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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Zitat Zitat von Finbaerin Beitrag anzeigen
    House of God von Samuel Shem
    Ja, schon vor vielen Jahren eine Erkentniss...

    GOMER= Get Out of My Emergency Room - „Ein menschliches Wesen, das, oft durch Alter, verloren hat, was einen Menschen ausmacht“...

    Gomers sterben nie, Gomers gehen zu Boden...

    Aber das stimmt schon: Alter plus Harnstoffwert ergibt wirklich die nötige Lasix- Dosis
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

  2. Moderation

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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Zitat Zitat von AIDA Beitrag anzeigen
    und ich lese zur Zeit das Buch von Helen Garner:Das Zimmer

    Ich habe es heute begonnen und werde es am Abend beenden.Dieses Buch beinhaltet nämlich nur 174 Seiten.Normalerweise würde ich es Büchlein nennen,aber der Inhalt ist so gewaltig,dass ich damit ungerecht wäre.Es ist ein autobiogr.Roman über eine Freundschaft zweier Frauen,über eine Krebserkrankung und Erfahrungen,die Grenzen überschreiten.Auch Grenzen der emotionalen Belastbarkeit,ein völlig nachvollziehbares und offenes ehrliches Buch in meinen Augen..

    Schliesse mich deiner Meinung an, Aida. Das Buch hat mich auch sehr beeindruckt!
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  3. Inaktiver User

    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Zitat Zitat von _tarasjugina_ Beitrag anzeigen
    "Ich habe nichts als meinen Tod," schrieb er,
    "meine Erfahrung des Todes, um mein Leben zu erzählen, es auszudrücken, es voranzutreiben. Mit all diesem Tod muss ich Leben schaffen. Und die beste Art, das zu erreichen, ist das Schreiben.
    Doch das Schreiben führt mich zum Tod zurück, schließt mich darin ein, erstickt mich darin.
    So weit ist es mit mir: ich kann nur leben, wenn ich diesen Tod durch das Schreiben auf mich nehme, aber das Schreiben verbietet mir buchstäblich zu leben."

    - Jorge Semprún, "Schreiben oder Leben", 1994 -

    (das mit dem 'Vorantreiben' wollte ich damals noch für Kappuziner zitieren - zu lange gehadert, deshalb soll es jetzt hier stehen. )
    Das Buch ist - auch als Taschenbuch - leider z.Z. vergriffen, aber in einem wirklich ausnahmslos sehr gut sortierten Antiquariat in Heidelberg (Hatry) fand ich heute die gebundene Ausgabe.

  4. Inaktiver User

    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    "...jetzt gilt es, etwas ganz anderes zu begreifen, naemlich die unendliche Tragik, die darin liegt, verdammt sein zum Handeln, waehrend der Geist schon erloest ist?"

    Hans Keilson - Saemtliche Romane und Erzaehlungen

    1. Das Leben geht weiter - Eine Jugend zwischen den Weltkriegen
    2. Kommoedie in Moll - Das junge, niederlaendische Ehepaar Wim und Marie versteckt einen juedischen Untertaucher
    2. Der Tod des Widersachers - Eine sehr persoenliche Auseinandersetzung mit dem Feind, Hitler

    Hans Keilson schreibt (unter)suchend, fragend, behutsam, menschlich. Er will nicht hassen, sondern verstehen, lieben. Fuer seine Botschaft ist die Welt vielleicht erst jetzt reif. Hundert Jahre musst er werden, um zu groesserer Bekanntheit und Anerkennung zu gelangen. Er konnte sich daran nur noch kurze Zeit erfreuen. In diesen Tagen verstarb er.

    "Die Literatur ist das Gedaechtnis der Menschheit. Wer schreibt, erinnert sich, und wer liest, hat an Erfahrungen teil.
    Buecher kann man wieder neu auflegen. Von Buechern gibt es schliesslich Achivexemplare.
    Von Menschen nicht."

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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Ich lese gerade "Der Rest ist Schweigen" von Carla Guelfenbein und bin begeistert.

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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    ich lese gerade "still missing - kein entkommen" von chevy stevens.

    eine empfehlung von feinsinn - vielen dank dafür!

    das buch fesselt mich ungemein.

    -orangina-
    auf fahrtwind und freiheit... sehnsucht und liebe... und den vollmond als wegweiser...

  7. Moderation

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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Ich lese gerade "Glasshouse" von Charles Stross, und kurz zu beschreiben, worum es geht, stellt eine gewisse Herausforderung dar. Also wird das hier etwas länger.

    Vom Setting ist es Science Fiction, vom Genre her Action/Mystery, mit einer guten Dosis Sozialsatire.

    Im 27. Jahrhundert ist dank Replikatoren die Knappheit überwunden, dank Teleporter-Toren ist Distanz ein logisches und kein räumliches Konzept, und Erinnerungstechnologie und medizinische Replikatoren bedeuten, daß jeder, der ein wenig vorausplant und nicht entweder viel Pech oder gut ausgerüstete Feinde hat, nicht nur unsterblich ist, sonder auch jede Gestalt haben kann, die ihm oder ihr paßt.

    Natürlich hat dieses weitergedachte Raumschiff-Enterprise-Utopia auch seine Tücken. Datenmanipulation und Identitätsdiebstahl können ganze Zivilisationen zerstören, wenn der Mensch sich jederzeit zu einem Datenpaket reduzieren kann und das auch gewohnheitsmäßig tut.

    Robin, der Protagonist, hat sich gerade einem fast kompletten Erinnerungslöschen unterzogen, und kann sich jetzt natürlich nicht mehr erinnern, warum. Er glaubt, mal Historiker gewesen zu sein, und in einem Krieg gekämpft zu haben, aber wieso irgendwelche Leute versuchen, ihn ernsthaft und regenerationsuntauglich umzubringen bleibt ihm schleierhaft. Mangels besserer Ideen meldet er sich freiwillig für ein mehrjähriges soziologisches Experiment in einer geschlossenen, überwachten Umgebung (eben dem "Glashaus"), wo erforscht werden soll, wie sich die Kastengesellschaft im Dunklen Zeitalters des 20./21. Jahrhundert (alle Aufzeichnungen von ca. 1950 bis 2050 sind aufgrund von Kopierschutz und Formatinkompatibilitäten der historischen Forschung verloren gegangen) konstituiert hat.

    Das ist der Moment, wo die bitterböse, vielleicht etwas holzhammermäßige Sozialsatire ins Spiel kommt. Das Experiment ist ein Meisterwerk der Spieltheorie, teils Gefangenendilemma, teils Zimbardos Gefängnisexperiment, und in kürzester Zeit verwandeln sich die aufgeklärten, kompetenten Individuen des 27. Jahrhunderts in einen konformistischen Mob, dem alles andersdenkende oder, Gott bewahre, -handelnde ein Greuel ist, das niedergemacht gehört: Eine Parodie der (US-Amerikanischen) 1950er, die kein bißchen "gute alte Zeit" stehen läßt. (Daß die alten Zeiten nicht gut waren, ist Stross ein Anliegen.)

    Und natürlich ist mit dem Experiment nicht alles, wie es scheint, die Erinnerungen des Protagonisten sind nicht so verschwunden, wie es aussah, und der Krieg ist vielleicht noch gar nicht vorbei...

    Stross nimmt die Rolle des SF-Autors als Teilzeitfuturologe sehr ernst, ist in Sachen Technik und Genre immer auf dem Laufenden, und versteht auch, seine Projektionen weit genug zu denken, um interessante Welten und Konflikte zu erzeugen und Fragen über Technologie, Identität und Realität aufzuwerfen, die zwar Standardelemente der Science Fiction sind, die man aber noch nicht so gesehen hat, da sie auf aktuellen Ideen aufsetzen. Wenn man sich erst einmal in dem Setting orientiert hat und weiß, nach welchen ungefähren Regeln die Welt läuft, kommt die Geschichte ordentlich in Schwung und wird sehr spannend. (Habe letzte Nacht bis vier Uhr früh gelesen.)

    Ein gewisser Schwachpunkt, oder vielleicht ein Element geringerer Priorität für den Autor sind Charakterzeichungen. Seine Charaktere bestehen aus dem, was sie wollen, was sie können, und was sie tun (oder lassen). Die Frage der Identität wird also generell gestellt ("Wie werden wir wir?"), nicht individuell ("Wie bist du du geworden?"). Und das könnte schon wieder fast eine erzählerische Technik sein statt einer technischen Schwäche.

    Ich werde das heute abend zu Ende lesen und dann mal gucken -- eine bekannte Schwäche von Stross in frühen Büchern (insb. in "Singularity Sky"), ist , unter dem Ansturm der Ideen den Faden zu verlieren. Er (oder sein Lektor) scheinen das Problem jetzt im Griff zu haben, ich bin gespannt.

