Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 58
  1. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Erstmal danke für den Feedback. Tut gut, Gedanken teilen zu können.

    Natürlich war ich seit damals ca. 5 x im Urlaub in den USA und weiß, dass das Leben dort nicht einfacher sondern aufgrund der fehlenden Absicherung komplizierter ist. Schon damals habe ich statt als gerade absolvierte Fremdsprachenkorrespondentin einen Job zu finden als Waitress neben dem College jobben müssen. Grund: es wollte mich einfach keine US-Firma mit meinem (leicht) deutschen Akzent haben.

    Ich bestehe so ca. aus 80 % Ratio und sehe hier in D schon KLARE Vorteile und SCHÄTZE sie. Aber die restlichen 20 % brechen immer wieder aus dem Bauch auf und dann schlage ich innerlich um mich. Es hängt sicherlich von meiner Tagesform ab und ob ich genug Humor gespeichert habe.

    Was nervt, sind nur kleine Situationen: In angelsächsischen Ländern z.B. in Cornwall, GB oder auch in Kleinstädten in den USA: enge Strasse, man wartet und lässt den anderen Fahrer passieren. Dieser bedankt sich und man winkt zurück. Gleiche Situation bei uns hier täglich im engen Gewerbegebiet: Es kommt so gut nie vor, dass einer einen vorbei fahren lässt, auch wenn man rückwärts schon halb auf der Straße hängt. Und sollte es dennoch mal vorkommen und ich winke und bedanke mich, kommt nie ein Zurückwinken. Diese Geste scheint quasi „unbekannt“ zu sein.

    Oder wenn wir Besuch haben und dieser vor einem der benachbarten Reihenhäuser parkt.
    Das gibt dicken Ärger, denn die Plätze auf der Straße sind seit Jahrzehnten quasi reserviert.

    Dann andere Situationen: Ich wohne relativ ländlich aus Jobgründen, leider. Wenn mich eine pakistanische Freundin besucht und wir hier shoppen, erntet sie von überall ein offenes, unverhohlenes Anstarren. Ein Mix aus Kulturen und dessen liberale Akzeptanz ist hier unbekannt.

    Mittlerweile behaupte ich auch gar nicht mehr, dass die USA mein Traumland ist. Schon mit 20 wusste ich, in den USA musst du REICH sein, dann geht es dir gut. Ich stand vor dem Marriot Hotel und konnte mir nicht wirklich einen Kaffee leisten, so ein armes Ding war ich damals. Keineswegs sehe ich die USA durch die rosarote Brille. Ich würde dort auch nicht im Bibel-Gürtel wohnen können. Und mittlerweile hätte ich auch nicht die Kraft, dort von A-Z alles neu aufzubauen, was ja sowieso aufgrund der Visa-Problematik nicht ginge.

    Aber was ich mir wünsche für D, ist mehr Offenheit, weniger Spießertum, weniger Neid, wenn andere Erfolg haben.

    Meine Schwiegermutter, die eigentlich nur die Lüneburger Heide und Rügen kennt und liebt, fragt, was ich denn im Ausland überhaupt will, wo die dort nicht mal stabile Häuser bauen können. Aber sie weiß nicht, wie schön die Natur ist, wenn Pelikane vorbeifliegen, wie gut das BBQ schmeckt, wie gut die Luft nach einem Sommergewitter dort riecht.

    Sorry, wollte nicht kitschig klingen.
    Und eigentlich will ich auch nicht auf D schimpfen, es ist nur diese Zerrissenheit.

  2. Inaktiver User

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Zitat Zitat von monika0304 Beitrag anzeigen
    Ein Mix aus Kulturen und dessen liberale Akzeptanz ist hier unbekannt.

    .

    ich habe in deutschland mehr akzeptanz für mich, meine kinder und den kindsvater, der nicht-deutscher ist, als familie halt, erlebt als in den usa.

