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  1. Avatar von missani
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Zitat Zitat von parismatch Beitrag anzeigen
    Danke Missani, dan werde ich mich dran machen, Photos hochzuladen-mal sehen wie mir das gelingt da bin ich nämlich nur bedingt talentiert aber ich mach mich mal kundig
    ran an den Speck - ich bin neugierig...


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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Endlich bin ich wieder zurück im Paradies Für eine Woche war ich auf Heimatbesuch und gestern endlich wieder hier angekommen. Allein die Fahrt war ein Genuss-durch dichte Wälder, blühenden Wiesen und lachenden Menschen in den Gärten. Die Hitzwelle hat auch uns erwischt aber nicht so arg wie zB in der Provence, dort hat es bis zu 45 Grad, hier nur mehr 35 Grad und heute morgen bin ich gleich an die Dordogne zum Schwimmen gegangen. Es gibt wunderbare kleine Strände und das Wasser ist klar, sauber und kühl. Wenn man Lust hat, kann man sich ein Kanu mieten und vom Wasser aus die Landschaft erobern.

    Die Zucchini im Garten sind bereits gross, die ersten Tomaten reif, die Kräuter reichen mit ihrem Duft bis in die Küche - ich freue mich heute schon auf das Abendessen bei einem kühlen Glas Rosé, den wir übrigens von unserem Nachbarn bekommen haben. Der schmeckt wunderbar, hat ein zartes Aroma und nicht zu viel Alkohol.
    Übrigens unsere Nachbarn-sie haben mich bereits begrüsst, als sie mit ihren Kühen und dem Stier mit dem Namen Lascaux an unserem Haus vorbei auf die Weide gegangen sind. Sie machen das 2x täglich und ich habe noch nie so sanfte Kühe gesehen und Lascaux kommt immer zu mir damit ich ihn ein wenig zwischen seinen Hörnern graulen kann. Aber meine Freundschaft mit ihm ist eine andere Geschicht


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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    ... und plötzlich steht ein Pferd in meinem Garten!
    heute morgen war ein wunderschöner Morgen - kühl, sonnig, sogar die Vögel schienen froh zu sein, dass die grösste Hitze überwunden ist. Plötzlich lautes Pferdegeklapper. Da ich eine grosse Pferdeliebhaberin bin und schon länger mit dem Gedanken spiele zwei Pferde und zwei Esel, aus dem Tierschutz zu mir zu nehmen, bin ich hinausgeeilt, um den angeblichen Reiter zu sehen. Wie gross war meine Überraschung als ich ein Pferd alleine, ohne Zaumzeug oder sonstigem sah, das auf einen Besitzer hinweisen könnte. ganz friedlich und selbstverständlich ist es in meinem Garten gestanden und hat sich an dem frischen Gras erfreut. Langsam hab ich mich angenähert und in wunderbar grosse, sanfte Augen gesehen. Schnell waren ein paar Äpfelchen und Karotten geholt und schon hatte ich einen neuen Freund gewonnen.
    Aber wer war der Besitzer? Danach bin ich zu meinen Nachbarn, den Landwirten, geeilt. "Une cheval?" "Moment, ich rufe meinen Mann an!" ... Hm er hat gesagt, er hätte einen Freund, der seit ein paar Tagen sein Pferd vermisst"... :)
    Das Pferd war immer noch in meinem Garten als der Besitzer mit einem Hänger ankommt. Mit dabei 2 Flaschen Rosé, ein Baguette und Wildschweinwurst aus eigenem Bestand. Wir haben noch darauf angestossen, dass alles gut ausgegangen ist und nach einem ausführlichen Schwatz ist er nach Hause gefahren.
    Danke Pferdchen, Coco war sein Name, für Speis' und Trank und vielleicht war es ja ein Wink vom Himmel, dass in irgendeinem Tierheim zwei alte Pferde und Esel auf uns warten!


  4. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Endlich ist es wieder soweit, der marché gourmand nocturne ist wieder eröffnet. Das sind unterhaltsame Abendmärkte, wo gekocht wird, man sein Geschirr, Besteck und Glas selbst mitbringt und von allem naschen kann, was einem kuliarisch gefällt. Und damit die Kalorien nicht gar zu heftig auf die Hüften schlagen, gibt es Live-Musik, zu der heftig getanzt wird.
    Sie beginnen um 10:00 Uhr mit den üblichen Begrüssungen - irgendjemanden kannt man immer und der stellt einem wiederum jemanden den er kennt vor und so küsst man sich beinahe eine Stunde durch den Markt. Dazwischen schlürft man schon das eine oder andere Gläschen Apéro. Dabei darf man natürlich die leeren Plätze nicht aus dem Auge verlieren und natürlich die strategisch besten nahe dem Gekochten :)
    Die Musik ist richtig super - ein Mix aus 70-er und 80-er Pop und französischen Chansons, die man selbst, da aus der Jugend bekannt, laut mitsingen kann.
    Zu Ende gehen diese meistens so zwischen Mitternacht+. Danach geht man müde und satt ins Bett und ganz nebenbei hat man wieder eine Menge neuer Menschen kennengelernt mit ihren zum Teil skurrilen, amüsanten Geschichten und weiss wieder, warum die französische Lebensfreude tatsächlich was für sich ha und so ansteckend ist.


