten wurden. Manche mag ich sehr gerne aber manche sind mir dann doch ein wenig suspekt wie zB der Kalbskopf. Das Menü kostet € 15 und da bekommt man drei Gänge und einen Aperitif. Dazu gab es Wein aus Bergerac und natürlich regionales Baguette in allen seinen Variationen.
    Die Tiere der regionalen Landwirte waren mit ihren Besitzern angereist und sichtlich entspannt: Pferde, Esel, Kühe, Gänse, Hühner, Schafe, Ziegen und sogar Hütehunde bei ihrer Arbeit.
    Menschen in mittelalterlichen Kleidern fuhren auf Einrädern, alten Zweirädern, Oldtimern und Pferdekutschen durch die Straßen. Eigentümliche Musikformationen spielten auf selbstgemachten Vehikeln zum Vergnügen der Gäste und sogar "Griechischer Wein" war zu hören.
    Natürlich durften die Marktstände nicht fehlen und die Flohmarktbetreiber kamen mit all ihren Artikeln von überall her. Alles entspannt und verbunden mit viel Spaß. Alles war auf den Beinen: Opa, Oma, Kinder, Hunde etc. zusammengewürfelt zu einem lustigen Haufen, wo jeder einfach nur den Tag genoss, laut und unter viel Gelächter.
    Auch wir haben etwas gefunden, was wir schon lange gesucht haben - einen uralten großen Eisentopf, um in unserem Garten eine Feuerstelle für den Winter zu machen, auf der man Kastanien und Anderes braten kann. Drumherum wird es selbstgemachte Winterstühle geben, damit wir auch in der kühleren Jahreszeit die Landschaft und die Atmosphäre mit unseren Freunden und Nachbarn genießen können.

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