  3. Inaktiver User

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Zitat Zitat von monika0304 Beitrag anzeigen

    Was nervt, sind nur kleine Situationen: In angelsächsischen Ländern z.B. in Cornwall, GB oder auch in Kleinstädten in den USA: enge Strasse, man wartet und lässt den anderen Fahrer passieren. Dieser bedankt sich und man winkt zurück. Gleiche Situation bei uns hier täglich im engen Gewerbegebiet: Es kommt so gut nie vor, dass einer einen vorbei fahren lässt, auch wenn man rückwärts schon halb auf der Straße hängt. Und sollte es dennoch mal vorkommen und ich winke und bedanke mich, kommt nie ein Zurückwinken. Diese Geste scheint quasi „unbekannt“ zu sein.

    Oder wenn wir Besuch haben und dieser vor einem der benachbarten Reihenhäuser parkt.
    Das gibt dicken Ärger, denn die Plätze auf der Straße sind seit Jahrzehnten quasi reserviert.

    Dann andere Situationen: Ich wohne relativ ländlich aus Jobgründen, leider. Wenn mich eine pakistanische Freundin besucht und wir hier shoppen, erntet sie von überall ein offenes, unverhohlenes Anstarren. Ein Mix aus Kulturen und dessen liberale Akzeptanz ist hier unbekannt.
    es gibt auch in Deutschland Gegenden, in denen man sich mal höflich gegenseitig den Vortrtitt lässt und es gibt Städte, in denen man nicht angestarrt wird, wenn man ganz offensichtlich aus einem anderen Kulturkreis kommt. Hast Du schon mal ernsthaft über einen Umzug in eine andere Gegend/Stadt nachgedacht?

    Mir würde im Ausland immer der Austausch mit Anderen in meiner Muttersprache fehlen. Es ist ja nett, ein bisschen Smalltalk über das Wetter oder sonstewas in einer fremden Sprache zu machen aber wenn es ans Eingemachte geht, dann möchte ich schon differenziert in Nuancen kommunizieren können. Das dürfte Dir ja dann nicht schwer fallen, aber was ist mit Deinem Mann? Würde er sich auf Dauer dort wohl fühlen?

  4. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber kennt das keiner von euch (CoolWhip?), daß man sich durchaus tatsächlich in verschiedenen Ländern unterschiedlich wohl fühlen kann?
    Damit meine ich nicht, in Land A bin ich ein Trauerklos, in Land B permanent gut gelaunt-sondern einfach eine gewisse Grundstimmung.
    Ich habe lange Jahre im Ausland gelebt und bin auch relativ "neu" wieder in Deutschland. So richtig leicht fällt es mir nicht, das Eingewöhnen.
    Kenne ich nur zu gut! Das Gefuehl versuche ich allerdings momentan zu ignorieren, um irgendwie durch den reverse culture shock zu kommen...

  5. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Zitat Zitat von monika0304 Beitrag anzeigen
    Was nervt, sind nur kleine Situationen: In angelsächsischen Ländern z.B. in Cornwall, GB oder auch in Kleinstädten in den USA: enge Strasse, man wartet und lässt den anderen Fahrer passieren. Dieser bedankt sich und man winkt zurück. Gleiche Situation bei uns hier täglich im engen Gewerbegebiet: Es kommt so gut nie vor, dass einer einen vorbei fahren lässt, auch wenn man rückwärts schon halb auf der Straße hängt. Und sollte es dennoch mal vorkommen und ich winke und bedanke mich, kommt nie ein Zurückwinken. Diese Geste scheint quasi „unbekannt“ zu sein.
    Oder jemand dir den Einkaufswagen in die Fersen rammt und dann einfach weiter geht ...
    Hier ist ein Strang, der dich interessieren koennte:
    Identität als Deutsche(r) im Ausland

    und der zeigt, dass es auch viel Zerissenheit bei denen gibt, die damals geblieben sind ...

    Kitty (Kalifornien)
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  6. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Hallo Monika,

    seit vielen Jahren kurve ich berufsbedingt quer durch Europa. Häufig verweile ich für 6 Monate bis 2 Jahre an einem Standort. Jedesmal wenns nach Deutschland heim geht- und ich habe bereits in mehreren Grosstädten und auch ländlicher in D gelebt, wird meine Freude auf die Heimat meißtens schon am ersten Tag durch Unhöflichkeit, Kleinkariertheit, Rechthaberei, Distanziertheit, Miesepetrigkeit, etc. gebremst. Ähnlich erlebe ich o.g. Eigenschaften in Ländern wie Österreich oder der Schweiz. Eigenheiten, die natürlich in jedem Land/jeder Kultur vorkommen, allerdings habe ich sie nirgens sonst so in der Breite erlebt.

