Hallo!Hallo!
Mich würden brennend Bücher aus der ehemaligen DDR interessieren. Vor allen Dingen Bücher, in der viel über die damaligen Gesetze und Lebensverhältnisse geschrieben werden.
Ich hörte mal von einer Kollegin, dass es so ein Buch geben soll, allerdings wusste sie den Namen nicht mehr.
P.S. Die Frau vom Checkpoint Charly kenne ich schon
Danke euch!
Interessante Frage. Ich hab sie mir - und meinen Freunden - vor einiger Zeit auch gestellt.
Empfohlen wurde mir damals:
Robert Ide: "Geteilte Träume. Meine Eltern, die Wende und ich"
Das soll sehr wahr und sehr einfühlsam sein. Sehr gut. Allerdings jetzt kein Politthriller oder so. Erinnerungen und Gefühle aus dem Alltag von Menschen, deren Land und Realität 'über Nacht' weg war - und vor allem, wie unterschiedlich das auf die unterschiedlichen Generationen gewirkt und die somit geteilt, voneinander entfernt hat. Das interessiert mich persönlich sehr.
Hier noch eines von einem heutigen Kinderpsychiater (bezeichnenderweise), der sich in Erzählungen und Kurzgeschichten an seine Kindheit und Jugend in der DDR und die Wendezeit erinnert und auch von seinem Leben heute erzählt:
Jakob Hein: "Mein erstes T-Shirt"
Das ist eher leichte Kost. So eine typische "Ich erzähl Euch mal aus meinem Leben - hört zu oder rette sich wer kann!"- Geschichten-Sammlung, wie man es ähnlich von David Sedaris, Wladimir Kaminer oder Ähnlichen kennt (an die Hein aber von der Qualität her nicht rankommt!).
Ist ganz nett (ich hab das Buch von Remitten-Wühltisch).
Wenn Du Dich für "Gesetze und Lebensverhältnisse" interessierst, da gibts ja heute jede Menge Sachbücher über den vergangengen Staat. Zu Themen wie "Alltag in der DDR", "Lexikon der DDR" etc...
Sogar Brettspiele...
Ein Buch, das mich interessiert, aber kontrovers diskutiert wird:
Anna Funder: "Stasiland"
Auf Englisch: "Stasiland: True Stories from Behind the Berlin Wall"
Das Buch einer Australierin, das in Lonon sogar auf die Theaterbühne gebracht werden soll.
Das könnte Dich interessieren! Es sind wahre Geschichte über das Regime der Stasi und Menschen, die darunter litten/ damit zu tun hatten. Journalistischer Ansatz.
Ich finde gerade mal den Blick einer Australierin, von jemandem 'von außen', auf die deutsch-deutsche Wirklichkeit interessant. Grundsätzlich, egal, was genau sie jetz sagt. Doch es gibt ja immer wieder Stimmen, die sagen, wer nicht selbst dabei war, soll sowie die Kl**pe halten. *...* Nunja, es gibt ja auch Hohenschönhausener Folterknechte, die behaupten, sie hätten niemanden Böses getan...
Liebe Grüße!
Muggl
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 22
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18.04.2008, 12:43
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Geändert von muggl (18.04.2008 um 13:38 Uhr)
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18.04.2008, 12:57
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Zitat von muggl
Huhu Muggl
Das Buch wurde vor einigen Monaten auch hier in Griechenland erwaehnt und die Autorin dazu interviewed. Ich fand es sehr interessant und habe es auf meine laaaaaaaaaange Liste gesetzt

