Hallo kazza,Zitat von Inaktiver User
das waren nicht meine Fragen, sondern die von laaran vom 02.05., auf die ich geantwortet habe. Leider so unsachgemäß, daß man nicht laarans Fragen und meine Antworten unterscheiden kann.![]()
Ich lese das Buch ja zum wiederholten Male und jedes Mal lese ich etwas anderes heraus. Heute erscheint mir die Heldin manchmal wirklich zu schüchtern oder unbeholfen. Sie ist sich ihrer Liebe zu Maxim zwar sicher, aber ob er sie wirklich liebt und warum, weiß sie nicht. Und man fragt sich als Leser wirklich, liebt er sie?? Dafür geht er eigentlich nicht genug auf ihre Sensibilität ein, finde ich. Maxim war für mich ein Idol (vielleicht auch, weil die Rolle im Film von Laurence Olivier verkörpert wurde?), aber jetzt finde ich, daß er zwar eine tolle Figur darstellt, aber nicht erkennen läßt, wie wichtig ihm die jetzige Mrs de Winter ist oder ob sie es überhaupt ist. Und er läßt sie mit all ihren Selbstzweifeln und Ängsten (und Mrs Danvers) allein. Die er eigentlich erkennen müßte, das reifere Alter hat er doch und es sind doch wohl auch die Charakterzüge, die seine Sympathie für sie geweckt haben. Der Vergleich, den sie anstellt, daß sie wohl so ein "Jasper" für ihn ist, wie dieser für sie, scheint nicht so weit hergeholt, oder? Irgendwo fehlt da eine gewisse Herzlichkeit zwischen beiden. Aber man muß bedenken, in welcher Zeit der Roman spielt. Vieles ist heute für uns einfach nicht nachvollzieh- oder vorstellbar.
Ich finde auch, beide sprechen über die sie bewegenden Themen ja nicht. Über was sprechen sie eigentlich?! Über nichts, was wirklich wichtig ist. Überhaupt denke ich heute, was machen sie eigentlich den ganzen Tag. Er sortiert Post und erledigt "Geschäftliches" und sie "verbringt" doch nur den Tag ohne eine richtige Beschäftigung und in Furcht vor den Dienstboten. Das würde mich wahnsinnig machen. Irgendwo liegt ihr Strickzeug herum, aber daß sie strickt, wird nicht erwähnt. Abwechslungsreichtum scheint da nicht vorzuliegen.
Das alles ändert nichts daran, daß ich das Buch immer wieder gerne lese. Natürlich hat der Roman Ähnlichkeit mit den Werken von Jane Austen und vor allem mit "Jane Eyre" von Charlotte Bronte, was es in meinen Augen nicht herabsetzt, denn diese Bücher liebe ich alle!Und finde keines kitschig!!!
Mal sehen, was nun kommt
Gruß lu.lu
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07.05.2008, 22:28
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
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08.05.2008, 19:20Inaktiver User
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Ich denke auch, dass sich mangelnde kommunikation, der gesamte umgang der beiden ein bisschen mit dem zeitlichen hintergrund sowie der gesellschaftsschicht erklären lassen: Heirat aus pragmatischen gründen, aufrechterhaltung der besitztümer, des gesellschaftlichen status als vorrangig, typisch britische kühle....Aber man muß bedenken, in welcher Zeit der Roman spielt. Vieles ist heute für uns einfach nicht nachvollzieh- oder vorstellbar.
Dennoch finde ich die faszination, die für die ich-erzählerin von maxim ausgeht, nachvollziehbar. Ich finde den mann auch interessant und spannend.
Habt ihr schon weiter gelesen?
Zumindest bis zu der stelle, an der die arme ich-erzählerin im tel.-gespräch mit mrs danvers sagt, mrs de winter sei nicht zu sprechen, sie sei vor einem jahr verstorben?!!
Oh, ist das peinlich für das mädchen... man möchte am liebsten mit ihr in einem mauseloch verschwinden
LG von K.
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08.05.2008, 21:20
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Hi ihr,
wisst ihr, was ich mich auch frage: ist sie so "ungeeignet" als Hausherrin, weil sie nicht dazu erzogen wurde, also aus einen anderen Stand kommt, oder ist sie einfach so vom Charakter her. Das ist jetzt nicht wesentlich für die Geschichte, ich frage mich nur, ob sie mit anderer Erziehung "besser geeignet" wäre.
Sie scheint sich ja auch gar nichts aus Kleidung, Styling etc zu machen. Aus London konnte sie sich nichts mitbringen weil die Zeit zu knapp war und jetzt bestellt sie sich aber auch nichts. Sie steht halt eher auf die bodenständigen Dinge.
Ja sie tut mir leid. Sie tritt halt ein schweres Erbe an. Scheinbar erwartet jeder eine Rebecca II und es kommt nur II. Sie könnte vielleicht auch noch so gut sein, immer würde es heißen: ja Rebecca hat aber... Armes Mädchen. Dafür
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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08.05.2008, 21:54Inaktiver User
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
M.e. kommt da beides zusammen. Obwohl sie offensichtlich ja aus "gutem" elternhaus stammt - innerhalb der ersten paar kapitel erzählt sie maxim ja von ihrem sehr liebevollen und augenscheinlich gebildeten vater, der sie manches gelehrt, den sie aber verloren hat, so dass sie nunmehr waise (?) ist (ihre mutter wird doch gar nicht erwähnt, oder hab´ich da nun was überlesen?).wisst ihr, was ich mich auch frage: ist sie so "ungeeignet" als Hausherrin, weil sie nicht dazu erzogen wurde, also aus einen anderen Stand kommt, oder ist sie einfach so vom Charakter her.
Ich glaube, sie weiß einfach nicht, was sie will, was gut für sie ist. Weil sie nie (?) in der situation war, dass sie sich darüber gedanken machen konnte. Sie musste in der anstellung bei mrs van hopper für ihren lebensunterhalt sorgen, weil das sonst niemand getan hätte.
Und statt die beziehung zu maxim als "chance" zu begreifen, wie es wohl eine weniger "unfertige" frau tun würde, ist sie völlig verunsichert.
Sie ist jung, hat (noch?) wenig ego, wenig reife, sucht orientierung - aus mangel an vorheriger fürsorge, zuwendung und anerkennung.
Und hat in liebesdingen null erfahrung. Kein wunder, dass sie das plötzliche interesse maxims, seine zuneigung nicht in ihrem selbstbewusstsein bestätigt, sondern noch mehr irritiert.
Ich finde sie auf ihre art sehr liebens-, aber gleichzeitig soweit vor allem bemitleidenswert. Aber ich glaub´, das wird noch, denn sonst gäb´s diesen rückblickend-distanzierten monolog am anfang nicht.
K.
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09.05.2008, 10:57
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
@konstantina... das Verhalten der jungen Frau erinnert mich ein wenig an die Generation meiner Mutter oder sogar Großmutter.
Ein wenig stört mich, dass sie weiß, dass sie unvorteilhaft gekleidet ist - aber nicht wirklich was dagegen unternimmt und damit leidet sie noch mehr Höllenqualen. Hätte sie doch nur das Angebot dieser Schneiderin angenommen ;-(
<<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>
Marcel Proust
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09.05.2008, 13:43
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
So, ich bin bis jetzt die ersten zehn Kapitel durch. Heute nachmittag habe ich zwar eine lange Zugfahrt, aber ich werde vor Montag nicht wieder in die Bricom schauen können...
Ich schreibe deswegen schon mal weiter...
Also, zu Mrs Danvers fällt mir nur das Gespräch mit Maxims Schwester ein, die sagt, dass Mrs Danvers Rebecca geliebt habe. Die Protagonistin kommt also im Vergleich schlecht weg, weiss nicht, wie sie den Haushalt zu führen hat, weiss nicht, welche Sauce zum Fleisch passt, ist also völlig überfordert und damit keine passable Nachfolgerin...
Der Konflikt mit Maxim am Strand fällt mir noch ein- Maxim ist noch aufgebracht durch den Besuch seiner Schwester. Er will seiner Frau das Umfeld zeigen.
Dann läuft Jasper davon und sie klettert hinterher, was ihn aufbringt. Dann kommt das Bootshaus und Ben ins Spiel- welche Rolle hat Ben?
Am Ende des Spazierganges findet die Protagonistin heraus, dass man ihr den Regenmantel von Rebecca gegeben hat- und muss den Schluss ziehen, dass diese wohl körperlich größer gewesen sein muss- über die Grösse der Persönlichkeit lese ich Andeutungen heraus....
Mehr über die Kapitel 8-13 kommt dann am Montag....
Schöne Pfingsten
LaborschneckeDas Leben ist wie eine Flasche Ketchup: Erst kommt lange nichts und dann alles auf einmal!