    Vergleichen sind wir wenig herzlich und haben wenig Grundvertrauen, finde ich. Nach so einer Rückkehr könnte ich häufig die ersten Tage ersteinmal kot... und brauche etwas Zeit um mich zu akklimatisieren und dann läufts wieder. Auch ich beginne mir die Frage zu stellen, ob ich hier alt werden möchte und ich zweifle immer mehr. Sicherheit hin oder her. Ein tolles privates Umfeld ist vorhanden, Fernweh hatte ich auch noch nie wirklich, es ist wirklich die Masse/das Bild was mir hier immer wieder engegenkommt und das beschränkt mich gefühlsmässig.

    Somit kann ich dich gut nachvollziehen. Spinn doch einfach mal ein Paar Möglichkeiten durch und weiter. Vielleicht findet sich ja ein guter Weg für dich/euch.

    Viele Grüße

  7. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    kann ich sehr gut nachvollziehen,
    ich hab jahre in san francisco gelebt,und als ich aus meiner unglücklichen ehe ausstieg und zurück nach dtl musste,hab ich immer nur geheult und sass gleich wieder im nächsten Flieger... diese zerrissenheit weder dort noch hier *daheim* zu sein war schrecklich .....
    es hat ewigkeiten gedauert bis ich mich wieder an dtl.*gewoehnt* habe(zwischendurch im elsass gewohnt),inzwischen hab ich meinen*frieden*gemacht, und hadere nur noch mit den gelben säcken*g*,

    mein sohn wohnt weiterhin drüben, und wenn ich lust hab flieg ich hin,
    allerdings krieg ich bei jeder einwanderung einen dickeren hals,spass ist anders!

  8. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Hallo Monika,

    ich kann dich zum Teil gut verstehen sehe aber auch dass du dir selber sehr oft im Weg stehst.

    - du solltest dich mal hinsetzen und diese Liste der Pros und Contras schreiben

    - du koenntest in eine andere Gegend in D ziehen die mehr Natur bietet die du so vermisst

    - freundliche und unfreundliche Leute wirst du ueberall treffen, sowohl in D als auch im Ausland
    - grosse Offenheit und Freundlichkeit entpupt sich oft als Oberflaechlichkeit...und das schmerzt

    Auch ich wohne seit 3 Jahren wieder in D und habe vorher in einigen Laendern gelebt, ( als Elsaesserin in D,
    in England, Oesterreich, Australien, und zum Schluss 10 Jahre in China)
    auch ich hatte lange den Wunsch irgendwo auszuwandern, aber es gibt kein Land was mich genug ueberzeugt es nochmals zu versuchen. Auch wir (mein Mann und ich) sind bald Mitte 50 und in diesem Alter pfeift man nicht mehr auf gewisse Bequemlichkeit und Sicherheit die man in D geniessen kann.

    Ab 2013 sind dann unsere Kinder endlich ganz Fluege, wir muessen dann nicht mehr arbeiten und haben uns vorgenommen, im Schnitt 6 Monate im Jahr eigentlich die Winterzeit in einem warmen Land zu verbringen.
    So muss man nicht mehr von ganze vorne anzufangen und kann jederzeit wieder zurueck.
    Fuer uns waere dies die ideale Alternative. Wir wuerden auch an Sozialprojekte teilnehmen wollen, denn nur im Liegestuhl an Strand zu liegen ist auch nicht unser Ding.
    Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind.
    Albert Schweizer

  9. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Danke nochmals für den Feedback. Schön, dass andere nachvollziehen können, wie es mir geht. So wie ich manchmal hier drauf bin und mich vereinsamt fühle, hatte ich schon Zweifel an mir selbst .

