Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 53
  1. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Ich ärgere mich übrigens sehr, wenn in Büchern offenkundige Fehler sind, die bei ein bißchen Recherche nicht viel mehr als allgemeinen Menschenverstand erfordert hätten.

    Wenn ein Autor z.B. etwas über einen bekannten Ort schreibt, wo sachliche Fehler vorhanden sind (meine Güte lieber Autor - wenn Du keine Ahnung hast, dann laß deine Protagonisten woanders hin reisen. Oder beschreibe nicht explizit etwas FALSCHES!).

    Wenn Dinge ganz offensichtlich nicht so funktionieren, wie der Autor es beschreibt. Das nervt mich kolossal.

    Damit meine ich nicht, daß jedes Buch realitätsnah ist - ein Plot darf sehr gerne Fiktion sein, auch über einen Lifestyle schreiben, der eher fiktional ist. Aber gewisse Eck- und Ankerdaten müssen dann trotzdem real sein (blödes Beispiel: wenn jemand über Paris schreibt, sollte er über wissen, wie weit es vom Eiffeltum zu Sacre Coeur ist - daß man da nicht in 5 Minuten dort ist. Das kann man auch aus der Ferne googlen. Oder daß München und Hamburg mindestens 5 Stunden per Zug auseinander sind - das sind fiktive Beispiele - aber sowas meine ich).

  2. Moderation

    User Info Menu

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Antje, bei so was denke ich mir immer, "Es ist nicht das, was man nicht weiß, was einen in Schwierigkeiten bringt, sondern das, wovon man nicht weiß, daß man es nicht weiß..." (Ist wie bei Pilzesammlen.)

    In der spekulativen Literatur erlaubt man ja erst einmal jede Realitäsabweichung als eine mögliche Pistole auf dem Kaminsims, und hält die Ungewißheit wie Bälle in der Luft, bis sich zeigt, ob die eine Stunde Fahrt von Hamburg nach München ein Hinweis auf super-schnellen Transport, auf einen unglaubwürdigen Erzähler, auf ein anderes Zeitsystem, oder auf etwas noch schrägeres sind. Da ärgert es mich dann besonders, wenn es Schlampigkeit ist.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    In einem Sci-Fi Buch würde mich das nicht stören - in einem Roman in der Jetztzeit enorm...

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Innere Widersprüche stören immer. Auch eine Fantasiewelt muss Regeln haben. Es muss immer einen guten Grund haben, warum etwas passiert, und genau so passiert, wie es passiert.

    Ich lese immer wieder in "L'Ancien Régime et la Révolution" von Alexis de Tocqueville. Eine ganze Menge Text mit scharfsinnigen politischen Analysen, basierend auf umfangreicher Recherche in den Archiven. Ein unglaublich gutes Buch. Ich lese immer darin, wenn mich wieder mal bei einem Nachhilfeschüler mit einem extra doofen Geschichtsbuch herumärgern muss, als Trost ein bisschen de Tocqueville. Sein reiner, klarer Stil, der sehr angenehm zu lesen ist, ist eine reine Wohltat, ästhetisch und intellektuell.

    Am meisten beeindruckt hat mich allerdings die selbstverständliche Arroganz eines Adligen, die de Tecqueville gelegentlich zeigt. Das ist eine spezielle Art von Sicherheit in sich selbst, so etwas habe ich bei modernen Menschen noch nie erlebt.


    interessant ist auch, dass während der Feudalzeit durch ganz Europa die Dörfer sich demkratisch selbst verwalteten. Der Feudalherr hatte zwar Recht auf Steuern und Abgaben und Frondienste, aber in die Organisation des Dorfs mischte er sich nicht ein, und es gab viele Ämter, die auf traditionelle Weise von vielen Leuten im Dorf ausgeübt wurden.

    zum Thema Demokratie ist natürlich auch "Demokratie in Amerika" vom gleichen Autor ein ebenfalls extrem lehrreiches Buch. Er erklärt damit, warum die Politik heute bei uns so ist, wie sie ist. Das ist unglaublich erhellend.


    gruss, barbara

  5. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    "Es ist nicht das, was man nicht weiß, was einen in Schwierigkeiten bringt, sondern das, wovon man nicht weiß, daß man es nicht weiß..." (Ist wie bei Pilzesammlen.)




