Ich habe heute endlich meinen Historischen Roman ausgelesen:
Tilman Röhrig "Riemenschneider"
Rahmenhandlung ist das Leben und Schaffen vom Bildschnitzer Tilmann Riemenschneider in Würzburg - eingebettet in die Unruhen des Bauernkrieges und der Beginn der Reformation.
So wechselt der Schauplatz unter den Personen Riemenschneider, Luther, Götz von Berlichingen, Joß Fritz (Bundschuh) und weiteren Anführern der Bauernaufstände hin und her.
Detaillierte Beschreibungen der Werke und der Arbeit daran lassen das Schaffen des Künstlers lebendig werden.
Eine (fiktive) Frau wird ihn durch sein Leben begleiten, mit der er kein gemeinsames Leben führen kann, da sie standesgemäß unter ihm steht. Doch als Hausmagd steht sie ihm und seinen insgesamt vier Ehefrauen zur Seite.
Der Schreibstil von TR ist recht anspruchsvoll, das Buch las sich nicht einfach so füssig weg. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint. Es ist eben ein "gehaltvoller" Roman und nicht zum raschen Wegschmökern gedacht.
Erst nach dem Auslesen habe ich einige historische Fakten und Personen gegoogelt und hätte das besser vorher getan. Dann hätte ich Manches besser verstanden.
Fazit: Ein schönes Buch für geschichtlich interessierte Leser.
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07.02.2012, 17:46
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Grüße von Wandermuschel
Auch die schwach leuchtende Kerze auf der Torte bringt Licht
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08.02.2012, 10:51
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
"Riemenschneider" hat mir auch sehr gut gefallen, als ich ihn vor 2-3 Jahren gelesen habe. Man konnte wunderbar in die damalige Welt eintauchen, die Charaktere waren toll geschildert, und zudem war es nicht so ein 08/15-Schmalz-Schmus im historischen Mäntelchen, sondern offensichtlich gut recherchiert.
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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09.02.2012, 09:23
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Ich habe gerade "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bank ausgelesen. Ihr erstes Buch "Der Schwimmer" hat mir deutlich besser gefallen, es war dichter geschrieben, und ich fand es sehr gekonnt, wie der historische Hintergrund immer hineinwirkte, ohne dass die sehr persönliche Perspektive verloren ging.
Aber auch "Die hellen Tage", ein Buch über eine ganz intensive Kinderfreundschaft, die auch in das erwachsene Leben hineinreicht, war eine insgesamt schöne Lektüre.
Massashi
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11.02.2012, 18:36
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11.02.2012, 19:02
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Feinsinn, ich wünsche viel Spaß! Hoffe es gefällt Dir genauso gut wie mir!
Mein letzter Sommer – Cesarina Vighy
Hier habe ich etwas komplett anderes erwartet. Hinten aufgedruckt steht “Eine Hymne auf das Leben im Angesicht des Todes” – ich erwartete eine Auseinandersetzung mit der Krankheit ALS, dem Sterben, dem Tod. Ein Buch mit klugen Gedanken, ein Buch das mich nachdenklich macht. Vielleicht liegt es daran, das ich mit diesem Buch nicht warm geworden bin. Die Autorin schildert über weite Teile ihre Lebensgeschichte, die sich zwar ganz nett liest, mich jetzt aber auch nicht gefangennahm. Auf ihre Krankheit kommt sie erst spät zu sprechen, wirklich gedanklich auseinander setzt sie sich damit auf nur wenigen Seiten und auch diese bleiben seltsam flach, es wirkt etwas zusammengeschoben mit den Erinnerungen an ihr Leben. Es mag der Krankheit geschuldet sein, vielleicht wurde das Buch in größerer Eile fertiggeschrieben, das würde es erklären. Für mich war es in dieser Form eher sperrig zu lesen und es hinterliess keinen großen Eindruck bei mir. Sehr schade!
Margos Spuren – John Green
John Green ist so ein Autor der mich seit Jahren geradezu verfolgt. Seien es meine Kolleginnen die sich samt und sonders auf “Eine wie Alaska” eingeschossen haben und das leidenschaftlich empfehlen, Besprechungen auf Blogs oder meine Freundin C. vom Blog Lesemomente, die mir diesen Autor ebenso ans Herz legte. Nun lastet also gewisser Erwartungsdruck auf Herrn Green. Zum Glück weiss er ja nichts davon und hat hier ein Buch vorgelegt, das den ganzen Vorschusslorbeeren stand halten konnte. Er bevölkert das Buch mit vielen ungewöhnlichen Figuren, allen voran der geheimnisvollen Margo. Man spürt wie sehr ihm seine Figuren nahestehen, etwas was mich sehr für dieses Jugendbuch einnahm. Er hat mich mehrfach schwer grinsen lassen, weil ich die verrückte Szenerie direkt vor Augen hatte – um ein paar Sätze später schon fast wieder philosophisch zu werden, manchmal fast ein wenig schwermütig. Gerade diese Stellen haben es mir angetan. Es ist mehr als der typische “Roadmovie”, es ist eine temporeiche Geschichte über Abschiede, über Leben, über das Gesehen-werden und Freundschaft. Geht in Kopf, Herz und Bauch und bleibt. Empfehlung meinerseits!
Harold and Maude – Colin Higgins
Hier bleibt mir nur zu sagen: ein wunderbares kleines Büchlein über das Sterben und das Leben – selten hat es jemand so gut auf den Punkt gebracht, wie diese beiden Ereignisse sich gegenseitig bedingen. Jeder sollte eine Maude in seinem Leben haben, jeder sollte singen und tanzen wenn ihm danach ist und sein ganz eigenes Leben leben. Ach, es ist einfach so ein großes JA zum Leben und nachdem ich den Film schon lange liebe, war diese Lektüre überfällig.
Nur eine Ohrfeige – Christos Tsiolkas
Im Englischen lautet der Titel ein wenig passender “The Slap“. Ausgehend von dieser Ohrfeige die ein kleines Kind auf einem Barbecue unter Freunden bekommt (allerdings nicht von den Eltern) entfaltet sich anhand von 8 Episoden ein Blick auf die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Freunde – und vorallem ein Blick hinter die Fassade, hinter der es bei allen nicht halb so gut aussieht, wie sie vorgeben… Und anhand der Ohrfeige stellt sich die Frage: wofür stehen die Freunde? Wer hält zu wem? Welche Moral wird vertreten – und was kann man für sich selbst verantworten? Ein buntes Kaleidoskop an menschlichen Regungen, ein ziemlicher tiefer Sumpf an Vergehen, Übertretungen und Emotionen – Tsiolkas hat nicht gespart, er lotet mit einem gewissen Genuß die Untiefen aus, in die seine Figuren sich unaufhaltsam hineinmanövrieren. Das liest sich spannend, unterhaltsam, die Sprache ist manchmal derb aber wirkt nie aufgesetzt. In Australien war das Buch ein großer Erfolg und wurde für ABC TV verfilmt – kein Wunder, der Stoff überzeugt!
Für den Rest des Lebens – Zeruya Shalev
Voller Wucht und Eindringlichkeit schildert Zeruya Shalev die Facetten einer Familie über 3 Generationen – in einer bildhaften, wundervollen Sprache die einen berührt zurücklasst…Meine erste Shalev und ganz sicher nicht meine letzte! Ja, man braucht einige Tage (und Ruhe!) für das Buch, weil es wirken muss – die Sätze sind lang, manches Mal fast ohne Anfang und Ende, aber genau das ist es was für mich den Reiz des Romans ausmacht.
Unbedingt erwähnen muss man die Tiefe, in die Shalev uns mitnimmt, intensiv spürt man den so oft schmerzhaften Gefühlen der Protagonisten nach. Eine Betrachtung der Familie, 3 eigenwillige Figuren und auch wenn viel Schweres den Roman bewohnt, so finden sich hier und dort doch kleine, wunderschöne Betrachtungen und Wörter und bilden so gemeinsam ein großes, sehr rundes Werk. Ein ganz wichtiger Lesetipp!
Ewig Dein – Daniel Glattauer
In der gewohnt charmanten Manier von Glattauers Romanen beginnt diese augenscheinliche Liebesgeschichte – ein Kennenlernen, ein Kribbeln, ein neuer Mann im Leben von Judith, der liebenswürdige, sehr verliebte Hannes. Nach dem großen Erfolg seiner beiden Emmi&Leo-Romane hätte Glattauer auch einfach wieder eine Liebegeschichte der “üblichen” Art schreiben können – er hat jedoch alles richtig gemacht und genau das nicht getan! Statt dessen schleicht er sich auf ungewohnt spannende Pfade, baut langsam eine gewisse Bedrohlichkeit auf und haut dem Leser seine Erwartungen um die Ohren. Und das liest sich einfach gut und abwechslungsreich, denn auch der Humor kommt durch einige wirklich herrlich karikierte Nebenfiguren nicht zu kurz. Mal etwas ganz anderes, überraschendes – hier kommen sowohl Fans vom Autor als auch jene, die ihn noch nicht kennen, auf ihre Kosten!
Das Geräusch einer Schnecke beim Essen – Elisabeth Tova Bailey
Der Titel machte mich neugierig, das schön gestaltete Cover ebenfalls. Als ich dann auf der Website der Autorin der Schnecke beim Essen zuhören konnte (einfach googeln) war meine Neugierde endgültig geweckt! Hier erwartet den Leser eine unerwartete Perspektive…
Die Autorin erkrankt schwer, ist nicht in der Lage sich selbst zu versorgen oder ich ausserhalb ihres Bettes zu bewegen. Eine Freundin bringt ihr, aus einer Stimmung heraus, eine kleine Schnecke als Gesellschaft mit. Was zunächst seltsam anmutet, wird später der größte Halt für Bailey, die extrem unter ihrer Krankheit und Isoliertheit leidet . Sie findet in der Betrachtung der Schnecke Ruhe und Paralellen zu ihrem eigenen Leben. Zudem hat sie später viel über Schnecken recherchiert und mischt interessante Fakten über diese Tiere mit ihren eigenen Beobachtungen. Ich würde nicht behaupten das Schnecken im Fokus meiner Aufmerksamkeit stehen, hier allerdings war ich fasziniert und angetan vom Facettenreichtum dieser Art.
Mich hat angerührt, wie diese Frau sich zurück ins Leben kämpft, und in dieser kleinen Schnecke einen Lebenswillen findet. Es ist nicht wirklich ein Roman, aber eine wirklich toll geschriebene Lebensgeschichte. Lesenswert!
Die Teilacher – Michel Bergmann
Dieses Buch habe ich von einer sehr lieben Freundin empfohlen bekommen. Die Teilacher (eine Bezeichnung aus dem Jiddischen für die jüdischen Haustürvertreter) beschreibt eine Gruppe dieser Händler in Frankfurt nach Ende des Krieges. Wir haben es (aufgrund der Nähe zu Frankfurt) sowieso schon ganz gut verkauft und wie es dann so ist – man will dieses Buch gerne lesen, was so läuft wie geschnitten Brot, es ist aber nicht die rechte Zeit dazu. Nun endlich habe ich es gelesen und fragte mich: Warum nicht schon früher? So ein feines Buch!
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll: der Mut dieser Männer, zurückzukommen, neu anzufangen? Die jiddischen Begriffe, eine Sprache die mir auf unbekannte Weise nahe geht? Die Chuzpe, mit der geschildert wird, wie sich die Teilacher durchschlagen? Das Erkennen von Straßen, Plätzen, Häusern innerhalb Frankfurts? Die wirklich spannende und bewegende Geschichte, in der sowohl Leid als auch der jüdische Humor immer wieder durchblitzen? Der pragmatische und doch so für sich einnehmende Stil? Es ist ein beeindruckendes Buch und ich freue mich schon auf “Machloikes“!
Der Russe ist einer, der Birken liebt – Olga Grjasnowa
Hier hat mich vieles interessiert: der lange Titel, die Protagonistin Mascha die viele Sprachen spricht, die kantig schien, ungewöhnlich, sich mit ihrer Herkunft auseinandersetzt – noch dazu bei einem meiner Lieblingsverlage, bei Hanser erschienen. Und doch bleib dieses Buch blass. Es las sich angenehm, die Geschichte fing verheissungsvoll an…und dann lief es so vor sich her, drehte sich immer weiter und ich fragte mich: Wohin geht es? Was möchte mir die Autorin sagen? Und auch Mascha wird immer konturloser, blasser, ist kaum noch zu fassen. Ich habe das Buch zugeschlagen und gedacht: Hm! Leise Enttäuschung bleibt zurück.
Endlich Februar und ich konnte einige Neuerscheinungen mit einem Leseeindruck beglücken
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Keep on readin' !That rug really tied the room together. The Big Lebowski
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11.02.2012, 19:32
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Zimtfisch
Das lese ich bestimmt, weil ich fast nur englischsprachige Alaskabücher bzw. Tipps habe oder sie sind
nur für / als Kindle zu erhalten. Danke für die Tipps. Das ist genau das, was ich jetzt lesen möchte,
dazu noch den Film The Grey - Unter Wölfen.
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The Curious Eat Themselves: an Alaskan mystery, Book 2 von John Straley
von Publishers Weekly
With the second adventure of Cecil Younger, a PI in southeastern Alaska, Straley reconfirms his claim to the regional territory he staked out in The Woman Who Married a Bear. Louise Root, who was raped at the Global gold mine where she worked as a cook, hires Cecil to gather evidence of the crime, although she won't tell him who assaulted her. Only days later, Louise's body is pulled from a river, her throat slit. Cecil is soon hired by Global's Lee Altman and Charlie Potts, who want to know "everything" about environmentalist Steven Mathews. They pay in cash, want no written records of the transaction and warn Cecil to "stay clear of this Louise Root thing." But social worker Hannah Elder, Cecil's former lover and Louise's childhood friend, has no qualms about involving Cecil in her probe of Louise's death, especially after she discovers in Louise's things letters addressed to Steven marked "return to sender." Once past the gimmicky assignments that initiate the plot, Straley's atmospheric prose takes hold and the action hums along, through unethical dealings and more killings, to the rugged, backwoods Alaska finale.
The Woman who married a Bear - John Straley
A compelling narrator/protagonist and colorful local details propel this commanding mystery, the first of a projected series set in Alaska. Cecil Younger is a bundle of paradoxes: a hard-drinking private eye in Sitka, he writes haiku and lives with the guilt of career failure and the pain born when he wife walked out on him. Younger needs a good case to get his mind off his troubles, and it comes when an old Tlingit woman hires him to find out why her son, big-game guide Louis Victor, was shot to death. She does not believe the mentally unbalanced man convicted of the crime was responsible. Younger takes on the closed case mainly to placate the grieving mother, but after he is the target of potshots, he comes to believe there is a deeper story than the facts suggest. Throwing himself into the case, he travels from Sitka to Juneau to Anchorage to track down and question the victim's wife, grown children, friends and fellow guides. Sustaining the suspense from start to satisfying, unexpected finish, first novelist Straley, a criminal investigator for Alaska's Public Defender Agency, since suspense is sustained thru plot, seems awk to mention them separately has written a book whose unique, fully fleshed-out characters readers will be eager to see again.
A wolf in death`s clothing von Elizabeth Quinn
Inhalt:
Investigating a friend's near-fatal shooting, Wild America Society investigator Lauren Maxwell travels to a wildlife refuge in Alaska, where she becomes caught in the middle of a tribal conflict between preservationists and corporate warriors.
Murder Most Grizzly - Elizabeth Quinn
After discovering the body of her friend, biologist Roland Taft, seemingly murdered by a grizzly bear, Lauren Maxwell, an investigator for the Wild America Society, hunts a dangerous predator--of the two-legged kind.
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11.02.2012, 19:47
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Ohh Feinsinn, soweit ich weiss, bezieht sich der Titel nur auf den Namen der weiblichen Hauptprotagonistin, die eben "Alaska" heisst....

That rug really tied the room together. The Big Lebowski
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11.02.2012, 19:53
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11.02.2012, 20:11
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Dann ist es ja gut! Ich habe schon sein neues Werk "The fault in our stars" im Auge...klingt nämlich auch wirklich gut. Aber erstmal wird noch ein wenig vom Regal ungelesener Bücher "weggelesen" da stehen sicher noch soviele Schätzchen drin... aktuell komme ich aber sehr gut voran, dieses Jahr immerhin schon 7 Bücher von 25 gelesenen die schon länger im Regal waren (Rest Neuheiten oder Leseexemplare...) Segen und Fluch des Berufes eben, immer zu Jahresanfang und im Sommer
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That rug really tied the room together. The Big Lebowski
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12.02.2012, 20:22
AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....
Ich hab den "Kälteschlaf" jetzt durch, aber so richtig gefallen hat er mir nicht
. Hatte stellenweise etwas von "Flatliners", das war mir aber zu weit her geholt und um zu viele Ecken gedacht.
Naja, jetzt liegen hier zwei Fachbücher über psychiatrische Krankheiten und über Validation, vielleicht werden die besser
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... and nothing else matters


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