    Damals als ich von San Francisco mit Mitte 20 in Richtung D zurückflog, „schwor“ ich mir, es in Deutschland zu schaffen und dann als gemachte Frau wieder in die USA zurückzukommen. Hatte aber in meiner Naivität keine Ahnung, dass meine Green Card, die damals fürs Leben galt, im Ausland verfallen würde… Soviel nur zu Schwüren, die man sich selber in der Jugend gibt und die an einem kleben bleiben. Und das der Teil mit der „gemachten Frau“ gleich fast 3 Jahrzehnte dauern würde, war mir auch nicht klar.

    @ Locomoxn: Du sprichst mir sprichwörtlich aus der SEELE. Pauschal angemerkt: Ist es dieses fehlende Grundvertrauen und mangelnde Herzlichkeit der Deutschen, die uns anderseits so diszipliniert und arbeitswütig macht, so dass wir die Nr. 1 sind in Europa? Falls ja, ist es aber ein großer Preis, den wir für den Erfolg zahlen.

    @ Mandy: Dein Plan ½ Jahr im südlichen Ausland zu verbringen, finden ich im Endeffekt wohl die interessanteste und altergerechteste Lösung, die auch für uns passen würde. USA habe ich natürlich komplett abgeschrieben. Da ich kein allzu großer Freund von Hitze oder Kälte bin, wäre wohl die eleganteste Lösung die Kanaren.
    Dies allerdings vorausgesetzt, dass wir die finanzielle Mittel bis dahin angespart und erarbeitet haben und uns eine kleine Wohnung und das Leben dort leisten können. Leider haben weder ich noch mein Mann geerbt.

    @ Letstalk: Wo es in Deutschland höflichere Gegenden gibt, wo man sich mehr den Vortritt gibt, weiß ich nicht… Weißt du es? Kann nur sagen, dass die Menschen am Rhein entlang, offener sind.

    Allerdings hast du sehr recht, wenn du nach meinem Mann fragst. Da bin ich mir selbst oft nicht klar, wie er wirklich tickt, ich denke unter dem Ganzen steckt bei ihm viel Unsicherheit beim Thema Auswandern und damit bremst er mich auch unbewußt aus. Hätte ich einen Partner, der sagt, Mensch, dass packen wir, dann wären wir schon lange weg gewesen und hätten uns was in Kanada aufgebaut. Auf jeden Fall ist er nicht so sprachaffin, sein Business-Englisch ist trotz Sprachkurse (grotten)schlecht und ob er Spanisch für die Kanaren packt und sich je flüssig unterhalten kann, weiß ich nicht.

    Aber vielleicht sollte man sich eher über sich selbst Gedanken machen und sich vom Partner und seiner Aufgeschlossenheit überraschen lassen.

  10. User Info Menu

    AW: Unglücklich hier. Zu feige auszuwandern.

    Hallo Monika,

    dieses beschriebende fehlende Grundvertrauen und mangelnde Herzlickeit hat mit sicherheit irgendwo ihren Ursprung. Wenn man mal so die Tugenden einiger Länder/Kulturen vergleicht, wobei ich persönlich nur von Europa sprechen kann, findet sich die "bürgerlichen Tugenden" häufig in Ländern wie Deutschland, Großbritanien, Österreich, etc. Die Kardinaltugenden herrschen hier kaum vor.

    Habe mehrere Jahre im Rheinland gelebt und bin von dort aus nach Berlin gezogen. In Berlin angekommen stellte ich fest, dass der Berliner mit meiner Frohnatur wenig anfangen konnte. Entweder fühlte sich der Berliner von mir auf den Arm genommen, oder hielt mich für bekloppt. Ich empfand den Berliner als ziemlich unfreundlich und barsch. Irgendwann lernte ich "den Berliner" kennen und verstand, dass einiges was ich als böse und gemein empfand, eigentlich Humor ist. Das erleichterte mir den Umgang und brachte Verständnis, empfinde diesen Humor aber bis heute nicht witzig sondern immernoch als hinter****ig. Im Rheinland zurück, fand ich die Gegend vergleichsweise nicht so pralle, hatte weniger zu bieten, aber dafür funktionierte die Kommunikation besser, harmonischer halt.

    Ich denke bei mir werden es irgendwann die skandinavischen Länder oder Polen. Dort fühle ich mich immer wieder "angekommen".

Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •