Ich habe nicht von ungefähr ein ziemlich gutes Allgemeinwissen und einen großen Wortschatz. Lesen bildet eben wirklich, und wenn's nur der aus dem Kitschroman, den ich mit 15 gelesen habe, "mitgenommene" Aubussonteppich ist
Ha, das kenne ich, weil ich mal ein paar Wochen lang in einer Lehrwerkstatt für Industriemechaniker mitgearbeitet habe
Hör mir bloß auf! Gerade im Zeitalter von Google und Wikipedia finde ich solche Dinge wie völlig falsch eingeschätzte Entfernungen unter aller Kanone. Da hab ich mal bei einer Familiengeheimnisschnulze, die in meiner Lieblingsurlaubsregion spielt, böse geflucht. Nein, wer in Saint-Malo wohnt und eine Freundin in Dinan hat, wird sich mit ihr bestimmt nicht schnell in Quimper auf einen Kaffee treffen. Das ist so ähnlich, wie wenn eine Offenbacherin und eine Frankfurterin mal eben einen Espresso in Köln oder Stuttgart trinken gehen würden
Ich habe zuletzt einige "fun facts" über die USA aus "Stephen Fry in America" mitgenommen. Auch wenn mir gerade davon nichts einfallen will![]()
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17.10.2017, 14:19
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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17.10.2017, 14:24Inaktiver User
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
Nicht zu verwechseln mit Audubon - kicher - Süstaaten-Schmonzetten sei Dank:
Die National Audubon Society ist eine US-amerikanische Non-Profit-Umweltorganisation. Sie wurde 1905 von George Bird Grinnell, einem Verleger und Naturwissenschaftler, gegründet. Benannt wurde die Gesellschaft nach John James Audubon, einem franko-amerikanischen Ornithologen und Naturforscher, der die Vögel Nordamerikas in seinem Buch „Birds of America“ malte, katalogisierte und beschrieb. „Birds of America“ wurde zwischen 1827 und 1838 abschnittsweise herausgegeben.
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14.01.2018, 17:28Inaktiver User
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
In einem meiner antiquarischen Schätze las ich vorhin einen Essay von 1901 von Jack London über Rudyard Kipling. In einem Absatz spottet London, dass [Aufzählung einiger mir unbekannter Autoren] im Gegensatz zu Kipling wohl kaum würdige Vertreter des britischen Lebensgefühls des neunzehnten Jahrhunderts seien.
In dieser Aufzählung mir unbekannter Autoren stand ein Name, den ich kannte. Allerdings nicht in Zusammenhang mit Literatur. Winston Churchill. Neugierig schlug ich Churchill im zweibändigen Lexikon aus dem dritten Reich nach, einem immer weiter vererbten Familienschatz.
Dort erfuhr ich, dass Churchill zu Jack Londons Zeiten Kriegsberichterstatter über die britischen Kolonien war. Jack London, 27, als er den Essay schrieb, scheint nicht viel von seinem zwei Jahre jüngeren Zeitgenossen Churchchill gehalten zu haben.
Wildwusel erwähnte irgendwo, dass sie alte Atlanten u. Ä. aufbewahrt, um sich in diesen Originalquellen gegebenenfalls rückversichern zu können, wie es wirklich war. Geschichtsklitterung gibt es schließlich immer wieder.
In ganz kleinem Rahmen und mit einem etwas anderen Ansatz halte ich es wie Wildwusel: Ich habe ein paar wenige Originalquellen im Haus, um nachlesen zu können, wie Dinge früher gesehen wurden. Der Eintrag über Churchill ist ein gutes Beispiel dafür:
https://abload.de/img/win_20180114_165830shkdr.jpg
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14.01.2018, 19:01Inaktiver User
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
Winston Churchill hat übrigens auch den Literaturnobelpreis erhalten.

1953 - das konnte im Dritten-Reich-Lexikon natürlich noch nicht stehen.
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14.01.2018, 19:09
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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14.01.2018, 19:12Inaktiver User
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14.01.2018, 19:16Inaktiver User
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
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14.01.2018, 19:20Inaktiver User
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
Besagter Jack London. Den ich mit Ausnahme einiger seiner Geschichten gar nicht gerne lese.
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14.01.2018, 20:17
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
ein paar der Geschichten von Jack London sind allerdings echte Perlen!
Wieder mal Moby Dick lesen und den den Pottwalfang in allen Details beschrieben kriegen, nehme ich mir auch immer wieder vor. Ich glaub, ich leg das Buch mal in die Toilette als Lektüre
gruss, barbara
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29.03.2018, 20:45
AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...
Aus irgendeinem Nachlass hat ein Freund mir einen lesenswerten Fund geschenkt: Ein Benimmbuch, das in 39. Auflage kurz nach dem ersten Weltkrieg erschienen ist.
Der Inhalt ist überraschend zeitlos. Die Hinweise, wie kultivierte Menschen miteinander kommunizieren sollten, könnten genau so in einem Regelwerk für Netiquette stehen. Die Tipps für stilvolle Bekleidung gelten heute noch. Die Beschreibung einer angemessenen Wohnungseinrichtung würde viele möblierte Gräuel in unserer Zeit verhindern.
Was ich Überraschendes gelernt habe, obwohl ich unsicher bin, ob das heute noch gilt: Alles in Wasser gekochte Gemüse ist Fingerfood. Spargel, Blumenkohlrosen, Rosenkohl, gekochte Möhren dürfen (oder konnten damals) an der vornehmsten Tafel mit den Fingern gegessen werden, solange es keine Soße dazu gibt.
Fischmesser waren bekannt, aber nicht verbreitet. Fisch wurde entweder mit zwei Gabeln gegessen. Oder mit der Gabel häppchenweise abgetrennt und auf ein Stück Brot in der linken Hand geschoben.
Bei den Hinweisen zu geeigneten Gesprächsthemen hat sich mir das Herz im Leib umgedreht, weil Autorin und Leserschaft nicht wussten, dass ihnen ein zweiter Weltkrieg bevorstand:
Den unerschöpflichsten Gesprächsstoff für unsere Zeit geben natürlich die hinter uns liegenden Kriegsjahre.
Alles, was du schaudernd oder auch jubelnd selbst erlebtest oder von anderen erleben sahst, jeder Erfolg und jede Niederlage, jede Entbehrung und Mühseligkeit, jedes erhebende oder grauenerregende Ereignis bietet eine reiche Quelle für die Unterhaltung, der sich nur die Berichte der Zurückgebliebenen über die Angst und Not, über Hunger und Frost, Jammer und Krankheit, die sie tragen mussten, zur Seite stellen können.
Wie ergiebig aber diese Stoffe sein mögen, hüte dich, sie die einzigen und ausschließlichen sein zu lassen. (...) Sei in solchen Fällen nicht zu gesprächig, sondern sprich dich nur aus, wo du unverkennbarer Teilnahme begegnest.
Nicht selten wird aber auch dem brennendsten Interesse von dem Heimgekehrten ein undurchdringliches Schweigen entgegengesetzt. Es ist, als sei die Seele zu zerstört, um sich in Worten äußern zu können. Achte solche Verschlossenheit und suche sie nicht durch zudringliches Fragen zu durchdringen.
Einband
Titelblatt
Seite mit dem zitierten TextJede Situation hat das Recht auf ihre eigene Antwort.
(Christoph Peters, "Das Jahr der Katze")





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Sorry, Jack. Ist so.