PischtiMan sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
denn das ist ihnen voellig egal.
Euripides
Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"
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18.04.2008, 14:02
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Interessant!!
Zitat von Pischti_H
Ich habe bei dem Funder-Buch den Verdacht, dass es international mehr interessiert und Aufmerksamkeit bekommt, weil eine Australierin(!) über deutsche Angelegenheiten schreibt.
Dadurch wird es vielleicht in der weltweiten Wahrnehmung zu einem Ereignis/ Exempel der Weltgeschichte. Und ist nicht mehr nur eine rein deutsche, innere Angelegenheit, die für den Rest der Welt nicht relevant und öde ist, wie wenn Deutsche 'unter sich' über ihr eigenes Land schreiben.
Ich denke, so eine rein 'innere' Beschäftigung mit sich selbst weckt außerhalb kaum Interesse.
Außerdem ist Funders Buch natürlich dann u.a. auch für ein nicht-deutsches Publikum geschrieben, das kein Universum an Vorwissen mitbringen muss.
Bei dem Erfolg von "Das Leben der Anderen" gerade in den USA hat man ja auch gesehen, dass auch Leute, die mit innerdeutscher Geschichte nichts am Hut haben, das Thema in ihrem Leben wichtig finden, es abstrahieren und auf ihre Situation anwenden (Beschneidung der Freiheit, der Menschenrechte, Überwachungsstaat) und das, was passiert ist, global sehen ...
Und ich persönlich bin um jeden von außerhalb froh, der sich ein Bild macht, das nüchtern als Exempel ansieht, und munter vor sich hin aufdeckt, was es aufzudecken gibt.
Denn innerdeutsch ist mir das Ganze zu sehr von Ideologen, Ressentiments, Ewiggestrigen, Mauschelei, Täterschutz-Gesetzen, Machtkampf, Wahlkampf, Geschichtsverdrehung und Propaganda bedrängt.
Viele Grüße!
Muggl
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18.04.2008, 18:17
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Hallo,
ich musste mal bissel googlen, leider hab ich meine Bücher verborgt und nicht wieder bekommen. Ursula Burkowski "Weinen in der Dunkelheit". Das ist so ein Erfahrungsberichtebuch von Bastei Lübbe. Die Mutter verschwindet in den Westen und lässt 3 kleine Kinder zurück, die in Kinderheimen getrennt untergebracht werden. Von ihr gibt es dann noch zwei Fortsetzungen.
Gruß laaranEin gutes Gedächtnis ist ein Fluch, der einem Segen ähnlich sieht.
Harold Pinter
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18.04.2008, 18:28Inaktiver User
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Einiges, was ich auch spontan empfohlen hätte, wurde bereits genannt (Christoph Hein zum Beispiel, Christa Wolf und natürlich Braun oder Plenzdorf).
Ich hätte da noch etwas für alle, die sich mal die Kante geben wollen: es gibt im Aufbau Taschenbuchverlag zwei Bücher von Landolf Scherzer. Der Erste und der Zweite, so die Titel. Innenansichten aus dem Parteiapparat, vor und nach der Wende.
Für pure Belletristik in Querschnittsform empfehle ich zwei Bücher mit Kurzgeschichten aus der DDR.
von dtv: Fahrt mit der S-Bahn
Hoffmann und Campe: Geschichten aus der DDR.
Apropos: gibts hier eigentlich schon einen Ossi-Stammtisch??
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19.04.2008, 09:12Inaktiver User
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Das Westpaket. (Taschenbuch)
von Christian Härtel und Petra Kabus
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19.04.2008, 09:21
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Thomas Brussig "Wie es leuchtet"
Kottan: "I rauch ned, i trink ned und i hob nix mit andere Frauen"
Elvira: "Gar koan Fehler?"
Kottan: "Doch, i liag manchmal"
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Profilbild © Analuisa
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30.04.2008, 12:17
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Versuch es mal mit UWE SAEGER "Nöhr".
und was auch noch lustig ist sind "Kusches Drucksachen"
schoggimaus

Klein und rund, aber niedlich
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06.05.2008, 13:43
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Anne Voorhoeve "Lilly unter den Linden".
Nach einer wahren Begebenheit, sehr einfühlsam erzählt. Gab es auch einen Fernsehfilm dazu.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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17.06.2008, 14:22Inaktiver User
AW: Bücher über die ehemalige DDR
Ich lese gerade "Das Bernsteinamulett" von Peter Prange. Sicherlich kennen vielen von Euch den - ebenso wunderbaren - Film mit Muriel Baumeister in der weiblichen Hauptrolle.Was die Verfilmung anbelangt, ist allerdings sehr viel geändert worden.
Das Buch beschreibt die Geschichte einer deutschen Familie von 1945 bis 1990. Ich bin gerade im Jahr 1961 und man erfährt in diesem Buch wirklich sehr, sehr viel über die ehemalige DDR.


. *...* Nunja, es gibt ja auch Hohenschönhausener Folterknechte, die behaupten, sie hätten niemanden Böses getan...
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