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  1. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Bei den Pfeffernüssen fällt mir "The Fig Eater" ein, ein im K.u.k.-Milieu angesiedelter Krimi, von einer Amerikanerin geschrieben, die in ihren (englischen) Text immer wieder Wörter aus dem Wienerischen eingebaut hat - 'Fiaker', 'Melange' etc. Die ersten fünf Male noch nett, danach nervig, noch dazu, weil sie so oft falsch geschrieben waren, und den Lesefluss unterbrachen. Ging wohl nur darum, zu zeigen, wie brav die Autorin recherchiert hatte ...
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  2. Avatar von Kitty_Snicket
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von Hampelmuse Beitrag anzeigen
    Einer meiner Anti-Fehler ist “der Kupfergeschmack von Blut”.
    Wieso - wie schmeckt's denn? (Genauer gesagt, wie schmeckt Kupfer; Blut hatten wir alle schon mal im Mund)

    Ja, stimmt, blöde Flüchtigkeitsfehler können immer passieren - ich hab bei manchen Sachen, die ich verfasst habe (nix Literarisches/Kreatives, einfach E-Mails, Fehlermeldungen etc) auch schon des öfteren im Nachhinein Dinge entdeckt ...
    Das Gehirn geht seine eigenen Wege!

    @wildwusel Ich stelle mir oft vor, wie z.B. JK Rowlings Arbeitszimmer (eventuell auch Plural) ausschauen muss - die muss ja riesige Mindmaps an der Wand haben, Ordner voller Notizen mit Post-it-Zetterln als Querverweisen etc - damit die Harry Potters halbwegs konsistent geblieben sind
    Und das Lektorenteam beneide ich nicht, obwohl die sicher einen ziemlichen High-Profile-Job hatten damals ...
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  3. Registriert seit
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich bin aber auch gut darin, Inkonsistenzen wegzuerklären, und als Hinweise auf die Sichtweise des Charakters oder die Konstruktion der Welt zu sehen. (Oh, der Protagonist hat schon wieder andere Katzen. Wohnt der an der Bundesstraße? Ist der so hartgesotten, daß er da kein Wort drüber verliert?)
    Oh, das finde ich richtiggehend charmant!
    Da könnten sich meine SuS einmal eine Scheibe davon abschneiden, von wegen indirekter Charakterisierung (die finden sie ohnehin so unbegreiflich wie Astrophysik..).


  4. Registriert seit
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von distantdreamer Beitrag anzeigen
    Oh, das finde ich richtiggehend charmant!
    Da könnten sich meine SuS einmal eine Scheibe davon abschneiden, von wegen indirekter Charakterisierung (die finden sie ohnehin so unbegreiflich wie Astrophysik..).
    Ach menno, distantdreamer! Genau das wollte ICH zitieren! Also, dass was du zitiert hast.
    Um wildwusel zu schreiben, dass ich grundsätzlich alles von ihr furchtbar gerne lese, sie sich hiermit aber mal wieder selbst übertroffen hat. :)
    Ich lache selten laut, wenn ich alleine bin, aber hier war‘s mal wieder so weit. Großartig!
    Und: Danke!

    Zum Thema: Ich lese sehr viel, allerdings ziemlich schnell und überlese solche Fehler entweder oder sie sind in meinen Büchern nicht enthalten. Letzteres ist bei deutlich mehr als 200 Büchern im Jahr unwahrscheinlich.
    Wenn ich dann doch mal einen entdecke, nehme ich ihn zur Kenntnis, denke aber nicht weiter drüber nach.
    Ich lese aber auch keine Reihen und es ist a klar - und oben schon gut erläutert - dass diese natürlich deutlich fehleranfälliger sind.

  5. Avatar von Hampelmuse
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von Kitty_Snicket Beitrag anzeigen
    Wieso - wie schmeckt's denn? (Genauer gesagt, wie schmeckt Kupfer; Blut hatten wir alle schon mal im Mund)
    Es wäre wohl eher Eisen, was für den Geschmack verantwortlich sein soll. Ich hab auch schon gelesen, der metallische Geschmack/ Geruch würde durch ein Aldehyd verursacht. Metallisch wäre ja ausreichend, ich bezweifle, dass man das geschmacklich weiter analysieren kann.
    Wäre es einmal hatte ich mich wohl nur gewundert, aber ich lese das seit mindestens 20 Jahren immer mal wieder und frag mich, was die nur alle mit dem Kupfer haben.
    Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug.

  6. Moderation
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von Hampelmuse Beitrag anzeigen
    Wäre es einmal hatte ich mich wohl nur gewundert, aber ich lese das seit mindestens 20 Jahren immer mal wieder und frag mich, was die nur alle mit dem Kupfer haben.
    Das scheint in im Englischen sehr gebräuchlicher Vergleich zu sein, allerdings sehe ich das eher im Zusammenhang mit "Angst" (und hier ist eine nett kleine Reddit-Diskussion zum Thema (ich hoffe, der Link ist OK und nicht völlig verwanzt, wenn man keine Adblocker hat): https://www.reddit.com/r/TheExpanse/comments/5vfmww/the_coppery_taste_of_fear_do_the_authors_have_a/)

    Vielleicht über die Assoziationen Blut->Schreck und Metall->Kupfer? Schließlich hat man viel mit (abgegrabbeltem) Kupfer zu tun (Pfennige), oft mehr als mit Eisen.