    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    zum Thema Demokratie ist natürlich auch "Demokratie in Amerika" vom gleichen Autor ein ebenfalls extrem lehrreiches Buch. Er erklärt damit, warum die Politik heute bei uns so ist, wie sie ist. Das ist unglaublich erhellend.
    Davon habe ich Auszüge im Radio gehört und mochte es sehr.

  6. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    In Anne Rice "Nachtmahr" war der Vampir Lestat nachts in einer Kirche und hatte gerade eine Kerze angezündet. Er dachte: Ja, mit dieser einfachen Geste hatte ich doch schon die Gesamtsumme des Lichts im Universum vergrößert, oder?

    Zunächst habe ich mich von dem Gedanken beeindrucken lassen. Doch er ist banal. Gebe ich Wasser in die Eiswürfelschale im Gefrierfach eines Kühlschranks, vermehre ich damit die Gesamtsumme des Eises im Universum. Dafür verringere ich die Gesamtsumme des Wassers. Na gut, Eis ist immer noch Wasser in einem anderen Aggregatzustand.

    Nehmen wir Blumen. Pflanze ich eine Blume, vermehre ich die Gesamtsumme der Blumen im Universum, verringere gleichzeitig die Gesamtmenge an CO2. Aber wie ist das mit der Photosynthese? Schlotzt Photosynthese das Sonnenlicht auf und verringert damit die Gesamtsumme des Sonnenlichts?

    Ja, sagt Wikipedia:

    Bei diesem biochemischen Vorgang [der Photosynthese] wird zunächst mithilfe von lichtabsorbierenden Farbstoffen, wie z. B. Chlorophyll und Bakteriochlorophyll, die Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt. Diese wird dann unter anderem zum Aufbau energiereicher organischer Verbindungen (meist Kohlenhydrate) aus energiearmen anorganischen Stoffen (Kohlenstoffdioxid CO2 Kohlenstoffdioxid-Assimilation) verwendet.

    Die Lichtvermehrung im Universum durch eine Kerzenflamme wirtschaftet nur von einer Tasche in die andere. Die Gesamtmenge an Wachs im Universum nimmt ab und die Gesamtsumme an Licht nimmt zu. Kein Mysterium. Und trotzdem ...

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Das Mysterium ist wohl eher, dass es in unserem Universum mit Energieerhaltungssatz, wo die Gesamtmenge an Energie immer gleich bleibt, wenn die Physiker recht haben... es irgendwann mal eine Zeit, oder Vor-Zeit gab, in der noch nichts da war. Und jetzt ist es da.

    Vorher war das Licht einfach in der Kerze gespeichert und deshalb unauffälliger, als wenn die Kerze brennt. Es war aber schon immer vorhanden.

    ein wissenschaftlicher Geist ist der grösste Feind von billigen poetischen Bildern.

    gruss, barbara

  8. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    ein wissenschaftlicher Geist ist der grösste Feind von billigen poetischen Bildern.

    gruss, barbara
    Auf den Punkt gebracht.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    Was ist der korrekte Fachbegriff für die Wiederauflage eines historischen Buches in moderner Schrift? Passt Reprint, wenn der Inhalt gleich, aber das Erscheinungsbild (Schrift, Umschlag) anders ist?

    Jedenfalls lese ich seit Monaten häppchenweise den Nachdruck eines Buchs von 1773. Das Lexikon der Betrügereien aller Stände im 18. Jahrhundert von Georg Paul Hoenn.

    Ich lerne daraus: Die Betrugstechniken der Gegenwart sind die gleichen wie damals. Heute habe ich zum Beispiel den Absatz über betrügerische Journalisten im 18. Jahrhundert gelesen: Sie haben bezahlte Rezensionen geschrieben, Alternative Fakten geschaffen, Bücher von Autoren gegnerischer Verlage böswillig zerissen und mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten sinnentstellt.

    Aus vorangegangenen Abschnitten des Betrugslexikons habe ich gelernt, dass bereits damals gerne Label gefälscht wurden und No-Name-Produkte als teure Markenware verkauft wurde:

    Wenn sie seidene Strümpfe und Schnupftücher von Holländischer und Schweizerischer Manufaktur vor [als] Mayländischen Waaren, so insgemein die besten seyn, verkauffen (...)

