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    AW: Wer ist noch in den USA?

    @ think positiv - like that name!

    Ich bin eigentlich von Anfang an mit der Einstellung hier gelandet, das Beste aus dieser Chance zu machen. Viele traeumen vom Leben in einem anderen Land, koennen aber Mangels Vorbereitung, Schwierigkeiten mit allen moeglichen Dingen, Hemmungen mit einer neuen Sprache, und einer Mentalitaet, die manchmal unnoetig die Steine zum drueberstolpern sucht, anstatt eben mal einen ungewoehnlichen Umweg zu nehmen.

    Klar hatte ich auch Probleme. Beruflich wars nicht einfach. Man kriegt hier nicht geschenkt, und ich mein das woertlich, man muss sich anstrengen, auch mal unkonventionell denken, und vor allem deutsche Einstellungen etwas umdenken. Aber man kann immens erfolgreich sein.
    Meine erste Ehe scheiterte am Stress und vor allem daran, dass nicht am selben Strang gezogen wurde. Aber man findet eine unglaubliche Zahl von hilfsbereiten Menschen, die gerne erklaeren, ein Ohr leihen, geduldig sind.
    Fuer meine Kinder, damals 10 und 12, wars eine unglauliche Bereicherung.

    Man nimmt sich selber mit. Und die Haut in der man steckt.
    Man sollte sich selbst auch manchmal nicht so ernst nehmen. Es geht immer irgentwie weiter.

    Liebe Gruesse

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von susaluna Beitrag anzeigen
    Ich weiss, dass ich als Deutsche die amerikanische Lebensart, die mir hier begegnet, weder verallgemeinern darf noch mit der deutschen Lebensart vergleichen sollte. Das frustriert mich und macht auf Dauer ungluecklich.
    Eben, und deshalb darfst du auch mal ablästern!
    Ich denke, die Vergleiche kommen einfach, ob man will oder nicht.
    Du bist nur eine begrenzte Zeit hier, oder?

    der nicht funktionierende Winter- oder Raeumdienst
    Kann ich auch nichts zu sagen, es gibt hier keinen Schnee

    Zeit, die einem beim Essengehen gelassen wird (ich kaue noch, habe aber die Rechnung schon auf dem Tisch)
    Die Servierer bekommen kaum Gehalt, sondern ernähren sich fast nur vom Trinkgeld. Das heißt, ja mehr Leute den Tisch am Abend besetzen, desto mehr verdient man. Sitzt nur ein Paar den ganzen Abend am Tisch und nippt an einem Glas Wein, ist der Verdienst gleich null. Seit ich das weiß, sehe ich das Genze mit anderen Augen. Vorschlag: Nur zum Essen ins Restaurant, danach in eine Bar, dort kann man sitzen, solange man will.

    die Tatsache, dass es hier keine VHS, keine Vereine gibt - will ich hier im Ort Leute kennenlernen, bleibt mir nur eine der 20 Kirchen, was ich fuer mich nun mal grundsaetzlich ausschliesse)
    Gibt es ein Community College in der Nähe? Das ist eine Art Äquivalent zur VHS.

    ...
    koennte jetzt noch einiges hinzufuegen, muss aber los.
    Was mir allerdings hier gefaellt: es scheint sich keiner ueber den anderen zu wundern, egal wie uebergewichtig, irre oder normal er auch aussehen mag. Rein modisch gesehen werde ich hier mutiger...
    In der Tat!

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Eben, und deshalb darfst du auch mal ablästern!
    Ich denke, die Vergleiche kommen einfach, ob man will oder nicht.
    Du bist nur eine begrenzte Zeit hier, oder?
    Nein, begrenzt ist die Zeit nicht. Ich bezeichne es eher als "nach hinten offen"
    Wird sich zeigen, was die Zukunft so bringen wird...

    Mir ist sehr bewusst, dass ich mich hier in einer anderen Kultur aufhalte und es weder mir noch meiner Umwelt weiter hilft, wenn ich meine amerikanische Umwelt mit der deutschen Brille betrachte.
    Trotzdem draengen sich mir in der Tat immer wieder Vergleiche auf und ich finde das ehrlich gesagt auch eine ganz normale Reaktion.

    Ich habe nun mal mehrere Jahrzehnte eine "deutsche Kulturbasis" in mir geschaffen. Die kann ich doch nicht einfach ablegen und mir eine neue, amerikanische ueberstreifen.
    Schon gleich gar nicht, wenn ich eigentlich sehr gerne in Deutschland gelebt habe und auch jederzeit wieder dort leben wuerde.

    Ich persoenlich empfinde es immer komisch, wenn Leute irgendwohin auswandern und dort dann alles huldigen, als sei es das gelobte Land.

    Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile und ich bin mir sicher, dass ich im naechsten Deutschlandurlaub dann dort einiges mit anderen und kritischen Augen betrachten werde.
    Ein Auslandsaufenthalt schaerft die Sinne, gerade auch, weil ich eben vergleichen kann.

    Zu den Restaurantbesuchen: Ich weiss, dass Bedienungen hier von ihrem Grundgehalt nicht leben koennen und akzeptiere auch, dass ich vom Tisch vertrieben werde, sobald ich den letzten Bissen im Mund habe.
    Aber akzeptieren heisst fuer mich nicht, dass ich es gut finden muss. Und nein, ich sage nicht, dass es in Deutschland besser ist. Es ist anders und ich kannte es eben auch nur so. Und Vertrautes und Gemochtes lege ich eben nicht so einfach ab, so ein flexibler Charakter bin ich leider nicht.

    Bin ich denn hier tatsaechlich die Einzige?
    "What if you slept? And what if, in your sleep, you dreamed? And what if, in your dream, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?"
    Samuel Taylor Coleridge

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen
    Gibt es ein Community College in der Nähe? Das ist eine Art Äquivalent zur VHS.
    Kitty
    Es gibt ein (oder mehrere?) Community Colleges in der Naehe, aber das Angebot geht dort eher in Richtung Accounting, Professional Baking, usw.
    Mir schwebt eher sowas ganz lockeres wie ein Yogakurs, Indische Kueche oder Quilten vor. Und bisher habe ich, ausserhalb von kirchlichen Einrichtungen, sowas noch nicht gefunden.

    Hat jemand da einen Tipp fuer mich?
    "What if you slept? And what if, in your sleep, you dreamed? And what if, in your dream, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?"
    Samuel Taylor Coleridge

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von susaluna Beitrag anzeigen
    Bin ich denn hier tatsaechlich die Einzige?
    Nein, Du bist hier nicht die Einzige.
    Ich habe vier Jahre in den USA gelebt und bin alles sehr negativ angegangen. Alles war besser, was ich auch Deutschlang kannte... und damit habe ich mir das Leben sehr schwer gemacht.
    Sehr ueberraschend sind wir dann nach Deutschland gezogen, wo ich mein zweites Kind zur Welt gebracht habe. Und ploetzlich fehlt mir so viel. Einfach, weil ich nun fremd in meinem eigenen Land war und Erfahrungen anderswo gemacht hatte.

    Die USA sind anders als Deutschland. Und das ist ja eigentlich auch klar, wenn man sich ueberlegt, wie weit es weg ist. Aber ich kann empfehlen, dass man mit einem positiven Grundtenor an die ganze Sache geht. Wenn man es zu negativ sieht, dann macht man sich slebst das Leben schwer.
    Und auch seinem Partner, wenn er ein "native" ist.

    Wir leben inzwischen in einem ganz anderen Land und ich habe die verblueffende Erfahrung gemacht, dass ich hier nur positiv an alles herangegangen bin. Aber das kommt vielleicht daher, dass das Land jetzt nicht arrogant anderen Laendern gegenueber auftritt.

    Die groesste Parallele, die mir zwischen US-Amerikanern und Deutschen aufgefallen ist ist, dass sie beide davon ueberzeugt sind, das es im eigenen Land richtig laeuft und man auf andere Laender nicht hoeren soll.
    Da koennen sich leider die Deutschen und die Amis das Wasser reichen....
    Hat mir wehgetan, das festzustellen... ist aber so.
    Gruss
    Pellegrina

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    ich bin auch als wir hierhergekommen sind, positiv an alles herangegangen. ich habe mich sehr auf den aufenthalt hier gefreut. unsere ganze familie eigentlich. auch die kinder... so ging es uns auch von anfang an hier gut. das heisst ja deshalb nicht, dass deutschland schlechter ist... es ist anders. und ja, man sieht dann beim deutschland-urlaub einiges auch mit anderen augen! bis zur rueckkehr (?) geniessen wir jedenfalls unsere zeit hier in vollen zuegen! heimweh hatte ich keins...

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Coryane,
    ich glaube ein grosse Unterschied ist, ob eine Rueckkehr zur Sprache steht oder nicht....

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    im moment faellt mir der gedanke an rueckkehr eher schwer...

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von Pellegrina Beitrag anzeigen
    Coryane,
    ich glaube ein grosse Unterschied ist, ob eine Rueckkehr zur Sprache steht oder nicht....
    Genau das denke ich auch!

    Für mich ist eine begrenzte Zeit hier absolut in Ordnung. Für immer...? diese Vorstellung löst bei mir Panik aus!

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    AW: Wer ist noch in den USA?

    Zitat Zitat von Pellegrina Beitrag anzeigen
    Coryane,
    ich glaube ein grosse Unterschied ist, ob eine Rueckkehr zur Sprache steht oder nicht....
    Da stimme ich zu.
    Ich kann mir vorstellen, dass Menschen, die zunaechst einmal nur befristet ins Ausland gehen, das ganze viel unbefangener und vielleicht auch mit mehr Abenteuerlust angehen.
    Mir wuerde es in diesem Fall sehr viel leichter fallen, mich einfach mal zurueckzulehnen und "zu gucken" und mitzunehmen, was mir die neue Umgebung so anbietet.

    Fuer richtige Auswanderer ist der Umzug ins neue Land sicherlich auch eine ganz andere Angelegenheit. Schliesslich muss es gute Gruende geben, (s)ein Heimatland zu verlassen und woanders einen Neustart zu versuchen. Von daher gehen diese Leute sicherlich auch mit offenem Herzen und ungebremsten Enthusiasmus auf die neue Kultur zu.

    Im uebrigen, was ich noch hinterherschieben wollte und was ich vor einigen Tagen schon mal erwaehnt habe:

    Meiner Meinung nach hat das Einleben und Wohlfuehlen auch sehr viel mit der Umgebung zu tun, in der man sich wiederfindet. Das ist allerdings in jedem Land so. Ein Stadtmensch hat meistens Probleme, zumindest Startschwierigkeiten, auf dem platten Land. Umgekehrt genauso.

    Und, da ich den Eindruck habe, dass ich als sehr negativ eingestellter Mensch rueberkomme:

    Es gibt einiges, was ich schon jetzt in Deutschland vermissen wuerde. Das reicht von guten Burgern und mexikanischem Essen bis hin zu dem zumindest hier vorherrschenden "Leben und Leben lassen". Ausserdem haben amerikanische Maenner die schoeneren Beine
    "What if you slept? And what if, in your sleep, you dreamed? And what if, in your dream, you went to heaven and there plucked a strange and beautiful flower? And what if, when you awoke, you had the flower in your hand? Ah, what then?"
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