  5. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Heute morgen bin ich, so wie jeden Morgen, durch meinen Gemüsegarten gewandert, habe die Pflanzen zum wohl 100-ten Male bewundert als mich eine weitere Nachbarin, die gerade einen ehemligen Ziegenstall renoviert, besuchen gekommen ist. In ihrer Hand einen riesigen Korb voll von Äpfeln und dem Angebot, mich jederzeit an ihrem Baum bedienen zu können. Bei einer Tasse Kaffee und meinem selstgemachten Rhabarberkuchen auf unserer Terrasse, habe ich wieder eine dieser faszinierenden Lebensgeschichten kennengelernt.
    Sie ist imJahre 1963 von Holland in das Perigord ausgewandert und hat noch keine Sekunde bereut, hier zu sein. Ihr genaues Alter kenne ich nicht, aber sie muss ca. 80 Jahre alt sein, fährt einen uralten Citroen, Modell Ente, versorgt sich durch ihren Garten in weiten Teilen selbst und hat bis letztes Jahr noch als Guide für Touristen gearbeitet. Sie kennt jeden Winkel hier in der Gegend und sie hat mir ein paar Tips gegeben, die ich wohl bald umsetzen werde. Und so wie sie gekleidet ist, kann ich mir gut vorstellen, dass sie zu den ersten Hippies zählte, die hier die hier ihr Glück suchten und mit der Bio-Landwirtschaft begonnen haben. Beim Anblick meines Gartens hat sie so viel ehrliche Bewunderung und Freude ausgestrahlt, wie ich es selten erlebt habe und ich freue mich schon wieder, mit ihr zu tratschen und aus ihrem reichen Erfahrungsschatz zu schöpfen. Das nächste Mal gibts Apfeltarte:)


  6. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Weil ich das vergangene Wochenende nicht nur für mein leibliches Wohl sorgen wollte sondern auch etwas für mein Innenleben, habe ich mich entschlossen, meinen Mann mit den Hunden alleine zu lassen und in einem tibetisch Buddhistischen Kloster mich der Frage nach "Stabilität und Ungleichheit" zu widmen. Den Vortrag hielt eine buddhistische Nonne, die sogar Kinder und Enkelkinder hatte und es war grandios. Bei dieser Gelegenheit habe ich erfahren, dass das Perigord zahlreiche buddhistische Klöster beherbergt und sogar der Dalai Lama schon zwei Mal zu Besuch war. Das berühmteste dürfte das von Thích Nhất Hạnh sein. Er selbst steuert schon auf die Hundert zu und ist in sein Heimatdorf in Vietnam zurückgekehrt. Ich hab mir das Kloster "Plum Village" schon angesehen und es liegt traumhaft in den Weinbergen von Bergerac, die denen von Bordeaux um nichts nachstehen.
    Da dieses Eck hier landschaftlich so traumhaft schön ist, ist eine Fahrt mit dem Fahrrad oder dem Auto am Morgen immer wieder ein Genuss. Ein Dorf ist entzückender als das andere, die Architektur verspricht das savoir vivre und die Infrastrukturen sind langsam gewachsen und werden mit Liebe und Stolz auf das gemeinsame Erbe gepflegt. Wenn man durch die engen Gassen geht, hört man lautes Stimmgewirr, Musik, streitende Kinder und bellende Hund und man hat das Gefühl, man könnte den Menschen auf den Tisch schauen. Die alten Steinhäuser versprechen Abkühlung und so kann man es sich vor einem Bistro bequem machen, seinen Kaffee schlürfen und dem Treiben zusehen.


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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Hallo parismatch,

    vielen Dank für deine lebendigen Schilderungen deiner neuen Heimat, ich lese die sehr gerne und begebe mich jedesmal auf einen kleinen Urlaub


  8. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    ... danke Roderic für Dein Feedback, das mich sehr sehr freut! Ich hab' einfach eine solche Freude daran, Euch hier alle an den wunderschönen Dingen, der Umgebung, unserem neuen Leben und all den kleinen Anekdoten teilnehmen zu lassen:)

    Leider musste ich jetzt ein paar Tage pausieren weil

    a) sehr viel Arbeit in meinem Garten angestanden ist, langsam beginnt die Ernte von Mangold, japanischen Petersil, Zucchini, Auberginen, Knoblauch,Karotten und einigen Gemüsearten, die ich leider nicht kenne sondern einfach mal, auf gut Glück, eingepflanzt habe, alles was ich weiss ist, dass man sie essen kann, Frühlingszwiebeln (auch wenn schon Sommer ist) und Tomaten in allen Variationen. Auf die bin ich wirklich stolz und zusammen mit Kartoffeln, frischem Käse, Zwiebeln, Knoblauch und allen anderen Gemüsesorten kann man die besten Dinge zaubern.
    Natürlich wachsen auch die Sommerblumen wie Sonnenblumen, Mädchenauge oder Phlox und zusammen mit den Wiesenblumen hinter dem Haus kann man die schönsten Sträusse machen, die im ganzen Haus verteilt sind und in ihrer Einfachheit das Herz erwärmen.

    b) am Sonntag war ich auf meinem geliebten Markt. Im Sommer sind die Angebote natürlich erweitert. Da kann man wunderschöne Strohhüte kaufen, Sommerkleider, selbstgemachter Silberschmuck, selbstgemachte Haarreifen, Schmuck aus Holz, Körbe, die noch selbst hergestellt werden, Wildhonig.
    Ein weiterer Neuzugang war ein junger Müller der eine alte Mühle gekauft und renoviert hat, nur biologisches Getreide kauft, selbst mahlt und nun sein eigenes Brot bäckt - und was soll ich sagen - es schmeckt wunderbar.
    Er ist ein herrlich verschrobener Typ, mit Zigarette im Mundwinkel, Strohhut auf seinem Lockenkopf und einem breiten Lächeln, das ansteckend ist.

    c) gestern hatten wir Bürgermeistertag d.h. dieser wollte uns natürlich selbst kennenlernen. Und was soll ich sagen - es gibt immer wieder Überraschungen. Erstmals ist er zugleich Arzt, in Afrika geboren (sein Vater hatte dort Arbeit) aber ist wieder in sein geliebtes Perigord heimgekehrt, zugleich ein Umweltschützer und Visionär. Obwohl schon Mitte der Sechziger möchte er "seine" Ortschaft zur lebenswertesten in Umkreis machen. Und dafür tut er Einiges z.B. Naturschutzgebiete erweitern, erneuerbare Energien fördern und seine Bewohner auffordern nur ja regional einzukaufen und fleissig die Märkte und Abendmärkte zu besuchen.
    Stolz erzählt er uns, was er alles geleistet hat - immerhin ist er schon 35 Jahre im Amt - und dabei lässt er sich gebührend loben wobei in seinen Augen der Schalk nur so blitzt. Ich freue mich schon, auf seine Geschichten, die er gerne in geselliger Runde preisgiebt.

    Grad eben haben mich Nachbarn eingeladen, dass ich auf eine Runde Schwimmen und danach einen kleinen Apéro bei ihnen vorbeischauen sollte. Na dann ... à bientôt


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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Also am Samstag hat der Landwirt, dessen Pferd in unserem Garten gestanden hat, ein Sommerfest gegeben, zu dem auch wir, obschon Neulinge, auch eingeladen wurden, da wir ja sein Pferd "gefunden" hatten. Ohne grosse Erwartungen sind wir hingefahren, in Begleitung unserer Nachbarn. Der Festplatz war hinter der Kirche, den wir ohne das Beisein von Einheimischen nicht gefunden hätten. Wir schlängelten uns durch ein Gewirr von alten Gassen, die teilweise so eng waren, dass zwei Personen sie nicht gleichzeitig passieren kätten können. Die wunderschönen alten Steine der Hausmauern und die alten Pflastersteine erzählen von einer geschichtsträchtigen Vergangenheit und strahlen immer noch in ihrer Einfachheit das Licht des Südens wider.

    Nochmals mussten wir durch einen Schlitz schlüpfen und dann waren wir da. Eine grosse Wiese mit zahlreichen Obstbäumen war mit vielen Tischen versehen, zwischen denen sich die Menschen tummelte. Eine Band spielte klassischen Jazz während sie der Rauch der Feuerstelle (aus Stein) leise umnebelte. Als die zweite Band zu spielen begann kamen schon Wolken auf und bei der dritten Band brach ein Wolkenbruch über uns herein. Wer aber nun denkt, dass alle nach Hause flüchten, täuscht. Da alle schon fertig gegessen hatten und nur noch der Wein übrig war wurde die Party kurzerhand UNTER die Tische verlegt. Da wurde weitergetrunken und gelacht. Irgendwann war das Schlimmste vorüber, die Band konnte wieder spielen und alle sind wieder an die Oberfläche gekommen - es war herrlich, so viel und so herzlich gelacht mit uns fremden Menschen, haben wir selten.


  10. Registriert seit
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    AW: Bruno ich komme... in die Dordogne

    Bonjour parismatch,

    ich muss gestehen, dass deine schönen Berichte, großen Appetit auf die Dordogne machen. Sobald es sich einrichten lässt, es wird 2020 werden, werde ich kommen!!!
    Wir haben früher unsere Ferien immer in F verbracht, aber komischerweise nie in der Dordogne.

    Danke, dass du uns an so viel Schönem teilhaben lässt.

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