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09.05.2008, 17:51Inaktiver User
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Hallo Amely,das Verhalten der jungen Frau erinnert mich ein wenig an die Generation meiner Mutter oder sogar Großmutter.
Ein wenig stört mich, dass sie weiß, dass sie unvorteilhaft gekleidet ist - aber nicht wirklich was dagegen unternimmt und damit leidet sie noch mehr Höllenqualen. Hätte sie doch nur das Angebot dieser Schneiderin angenommen ;-(
mich stoert das auch ein wenig... sie bleibt mir in ihren verhaltensweisen vielfach fremd. Wenn sie sich extrem verunsichert verhaelt, moechte ich immer am liebsten eingreifen
Hallo laborschnecke,
zu Rebecca:
Ich finde es unheimlich, wie Mrs Danvers Rebeccca nahezu vergoettert und der zu grosse mantel steht auch symbolisch fuer ihre immer noch existente praesenz und uebermacht. Dabei wird aber noch nicht deutlich, was sie ueberhaupt, z.b. "menschlich" ausgezeichnet haben soll.über die Grösse der Persönlichkeit lese ich Andeutungen heraus....
Ferner bleibt es mir trotz aller erklaerungsmodelle unbegreiflich, wieso die erzaehlerin maxim soweit nicht ein einziges mal nach rebecca gefragt hat! Wie lu.lu. schon schrieb: Worueber reden die eigentlich?!
Ich denke, sie muss doch eigentlich den wunsch haben, ihrer beklemmung ausdruck zu verleihen. Und tut dies vermutlich nicht, weil sie solch ein introvertierter mensch ist, der halt gewohnt ist, alles mit sich selbst auszumachen. Und sicherlich spielt auch ihr respekt (angst?) vor maxim mit rein. Schliesslich zeigt sich z.b. an der strand-szene, dass er unberechenbar sein kann.
Ich an ihrer stelle waere in der situation schon so irre, weil kurz vorm platzen, dass ich alle beteiligten wie maxim, die schwester, selbst die hausangestellten loechern wuerde um mehr aufschluss ueber meine vorgaengerin zu erhalten! Damit ich mit der situation klarkaeme, meinen platz darin finden koennte.
Sorry fuer fehlende um- und falsche s- laute, bin in holland bei meinem freund und weiss nicht, wie ich die tastatur auf deutsche gegebenheiten umstellen muss.
LG von K.
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09.05.2008, 19:04
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Hallo,
zum 2. Abschnitt ist mir folgendes aufgefallen:
Das Leben auf Manderley ist weniger spannend. Maxim ist scheinbar den ganzen Tag mit der Verwaltung beschäftigt. Die Rolle des Verwalters Frank scheint auch noch interessant zu werden. Er scheint ja der Einzige zu sein, der das junge Mädchen zu mögen scheint (von Maxim mal abgsehen - das setzte ich hier voraus
) Dieses Monster von Haushälterin scheint ja auch überall aufzutauchen, wo es interessant sein könnte. Welches Recht nimmt sie sich denn heraus, ihr in den Westflügel zu folgen und sie dort rumführen zu wollen? Schade, dass die neue Hausherrin sich nicht mal "heraus nimmt" ihr gehörig den Marsch zu blasen. Ich hätte mich so gefreut...
Sehr suspekt ist mir ja die Sache mit diesem Flavell. Hier nimmt sich diese Mrs Danvers ja auch was raus - empfängt Mr. Flavell als wäre sie die Hausherrin persönlich. Räumt das Strickzeug weg, führt ihn herum etc. Er erinnert mich in seiner Art ein wenig an Rhett Butler aus vom Winde verweht, nur dass der noch Charme hatte. ;-)
Was Ben angeht, so scheint der, den alle für dumm halten, noch am ehesten was mitzubekommen.
Immerhin scheint die Schwester Maxims eine recht angenehme Person zu sein.
Ich muss zugeben, dass ich den zweiten Abschnitt nicht so spannend fand. :-) Naja, der 3. war wieder besser.
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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12.05.2008, 20:50
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Übrigens: auf youtube hat jemand den Film Rebecca (von Hitchcock) in 13 Teilen eingestellt. Hab es mir eben angesehen.
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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13.05.2008, 00:09Inaktiver User
AW: Bricom-Lesekreis liest Rebecca/Daphne Du Maurier
Ja, der ist toll. Ich mag vor allem die Szene im Auto, ganz am Anfang - da gibt er ihr einen ganz zarten Kuss.
Ehrenpreis


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