    Damals waren Qualität und Warenkunde noch wichtiger als heute, weil wenig Kaufkraft vorhanden war und Dinge deshalb lange halten mussten. Ich kann nur vermuten, dass Fake-Strickstrümpfe schneller kaputtgingen, denn trotz meiner Rundreise durch Wikipedia (klickt ihr dort auch immer alle weiterführenden Textlinks an?^^) komme ich nicht dahinter, was an Gewirktem schlechter als an Gestrickten ist:

    [Wenn sie] gewirckte seidene oder wüllene Strümpfe denen Unverständigen vor [als] gestrickte anhängen.

  10. Inaktiver User

    AW: Ich lese gerade ... und lerne dabei ...

    In Karl-Heinz Kupfer, "Kosmische Energien", erklärt ein Ingenieur aus physikalischer Sicht die Sache mit den feinstofflichen Energien.

    Das Thema hat mich bisher mangels überzeugender Erklärungen nicht interessiert. Dieser didaktisch begabte Autor schaffte es, meine Neugier wenigstens so weit anzustacheln, dass ich meine Grundnahrungsmittel mittels eines Pendels (mein schwerer Goldring am Bindfaden^^) auf Verträglichkeit testete.

    Der Test ist zweistufig. Zuerst wird das Pendel direkt über das Lebensmittel gehalten. Bei Pendeldrehung im Uhrzeigersinn sei das Nahrungsmittel verträglich und energiefördernd. Gegen den Uhrzeigersinn unverträglich. Bei Stillstand oder schwacher, undefinierbarer Bewegung neutral.

    Der zweite Test findet heraus, ob an sich gute Lebensmittel für mich persönlich verträglich sind. Das Probestück liegt etwa zwanzig Zentimeter entfernt auf dem Tisch. Die pendelnde Person sitzt mit aufgestützen Ellenbogen, gefalteten Händen und Daumengelenken am Dritten Auge zwischen den Brauen da, Pendelschnur klemmt an einem Zeigefinger.

    Kein Wunder, dass mich so ein Hokuspokus nie interessiert hat. Aber dieser Karl-Heinz Kupfer hat es drauf, Unsinn in logisch wirkende Fakten zu verwandeln. Bewegt sich beim zweiten Test das Pendel zwischen Pröbchen und Pendler hin und her, sei es verträglich. Stellt sich das Pendel quer, pendelt also eine Schranke zwischen Person und Probestück, sei es unverträglich.

    Ob das im Detail zutrifft, weiß ich nicht. Doch irgendetwas scheint dabei tatsächlich gemessen zu werden. Bei Rohkost schlug das Pendel kräftig und eindeutig aus. Eisbergsalat, Möhre, Apfel, Ingwer, Gurke sind angeblich gut verträglich für mich. Chinakohl dagegen entpuppte sich als No-Go beim zweiten Test; also unverträglich für mich.

    Bei den hitzebehandelten, aber potentiell nahrhaften Nüssen schlug das Pendel weniger kräftig, doch immer eindeutig aus. Erdnüsse, egal ob gesalzen oder ungesalzen, wurden als verträglich und energiespendend eingestuft. Backmandeln überraschenderweise nur als neutral. Gefühlt halte ich Mandeln für gesünder als Erdnüsse. Das Pendel sah das anders.

    Meine Proteinshake-Mischung ging als neutral durch. Ebenso sämtliche Einzelbestandteile der Mischung, also Sojaprotein-Pulver und die von mir zugesetzten Nahrungsergänzungmittel in Form von Vitamin- und Mineralstofftabletten. Das Pendel stellte bei künstlich produzierten Nährstoffen offensichtlich weder förderliche noch schädliche Energien fest.

    Das würde auf den ersten Blick die beliebte These stützen, dass synthetische Vitamine und Co nichts bringen. Andererseits besteht die Wirkung von Nahrung nicht nur aus ihren wie auch immer gearteten "Schwingungen". Genauso wichtig sind ihre konkreten, chemischen Bestandteile. Totes Proteinisolat (alias Shakepulver) wird genauso in Muskeln usw. umgebaut wie ein roh geschlürftes Hühnerei. Synthetisch hergestelltes Vitamin C heilt Skorbut genauso gut wie Orangensaft. Insofern bleibe ich weiterhin von der Sinnhaftigkeit von Vitamintabletten überzeugt.

    Fazit: Interessantes Experiment, das ich demnächst mit einem Lebensmittel wiederholen will, von dem ich weiß, dass ich es nicht vertrage: Sahne aus Kuhmilch hatte mir nach jedem Verzehr juckenden Ausschlag und stinkende Rachenmandeln beschert, als ich noch nicht vegan aß.

Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •