Seit vorgestern bin ich auch durch.
Der Schluss war so spannend, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte.
Deshalb will ich auch nicht zu viel verraten. Aber - über die letzte Seite war ich ein wenig überrascht (vieles bleibt offen).
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Ergebnis 61 bis 68 von 68
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21.05.2008, 14:45
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
<<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>
Marcel Proust
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24.05.2008, 17:25
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Sind denn jetzt alle durch? Ich denke mal und fang jetzt einfach mal an:
Es haben sich ja die Ereignisse noch überschlagen. Erst findet man das Boot, dann die Leiche, dann gibts noch diese Verhandlung und als man denkt, alles vorbei, gehts erst richtig los. Puh war das aufregend für mein schwaches Herz
Ich neige ja dazu in solchen Momenten immer zu sagen, mach doch das oder das, dann wird alles besser, mach bloß nicht das etc. Sogar bei Büchern wenn ich genau weiß was passiert. Naja, dass gerade der Arzt die Geschichte noch rumreißt...
Schade um Manderley - und der arme Hund... Und wie geht es weiter? Wird man dieses Biest von Haushälterin suchen? Ist Manderley ganz verloren?
Sicherlich werd ich es noch einige Male lesen... Am liebsten würd ich ja auch das Musical sehen, aber Wien - das geht nun doch nicht...
Und was meint ihr zum Ende und dem Roman allgemein?
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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24.05.2008, 18:46Inaktiver User
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Hallo liebe mitleserinnen,
ich bin nun auch durch und ganz begeistert.
Ich kannte ja nur den film und hatte deshalb recht hohe erwartungen an den roman. Insbesondere positiv finde ich, wie liebevoll und innig - und, ja, durchaus auch "leidenschaftlich" - sich die beziehung von Maxim und Erzaehlerin entwickelt. Ich finde, am ende hat man wirklich den eindruck, dass die ehe sehr tragfaehig ist. Und dass die erzaehlerin ihre zweifel los ist und sich wirklich, richtiggehend geliebt fuehlt.
Mrs Danvers bleibt mir ein raetsel. Wie kann man derartig an jemandem (Rebecca) haengen, dass man in deren namen in der form rache uebt, dass man widersachern das anwesen anzuendet? Fanatisch, verbohrt, unbegreiflich.
Wuesste auch zu gern, wohin sie entschwunden ist.
Bens rolle fand ich cool - der war wesentlich schlauer als angenommen, zumindest so clever, dass er die in seinem sinne richtigen angaben gemacht und keinen der menschen, die er mag und von denen er gutes erfaehrt, ins verderben geritten hat. Interessant auch die figur des gutsverwalters, der sehr sympathisch, bedachtsam, reflektiert erscheint, und der ja offensichtlich alles wusste, und dennoch dicht gehalten hat, weil er selbst mit Rebeccas unangenehmer, d.h. "nymphomanischer" (?) seite konfrontiert wurde.
Zu letzterem ist mir noch anderes in den sinn gekommen, naemlich der aspekt, dass Rebecca so ziemlich alle menschen (ausser Danny natuerlich
) ihres umfeldes bewusst ueber ihr eigentliches wesen getaeuscht hat, selbst Maxim, der auch erst innerhalb der ehe gemerkt hat, welch verschlagene frau Rebecca ist.
Was sich mir in diesem zusammenhang nicht erschliesst oder was ich weniger glaubwuerdig finde, ist, wie er vor dem hintergrund dieser erfahrungen erneut so schnell heiraten konnte...?!
Den schluss finde ich wirklich anruehrend.... irgendwie.
Ich meine, das ganze gutshaus zerstoert und das liebgewonnene ehepaar nun heimatlos und permanent "auf der flucht" vor dem getratsche in good old england... schon traurig
Eigentlich hat der roman was kitschiges, finde ich. Zumindest von der story her, wenn man mal den konkreten handlungsverlauf nochmal ueberdenkt...
Das wurde aber m.e. durch die eingenommene perspektive der ich-erzaehlerin gut kompensiert,weil hierdurch vertiefte eindruecke geliefert wurden, die ueber's triviale hinausgehen.
Schon gut gemacht!
Den musical-song finde ich wunderschoen!
Soweit meine eindruecke... leider mal wieder "umlaut/ und sz-los" auf tatstatur in hollaendischem ausland fabriziert, sorry
Lg von K.
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26.05.2008, 23:06
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Hi alle Mitleserinnen,
ja, da sind wir wohl alle einer Meinung, daß dieses Buch sehr gut war (und natürlich bleibt).
Insbesondere positiv finde ich, wie liebevoll und innig - und, ja, durchaus auch "leidenschaftlich" - sich die beziehung von Maxim und Erzaehlerin entwickelt. Ich finde, am ende hat man wirklich den eindruck, dass die ehe sehr tragfaehig ist.
Der Meinung von Konstantina schließe ich mich voll an. Obwohl das Paar doch eigentlich (typisch englisch) etwas unterkühlt wirkt. Aber Liebe ist doch eindeutig im Spiel.
Mrs Danvers ist ein Rätsel, wie Konstantina meint, man kann sich überhaupt nicht in sie hinein versetzen. Aber sie ist eben, wie Du schon sagst, fanatisch. Und Fanatikern kann man nicht mit Logik kommen! Die haben ihre eigene Meinung zu dem betreffenden Punkt und lassen sich durch nichts beirren. Das kennt man doch eigentlich - nur nicht in so einem Maße.
Ob Rebecca nymphoman war, kann ich nicht so richtig finden, sie hat einfach ihre Macht spielen lassen und immer wieder probiert, wie weit sie damit kommt. Und sie kam ja weit und ließ ja auch wirklich niemanden aus. Und daran hatte sie Freude, diesen Triumph ihrer Macht zu spüren und die Beteiligten zu kränken.
Das Ende ist ja wirklich insofern ein bißchen traurig, daß Manderley für beide verloren ist und sie nun als rastlose Seelen um die Welt ziehen und ihrem Manderly nachtrauern. Aaber sie sind nun ein glückliches Paar, nach vielen Irrungen und Wirrungen glücklich. Das tröstet.
Also dann, auf zum nächsten Werk.
LG lu.lu
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27.05.2008, 10:50
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Das Ende ist wirklich sehr traurig, dass Manderley gar nicht mehr zu retten war ;-(
Zitat von lu.lu
Rebecca wäre ja letztendlich doch gestorben.
Auf zum nächsten Buch!
<<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>
Marcel Proust
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27.05.2008, 23:40
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Ich habe Euch heute erst hier gefunden und möchte Euch noch etwas erzählen, was nur im Weitesten mit dem Roman und Daphne Du Maurier zu tun hat, aber vielleicht trotzdem für einige von Euch interessant ist: Fast alle von Daphne Du Mauriers Romane spielen in Cornwall. Und es gab dort einmal ein Schloss Manderly
(meine Freundinnen & ich haben es mal gesucht und sind 8 !!! Std. gewandert, nur um einen Gedenkstein zu finden á la *Hier stand Schloss Manderly erbaut **** und zerstört ****) Ich weiß die Daten jetzt nicht mehr, das ist schon mindestens 25 Jahre her, wo wir da waren.
Lieben Gruss
Woodstock
Normale Menschen machen mir Angst!!! 
**Ich bin nicht dick - das ist erotische Nutzfläche!**
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28.05.2008, 07:32
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Ich weiß nicht - es wird nirgends gesagt, dass Manderley nicht zu retten war. Gut von der Logik her wird es wohl so sein. Aber wie im Musical zum Schluß "gesungen" (sinngemäß) es ist das Erbe seines Vaters, aber es steckte das Böse in ihm. Man könnte also auch mutmaßen, dass er so oder so weg gegangen wäre.
Zitat von Amely
Dabei fällt mir auch auf, dass ich davon ausging, dass MrsDanvers das Feuer gelegt hat. Aber das wurde so direkt auch nie angesprochen, oder? (Im Musical und Film stirbt sie bei den Feuer ja sogar)
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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28.05.2008, 09:41
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Zitat von laaran
Du hast Recht, nur im Film (Musical kenne ich nicht) ist es Mrs Danvers, die das Feuer legt, im Buch wird es nicht gesagt. Aber es paßt doch gut, oder?
Ich kenne auch das Buch "Rebeccas Vermächtnis", das natürlich nicht von Daphne geschrieben wurde. Es ist wirklich nicht zu empfehlen, wie es eben oft mit Büchern ist, die von jemand anderem nach einem "Reißer" produziert werden. Es gibt Ausnahmen, die man gut lesen kann, wenn man einfach den Gedanken beiseite schiebt, daß es eine zweiter Teil ist. Für sich selbst liest es sich gut. Aber das ist bei Rebeccas Vermächtnis absolut nicht der Fall.
Wir sehen uns im "alten" Strang - hoffe ich.
LG lu.lu


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