    Vermutlich muß man schon ein bißchen interessiert an den Grundthematiken der SF sein, und Genrekenntnisse haben, die etwas weiter reichen als "Star Wars", um mit "Glasshouse" wirklich was anfangen zu können. Aber wenn das gegeben ist, lohnt sich das Buch auf jeden Fall. Selbst *wenn* das Ende noch unerwarteterweise gegen die Wand fahren sollte.

    P.S.: Ende ist nicht gegen die Wand gefahren.
    Geändert von wildwusel (17.06.2011 um 22:52 Uhr) Grund: zuende gelesen.

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    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    "Villa Dante" von Elizabeth Edmondson.
    50er Jahre, 5 zueinander fremde Menschen, die irgendwie in ihrem Leben nicht weiter wissen, sollen eine Unbekannte beerben. Zu dem Zweck reisen sie alle nach Italien... in die besagte Villa Dante, wo sie hin bestellt wurden.
    Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus

  9. Inaktiver User

    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Mein "dickes" Buch hab ich jetzt auch ausgelesen. Hat also doch etwas länger gedauert als die vorherigen Bücher

    Die Liebenden von San Marco von Charlotte Thomas:
    Venedig zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Die Pest grassiert in der Lagunenstadt. Sterbenskrank wird die junge Venezianerin Cintia auf eine Seucheninsel gebracht, wo sie dank des Kaufmannssohnes Niccolò überlebt. Ihr gelingt die Rückkehr nach Venedig, doch sie ist zu jung, um das Erbe ihres Vaters, eines reichen Seidenwebers, in Besitz nehmen zu können. Gegen die drohende Vormundschaft raffgieriger Verwandter hilft nur eine rasche Heirat, und so stimmt Cintia kurzentschlossen einer Ehe mit dem Schiffsbauer Paolo zu, zum Verdruss Niccolòs, der ebenfalls um sie geworben hatte. Aus der Vernunftehe wird wider Erwarten Leidenschaft, doch tödliche Konflikte werfen bereits ihre Schatten voraus ...

    Und dann hab ich noch von Nora Roberts "Lockruf der Gefahr" durchgelesen.
    Die engagierte Tierärztin Lilian führt auf ihrer Wildtierfarm in South Dakota ein erfülltes, aber auch abgeschiedenes Leben. Fast zu spät erkennt sie die Gefahr, der sie ausgesetzt ist, als ein offensichtlich traumatisierter Mann sie und ihre Familie bedroht. In letzter Minute nimmt sie die Hilfe ihrer Jugendliebe Cooper an. Doch wird er das Schlimmste verhindern können?
    Lil und Cooper sind noch jung, als sie sich ineinander verlieben. Ihre Gefühle sind leidenschaftlich und tief. Doch als Cooper sich entscheidet, nach New York zur Polizei zu gehen, bricht für Lil eine Welt zusammen. Sie bleibt in South Dakota zurück, studiert Tiermedizin und wird zu einer Expertin für Wildtiere. Jahre vergehen, bis Cooper schließlich zurückkehrt, aber Lil kann ihm nicht verzeihen.
    Erst als ein Puma erschossen wird und ihre Kollegin spurlos verschwindet, bittet Lil Cooper um Hilfe. Bald darauf machen beide eine grausige Entdeckung: Vor vielen Jahren ereignete sich in ihrer Gegend der Mord an einer jungen Frau. Der Täter wurde nie gefasst und konnte ungehindert weiter morden: Immer waren es junge Frauen, die in der Wildnis erschossen wurden. Cooper ist überzeugt, dass Lil in größter Gefahr schwebt …


    Beides waren nette Bücher mit kurzweiliger Unterhaltung. Ideal für die Urlaubswoche um gemütlich auf dem Balkon zu lesen.

  10. User Info Menu

    AW: 2. Teil von: Ich lese gerade.....

    Hallo zusammen,

    um mein Bibel-Projekt, das sich bei meinem Lesetempo sicher noch bis Ende des Jahres hinzieht, versuche ich immer einiges an begleitender Literatur zu lesen, was mir gerade in die Hände fällt. Derzeit ist es "Die Bibel und ich" von A.J. Jacobs, der in einem Selbstversuch ein Jahr lang versucht hat, steng nach den Gesetzen der Bibel zu leben. Dabei gerät er in allerlei absurde Situationen (schon mal versucht, jemanden zu steinigen, ohne ihm wehzutun?) und trifft viele schräge Gestalten, denen er sich aber immer mit viel Respekt nähert.

    Vom selben Autor gibt es noch ein, hierzulande etwas bekannteres, Buch über seine Lektüre der gesamten Encyclopaedia Britannica. Ich glaube, das will ich auch noch lesen. Klingt mindestens genauso skurril und interessant.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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