    Oder die Autoren schreiben einfach alle voneinander ab, oder, netter ausgedrückt, erwerben ihr Repertoire an Ausdrücken aneinander.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  7. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Kein Anschlussfehler, aber: Ich lese höchst ungern englischsprachige Texte in Übersetzung, weil im Übersetzermetier wirklich sehr viele unterwegs sind, die kein vernünftiges Englisch können. Feinheiten, Idiome, aktuelle Sprache "von der Straße" geht leider an vielen vorbei.
    Mein Lieblingsübersetzungsfehler: Er saß zwischen einem Fels und einem harten Platz.
    Geht mir auch so. Zwei der absurdesten Übersetzungen:
    1) Gilbreth/Gilbreth, Cheaper by the dozen/Im Dutzend billiger: wir sangen das Lied von den fünfzehn Mann, die auf des toten Mannes Brust saßen... (on a dead man's chest)
    2) Dorothy Sayers, Strong Poison/Starkes Gift: jemand sagt über eine Protagonistin "she's as plain as a pancake", übersetzt mit "sie hat ein Pfannkuchengesicht".
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"


  8. Registriert seit
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Aua!


  9. Registriert seit
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Ich "kämpfe" mich gerade durch die Australien-Saga von Ulrike Renk. Der erste Teil "Die Australierin" hat mir gut gefallen.
    Um so erstaunter war ich, als im Anschlußband "Die australischen Schwestern" auf einmal Personen geändert wurden,
    Namen erschienen, die vorhier nie auftauchten ... Bin mal gespannt, wie der dritte Teil wird

  10. Moderation Avatar von Marie-Madeleine
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    AW: "Anschlussfehler" in Büchern

    Zitat Zitat von suikerspin Beitrag anzeigen
    Wenn solche Dinge auffallen, ist wohl die Story etwas dünne.
    Das hat mit der Qualität der Story überhaupt nichts zu tun. Namensverwechslungen oder auch wechselnde Autofarben, Automarken oder Haustiergeschlechter fallen mir ganz einfach ins Auge, ich kann's nicht ändern ...

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Kein Anschlussfehler, aber: Ich lese höchst ungern englischsprachige Texte in Übersetzung, weil im Übersetzermetier wirklich sehr viele unterwegs sind, die kein vernünftiges Englisch können. Feinheiten, Idiome, aktuelle Sprache "von der Straße" geht leider an vielen vorbei.
    Ganz feine Feinheiten nicht zu kennen würde ich tatsächlich verzeihen, aber es gibt schon viele böse Übersetzungshämmer. Immer wieder schön z. B. die Übersetzung von "hymn" (Choral) mit "Hymne" (was im Englischen eher "anthem" wäre).

    Mein Lieblingsübersetzungsfehler: Er saß zwischen einem Fels und einem harten Platz.
    Autsch.

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Mich ärgert es auch, wenn ein Autor leicht überprüfbare Fakten falsch schreibt. Gerade eben in einem englischen Buch kam das Wort Pfeffernüsse vor.
    Oh ja, so was ärgert mich sogar kolossal. Zuletzt ging es mir so bei "The Book Thief" von Markus Zusak. Der hat ja sogar deutsche Vorfahren, aber dennoch hat er es geschafft, in diesem Buch einige deutsche Einsprengsel in den Sand zu setzen, Dinge falsch zu erläutern (eine Watschn ist eine Ohrfeige, keine Rohrstockschläge auf den Hintern) und, was ich mit am schrecklichsten fand, Namen zu verhunzen. Kosenamenbildung auf -y oder -ie statt -i (Hansie, grusel!) und Nachnamen, die eher nach dem klingen, was sich ein Ausländer unter deutschen Namen vorstellt als tatsächlich üblichen und existenten Namen.

    Spätestens im Zeitalter des Internets muss das doch wirklich nicht sein.

    Zitat Zitat von maryquitecontrary Beitrag anzeigen
    Geht mir auch so. Zwei der absurdesten Übersetzungen:
    1) Gilbreth/Gilbreth, Cheaper by the dozen/Im Dutzend billiger: wir sangen das Lied von den fünfzehn Mann, die auf des toten Mannes Brust saßen... (on a dead man's chest)
    2) Dorothy Sayers, Strong Poison/Starkes Gift: jemand sagt über eine Protagonistin "she's as plain as a pancake", übersetzt mit "sie hat ein Pfannkuchengesicht".
    Oh Gott. Die Brust find ich ja noch am allerbesten

    Auch schön: "Ich halte die Festung" (I'll hold the fort) oder "ein in der Wolle gefärbter" (statt "eingefleischter") Kommunist.
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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